Hodenatrophie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Unter dem medizinischen Begriff Hodenatrophie bezeichnet man Schrumpfhoden. Eine Hodenatrophie ist eine krankhafte Veränderung bzw. Verkleinerung der männlichen Hoden, welche im schlimmsten Fall ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Das bedeutet, dass durch die Hodenatrophie in den Hoden weder intakte Spermien noch Hormone produziert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hodenatrophie?

Der Mediziner bezeichnet unter dem Begriff Hodenatrophie verkleinerte Hoden, welche auf Grund von einer Krankheit entstehen. Ein gesunder Hoden weist etwa eine Volumengröße von rund drei Kubikzentimeter auf.

Die Schrumpfhoden hingegen aber oftmals nur eine Volumengröße von etwa einem Kubikzentimeter. Die Schrumpfhoden sind funktionsunfähig; sind beide Hoden von einer Hodenatrophie betroffen, ist der Mann zeugungsunfähig, da es keine intakte Spermienproduktion mehr gibt.

Ursachen von Hodenatrophie

Es gibt unterschiedliche Gründe und Ursachen für eine Hodenatrophie. Vor allem sind Schrumpfhoden bei Sportlern weit verbreitet. Das liegt daran, da diese, um den Muskelaufbau zu fördern und zu unterstützen, zu Anabolika greifen. Eine große Menge an Anabolika kann mitunter eine Ursache sein, weshalb eine Hodenatrophie auftritt. Aber nicht nur Anabolika sorgen für eine Hodenatrophie; auch angeborene Gendefekte können Schrumpfhoden hervorrufen. Hier ist vor allem das Klinefelter-Syndrom verantwortlich.

Eine Hodenentzündung, welche nicht ausgeheilt wurde, ist mitunter ebenfalls eine Ursache, weshalb eine Hodenatrophie entsteht. Des Weiteren kann bei einer geschlechtsumwandelnden Therapie, welche bevorzugt von transsexuellen Männern durchgeführt wird, durch die Verabreichung von Östrogen, eine Hodenatrophie entstehen. Eine seltene Ursache ist eine Durchblutungsstörung. Die Varikozele kann eine Hodenatrophie auslösen; das ist jedoch nur in den seltensten Fällen der Grund. Ein allgemeines Trauma kann ebenfalls ein Auslöser für die Hodenatrophie sein.

Symptome und Verlauf von Hodenatrophie

Die Symptome einer Hodenatrophie zeichnen sich dadurch ab, dass die männliche Person unter verkleinerten Hoden leidet. Oftmals bemerken Männer selbst, dass ihre Hoden "kleiner geworden sind". Bemerkt der Mann nicht, dass er unter einer Hodenatrophie leidet, ist oft der unerfüllte Kinderwunsch ein Hinweis. Bei der Überprüfung, ob der Mann zeugungsfähig ist, stellen die Ärzte oftmals die Diagnose.

Der Verlauf ist unterschiedlich und spiegelt sich je nach der Ursache. Eine nicht ausgeheilte Entzündung der Hoden, mit fortschreitender Hodenatrophie, ist schleichend und wird oft zu spät bemerkt. Spätestens, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, werden viele Männer mit der Hodenatrophie konfrontiert. Bei Missbrauch von Anabolika oder anderen Medikamenten, die im Endeffekt zur geschlechtsumwandelnden Therapie eingesetzt werden, schreitet die Hodenatrophie relativ schnell voran. Hier bemerken die Männer sehr wohl, dass die Hoden immer kleiner werden. Die Hodenatrophie verläuft in fast allen Fällen schmerzfrei.

Diagnose von Hodenatrophie

Im Regelfall stellt ein Mediziner (Urologe) die Diagnose einer Hodenatrophie. Sie ist im Endeffekt leicht zu diagnostizieren. Das liegt vor allem daran, weil die Schrumpfhoden relativ leicht erkennbar sind. Um sicher zu sein, kann sich der Urologe mittels Sonographie – Ultraschalluntersuchung - eine Gewissheit verschaffen. Ist die Ursache nicht klar erkennbar, etwa, weil kein angeborener Gendefekt (Klinefelter-Syndrom) oder keine geschlechtsumwandelnde Therapie eingesetzt wurde, stellt der Mediziner die Ursache im Rahmen der Diagnose fest.

Im Laufe der Diagnose überprüft der Urologe die Hoden auf eine Entzündung oder eine Varikozele. Die Überprüfung der Hodenfunktionsfähigkeit erfolgt mit Hilfe von einem Spermiogramm. Bestätigt das Spermiogramm eine Azoospermie, liegt tatsächlich eine Unfruchtbarkeit vor. Das bedeutet, dass im Ejakulat keine Spermien vorhanden sind. Somit haben die Hoden, auf Grund der fortgeschrittenen Hodenatrophie, die Produktion der Spermien eingestellt.

Behandlung von Hodenatrophie

Je nach der Ursache richtet sich auch die Behandlung der Hodenatrophie. Erhält der Mann geschlechtsumwandelnde Medikamente, verläuft die Behandlung dahingehend, dass der Mediziner die Schrumpfhoden gar nicht behandelt, da diese zum "Wandlungsprozess" gehören. Entsteht eine Hodenatrophie auf Grund der Einnahme von Anabolika, so rät der Mediziner auf den Verzicht des jeweiligen Präparates.

Nach dem Verzicht kann sehr wohl der Fall eintreten, dass die Hoden wieder ihre Funktion aufnehmen und die Schrumpfhoden zu ihrer alten Größe gelangen. Auch bei einer Durchblutungsstörung ist eine normale Produktion der Hoden wieder möglich. Hier helfen oft ein operativer Eingriff und das Entfernen der Varikozele, welche die Hodenatrophie verursacht. Viele Urologen verschreiben auch testosteronhaltige Medikamente; diese sollen den Schrumpfhoden wieder zu seiner normalen Größe bringen und gleichzeitig die Funktion wiederherstellen.

Besteht bereits eine Azoospermie, gibt es keine Behandlung mehr. Hier hilft nur der Weg der künstlichen Befruchtung. Klagt der Patient über Schmerzen, ist eine Operation oftmals der einzige Ausweg. Hier entfernt der Urologe den Hoden und ersetzt diesen mittels eines Implantats. Dies ist jedoch, im Rahmen einer Hodenatrophie, nur sehr selten notwendig.

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Vorbeugung von Hodenatrophie

Eine Vorbeugung gegen eine Hodenatrophie gibt es nicht. Der Mann kann jedoch verschiedene Aspekte berücksichtigen, damit die Hodenatrophie nicht entsteht und das Risiko deutlich gemindert wird. Dazu gehören in diesem Zusammenhang der komplette Verzicht von Anabolika sowie eine regelmäßige Kontrolle bei einem Urologen.

Vor allem dann, wenn der Patient über ein Ziehen oder Schmerzen in den Hoden klagt; hier kann eine Varikozele und eine Durchblutungsstörung vorliegen. Bei einer rechtzeitigen Behandlung, bleibt die Hodenatrophie ohne Spätfolgen.

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