Leistenzerrung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. November 2014
Gesundpedia.deKrankheiten Leistenzerrung

Eine Leistenzerrung, Adduktorenzerrung oder Leistendehnung bezeichnet eine Verletzung der Adduktoren an der Innenseite der Oberschenkel. Häufig tritt diese Muskelüberdehnung als Folge einer plötzlichen Fehl- bzw. Überbelastung im Sport auf. Vor allem Sportarten, die von schnellen Richtungswechseln (z.B. Fußball) geprägt sind, treten diese Verletzungen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Leistenzerrung?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Sportverletzungen

Bei einer Leistenzerrung handelt es sich um eine Zerrung verschiedener Muskeln und Sehnen im Bereich der Adduktoren (Innenseite der Oberschenkelmuskulatur). Diese Verletzung wird meist durch eine Überdehnung bzw. Überbeanspruchung der Muskulatur beim Sport verursacht.

Diese typische Sportverletzung tritt insbesondere beim Fußball, ebenso aber etwa auch beim Hürdensprint oder Skilaufen auf. Eine Leistenzerrung äußert sich oft durch ziehende Schmerzen, Druckgefühl und Krämpfe der betroffenen Region.

Ursachen

Verletzungen wie die Leistenzerrung treten überwiegend bei Sportarten mit einer ausgeprägten Seitwärtsbewegung der Beine auf.

Dabei werden die Adduktoren oftmals über ihre Belastbarkeit hinaus gedehnt und das Muskelgewebe entsprechend gezerrt.

Insbesondere ein plötzliches und unkontrolliertes Spreizen der Beine (wie zum Beispiel bei einer Grätsche beim Fußball) führt zu Überdehnungen oder sogar Zerrungen des Muskelgewebes.

Zudem können lange Ausdauerbelastungen (z.B. Marathon) zu einer Überbeanspruchung der Adduktoren führen.

Vereinzelt sind es aber auch angeborene Fehlfunktionen und Fehlstellungen des Hüftgelenks sowie eine falsche Lauftechnik oder unsauber ausgeführte Gymnastikübungen, die eine Leistenzerrung verursachen.

Konkret kann der Arzt eine Leistenzerrung mittels Röntgenuntersuchungen und Beckenübersichtsaufnahmen diagnostizieren. Dabei kann der Facharzt auch den Schweregrad der Verletzung sowie eine eventuelle Hüftgelenksfehlstellung feststellen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Leistenzerrung:

  • ziehende Schmerzen und Druckgefühl in der Leistenregion

Abhängig vom Ausmaß der Leistenzerrung lässt sich die Verletzung in drei verschiedene Schweregrade unterteilen.

Leistzerrung 1. Grades

Bei einer Leistenzerrung ersten Grades (Überdehnung) treten die Schmerzen während oder nach dem Sport auf, begleitet von Krämpfen oder Spannungen im inneren Oberschenkelbereich. Trotz der leichteren Schmerzen ist jedoch sogar Lauftraining noch möglich.

Leistenzerrung 2. Grades

Bei Verletzungen zweiten Grades (Zerrung) treten starke Schmerzen auch bei Belastungen wie Gehen oder Laufen auf. Eine solche Zerrung geht oft einher mit Muskelfaserrissen.

Leistenzerrung 3. Grades

Die Adduktorenverletzung dritten Grades beschreibt eine ausgeprägte Zerrung mit Muskelfaserrissen, die sich in stechenden Schmerzen äußert. Bei einer solchen Verletzung wird das Laufen und Gehen aufgrund von Schmerzen stark eingeschränkt. Eine Leistenzerrung kann Einblutungen verursachen, somit entsteht in der Leistengegend oftmals ein Hämatom (blauer Fleck).

Der Verdacht auf eine Leistenzerrung liegt nahe, wenn beim Laufen Krämpfe oder Engegefühl auftreten. Drehbewegungen mit den Beinen sind in diesem Fall außerdem mit Schmerzen verbunden, ebenso das Abspreizen der Beine, welches nur eingeschränkt möglich ist.

Bei schwereren Fällen sind in der Leistengegend zudem Hämatome und Schwellungen zu sehen. Ausgeprägte Leistenzerrungen machen sich auch beim Gehen durch Schmerzen bemerkbar, während bei leichteren Leistenzerrungen die Beschwerden nur unter Belastung auftreten.

Behandlung und Therapie

Abhängig von der Schwere der Leistenzerrung kann der Heilungsprozess unterschiedlich lang andauern. Bei Verletzungen ersten Grades tritt bereits nach bis zu zehn Tagen eine Besserung ein, bei denen zweiten Grades nach bis zu sechs Wochen.

Bei Verletzungen dritten Grades kann die Heilung bis zu zehn Wochen andauern, bei ausgeprägten Leistenzerrungen ist eine Operation mit einer anschließenden Rehabilitationsphase von bis zu drei Monaten mitunter unausweichlich. Wichtig für den Heilungsprozess ist, sämtliche sportliche Aktivitäten unmittelbar nach dem Zuziehen der Verletzung zu unterlassen.

Insbesondere Dehnungsübungen und Übungen, die eine Spreizung der Beine beinhalten, führen nur zu einer Verschlimmerungen der Beschwerden und der Ursache.

Als hilfreich erweisen sich dagegen Kühlung durch Eiskompressen, da diese schmerzlindernd wirken und die Einblutung ins Gewebe stoppen. Dies wiederum entlastet den Druck auf die Adduktoren.

Im Falle einer akuten Verletzung kann es zudem helfen, die Beine hochzulegen, um die Oberschenkelmuskulatur zu entspannen.

Im weiteren Heilungsprozess werden Leistenzerrungen meist mit Reizstrom, Salben- und Kompressionsverbände, Lymphdrainagen und krankengymnastischen Übungen behandelt.

Nach der Regeneration ist es wichtig, die sportlichen Aktivitäten nur langsam anzugehen und über einen Zeitraum von etwa sechs Wochen zur Vollbelastung zu steigern.

Einer Leistenzerrung kann vorgebeugt werden, indem die Adduktoren regelmäßig beim Aufwärmen gedehnt werden. Hilfreich können zudem Wärme- oder Kompressionshosen sein.

Rezeptfreie Medikamente gegen Leistenzerrung


Bücher über Leistenzerrung und Sportverletzungen

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Leistenzerrung?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?