Nagelablösung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Nagelablösung

Die Nagelplatte liegt auf dem Nagelbett auf, wo sie in der Regel fest verankert ist. Wenn sie sich jedoch teilweise oder gänzlich vom Nagelbett löst, wird von einer Nagelablösung gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nagelablösung?

Der harte, sichtbare Teil des Nagels ist die Nagelplatte. Das Nagelbett liegt darunter und ist mit Blutkapillaren durchzogen. Diese scheinen durch und verleihen dem Nagel die leichte Ros-Färbung. Bei einer Nagelablösung (Onycholyse) löst sich der Nagel teilweise oder ganz vom Nagelbett ab. Dies kann die Finger- oder Fußnägel betreffen. Meist handelt es sich hierbei um den Daumen und den großen Zeh.

Typisch ist auch eine gelblich-weiße Färbung des losen Nagels. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann es sich hierbei neben der totalen oder teilweisen auch um die seitliche oder halbmondförmige Nagelablösung handeln. Die Ablösung an sich ist meistens recht schmerzfrei, allerdings empfinden viele Menschen das Gefühl des ungeschützten Nagelbettes als sehr unangenehm. Die Gründe für die Erkrankung können vielfältig sein. Die Erkrankung kann jeden, unabhängig vom Geschlecht oder Alter, treffen.

Ursachen

Die Ursachen für die Nagelablösung sind vielseitig und können in einfachen einmaligen Ereignissen begründet sein. Es ist aber auch möglich, dass schwerwiegende Erkrankungen der Auslöser sind. Zu den Ursachen gehören:

  • Verletzungen

Die Ablösung des Nagels tritt am häufigsten nach einer Verletzung auf, zum Beispiel Quetschungen oder starke Stöße des Nagels.

Während der Schwangerschaft verändert sich der Kalziumstoffwechsel, was eine Nagelablösung begünstigen kann. In diesem Fall kann eine Kalziumsubstitution erforderlich werden, die ein Arzt in der entsprechenden Menge verordnet.

  • Nagelpilz

Eine Nagelpilzinfektion im fortgeschrittenen Stadium kann ebenfalls zur Ablösung des Nagels führen. Bei einem Verdacht sollte daher ein Arzt aufgesucht werden, damit dieser eine Behandlung einleitet.

  • Erkrankungen

Verschiedene Erkrankungen können eine Nagelablösung zur Folge haben, beispielsweise Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Durchblutungsstörungen, die damit einhergehen, Systemerkrankungen wie Schuppenflechte, Infektionskrankheiten oder Autoimmunerkrankungen.

  • Verschiedene Medikamente

Bei einigen Medikamenten kann die Nagelablösung als Nebenwirkung auftreten. Dazu gehören unter anderem Präparate, die bei entzündlichen Krankheiten der Gelenke oder während einer Chemotherapie zum Einsatz kommen.

Außerdem können chemische Reinigungsmittel dazu führen, dass sich der Nagel ablöst. Das Gleiche gilt für einen langen Kontakt mit Wasser. Als letztes ist noch die unsachgemäße Maniküre zu nennen, denn eine falsche Maniküre kann zu Verletzungen führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose und der Verlauf hängen von der entsprechenden Ursache ab, aus der die Nagelablösung resultiert. Ein Nagelpilz beispielsweise ist durch die Untersuchung oftmals leicht zu erkennen. Dies geschieht durch die mikroskopische Untersuchung der Nägelspäne. Für ein genaues Differenzieren ist es erforderlich, eine Pilzkultur mikrobiologisch anzuzüchten, was für eine gezielte Therapie sehr wichtig ist. Je genauer die Diagnose ist, desto besser kann auch der Pilz bekämpft werden. Starke Stöße können ebenfalls zu einer Nagelablösung führen. Mit der Zeit wächst der Nagel im Normalfall wieder normal heraus. Es ist bei stärkeren Stößen jedoch auch möglich, dass der Zustand dauerhaft bestehen bleibt. In diesem Fall ist es sehr wichtig, dass genügend Maßnahmen getroffen werden, um Infektionen zu verhindern.

Im Zwischenraum zwischen der Nagelplatte und der Haut können sich schließlich Feuchtigkeit und Bakterien ansammeln. Bei einigen Erkrankungen sowie nach besonders schwerwiegenden Verletzungen wächst der Nagel oftmals nicht wieder. Generell gilt, dass die betroffene Stelle nach der Nagelablösung geschont werden sollte. Alles, was einen Druck auf den Nagel ausübt, beispielsweise enge Schuhe, sollte gemieden werden.

Behandlung und Therapie

Auch in Bezug auf die Behandlung ist die Ursache der Nagelablösung entscheidend. Daher ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, damit dieser den Auslöser ermitteln und entsprechend behandeln kann. Liegt eine Erkrankung vor, kann diese behoben oder zumindest eingedämmt werden. Dies trägt dazu bei, wie sich der Nagel wieder normal entwickelt. Mit einer erfolgreichen Behandlung kann er wieder regenerieren bzw. die betroffene Stelle kann mit der Zeit herauswachsen.

Im Bedarfsfall wird eventuell eine lokale antimykotische oder antibakterielle Therapie durchgeführt. Je nach Ursache und Wachstumsgeschwindigkeit kann dies allerdings auch einige Monate in Anspruch nehmen. Wenn ein Befall durch Nagelpilz die Ursache ist, ist diese am einfachsten zu beheben, denn es gibt zur Bekämpfung entsprechende Mittel. Die Behandlung kann in diesem Fall ebenso langwierig sein, doch zumindest liegt keine schwere Erkrankung vor.

Bei der Regeneration kann auch eine regelmäßige Nagelpflege durch einen Fachmann helfen. Hierfür ist es möglich, ein Nagelstudio oder einen Fußpfleger aufzusuchen. Ein intakter Nagel schützt die Zehen und Finger besser vor mechanischen Einflüssen und kann somit auch eine Nagelablösung verhindern. Wer nach der Behandlung der Ursache und während des Nagelwachstums nicht auf gepflegte Hände verzichten möchte, kann sich bei einer teilweisen Ablösung in einem Studio einen künstlichen Nagel in der Form einer Prothese anfertigen lassen. Diese sorgt nicht nur für eine bessere Optik, sondern kann auch das Nagelbett schützen.



Vorbeugung

Es gibt verschiedene Tipps, die dabei helfen können, eine Nagelablösung durch eine Pilzinfektion zu vermeiden: In öffentlichen Einrichtungen wie Schwimmbädern oder Saunen sollte nicht barfuß gelaufen werden. Einer Infektion mit Pilzen oder Bakterien kann am besten vorgebeugt werden, indem bei Verletzungen des Nagels dieser vor Eindringlingen geschützt wird, zum Beispiel mit einem Pflaster.

Ein anhaltendes Nägelkauen kann ebenso mit entsprechenden Medikamenten behandelt bzw. verhindert werden. Diese schlecht schmeckenden Mittel werden auf die Nägel aufgetragen. Zudem empfiehlt es sich, Handtücher, Bettwäsche und Socken bei mindestens 60°C Grad zu waschen sowie bequeme und gut passende Schuhe mit einem atmungsaktiven Material zu tragen. Letzteres sorgt dafür, dass die Fußfeuchtigkeit schnell wieder abgeleitet wird. Turnschuhe sollten nur während des Sports angezogen werden. Die Socken sollten aus natürlichen Materialien bestehen und täglich gewechselt werden.

Es gibt auch Krankheiten, die zur Nagelablösung führen, beispielsweise Diabetes mellitus. Diese sollten unbedingt entsprechend behandelt werden, um Komplikationen vorzubeugen. Zum Vermeiden von Nagelverformungen sollte jeder, der oft mit chemischen Lösungsmitteln in Berührung kommt, Handschuhe tragen. Die Ursache für Nagelverformungen kann auch ein Eisenmangel sein. Hier kann eine ergänzende Einnahme eines Eisenpräparates sinnvoll sein.

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