Hausmittel gegen Depression

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. April 2015
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Depressionen sind leider eine sehr weit verbreitete Volkskrankheit. Bei schweren, wiederholt auftretenden Depressionen ist eine Behandlung durch den Arzt notwenig. Doch bei wiederkehrenden, milderen Stimmungstiefs kann man durchaus der Selbstheilung durch Hausmittel nachhelfen.

Inhaltsverzeichnis

Was hilft gegen Depression?

  • Bewegung ist eines der hilfreichsten Mittel gegen Depressionen. Es reicht aus, wenn man sich dreimal die Woche für 30 Minuten Ausdauersport betreibt und dadurch ins Schwitzen gerät. Durch die körperliche Aktivität werden stimmungsaufhellende Faktoren freigesetzt.
  • Viele Menschen leiden an schlechter Stimmung oder leichten Depressionen, weil sie sich zu einseitig ernähren. Besonders bei einer eiweißreichen Diät, bei der zu wenig Kohlenhydrate aufgenommen werden. Lebensmittel, wie Bohnen, Vollkornprodukte, Gemüse und Früchte tragen dazu bei, dass im Gehirn Serotonin hergestellt wird, welches ein stimmungsaufhellender Botenstoff ist. Auch Schokolade, vor allem dunkle, bessert die Stimmung.
  • Ausreichend Schlaf ist für einen gesunden Menschen von äußerster Wichtigkeit. Menschen, die jede Nacht weniger als 8 Stunden Schlaf finden, haben einen niedrigeren Serotoninspiegel.
  • Studien haben ergeben, dass Menschen, die viel Zeit vor dem Fernsehrgerät verbringen, sich häufiger einsam fühlen. Fernsehen sollte somit bei Depressionen vermieden werden, als Zeitvertreib lieber an der frischen Luft spazieren gehen.
  • Der Verzehr von Fisch wirkt einer Depression entgegen. Die wichtigen Omega-3-Fettsäuren sind hier reichlich enthalten und außerdem fördert sie vermutlich auch die Serotoninherstellung im Körper.

Schnelle Hilfe bei Depressionen

  • Wer an einer Depression leidet, sollte unbedingt seine Einnahme von Kaffee und Cola verringern. Koffein hemmt im Körper die Bildung von Serotonin und begünstigt somit die Entstehung schlechter Laune.
  • Auch von Alkohol sollte man bei einer Depression die Finger lassen. Anfänglich bewirkt dieser zwar ein Hochgefühl und steigert die Stimmung, doch auf lange Sicht bewirkt er genau das Gegenteil.
  • Wissenschaftliche Untersuchungen haben erwiesen, dass es hilft sich seelische Probleme bei Depressionen von der Seele zu schreiben. Jeden Tag etwa 20 Minuten sollte man seine negativen Gefühle ohne lange nachzudenken aufschreiben.

Rezeptfreie Medikamente gegen Depressionen


Alternative Hausmittel

  • Die bewährteste alternative Heilpflanze gegen milde depressive Verstimmung ist das Johanniskraut. Es gibt eine große Auswahl an rezeptfreien Präparaten in allen Online-Apotheken und den meisten Drogeriemärkten. Beim Kauf sollten sie auf den Hypericin-Gehalt achten. Dies ist der wichtigste Wirkstoff der Pflanze.

Die empfohlene Dosis beträgt 500-1000 mg pro Tag. Der Effekt ist meistens erst nach mehreren Wochen bemerkbar. Das Sonnenlicht sollte während der Behandlung gemieden werden, da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit steigert. Bei einer Einnahme dieser Heilpflanze sollte der Arzt informiert werden, da sie viele Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufweist.

  • Ein weiteres alternatives Hausmittel gegen Depressionen ist Magnesium. Es sollte unbedingt auf eine ausreichende Magnesiumeinnahme geachtet werden (2x täglich 150 mg), wenn man unter einer leichten Depression leidet. Das Mineral spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Serotonin und einer gesunden Nervenfunktion.
  • Niedrige Spiegel von Vitamin B werden mit Depressionen in Verbindung gebracht. Deswegen kann ein Vitamin-B-Komplex zum Frühstück jeden Tag eingenommen werden.
  • S-Adenosylmethionin ist eine Substanz, die in jeder lebenden Zelle vorkommt und die Herstellung von 3 Botenstoffen im Gehirn (Serotonin, Noradrenalin und Dopamin) unterstützt. Zu bekommen ist diese Substanz zum Beispiel über das Internet. Die empfohlene Tagesdosis bei einer depressiven Missstimmung beträgt zweimal täglich 200 mg. Etwa eine halbe Stunde vor dem Essen sollte die Einnahme erfolgen.

Weitere Informationen sind unter Depression zu finden. Jeder leitet ab und zu an schlechter Laune und leichten depressiven Verstimmungen. Wenn diese jedoch länger als 2 Wochen anhalten und außerdem Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, andauernde Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Heißhunger oder die Lust am Geschlechtsverkehr verloren geht, sollte mit einem Arzt gesprochen werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Karin kommentierte am 14.04.2016 um 19:42 Uhr

So individuell die Symptome einer Depression sind, so individuell sind helfende Hausmittel. Zum Hinweis Bewegung ist für jeden, der das Tanzen mag, eine Freude bringende Hilfe. Auch Singen fördert bei mir die gute Laune. Für mich spielt auch das Licht eine sehr große Rolle.

Richy kommentierte am 10.06.2016 um 19:40 Uhr

Vielen Dank für die vielen guten Tipps! Bei mir hilft es, sofern noch Kraft dazu vorhanden ist, zu lernen. Lernen löst bei mir ein wahres Hochgefühl aus. Egal ob ich Listen auswendig lerne oder neue Kochrezepte. Allerdings meine ich, dass die schwereren Lektionen auch ungleich mehr bringen. Ein Gespräch mit Freunden (im besten Fall von Angesicht zu Angesicht) wirkt auch Wunder. Was mir ebenfalls geholfen hat ist es, Listen zu erstellen mit Dingen die ich mag, die ich möchte, die ich habe. Bitte keine Listen mit Dingen die man nicht hat, die fallen einem dann zwar schnell ein, bringen in der Situation aber nichts. Und wenn man merkt das so eine "Grübelphase" anrollt, kann man auch mal den Biss in einen scharfe Chili probieren. Das mag sich heftig anhören, aber dadurch fühlt man sich besser (vor allem wenn die Schärfe langsam nachlässt). Schöne Musik, ein Sonnenbad, etwas Basteln oder malen (auch wenn es nicht so klasse aussieht). Irgendetwas unternehmen und sich wertvoll fühlen, sehen, dass man etwas geschafft hat. Der beste Tipp ist Lachen. Das hört sich gerade in der Situation wie ein Scherz an, aber ich meine es total ernst. Wenn es nicht so gut läuft kann man sich vor den Spiegel stellen und grinsen (das sieht dann zwar eher wie eine Fratze aus, aber es hilft wirklich - auch bei Ärger). Es ist so, als würde ein "Lachnerv" aktiviert und das Gehirn sucht einfach nach den positiven Aspekten ("Warum wird jetzt versucht zu lachen? Da muss es doch etwas lustiges geben!"). Anderen Menschen zu Helfen und eine Freude zu machen bewirkt ebenfalls Wunder. Man muss keine Reichtümer verschenken. Auch ein offenes Ohr oder ein Buch vorlesen, für die ältere Nachbarin einkaufen oder einfach nur da sein, das sind Dinge die man machen kann. Die ganze Welt ändern zu wollen ist zwar ein gutes Anstreben, andererseits gibt es auch in der näheren Umgebung Menschen denen man helfen kann. Damit hat man schon ein Stück der Welt verbessert. Das schlimmste heutzutage ist der Kontrollverlust, der uns schon durch die ständige Vernetzung und damit verbundenen "immer Erreichbarkeit", dem "der Technik hilflos ausgeliefert sein" blüht. Einfach mal unerreichbar sein kann ein gutes Gefühlt sein. Ich könnte noch viel mehr schreiben. Ich hoffe, dass meine Tipps jemandem helfen. Mir helfen sie jedenfalls. Das Leben ist hart aber Ihr könnt es bestimmen. Alles Gute!