Hodenatrophie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. September 2017
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Unter dem medizinischen Begriff Hodenatrophie bezeichnet man Schrumpfhoden. Eine Hodenatrophie ist eine krankhafte Veränderung bzw. Verkleinerung der männlichen Hoden, welche im schlimmsten Fall ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Das bedeutet, dass durch die Hodenatrophie in den Hoden weder intakte Spermien noch Hormone produziert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hodenatrophie?

Der Mediziner bezeichnet unter dem Begriff Hodenatrophie verkleinerte Hoden, welche auf Grund von einer Krankheit entstehen. Ein gesunder Hoden weist etwa eine Volumengröße von rund drei Kubikzentimeter auf.

Die Schrumpfhoden hingegen aber oftmals nur eine Volumengröße von etwa einem Kubikzentimeter. Die Schrumpfhoden sind funktionsunfähig; sind beide Hoden von einer Hodenatrophie betroffen, ist der Mann zeugungsunfähig, da es keine intakte Spermienproduktion mehr gibt.

Ursachen

Es gibt unterschiedliche Gründe und Ursachen für eine Hodenatrophie. Vor allem sind Schrumpfhoden bei Sportlern weit verbreitet. Das liegt daran, da diese, um den Muskelaufbau zu fördern und zu unterstützen, zu Anabolika greifen. Eine große Menge an Anabolika kann mitunter eine Ursache sein, weshalb eine Hodenatrophie auftritt. Aber nicht nur Anabolika sorgen für eine Hodenatrophie; auch angeborene Gendefekte können Schrumpfhoden hervorrufen. Hier ist vor allem das Klinefelter-Syndrom verantwortlich.

Eine Hodenentzündung, welche nicht ausgeheilt wurde, ist mitunter ebenfalls eine Ursache, weshalb eine Hodenatrophie entsteht. Des Weiteren kann bei einer geschlechtsumwandelnden Therapie, welche bevorzugt von transsexuellen Männern durchgeführt wird, durch die Verabreichung von Östrogen, eine Hodenatrophie entstehen. Eine seltene Ursache ist eine Durchblutungsstörung. Die Varikozele kann eine Hodenatrophie auslösen; das ist jedoch nur in den seltensten Fällen der Grund. Ein allgemeines Trauma kann ebenfalls ein Auslöser für die Hodenatrophie sein.

Wann zum Arzt?

Männer, die eine Verkleinerung der Hoden feststellen, sollten mit dem Hausarzt oder einem Urologen sprechen. Der Mediziner kann im Rahmen der Untersuchung die Ursache für die Hodenatrophie feststellen und geeignete Gegenmaßnahmen vorschlagen. Sollte der Grund für die Schrumpfhoden bereits bekannt sein – etwa das Klinefelter-Syndrom, Anabolika-Missbrauch oder eine Geschlechtsumwandlung – muss nicht unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Betroffene, die unter der Hodenatrophie leiden, sollten allerdings einen Arzt hinzuziehen und sich über Möglichkeiten einer Hodenvergrößerung informieren.

In vielen Fällen kann durch eine frühzeitige Behandlung die ursprüngliche Größe der Hoden wiederhergestellt werden. Sollte begleitend dazu eine Unfruchtbarkeit vorliegen, müssen anderweitige Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Generell gilt also: liegt für die Hodenatrophie keine erkennbare Ursache vor, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Ist der Grund für die Schrumpfhoden dagegen bekannt, ist medizinische Hilfe nicht unbedingt notwendig. Eine Hodenatrophie hat abgesehen von der Unfruchtbarkeit keine gesundheitlichen Folgen und ruft in der Regel auch keine weiteren Komplikationen hervor.

Symptome und Verlauf

Die Symptome einer Hodenatrophie zeichnen sich dadurch ab, dass die männliche Person unter verkleinerten Hoden leidet. Oftmals bemerken Männer selbst, dass ihre Hoden "kleiner geworden sind". Bemerkt der Mann nicht, dass er unter einer Hodenatrophie leidet, ist oft der unerfüllte Kinderwunsch ein Hinweis. Bei der Überprüfung, ob der Mann zeugungsfähig ist, stellen die Ärzte oftmals die Diagnose.

Der Verlauf ist unterschiedlich und spiegelt sich je nach der Ursache. Eine nicht ausgeheilte Entzündung der Hoden, mit fortschreitender Hodenatrophie, ist schleichend und wird oft zu spät bemerkt. Spätestens, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt, werden viele Männer mit der Hodenatrophie konfrontiert. Bei Missbrauch von Anabolika oder anderen Medikamenten, die im Endeffekt zur geschlechtsumwandelnden Therapie eingesetzt werden, schreitet die Hodenatrophie relativ schnell voran. Hier bemerken die Männer sehr wohl, dass die Hoden immer kleiner werden. Die Hodenatrophie verläuft in fast allen Fällen schmerzfrei.

Diagnose

Im Regelfall stellt ein Mediziner (Urologe) die Diagnose einer Hodenatrophie. Sie ist im Endeffekt leicht zu diagnostizieren. Das liegt vor allem daran, weil die Schrumpfhoden relativ leicht erkennbar sind. Um sicher zu sein, kann sich der Urologe mittels Sonographie – Ultraschalluntersuchung - eine Gewissheit verschaffen. Ist die Ursache nicht klar erkennbar, etwa, weil kein angeborener Gendefekt (Klinefelter-Syndrom) oder keine geschlechtsumwandelnde Therapie eingesetzt wurde, stellt der Mediziner die Ursache im Rahmen der Diagnose fest.

Im Laufe der Diagnose überprüft der Urologe die Hoden auf eine Entzündung oder eine Varikozele. Die Überprüfung der Hodenfunktionsfähigkeit erfolgt mit Hilfe von einem Spermiogramm. Bestätigt das Spermiogramm eine Azoospermie, liegt tatsächlich eine Unfruchtbarkeit vor. Das bedeutet, dass im Ejakulat keine Spermien vorhanden sind. Somit haben die Hoden, auf Grund der fortgeschrittenen Hodenatrophie, die Produktion der Spermien eingestellt.

Komplikationen

In der Regel wirkt sich die Hodenatrophie nicht negativ auf die allgemeine Gesundheit des Betroffenen aus. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit nicht beeinflusst oder verringert, sodass es auch nicht zu weiteren Komplikationen kommt. Allerdings leiden die Patienten durch die Hodenatrophie an stark verkleinerten Hoden. Dadurch kann es bei Männern zu einer Unfruchtbarkeit und damit auch zu einer Zeugungsunfähigkeit kommen, die sich sehr negativ auf die Psyche des Betroffenen auswirken kann. Die Patienten leiden dabei nicht selten an Depressionen oder an anderen psychischen Beschwerden. Dabei kann es auch oft zu Spannungen zwischen dem Betroffenen und der Partnerin kommen, falls eine Unfruchtbarkeit vorherrscht.

Sollten die Hodenatrophie durch eine Entzündung auftreten, so kann sich diese Entzündung auch auf die weiteren Regionen des Körpers ausbreiten. In der Regel kann die Hodenatrophie nicht behandelt werden. Sollten die Beschwerden durch die Einnahmen von Medikamenten auftreten, so müssen diese eventuell nach Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt oder geändert werden. Besondere Komplikationen treten dabei nicht auf. Allerdings kann der Kinderwunsch auch durch eine künstliche Befruchtung erfüllt werden.

Behandlung und Therapie

Je nach der Ursache richtet sich auch die Behandlung der Hodenatrophie. Erhält der Mann geschlechtsumwandelnde Medikamente, verläuft die Behandlung dahingehend, dass der Mediziner die Schrumpfhoden gar nicht behandelt, da diese zum "Wandlungsprozess" gehören. Entsteht eine Hodenatrophie auf Grund der Einnahme von Anabolika, so rät der Mediziner auf den Verzicht des jeweiligen Präparates.

Nach dem Verzicht kann sehr wohl der Fall eintreten, dass die Hoden wieder ihre Funktion aufnehmen und die Schrumpfhoden zu ihrer alten Größe gelangen. Auch bei einer Durchblutungsstörung ist eine normale Produktion der Hoden wieder möglich. Hier helfen oft ein operativer Eingriff und das Entfernen der Varikozele, welche die Hodenatrophie verursacht. Viele Urologen verschreiben auch testosteronhaltige Medikamente; diese sollen den Schrumpfhoden wieder zu seiner normalen Größe bringen und gleichzeitig die Funktion wiederherstellen.

Besteht bereits eine Azoospermie, gibt es keine Behandlung mehr. Hier hilft nur der Weg der künstlichen Befruchtung. Klagt der Patient über Schmerzen, ist eine Operation oftmals der einzige Ausweg. Hier entfernt der Urologe den Hoden und ersetzt diesen mittels eines Implantats. Dies ist jedoch, im Rahmen einer Hodenatrophie, nur sehr selten notwendig.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen eine Hodenatrophie gibt es nicht. Der Mann kann jedoch verschiedene Aspekte berücksichtigen, damit die Hodenatrophie nicht entsteht und das Risiko deutlich gemindert wird. Dazu gehören in diesem Zusammenhang der komplette Verzicht von Anabolika sowie eine regelmäßige Kontrolle bei einem Urologen.

Vor allem dann, wenn der Patient über ein Ziehen oder Schmerzen in den Hoden klagt; hier kann eine Varikozele und eine Durchblutungsstörung vorliegen. Bei einer rechtzeitigen Behandlung, bleibt die Hodenatrophie ohne Spätfolgen.

Bücher über Männergesundheit

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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