Hirnhautentzündung (Meningitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. Januar 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Hirnhautentzündung (Meningitis)

Als Hirnhautentzündung (Meningitis) wird die Entzündung der Meningen–Hirnhäute bezeichnet. Häufig wird die Meningitis durch Bakterien oder Viren hervorgerufen. Oft geht eine virale Meningitis mit einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) einher. Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hirnhautentzündung (Meningitis)?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Kopfschmerzen

Bei der Hirnhautentzündung handelt es sich um eine durch Bakterien oder Viren (selten durch Pilze) verursachte Infektionskrankheit. Da es sich um eine Entzündung der Meningen–Hirnhäute sprechen Mediziner auch von einer Meningitis.

Vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem und Kinder sind besonders gefährdet, sich mit der lebensgefährlichen Meningitis anzustecken. Daher raten Wissenschaftler bereits im frühen Kleinkindalter dringend zu einer Immunisierung (Impfung) gegen bestimmte Erreger, die eine Hirnhautentzündung hervorrufen können.

Ursachen

Bakterielle Hirnhautentzündung

Die bakterielle Hirnhautentzündung wird in den meisten Fällen durch Meningokokken oder Pneumokokken hervorgerufen. Bis heute konnten Wissenschaftler nicht eindeutig erklären, wie es zu einer Infektion bei sonst körperlich gesunden Menschen kommen kann.

Virale Hirnhauentzündung

Eine virale Meningitis geht oft mit anderen Viruserkrankungen einher. In den meisten Fällen wird die virale Hirnhautentzündung von dem Erreger der Herpes-simplex-Infektion oder dem Erreger der Frühjahr-Sommer-Meningoenzephalitis (Zeckenbiss) hervorgerufen.

Ganz vereinzelt tritt eine Hirnhautentzündung aufgrund einer Infektion mit Protozoen (z.B. Toxoplasmose) oder mit Pilzen (z.B. Kryptokokkose) auf. In der Regel gelangt der jeweilige Erreger über die Blutbahn in den menschlichen Körper und dort in das Zentrale Nervensystem (ZNS).

Symptome und Verlauf

Hirnhautentzündung (Meningitis)

Erkennen kann der Mediziner eine Hirnhautentzündung an dem Auftreten typischer Symptome. Die Patienten leiden unter Kopfschmerzen mit einhergehender Geräusch- und Lichtüberempfindlichkeit und unter starkem Erbrechen.

Charakteristisch ist außerdem eine schmerzhafte Nackensteife, die vor allem dann auftritt, wenn der Infizierte den Kopf nach vorne beugt. Oft kann auch eine Überstreckung des Kopfes und der Extremitäten beobachtet werden (Opisthotonus).

Eine durch Meningokokken verursachte Meningitis hat in den häufigsten Fällen einen dramatischen Krankheitsverlauf. Die Krankheitssymptome treten schnell ein – ein zunächst harmlos wirkender Infekt wächst sich innerhalb weniger Stunden zu einem dramatischen Krankheitsbild aus. Hohes Fieber geht damit einher.

Durch andere Bakterien verursachte Hirnhautentzündungen können einen eher schleichenden Verlauf zeigen und werden erst entsprechend spät erkannt und behandelt. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Borreliose. Eine bakterielle Hirnhautentzündung hat meist einen sehr schweren Verlauf und endet in vielen Fällen tödlich.

Weniger dramatisch ist eine auf eine Vireninfektion zurückzuführende Hirnhautentzündung. Die Heilung ist sehr wahrscheinlich, bleibende Schädigungen des Gehirns sind nicht zu erwarten. Eine wichtige Ausnahme ist jedoch die auf den Herpes-Simplex-Erreger zurückzuführende Meningitis – hier ist der Verlauf und Ausgang der Infektion ähnlich der der bakteriellen Hirnhautentzündung.

Diagnose

Diagnostiziert wird die Hirnhautentzündung mit der Liquoruntersuchung. Mit dieser Untersuchung wird der Erreger identifiziert und dann festgelegt, welches Medikament dem Patienten verabreicht wird. Kann der Erreger nicht ermittelt werden, kann aus der Zusammensetzung der entzündeten Zellen zumindest darauf geschlossen werden, ob eine bakterielle oder eine virale Meningitis vorliegt. So kann, auch wenn der Erreger nicht identifiziert ist, dennoch mit einer lebensrettenden Behandlung begonnen werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: G00-G03 Hirnhautentzündung (Meningitis)) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie

Liegt eine bakterielle Hirnhautentzündung vor, wird sie mit der Gabe eines hoch dosierten Antibiotikums behandelt, welche intravenös verabreicht wird. Bei einer viralen Meningitis werden antivirale Medikamente gegeben, z.B. Zovirax.

Die Heilungsaussichten hängen von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind Erregerart, allgemeines Physis des Patienten und der Zeitpunkt, zu dem mit der Behandlung begonnen wird. Eine besonders ungünstige Prognose - die Sterblichkeit liegt bei über 50% - haben die Patienten, die unter einer Meningokokkeninfektion, welche erst spät erkannt wird, leiden.

Häufig tritt im Zusammenhang mit dieser Form der Hirnhautentzündung eine Meningokokkensepsis auf. Hierbei handelt es sich um eine durch die Meningokokken hervorgerufene Sepsis (Blutvergiftung), die zu einer Gerinnungsstörung führt.

Nicht selten führt die Gerinnungsstörung zu schweren Blutungen der inneren Organe – der Patient verblutet innerlich.

Schlechte Prognosen haben besonders Neugeborene und Kleinkinder. Oftmals führt eine Hirnhautentzündung zu Dauerschäden, z.B. einer Seh- oder Hörschwäche oder zu mangelnder Konzentrationsfähigkeit.

Alle Patienten müssen - sofern der Krankheitsverlauf schwer ist – intensivmedizinisch betreut werden. Nicht selten müssen die Patienten aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr isoliert werden.

Besucher des Patienten sollten vorher einen Arzt aufsuchen und sich darüber beraten lassen, ob eine prophylaktische Medikamenteneinnahme angebracht ist. Das Tragen von Mundschutz, Handschuhen und Kittel ist – zum Schutz des Patienten sowie des Besuchers – obligatorisch.

Rezeptfreie Medikamente gegen Hirnhautentzündung


Vorbeugung

Sollten sich Anzeichen einer Hirnhautentzündung zeigen, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden bzw. ein Notarzt gerufen werden. Zur Vorbeugung gegen spezielle Meningitis-Erreger wurden Impfstoffe (Meningokokken- und Pneumokokken-Impfung) entwickelt, die vor allem im frühen Kindesalter empfohlen werden.

Besonders Personen im Verbreitungsgebiet der FMSE-Übertragenden Zecken (Zeckenbiss), wird zu einer zur Immunisierung dringend geraten.

Bücher über Hirnhautentzündung (Meningitis)

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hirnhautentzündung (Meningitis)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?