Hausmittel gegen Depression

Letzte Aktualisierung am 2. Juli 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Depressionen sind leider eine sehr weit verbreitete Volkskrankheit. Bei schweren, wiederholt auftretenden Depressionen ist eine Behandlung durch den Arzt notwenig. Doch bei wiederkehrenden, milderen Stimmungstiefs kann man durchaus der Selbstheilung durch Hausmittel nachhelfen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Depression?

Die Depression (lateinisch: deprimere „niederdrücken“) gehört zu den psychischen Erkrankungen und wird den affektiven Störungen zugeordnet. Sie ist gekennzeichnet durch eine gedrückte Gefühlslage oder allgemeine Niedergeschlagenheit und geht weit über normale Schwankungen der Stimmung hinaus.

Depressive Menschen zeigen eine Interessenlosigkeit, mangelnde Antriebskraft und starke Traurigkeit. Sie sind durch ihre Erkrankung meist in ihrer gesamten Lebensführung beeinträchtigt. Depressionen gehen wie kaum eine andere Erkrankung mit hohem Leidensdruck einher, da diese Erkrankung in zentraler Weise das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl beeinflusst.

Die Depression wird unterschieden in leicht, mittelschwer und schwer. Aus einer tiefen Herabgesetztheit kann sich der Betroffene nicht mehr aus eigener Kraft befreien. Die Gemütsverfassung hält über mehrere Wochen an und ist geprägt von negativen kreisenden Gedanken über sich selbst oder das Leben.

Wer ist betroffen?

Die Depression tritt einmalig oder rezidivierend und damit wiederkehrend auf. Diagnostiziert wird sie bei Menschen jeden Alters. Betroffene sind Kinder, Erwachsene sowie alte Menschen beider Geschlechter. Über 50% der Patienten erkranken erstmalig vor dem 31. Lebensjahr. Das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Depression zu leiden, liegt bei durchschnittlich 16-20%.

Studien weisen darauf hin, dass Frauen im Durchschnitt doppelt so häufig wie Männer betroffen sind. Darüber hinaus erkranken Frauen signifikant früher als Männer. Es gibt bei der Ausprägung einzelner Symptome Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Frauen zeigen verstärkt Beschwerden wie Selbstzweifel und Grübeln. Männer neigen zu einem auffälligen Verhalten bis hin zu aggressiven Tendenzen.

Ursachen

Die Ursachen einer Depression sind individuell und bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vollständig medizinisch erforscht. Wissenschaftler konnten bislang feststellen, dass die Persönlichkeit des Menschen und auch die Gesellschaftsform in der er lebt, einen wesentlichen Beitrag für das Auftreten der Erkrankung leisten. Schicksalhafte Ereignisse, Lebensumbrüche und eine allgemeine Unzufriedenheit können häufig nicht konstruktiv verarbeitet werden.

Bei Patienten in einem hohen Lebensalter sind oftmals komplexe Interaktion für die Erkrankung verantwortlich. Sie leiden unter genetischen Dispositionen, unverarbeiteten frühkindlichen Erfahrungen und weiteren Erkrankungen. Zusätzlich erleben sie psychosoziale Einflüsse wie Vereinsamung, Armut sowie den gesellschaftlichen Statusverlust. Darüber hinaus besteht die Theorie, dass Botenstoffe mitverantwortlich für das Ausbrechen einer Depression sind. Bei der Funktionsweise des Informationsaustausches einzelner Hirnregionen gibt es zwischen Gesunden und Erkrankten Unterschiede. Unklar ist, wie diese entstehen.

Was hilft gegen Depression?

  • Bewegung ist eines der hilfreichsten Mittel gegen Depressionen. Es reicht aus, wenn man sich dreimal die Woche für 30 Minuten Ausdauersport betreibt und dadurch ins Schwitzen gerät. Durch die körperliche Aktivität werden stimmungsaufhellende Faktoren freigesetzt.
  • Viele Menschen leiden an schlechter Stimmung oder leichten Depressionen, weil sie sich zu einseitig ernähren. Besonders bei einer eiweißreichen Diät, bei der zu wenig Kohlenhydrate aufgenommen werden. Lebensmittel, wie Bohnen, Vollkornprodukte, Gemüse und Früchte tragen dazu bei, dass im Gehirn Serotonin hergestellt wird, welches ein stimmungsaufhellender Botenstoff ist. Auch Schokolade, vor allem dunkle, bessert die Stimmung.
  • Ausreichend Schlaf ist für einen gesunden Menschen von äußerster Wichtigkeit. Menschen, die jede Nacht weniger als 8 Stunden Schlaf finden, haben einen niedrigeren Serotoninspiegel.
  • Studien haben ergeben, dass Menschen, die viel Zeit vor dem Fernsehrgerät verbringen, sich häufiger einsam fühlen. Fernsehen sollte somit bei Depressionen vermieden werden, als Zeitvertreib lieber an der frischen Luft spazieren gehen.
  • Der Verzehr von Fisch wirkt einer Depression entgegen. Die wichtigen Omega-3-Fettsäuren sind hier reichlich enthalten und außerdem fördert sie vermutlich auch die Serotoninherstellung im Körper.

Schnelle Hilfe bei Depressionen

  • Wer an einer Depression leidet, sollte unbedingt seine Einnahme von Kaffee und Cola verringern. Koffein hemmt im Körper die Bildung von Serotonin und begünstigt somit die Entstehung schlechter Laune.
  • Auch von Alkohol sollte man bei einer Depression die Finger lassen. Anfänglich bewirkt dieser zwar ein Hochgefühl und steigert die Stimmung, doch auf lange Sicht bewirkt er genau das Gegenteil.
  • Wissenschaftliche Untersuchungen haben erwiesen, dass es hilft sich seelische Probleme bei Depressionen von der Seele zu schreiben. Jeden Tag etwa 20 Minuten sollte man seine negativen Gefühle ohne lange nachzudenken aufschreiben.

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Alternative Hausmittel

  • Die bewährteste alternative Heilpflanze gegen milde depressive Verstimmung ist das Johanniskraut. Es gibt eine große Auswahl an rezeptfreien Präparaten in allen Online-Apotheken und den meisten Drogeriemärkten. Beim Kauf sollten sie auf den Hypericin-Gehalt achten. Dies ist der wichtigste Wirkstoff der Pflanze.

Die empfohlene Dosis beträgt 500-1000 mg pro Tag. Der Effekt ist meistens erst nach mehreren Wochen bemerkbar. Das Sonnenlicht sollte während der Behandlung gemieden werden, da Johanniskraut die Lichtempfindlichkeit steigert. Bei einer Einnahme dieser Heilpflanze sollte der Arzt informiert werden, da sie viele Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufweist.

  • Ein weiteres alternatives Hausmittel gegen Depressionen ist Magnesium. Es sollte unbedingt auf eine ausreichende Magnesiumeinnahme geachtet werden (2x täglich 150 mg), wenn man unter einer leichten Depression leidet. Das Mineral spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Serotonin und einer gesunden Nervenfunktion.
  • Niedrige Spiegel von Vitamin B werden mit Depressionen in Verbindung gebracht. Deswegen kann ein Vitamin-B-Komplex zum Frühstück jeden Tag eingenommen werden.
  • S-Adenosylmethionin ist eine Substanz, die in jeder lebenden Zelle vorkommt und die Herstellung von 3 Botenstoffen im Gehirn (Serotonin, Noradrenalin und Dopamin) unterstützt. Zu bekommen ist diese Substanz zum Beispiel über das Internet. Die empfohlene Tagesdosis bei einer depressiven Missstimmung beträgt zweimal täglich 200 mg. Etwa eine halbe Stunde vor dem Essen sollte die Einnahme erfolgen.

Weitere Informationen sind unter Depression zu finden. Jeder leitet ab und zu an schlechter Laune und leichten depressiven Verstimmungen. Wenn diese jedoch länger als 2 Wochen anhalten und außerdem Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, andauernde Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Heißhunger oder die Lust am Geschlechtsverkehr verloren geht, sollte mit einem Arzt gesprochen werden.

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