Hornhauttrübung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Oktober 2016
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Die Hornhauttrübung ist eine relativ unbekannte und doch sehr häufige Erkrankung der Hornhaut, die von vielen Betroffenen in ihrer Frühphase gar nicht wahrgenommen wird, weshalb nun einmal ein genauer Blick auf ihre Entstehung, Auswirkung und Behandlung geworfen werden soll.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hornhauttrübung?

Als Hornhauttrübung wird eine verminderte Durchsichtigkeit der physiologischen Transparenz der Hornhaut (Kornea) durch degenerative oder krankhafte Veränderungen an einer oder mehrerer ihrer Schichten bezeichnet.

Diese verminderte Durchsichtigkeit der Hornhaut kann in diesem Zusammenhang von einer nahezu unbemerkten Wahrnehmung der Trübung bis hin zu einer weißen, beinahe opaken Hornhaut führen.

Ursachen

Eine Hornhauttrübung kann verschiedene Ursachen haben. Zu den mit Abstand häufigsten zählt aber die Entstehung von Narben oder Schwellungen (Ödeme) auf der Hornhaut, die durch Verletzungen, Hornhautentzündung (Keratitis) oder die Bildung von Geschwüren entstehen. Eine Schwellung der Hornhaut entsteht durch eine Verletzung der an der Rückfläche der Hornhaut befindlichen Pumpzellen. Sind diese beschädigt, dringt Flüssigkeit in die Hornhaut ein, die dadurch dicker wird und langsam eintrübt, was wiederum die Sehkraft mindert.

Während die Entzündungen zumeist auf eine Infektion mit Herpes-Viren zurückgehen, die häufig durch Fremdkörper wie Kontaktlinsen in das Auge gelangen, entstehen die Geschwüre häufig als Folge von Augenkrankheiten wie z.B. Keratokonus, bei der sich die Hornhaut verformt, oder der Fuchs-Endotheldystrophie, bei der die Hornhaut langsam zerstört wird. Aber auch erbliche Stoffwechselstörungen, wie die sogenannte stromale Hornhautdystrophie, können Auslöser für eine Hornhauttrübung sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Hornhauttrübung:

Eine Hornhauttrübung führt in den meisten Fällen zu einer Verminderung der Sehstärke, in manchen Fällen auch zu Schmerzen und Lichtempfindlichkeit. Wird z.B. bei einer Verletzung der Hornhaut das weitere Eindringen der Flüssigkeit in die Hornhaut nicht verhindert, kann es mit der Zeit zur Bildung von kleinen Bläschen an der Oberfläche der Hornhaut kommen.

Das Platzen dieser Bläschen führt bei dem Betroffenen zu Schmerzen im Auge, Lichtempfindlichkeit sowie einem stark erhöhten Risiko, dass sich die Hornhautgeschwüre entzünden und die Hornhauttrübung so noch schlimmer wird. Die Ödeme sind im fortgeschrittenen Stadium dann als weiße Verfärbungen, die sich wie ein Film über die Hornhaut legen und das Auge stark eintrüben, auch mit dem bloßen Auge sichtbar.

Liegt die Hornhauttrübung im Zentrum der Hornhaut ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Bilder nur noch verschwommen, verzerrt oder verschleiert wahrgenommen werden können und so auch das Sehvermögen leidet. Unbehandelt besteht dann die große Gefahr, dass die Hornhauttrübung immer weiter fortschreitet und das Sehvermögen immer weiter abnimmt, bis die betroffene Person irgendwann vollständig erblindet.

Diagnose

Zur Diagnostizierung einer Hornhauttrübung ist ein Augenarzt der beste Ansprechpartner. Dieser wird zunächst in einem persönlichen Gespräch mit dem Patienten nach dessen Beschwerden fragen und darauf basierend schon eine erste Vermutung stellen. Ein anschließender Sehtest dient dann zur Ermittlung der tatsächlichen Sehstörungen des Patienten und der Verifizierung von dessen Angaben.

Zur endgültigen Diagnose der Hornhauttrübung wird dann das Auge mithilfe einer Spaltlampe, mit der der Augenarzt einen genauen Blick in das Augeninnere werfen kann, genau untersucht. Beobachtet der Augenarzt dabei matte oder weiß-gräuliche Verfärbungen der Hornhaut, ist klar, dass eine Hornhauttrübung vorliegt.

Behandlung

Die Behandlung einer Hornhauttrübung ist nur in seltenen Fällen ohne einen operativen Eingriff möglich. Dieser richtet sich dann nach der genauen Ursache für die Hornhauttrübung. Sind lediglich kleinere Narben oder Eintrübungen auf der Hornhaut der Grund, können diese, sofern sie in den oberen Schichten der Hornhaut liegen, mithilfe eines Lasers entfernt werden.

Bei dieser Phototherapeutische Keratektomie (PTK) genannten Methode wird das Narbengewebe bzw. die Trübung behutsam entfernt und so auch die Sehprobleme behoben. Liegt hingegen schon eine starke Trübung mit enormen Einschränkungen der Sehkraft- und schärfe vor, ist eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) in vielen Fällen unausweichlich, da sonst die Erblindung droht. Die Transplantation geschieht dann, je nach Wunsch des Patienten, entweder unter örtlicher Betäubung oder Vollnarkose.

Mithilfe eines Operationsmikroskops entnimmt der Chirurg dann zunächst die kranke Hornhaut, um dann die zuvor passgenau zugeschnittene Spender-Hornhaut auf das Auge zu nähen. Die verwendeten Fäden werden etwa ein Jahr nach der OP wieder entnommen und das Auge in der Zwischenzeit mit antibiotischen Tropfen und Salben vor Entzündungen geschützt. Danach kann der Patient mit seiner neuen Hornhaut wieder ganz ohne Hornhauttrübung leben.



Vorbeugung

Während man einer Hornhauttrübung, die durch Krankheiten oder erbliche Defekte ausgelöst wird, natürlich nicht vorbeugen kann, kann man zumindest versuchen, das Risiko von Verletzungen und Entzündungen zu minimieren. Dazu sollte man, wenn möglich, auf die Verwendung von Kontaktlinsen verzichten und das Auge so gut es geht vor Verletzungen schützen, die eine Hornhauttrübung zur Folge haben können.

Die Hornhauttrübung ist eine sehr heimtückische Erkrankung, da sie ein schleichender Prozess ist und von den Betroffenen häufig erst spät wahrgenommen wird. Schon bei kleineren Verschlechterungen der Sehkraft oder leichten Sehbeschwerden sollte deswegen ein Augenarzt aufgesucht werden.

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