Eierstöcke

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Eierstöcke

Die Eierstöcke sind Teil der weiblichen Fortpflanzungsorgane und verantwortlich für die Produktion der Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron. Darüber hinaus findet in ihnen die Reifung der Eizellen bis zur Abgabe in den Eileiter statt.

Inhaltsverzeichnis

Definition

In der Fachsprache werden die paarigen Eierstöcke auch als Ovar (von lat. Ovarium) oder Oophoron (griech.) bezeichnet. Sie sind die weiblichen Keimdrüsen und entsprechen so den männlichen Hoden. Mit der Gebärmutter sind sie links und rechts durch je einen Eileiter verbunden.

Anatomie

In der äußeren Rinde der Eierstöcke (Cortex ovarii oder auch Zona parenchymatosa) sind die Eizellen eingelagert. Das innere Mark (Medulla ovarii oder auch Zona vasculosa) ist ein Bindegewebe aus Blut- und Lymphgefäßen sowie Nervenfasern.

Die Eierstöcke liegen im kleinen Becken der Frau in der Nähe des Harnleiters und können zwischen Bauch- und Scheidenwand ertastet werden. Sie werden durch drei Bänder gehalten, das Mesovarium, das Ligamentum suspensorium ovarii und das Ligamentum ovarii proprium. Ihre Blutversorgung findet durch die Arteria ovarica statt.

Funktion

Schon bei ihrer Geburt trägt die Frau einen Lebensvorrat von ein bis zwei Millionen noch unreifen Follikeln in den Eierstöcken. Diese Primordialfollikel entwickeln sich mit Einsetzen der Pubertät weiter: Durch das in dieser körperlichen Entwicklungsphase neu gebildete Follikelstimulierende Hormon (FSH) wachsen sie zu Primär-, Sekundär- und Tertiärfollikeln heran, um dann schließlich volle Sprungreife zu erlangen.

Diese Entwicklung wiederholt sich jeden Monat im Laufe des weiblichen Zyklus bei 10-20 Follikeln. Einige sterben dann ab, da sie nicht ausreichend mit Hormonen versorgt werden. Nur das letztlich dominante Follikel reift bis zur Sprungreife aus. Der eigentliche Eisprung (Ovulation) wird durch einen Anstieg des Hormons Östrogen und eine darauf folgende Ausschüttung des Luteinisierenden Hormons in der Hypophyse verursacht. Hierbei löst sich die Eizelle aus dem Follikel und beginnt ihre Wanderung durch den Eileiter.

Die übriggebliebenen Follikelreste werden zum Gelbkörper, der mit der Produktion von Progesteron beginnt. Dieses Hormon sichert die Aufrechterhaltung einer möglichen Schwangerschaft, da es für den Erhalt der zuvor aufgebauten Gebärmutterschleimhaut sorgt. Findet keine Befruchtung der Eizelle statt, bildet sich der Gelbkörper zurück. Der Abfall des Progesteronspiegels löst dann die Menstruation und damit den Abbau der Gebärmutterschleimhaut aus.

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Erkrankungen der Eierstöcke

Häufige Erkrankungen der Eierstöcke sind Entzündungen, Zysten, Tumore und generelle Funktionsstörungen. Eine Eierstockentzündung (Oopheritis) tritt meist mit einer gleichzeitigen Entzündung des Eileiters (Adnexitis) auf und kann eine oder beide Seiten betreffen. Im akuten Verlauf leidet die Betroffene unter starken Schmerzen im Unterbauch.

Heilt eine Adnexitis nicht oder nur ungenügend aus, kann es durch die chronische Entzündung und eine hierdurch verursachte Narbenbildung zu dauerhaften Schmerzen und sogar zur Unfruchtbarkeit kommen. Nicht selten ist eine solche chronische Entzündung auch von unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit begleitet. Entzündungen der Eierstöcke werden häufig durch Chlamydien verursacht.

Zysten im Eierstock (Ovarialzysten) sind meist gutartige verkapselte Geschwulste, die sich durch die Einwirkung von Hormonen bilden und in der Regel von allein wieder abklingen. Sie werden von der Frau im Normalfall nicht bemerkt, sondern fallen bei einer Routineuntersuchung auf. Bildet sich eine Zyste nicht von allein zurück oder verursacht Schmerzen, kann sie operativ entfernt werden.

Beim polyzystischen Ovar-Syndrom kommt es allerdings zu einer vermehrten Zystenbildung, deren Ursache noch nicht vollständig geklärt ist. Da die Erkrankung Unfruchtbarkeit, Diabetes Typ 2 und allgemeine Herz-Kreislauf-Probleme zur Folge haben kann, muss sie ärztlich überwacht werden.

Tumore der Eierstöcke können sowohl gut- als auch bösartig sein und bedürfen immer einer genaueren Diagnose. Bösartige Ovarialkarzinome haben eine schlechte Heilungsprognose und entwickeln sich anfangs unbemerkt. Eine Früherkennung ist daher schwierig. Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit einer zeitigen Entdeckung.

Die Ovarialinsuffizienz, eine Funktionsstörung der Eierstöcke, tritt bei etwa zwei Prozent der weiblichen Bevölkerung auf. Sie zeichnet sich unter anderem durch einen unregelmäßigen Zyklus aufgrund einer Gelbkörperschwäche und damit einhergehenden Empfängnisproblemen aus.

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