Lederallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Mai 2017
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Eine Lederallergie wird meist nicht vom Leder, eines der ältesten Kleidungsstücke, selbst ausgelöst, sondern von Gerb- und Farbstoffen, die in Lederprodukten enthalten sind. Aufgrund dessen sind heutzutage immer Menschen allergisch gegen Lederprodukte. Die Allergie gegen Leder ist eine Kontaktallergie: Die allergische Reaktion tritt erst nach ein bis drei Tagen ein, ausgelöst wird sie von vielfachem Hautkontakt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lederallergie?

Sehr viele Produkte werden heutzutage aus Leder gefertigt, etwa Möbel, Schuhe, Kleidung und Schmuck. So leiden immer mehr Menschen an einer Allergie gegen Leder.

Bei der Lederverarbeitung werden Stoffe eingesetzt gegen die das Abwehrsystem mancher Menschen überempfindlich reagiert. Bei Allergikern können diese Stoffe (Allergene) eine allergische Reaktion, wie z.B. Hautrötungen, Ekzeme, Juckreiz oder Atmembeschwerden auslösen.

Ursachen

Die Allergie gegen die im Leder enthaltenen Stoffe, beispielsweise Chrom, gelangen durch das Gerben in das Leder. Beim Tragen löst der Schweiß diese Stoffe vom Leder und transportiert sie direkt in den Körper, belastet somit das Immunsystem und löst eine allergische Reaktion aus. Die am häufigsten betroffenen Menschen sind Angestellte in der Lederindustrie, da diese oft mit Gerbstoffen arbeiten müssen. Ebenso leiden häufig Schuhmacher an einer Lederallergie.

Das Leder, das in vielen alltäglichen Produkten enthalten ist, wird meist in Südamerika und Indien hergestellt; insbesondere in diesen Lederindustrien wird mit chemischen Substanzen gearbeitet, die allergische Reaktionen auslösen. Obwohl es Möglichkeiten gibt, allergenfreies Leder herzustellen, wird das Gerben dennoch aufgrund der niedrigen Produktionskosten bevorzugt und besonders oft verwendet.

Symptome und Verlauf

Aufgrund der Gerbstoffe leitet sich eine Lederallergie von der Chromallergie ab, einer der häufigsten Kontaktallergien in Deutschland. Eine allergische Reaktion tritt dann auf, wenn sich das Immunsystem an das Allergen gewöhnt hat und folgende Reaktionen können somit bei einer Lederallergie auftreten:

Allergische Reaktionen, die auf der Haut erkennbar sind, treten meist aufgrund von Hautkontakt mit Leder auf. Insbesondere Ekzeme können auf den Füßen auftreten. Dies sind entzündliche Veränderungen, die als rote Flecken auf der Haut erscheinen.

Auch Juckreize können erste Anzeichen von Ekzemen sein, sind jedoch meist einfache allergische Reaktionen, die ebenso im Falle eines Hautkontakts auftreten.

In der Lederindustrie und -Verarbeitung, beispielsweise in Industrien Südamerikas und Indiens, leiden zudem viele Allergiker an Schnupfen und Atemwegserkrankungen. Manchmal sogar leiden einige an einer Asthma-Bronchiale, eine entzündliche Erkrankung der Atemwege, die zu einer dauerhaften Überempfindlichkeit führt, welche somit Luftnot und Anfälle auslösen kann.

In starken Ausnahmesituationen und einer extremen allergischen Reaktionen kann es sogar zu einem anaphylaktischen Schock kommen: Es ist eine extreme Allergiereaktion des Körpers, die zu einem drastischen Blutdruckfall, im schlimmsten Fall zu Kreislaufversagen, und somit zum Tod führen kann.

Bestimmte Allergene reagieren mit der Haut und lösen eine Kontaktallergie aus.

Diagnose

Bei akuten Symptomen wird geraten, unverzüglich den Allergologen aufzusuchen. Hier werden allergische Reaktionen, beispielsweise Ekzeme oder Hautjuckreize, durch diverse Tests, etwa dem Epicuntantest, untersucht: Bei diesem Test wird ein Pflaster mit Allergenen auf den Rücken geklebt, um daraufhin allergische Reaktionen zu überprüfen. Kann keine eindeutige Diagnose gestellt werden, so wird alternativ der Provokationstest durchgeführt, bei dem die Allergene gezielt einen Reiz und somit eine allergische Reaktion auslösen, bzw. provozieren. So kann die Reaktion vom Allergologen untersucht werden.

Behandlung und Therapie

Zentrale Bedeutung bei der Therapie und Vorbeugung einer Lederallergie ist die konsequente Meidung der allergieauslösenden oder irritierenden Stoffe (Allergene).

Akute Symptome, wie Hautentzündungen (Ekzeme) werden in der Regel mit kortisonhaltigen Salben (Glucocorticoid-Salben) behandelt. In schweren Fällen wird Kortison auch innerlich in Form von Tabletten verabreicht. Der Juckreiz kann durch die Verabreichung eines Antihistaminikums gelindert werden.

Bei Atemwegserkrankungen werden zudem kortisonhaltige Inhalationssprays oder Dosier-Aerosolen eingesetzt, damit die Wirktoffe (Glukokortikoide) in die tief gelegenen Regionen der Atemwege gelangen.


Vorbeugung

Um allergische Reaktionen gegen Leder am besten zu vermeiden, wird geraten, vor dem Kauf von Lederprodukten den Geruch zu überprüfen: Riechen die Produkte sehr streng, so sind diese stark mit chemischen Substanzen behandelt worden. Auch das Anprobieren von Lederware kann Anzeichen auf mögliche allergische Reaktionen des Körpers geben. Außerdem wird stark davon abgeraten, im Sommer Lederschuhe ohne Socken zu tragen, da der Schweiß chemische Substanzen im Leder lösen lässt und sie direkt in den Körper transportiert.

Menschen mit einer Lederallergie sollten zudem keinesfalls günstige Lederprodukte kaufen, insbesondere wenn sie in Südamerika, Indien oder China hergestellt wurden, da diese besonders oft mit gefährlichen chemischen Substanzen bearbeitet werden.

Es gibt einige wenige Lederhersteller, die geeignet sind für Allergiker, da diese auf Gerbstoffe verzichten und Alternativen verwenden. Welche zu finden, die jedoch vollkommen auf Chrom enthaltendes Leder verzichten, ist beispielsweise durch das sogenannte Ecarf-Siegel möglich. Dieses Siegel verspricht Produkte ohne jegliche Allergene und zertifiziert somit Produkte, die auf die Bedürfnisse von Allergikern eingehen.

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