Fingernagel gequetscht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. März 2017
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Die Quetschung des Fingernagels ist ein häufiger Unfall, der meist jedoch harmlos ist und ohne sichtbare Folgen abheilt. Es kommt zu einem blau-schwarzen Bluterguss unter dem Nagel, welcher schmerzhaft sein kann. Wichtig ist das Kühlen des Fingers und des Nagels.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Fingernagel gequetscht?

Der Fingernagel bilden sich an der Nagelwurzel aus Hornplatten. Unter den Fingernägeln befindet sich das relativ empfindliche Nagelbett. Die Nägel sind Teile der Epidermis. Sie sind fest mit dem Nagelbett verbunden, was einen Einsatz als Kratz-, Ritz- und Zupfwerkzeug ermöglicht. Weiterhin dienen die Nägel dem Schutz der empfindlichen Fingerbeeren. Durch ihre Beschaffenheit aus Horn sind sie stabil genug, um äußeren Einwirkungen bis zu einem bestimmten Grad standhalten zu können.

Zudem sind die Nägel nützlich, um die Beschaffenheit verschiedenster Gegenstände überprüfen zu können. So ist ein "Abtasten" und "Abklopfen" mit dem Fingernagel möglich. Dieses liefert Informationen, die ohne das Vorhandensein der Nägel nicht beschafft werden könnten. Der Bereich direkt untern den Nägeln, das Hyponchium, ist zwar fast taub, doch eine Berührung des Hyponchiums bei Abwesenheit eines Nagels ist schmerzhaft.

Beim Quetschen eines Fingers ist es gut möglich, dass auch der Bereich des Fingernagels betroffen ist. Hierbei wird der Fingernagel durch Gewalteinwirkung auf die darunterliegenden anatomischen Strukturen (das Hyponchium und das Nagelbett) gedrückt. Dieses Einquetschen ist äußerst schmerzhaft und zieht im Regelfall eine Schwellung und einen Bluterguss nach sich. Wird das Nagelbett durch das Einquetschen des Fingernagels geschädigt, bleibt diese Schädigung im Normalfall ein Leben lang sichtbar. Der Nagel selbst hingegen wächst selbst bei vollständiger Zerstörung nach.

Ursachen

Das Quetschen der Finger oder der Fingernägel geschieht in alltäglichen Situationen relativ schnell. So ist es häufig zu beobachten, dass Finger(nägel) in einer Auto- oder Haustür eingequetscht werden. Diese Quetschung ist zumeist äußerst schmerzhaft und hat ein reflexartiges "Umklammern" des verletzten Fingers zur Folge. Dies ist jedoch nicht sinnvoll. Die Quetschungen geschehen meist durch Unachtsamkeiten bei alltäglichen Routineabläufen.

Die meisten Menschen werden mindestens einmal ein Quetschen der Finger oder des Fingernagels erlebt haben. Dies ist schmerzhaft, aber in den meisten Fällen harmlos und ohne weitere Folgen. Es sollte darauf geachtet werden, den Finger und Fingernagel schnellstmöglich zu kühlen, um eine eventuell unter dem Nagel entstandene Blutung zu stoppen und einen möglichen Bluterguss zu verhindern.

Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen ist das Quetschen des Fingernagels harmlos und führt zu keinen weiteren Beeinträchtigungen. Innerhalb einiger Minuten verringert sich ein aufgetretener Schmerz und verschwindet nach wenigen Stunden vollständig. Kommt es zu keinen weiteren schmerzhaften Erscheinungen am Finger, wächst in den kommenden Wochen der defekte Nagel selbstständig heraus.

Bildet sich unter dem Nagel ein Bluterguss, der wenig oder gar nicht schmerzhaft ist, muss ebenfalls kein Arzt aufgesucht werden. Hilfreich ist es, den Finger unter kaltes Wasser zu halten, damit die Einblutungen möglichst schnell gestoppt werden. Breitet sich der Bluterguss in den kommenden Stunden zusehends aus, ist ein Arzt aufzusuchen, damit dieser die Einblutungen stoppt.

Sind die Quetschungen des Fingernagels so stark, dass sich der Finger verformt hat, ist ein Arzt zu konsultieren. Häufig tritt zusätzlich Blut aus, das nur mit Mühe gestoppt werden kann. Es müssen weitere Untersuchungen eingeleitet werden, um eine Beschädigung des Knochens im Finger zu überprüfen. Führen die Quetschungen zu einer anhaltenden Bewegungseinschränkung des Fingers, ist ein Arztbesuch notwendig. Weitere Bänder, Sehnen oder Muskeln können beschädigt sein. Damit es zu keinen lebenslangen Beeinträchtigungen kommt, müssen durch einen Mediziner entsprechende Korrekturen vorgenommen werden.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose des gequetschten Fingernagels wird nach der Anamnese gestellt. Es ist sehr leicht herauszufinden, ob eine Quetschung vorliegt. Hierfür reicht der Bericht des Patienten aus. Im Normalfall verläuft die Verletzung harmlos und ohne sichtbare Folgen. Lediglich bei einer Verletzung des Nagelbetts wird diese ein Leben lang sichtbar bleiben, Verletzungen in der Matrix des Fingernagels wachsen mit der Zeit heraus.

Im Verlauf der Quetschung wird sich in den meisten Fällen ein Bluterguss unter dem Fingernagel bilden. Dieser kann blau bis schwarz gefärbt sein und einen Druck auf den Nagel ausüben. Unter dem Fingernagel sammelt sich ausgetretenes Blut an. Der Platz unter dem Nagel ist jedoch relativ klein und begrenzt, weshalb ab einer gewissen Menge Blut (also ab einer bestimmten Größe des Blutergusses) Druck unter dem Fingernagel ensteht. Das Blut drückt von unten gegen den Nagel. Dies kann zum Teil Schmerzen hervorrufen.

Sollte der entstehende Druck sehr groß werden oder liegen stärkere Schmerzen vor, kann der Nagel bei einem kleinchirurgischen Eingriff aufgebohrt oder entfernt werden, was das Abfließen des Blutes ermöglicht und den Druck nimmt. Der Nagel wird bereits durch ein Anbohren bis zum Bluterguss soweit entlastet, dass der Druck stark abnimmt und keine Schmerzen mehr wahrzunehmen sind. Dieser Eingriff kann von jedem Arzt durchgeführt werden. Von einer eigenhändigen Durchführung ist dringend abzuraten. Es ist anzumerken, dass der Eingriff nicht unbedingt notwendig ist, da der Bluterguss sich von selbst zurückbildet. Das Zurückbilden nimmt jedoch Zeit in Anspruch, während der der Patient eventuell Schmerzen verspürt.

Komplikationen

In der Regel verläuft eine Quetschung des Fingernagels harmlos und heilt nach kurzer Zeit von selbst aus. Nach der Verletzung treten nach wenigen Minuten Druckschmerzen auf, der betroffene Finger schwillt an und es kommt zu Rötungen des umliegenden Hautgewebes. Im Normalfall heilen diese Symptome in wenigen Stunden ab. In den nächsten Wochen wächst der betroffene Fingernagel von selbst heraus.

Es ist möglich, dass sich unter dem gequetschten Nagel ein Bluterguss bildet. Meistens ist dieser nur leicht schmerzhaft und heilt von alleine ab. Wenn er sich innerhalb kurzer Zeit ausbreitet sollte ein Arzt konsultiert werden. Wenn durch den gequetschten Fingernagel eine Verformung des Fingergelenks hervorgerufen wird sollte sich der Betroffene ebenso in medizinische Behandlung begeben. Möglicherweise ist ein Gelenk beschädigt oder gebrochen.

Eine weitere mögliche Komplikation gequetschter Fingernägel sind anhaltende Einschränkungen hinsichtlicher der Beweglichkeit des betroffenen Fingers. Ursache hierfür könnte eine Schädigung der umliegenden Muskeln, Sehnen oder Bänder sein. Um eine dadurch mögliche lebenslange Beeinträchtigung des betroffenen Gelenks zu vermeiden, sollten entsprechende Maßnahmen von Seiten des behandelnden Arztes getroffen werden. In selten Fällen kann es zu Entzündungen des Nagels und des Nagelbettes kommen, da Blutergüsse und Verletzungen an der Hautoberfläche für Bakterien einen optimalen Nährboden bieten. Normalerweise kann diese Folge durch eine geeignete Behandlung ohne weitere Komplikationen ausheilen.

Behandlung und Therapie

Im Normalfall ist keine ärztliche Behandlung notwendig. Der gequetschte Finger und der Fingernagel sollten schnellstmöglich nach der Quetschung gekühlt werden. Durch das Kühlen ziehen sich die Blutgefäße zusammen, was eine eventuell entstandene Blutung unter dem Nagel stoppen kann und somit auch der Entstehung eines Blutergusses entgegenwirkt. In jedem Falle kann das Ausmaß des Blutergusses durch rechtzeitiges und ausreichendes Kühlen eingedämmt werden, was im weiteren Verlauf den unter dem Nagel entstehenden Druck durch den Bluterguss minimiert.

Das Kühlen stellt somit den wichtigsten Aspekt in der Behandlung des gequetschten Fingernagels dar. Die Quetschung führt neben dem Bluterguss normalerweise auch zu einer Schwellung. Auch diese kann schmerzhaft sein, wird durch das Kühlen jedoch auch reduziert. Sowohl die Schwellung als auch der Bluterguss bilden sich nach einiger Zeit von selbst zurück.

Eine ärztliche Behandlung ist nur dann notwendig, wenn der Bluterguss unter dem Nagel zu Schmerzen führt. In diesem Fall kann der Nagel durch einen Arzt bis zum Bluterguss angebohrt werden, was zum Entweichen des Blutes führt. Dies reduziert den Druck unter dem Nagel und führt zu einem schnelleren Abheilen der Verletzung. Notwendig ist eine solche Behandlung nur bei einem großen Bluterguss, der zu einem starken Druck unter dem Fingernagel führt. Es ist darauf hinzuweisen, dass bis zum Abheilen der Verletzung und bis zum Verschwinden des blau-schwarzen Blutergusses unter dem Nagel durchaus einige Zeit, mitunter auch mehrere Wochen, vergehen können.

Bleibende Veränderungen sind nur anzunehmen, wenn das Nagelbett Schaden davongetragen hat. Dieses wird im Gegensatz zum Nagel nicht neu gebildet, d.h. Verletzungen des Nagelbettes "wachsen nicht raus" und bleiben ein Leben lang sichtbar. Einfache Verletzungen und Verfärbungen des Nagels hingegen verschwinden mit der Zeit wieder.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung ist vor allem auf eine Vorsicht bei der Durchführung alltäglicher Routinetätigkeiten zu achten. Die meisten Quetschungen der Fingernägel entstehen durch Auto-, Haus- oder Schranktüren. Hier sollte vor dem Verschließen oder "Zuschlagen" der Türen darauf geachtet werden, dass sich kein Finger zwischen der Tür befindet. Generell können Nagelquetschungen durch eine allgemeine Vorsicht vermieden werden.

Bücher über Wunden

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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