Quetschwunden

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Oktober 2016
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Bei Quetschwunden handelt es sich um Verletzungen, die aus äußerlicher Gewalteinwirkung resultieren. Dabei kann es auch zu intensiveren Weichteilschädigungen kommen. Starke Quetschungen sollten ärztlich behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Quetschwunden?

Durch starke äußere Gewalteinwirkung wird das Gewebe so fest zusammengedrückt, dass Blutgefäße sich öffnen und das Blut in umliegende Bereiche strömt. Die Quetschung wird anschließend in Form eines blauen Flecks sichtbar. Die meist schmerzhaften Blutergüsse werden auch Hämatome genannt. Dabei kann eine Quetschung nicht nur das Gewebe betreffen. Gleichzeitig ist es nicht auszuschließen, dass auch Muskeln, Nerven, Bänder oder Sehnen beschädigt wurden.

Bei einer sehr starken Gewalteinwirkung reißt zudem meistens die Haut auf, wodurch das Infektionsrisiko stark ansteigt. Erregern gelingt es in einem solchen Stadium leicht, in die offene Wunde einzudringen und Entzündungen zu verursachen. Generell äußert sich eine Quetschung durch blutunterlaufene Wundränder, die oftmals unregelmäßig verlaufen.

Ursachen

Die Ursachen für Quetschwunden sind vielfältig, letztendlich aber alle in äußerlicher Gewalteinwirkung zu finden. Neben Unfällen kann bereits ein Sturz zu einer Quetschung führen oder ein fester Handgriff. Freizeitaktivitäten und Sport bieten ein hohes Risiko für die Entstehung von Quetschungen. Aber auch abseits solcher Beschäftigungen beinhaltet der Alltag zahlreiche Möglichkeiten, eine Quetschung herbeizuführen. Quetschwunden treten in den meisten Fällen parallel zu Knochenbrüchen, Verstauchungen oder Schnittwunden auf.

Ausschlaggebend für eine Quetschwunde ist das übermäßige Zusammendrücken des Gewebes. Manuelle oder mechanische Einwirkungen sorgen dafür, dass Blutgefäße platzen und Hämatome auftreten. Weil bei einer Quetschung zunächst vor allem die Haut beschädigt wird, kommt es bereits bei weniger intensiv empfundenen Gewalteinwirkungen zu Hämatomen. Erst bei größerer Gewalt werden zudem Sehnen, Bänder oder andere Elemente der betroffenen Region in Mitleidenschaft gezogen. Neben dem äußerlichen Aspekt verspüren Betroffene zudem Schmerzen, Schwellungen und Gefühlsstörungen in der gequetschten Region.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Quetschwunden:

Der Verlauf der Quetschwunde hängt von dem Grad der Verletzung ab. Kleinere Quetschwunden verheilen normalerweise selbstständig, ohne dass ein medizinisches Eingreifen notwendig wäre. In den meisten Fällen benötigt die Wunde etwa eine bis zwei Wochen bis zum vollständigen Abklingen, eine Narbe bleibt nicht zurück. Bei einer zusätzlichen Hautverletzung, aus der offene Stellen resultieren, ist die Gefahr einer weiteren Infektion erhöht.

Der zusätzliche Bluterguss bietet Bakterien hier optimale Bedingungen. Deshalb sollte in einem solchen Fall ärztliche Hilfe konsultiert werden. Bei stärkeren Quetschwunden können aus der Verletzung weitere Schädigungen folgen. Insbesondere bei Quetschungen im Bereich des Unterschenkels besteht das Risiko des Kompartmentsyndroms. Bei diesem handelt es sich um eine Erkrankung, die Nerven, Muskeln und Blutgefäße schädigen kann, wenn keine zügige Behandlung erfolgt.

Das grundlegende Problem stellt hier eine Schwellung dar, die aus dem verletzten Gewebe resultiert. Der Druck steigt an und Blutgefäße werden zusammengedrückt. Sobald der Blutfluss behindert ist, können weitere Schäden eintreten, vor allem im Bereich der Nerven.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt insbesondere aufgrund des äußerlichen Erscheinungsbilds. Quetschwunden lassen sich meistens ohne weitere Hilfsmittel erkennen und diagnostizieren. Dennoch kann es notwendig sein, eine Röntgenuntersuchung durchzuführen, um eventuelle Knochenbrüche auszuschließen. Weitere Untersuchungen hängen vor allem von dem Hintergrund ab, der zu der Quetschung geführt hat.

Behandlung und Therapie

Die Therapie von Quetschwunden richtet sich nach dem Grad des Weichteilschadens. Kleinere Verletzungen können meistens von dem Betroffenen selbst behandelt werden, ohne dass ein Arztbesuch notwendig wäre. Hier helfen Salben und das Kühlen der betroffenen Region. Durch Eisbeutel oder kalte Umschläge klingt zum einen die Schwellung ab, zum anderen können Schmerzen gelindert werden. Betroffene sollten das schmerzende Körperteil schonen und am besten erhöht lagern.

Bei einer geöffneten Hautoberfläche hingegen ist größere Vorsicht geboten. Dies gilt ebenfalls für eventuelle Knochenbrüche. Besteht der Verdacht eines Bruchs, muss unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Hier steht neben der Therapie der Quetschwunde auch die Behandlung des Bruchs im Mittelpunkt. Diese hängt von der Schwere des Knochenbruchs ab. Offene Wunden sollten durch einen Arzt desinfiziert und regelmäßig beobachtet werden.

Der Verband wird in kurzen Abschnitten gewechselt. Dabei ist die Verwendung von sterilem Material ausschlaggebend. Zudem sollte die Wunde nur mit sauberen Fingern behandelt werden, um Bakterien keine Gelegenheit zu bieten, in die offene Haut einzudringen. Dies gilt ebenfalls während der Kühlung. Offene Quetschwunden können nur durch sterile Wundauflagen mit Kälte behandelt werden.

Bei größeren Quetschwunden gelten zunächst dieselben Behandlungsrichtlinien wie bei kleinen. Darüber hinaus ist jedoch das Infektionsrisiko erhöht, wodurch bestehende Infektionen ärztlich untersucht werden sollten. Zudem ist es hier angebracht, die Wunde bis zu ihrer Verheilung durch einen Arzt untersuchen zu lassen.



Vorbeugung

Quetschwunden lassen sich lediglich bis zu einem gewissen Grad vorbeugen. Hier ist ein umsichtiges Verhalten von Bedeutung. Während sportlicher Aktivitäten sollte die passende Ausrüstung getragen und kein nicht überschaubares Risiko eingegangen werden. Dies gilt ebenfalls in sämtlichen Bereichen des Alltags, beispielsweise im Haushalt oder Straßenverkehr. Ohne eine äußere Gewalteinwirkung entsteht auch keine Quetschung. Eine Tetanus-Impfung hilft dabei, eventuelle Folgen einer Quetschung zu eliminieren.

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