Hirnhautentzündung (Meningitis)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Als Hirnhautentzündung (Meningitis) wird die Entzündung der Meningen–Hirnhäute bezeichnet. Häufig wird die Meningitis durch Bakterien oder Viren hervorgerufen. Oft geht eine virale Meningitis mit einer Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) einher. Bei Verdacht auf eine Hirnhautentzündung muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hirnhautentzündung (Meningitis)?

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Medikamente gegen: Kopfschmerzen

Bei der Hirnhautentzündung handelt es sich um eine durch Bakterien oder Viren (selten durch Pilze) verursachte Infektionskrankheit. Da es sich um eine Entzündung der Meningen–Hirnhäute sprechen Mediziner auch von einer Meningitis.

Vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem und Kinder sind besonders gefährdet, sich mit der lebensgefährlichen Meningitis anzustecken. Daher raten Wissenschaftler bereits im frühen Kleinkindalter dringend zu einer Immunisierung (Impfung) gegen bestimmte Erreger, die eine Hirnhautentzündung hervorrufen können.

Ursachen

Bakterielle Hirnhautentzündung

Die bakterielle Hirnhautentzündung wird in den meisten Fällen durch Meningokokken oder Pneumokokken hervorgerufen. Bis heute konnten Wissenschaftler nicht eindeutig erklären, wie es zu einer Infektion bei sonst körperlich gesunden Menschen kommen kann.

Virale Hirnhauentzündung

Eine virale Meningitis geht oft mit anderen Viruserkrankungen einher. In den meisten Fällen wird die virale Hirnhautentzündung von dem Erreger der Herpes-simplex-Infektion oder dem Erreger der Frühjahr-Sommer-Meningoenzephalitis (Zeckenbiss) hervorgerufen.

Ganz vereinzelt tritt eine Hirnhautentzündung aufgrund einer Infektion mit Protozoen (z.B. Toxoplasmose) oder mit Pilzen (z.B. Kryptokokkose) auf. In der Regel gelangt der jeweilige Erreger über die Blutbahn in den menschlichen Körper und dort in das Zentrale Nervensystem (ZNS).

Wann zum Arzt?

Eine Hirnhautentzündung ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die sofort behandelt werden muss. Wichtig ist deshalb, bereits bei ersten Anzeichen der Meningitis den Rettungsdienst einzuschalten oder direkt das nächstgelegene Krankenhaus aufzusuchen. Ein typisches Warnzeichen ist die Nackensteifigkeit. Wenn der Erkrankte den Kopf nicht mehr ohne Schmerzen bewegen kann, deutet dies auf eine beginnende Hirnhautentzündung hin, die von einem Arzt behandelt werden muss. Im weiteren Verlauf kommen hohes Fieber, Bewegungsstörungen, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit hinzu.

Wer bei sich oder anderen eines oder mehrere dieser Symptome bemerkt, muss sofort einen Arzt rufen. Der Mediziner kann die Meningitis eindeutig feststellen und wird den Betroffenen sofort in ein Krankenhaus überweisen. Im Anschluss an die initiale Behandlung sind regelmäßige Kontrollbesuche beim Hausarzt angezeigt, um bleibende Schäden oder eine erneute Ausbreitung des Erregers auszuschließen. Aufgrund der schweren Erkrankung sollte gegen die Meningitis vorsorglich vorgegangen werden. Eine einfache Impfung genügt bereits, um eine Infektion und damit einen möglicherweise schweren Verlauf auszuschließen.

Symptome und Verlauf

Hirnhautentzündung (Meningitis)

Erkennen kann der Mediziner eine Hirnhautentzündung an dem Auftreten typischer Symptome. Die Patienten leiden unter Kopfschmerzen mit einhergehender Geräusch- und Lichtüberempfindlichkeit und unter starkem Erbrechen.

Charakteristisch ist außerdem eine schmerzhafte Nackensteife, die vor allem dann auftritt, wenn der Infizierte den Kopf nach vorne beugt. Oft kann auch eine Überstreckung des Kopfes und der Extremitäten beobachtet werden (Opisthotonus).

Eine durch Meningokokken verursachte Meningitis hat in den häufigsten Fällen einen dramatischen Krankheitsverlauf. Die Krankheitssymptome treten schnell ein – ein zunächst harmlos wirkender Infekt wächst sich innerhalb weniger Stunden zu einem dramatischen Krankheitsbild aus. Hohes Fieber geht damit einher.

Durch andere Bakterien verursachte Hirnhautentzündungen können einen eher schleichenden Verlauf zeigen und werden erst entsprechend spät erkannt und behandelt. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Borreliose. Eine bakterielle Hirnhautentzündung hat meist einen sehr schweren Verlauf und endet in vielen Fällen tödlich.

Weniger dramatisch ist eine auf eine Vireninfektion zurückzuführende Hirnhautentzündung. Die Heilung ist sehr wahrscheinlich, bleibende Schädigungen des Gehirns sind nicht zu erwarten. Eine wichtige Ausnahme ist jedoch die auf den Herpes-Simplex-Erreger zurückzuführende Meningitis – hier ist der Verlauf und Ausgang der Infektion ähnlich der der bakteriellen Hirnhautentzündung.

Diagnose

Diagnostiziert wird die Hirnhautentzündung mit der Liquoruntersuchung. Mit dieser Untersuchung wird der Erreger identifiziert und dann festgelegt, welches Medikament dem Patienten verabreicht wird. Kann der Erreger nicht ermittelt werden, kann aus der Zusammensetzung der entzündeten Zellen zumindest darauf geschlossen werden, ob eine bakterielle oder eine virale Meningitis vorliegt. So kann, auch wenn der Erreger nicht identifiziert ist, dennoch mit einer lebensrettenden Behandlung begonnen werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: G00-G03 Hirnhautentzündung (Meningitis)) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Hirnhautentzündung kann mit einer Reihe schwerer Komplikationen einhergehen und unbehandelt zum Tod führen. Besonders im Frühstadium der Krankheit muss mit schweren Komplikationen gerechnet werden. Vor allem bei Kindern kann es infolge einer Meningitis zu einer Ansammlung großer Mengen von Zerebrospinalflüssigkeit im Gehirn kommen, was zu einem Anstieg des Hirndrucks führt. Die Hirnwassersucht (Hydrocephalus) kann einen operativen Eingriff erforderliche machen. Ein chirurgischer Eingriff kann außerdem dann erforderlich sein, wenn es zu Eiteransammlungen unter der Dura mater kommt. Werden die Hirnnerven durch die Meningitis geschädigt, ist mit einer Beeinträchtigung des Seh- und Hörvermögens zu rechnen. Außerdem ist der Kopf oft nur mehr eingeschränkt bewegungsfähig und der Patient leidet zudem unter Schluckbeschwerden. Ist das Ohr betroffen, droht eine dauerhafte Beeinträchtigung des Hörvermögens aufgrund einer Verkalkung der Hörschnecke

Kommt es im Rahmen der Meningitis zu einer Beeinträchtigung der Hirndurchblutung, können sich Patienten mit einer Reihe von Komplikationen konfrontiert sehen. So kann es zu Beeinträchtigungen des Sprachvermögens und des Gedächtnisses sowie zu Lähmungserscheinungen und sogar zu einem Schlaganfall kommen. Auch epileptische Anfälle werden während des Frühstadiums einer Meningitis immer wieder beobachtet. Bildet sich ein Hirnabszess, so muss der Infektionsherd einschließlich der Kapsel operativ entfernt werden. Etwa ein Fünftel der Betroffenen überlebt diesen Eingriff nicht oder verstirbt kurz danach.

Behandlung und Therapie

Liegt eine bakterielle Hirnhautentzündung vor, wird sie mit der Gabe eines hoch dosierten Antibiotikums behandelt, welche intravenös verabreicht wird. Bei einer viralen Meningitis werden antivirale Medikamente gegeben, z.B. Zovirax.

Die Heilungsaussichten hängen von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend sind Erregerart, allgemeines Physis des Patienten und der Zeitpunkt, zu dem mit der Behandlung begonnen wird. Eine besonders ungünstige Prognose - die Sterblichkeit liegt bei über 50% - haben die Patienten, die unter einer Meningokokkeninfektion, welche erst spät erkannt wird, leiden.

Häufig tritt im Zusammenhang mit dieser Form der Hirnhautentzündung eine Meningokokkensepsis auf. Hierbei handelt es sich um eine durch die Meningokokken hervorgerufene Sepsis (Blutvergiftung), die zu einer Gerinnungsstörung führt.

Nicht selten führt die Gerinnungsstörung zu schweren Blutungen der inneren Organe – der Patient verblutet innerlich.

Schlechte Prognosen haben besonders Neugeborene und Kleinkinder. Oftmals führt eine Hirnhautentzündung zu Dauerschäden, z.B. einer Seh- oder Hörschwäche oder zu mangelnder Konzentrationsfähigkeit.

Alle Patienten müssen - sofern der Krankheitsverlauf schwer ist – intensivmedizinisch betreut werden. Nicht selten müssen die Patienten aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr isoliert werden.

Besucher des Patienten sollten vorher einen Arzt aufsuchen und sich darüber beraten lassen, ob eine prophylaktische Medikamenteneinnahme angebracht ist. Das Tragen von Mundschutz, Handschuhen und Kittel ist – zum Schutz des Patienten sowie des Besuchers – obligatorisch.



Vorbeugung

Sollten sich Anzeichen einer Hirnhautentzündung zeigen, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden bzw. ein Notarzt gerufen werden. Zur Vorbeugung gegen spezielle Meningitis-Erreger wurden Impfstoffe (Meningokokken- und Pneumokokken-Impfung) entwickelt, die vor allem im frühen Kindesalter empfohlen werden.

Besonders Personen im Verbreitungsgebiet der FMSE-Übertragenden Zecken (Zeckenbiss), wird zu einer zur Immunisierung dringend geraten.

Bücher über Hirnhautentzündung (Meningitis)

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011

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