Hexenschuss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. November 2014
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Unter einem Hexenschuss (Lumbargo) versteht man einen Schmerz im unteren Bereich des Rückens, also meist in der Lendenwirbelsäule. Dieser ist meist recht heftig und stechend und wird in der medizinischen Fachsprache auch als Lumbago bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hexenschuss (Lumbargo)?

Als Hexenschuss bezeichnet der Volksmund einen meist akut-stechenden Schmerz im unteren Rückenbereich. Dieser kommt in der Regel völlig unvermittelt und hat oft ein dauerhaftes Schmerzempfinden zur Folge. Der Mediziner spricht hier korrekterweise von einer Lumbalgie (Lumbago).

Häufig ist der Hexenschuss auf Verschleißerscheinungen des Rückens, als Folge von jahrzehntelanger Fehlbeslastungen zurückzuführen. Normale Bewegungen, wie zum Beispiel das Drehen, Beugen oder das Heben von schweren Gegenständen, kann einen Hexenschuss auslösen.

Ursachen

Der Hexenschuss entsteht in der Regel plötzlich und wird meist durch eine falsche Bewegung beim Heben, Drehen oder Bücken ausgelöst. Blockierte Wirbel und Muskelzerrungen sind die Folge dieser unachtsamen Bewegung und ein Hexenschuss entsteht.

Selbst durch Husten oder Niesen kann plötzlich ein Hexenschuss auftreten. In seltenen Fällen aber kann auch ein Bandscheibenvorfall einen Hexenschuss auslösen. Ebenso kann die Vorstufe des Bandscheibenvorfalls, die Bandscheibenvorwölbung, ein Auslöser für diese Art der Erkrankung sein.

Im Bereich der Gelenke befinden sich unzählige Nerven - dadurch, dass diese betroffen sind, sind die Schmerzen bei einem Hexenschuss so stark.

Auch Tumore und Entzündungen wiederum können einen Hexenschuss auslösen, allerdings sind auch diese Ursachen recht selten.

Symptome und Verlauf

Ein Hexenschuss äußert sich mit einem sehr starken stechenden Schmerz im unteren Rückenbereich (Lendenwirbelmuskulatur). Der Schmerz ist dabei so extrem, dass sich der Betroffene kaum noch bewegen oder gar strecken kann.

Schon die kleinste Bewegung schmerzt - die Folge ist, dass sich die gesamte Rückenmuskulatur verkrampft und chronische Rückenschmerzen die Folge sein können. Da der Schmerz so heftig ist, verwechseln viele Betroffene ihn mit einem Bandscheibenvorfall - von diesem ist der Hexenschuss jedoch deutlich abzugrenzen.

Nach einiger Zeit kann der Schmerz in Gesäß-, Becken oder Leistengegend ausstrahlen. Aufgrund einer guten Selbstheilung, vergehen die Schmerzen meist nach einigen Tagen von selbst wieder.

Bei Schmerzen länger als eine Woche anhalten, sich in andere Körperregionen (z.B. Beine) ausbreiten oder Empfindungsstörungen (Taubheitsgefühle) auftreten, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werde.

Behandlung und Therapie

Der Hexenschuss wird durch einen Arzt meist recht schnell diagnostiziert. Der Patient nimmt in der Regel eine meist gebückte Schonhaltung ein und kann auch gut beschreiben, zu welchem Zeitpunkt die Schmerzen das erste Mal aufgetreten sind.

Abzugrenzen ist der Hexenschuss auch von dem Ischiasschmerzen, denn dieser strahlt in die Beine aus. Beim Hexenschuss hingegen ist nur der untere Rücken betroffen. Liegt der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall vor, sind in der Regel noch weitere Untersuchungen wie Röntgen- oder Blutuntersuchungen sowie ein CT notwendig.

Wurde die Ursache für den Hexenschuss herausgefunden, kann die gezielte Behandlung erfolgen. Diese ist von der jeweiligen Ursache abhängig. Bei einem blockierten Wirbelgelenk beispielsweise hilft oft schon das Einrenken.

Auch Wärme hilft in den meisten Fällen recht gut. Um die Schmerzen zu lindern, können krampflösende Medikamente verschrieben werden. Auch Spritzen direkt in die Rückenmuskulatur bringen schnell den gewünschten Erfolg.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sollte man sich bei einem Hexenschuss nicht schonen, sondern vielmehr in Bewegung bleiben, damit die Rückenmuskulatur nicht weiter verkrampft.

Chiropraktik, Massagen und Rückenschule können im weiteren Verlauf helfen, den Rücken zu stärken und keine chronischen Rückenschmerzen entstehen zu lassen. Ist jedoch ein Bandscheibenvorfall der Auslöser für den Hexenschuss, muss dieser unter Umständen operiert werden.

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Vorbeugung

Grundsätzlich sollte man, um Rückenbeschwerden aller Art vorzubeugen, auf eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Bewegung achten.

Vor allem die Rückenmuskulatur sollte kontinuierlich aufgebaut werden, denn ein gut trainierter Rücken verursacht weniger Schmerzen. Radfahren und Schwimmen sind ideale Sportarten, um den Rücken gezielt zu stärken.

Auch das richtige Heben und Tragen schwerer Gegenstände sollte nicht unterschätzt werden. Dies sollte keinesfalls aus dem Rücken, sondern aus den Beinen heraus erfolgen.

Vor allem Berufe mit vorwiegend sitzender Tätigkeit sind reines Gift für den Rücken. Ein ergonomisch geformter Bürostuhl ist in diesem Fall ebenso wichtig wie das häufige Wechseln der Sitzposition.

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