Blutdruckschwankungen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. August 2016
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Blutdruckschwankungen während des Tages sind absolut normal. Der Blutdruck ist zudem abhängig vom Alter, Gewicht, Geschlecht, Tagesablauf, von der Ernährung und Tageszeit. Blutdruckschwankungen können auch aus körperlichen oder seelischen Belastungen resultieren, die sich meist von selber wieder normalisieren. Wenn sich bei den Messungen des Blutdrucks langfristig auffällige Werte zeigen, sollte die Ursache hierfür ärztlich abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Blutdruckschwankungen?

Es gibt bezüglich des Blutdrucks für jedes Alter grobe Normwerte. Der systolische Blutdruck sollte bei den Erwachsenen 120 bis 129 mmHg und der diastolische 80 bis 84 mmHg betragen. Diese Werte steigen mit zunehmendem Lebensalter häufig, ohne unbedingt bedenklich zu sein. Dennoch ist die regelmäßige Selbstmessung ratsam. Der Blutdruck ist zudem von verschiedenen Faktoren abhängig und aus diesem Grund ein individuell schwankender Wert.

Pathologische Blutdruckschwankungen werden entweder als Hypotonie, einem dauerhaft niedrigen Blutdruck oder Hypertonie, einem auf Dauer zu hohen Blutdruck bezeichnet. Diese Blutdruckschwankungen werden anhand des sytsolischen Wertes diagnostiziert, denn davon ist die Versorgung der Organe abhängig. Ein dauerhaft zu niedriger und vor allem ein zu hoher Blutdruck kann ein Symptom von verschiedenen Erkrankungen sein und ein gesundheitliches Risiko darstellen. Daher empfiehlt es sich, bei längerfristigen Blutdruckschwankungen einen Arzt aufzusuchen.

Ursachen

Bei den Blutdruckschwankungen muss unterschieden werden, ob ein plötzlicher, unverhältnismäßiger Anstieg des Blutdrucks oder ein abfallender Blutdruck vorliegt. Folgende Faktoren führen zum Anstieg des Blutdrucks:

  • 1. Körperliche Belastung

Der Blutdruck erhöht sich beispielsweise bei einer körperlichen Belastung deutlich, was natürlich ist. Allerdings dürfen dabei Maximalwerte nicht überschritten werden, da sonst gesundheitliche Risiken wie ein Herzinfarkt, Hirnschäden, Lungenödem oder Aorteneinriss nicht ausgeschlossen werden können. Der Körper übermittelt daher bei einer drastischen Erhöhung des Blutdrucks Signale an das Herz oder andere Organe, um eine Anpassung des Blutdrucks zu erzielen. Dieses System kann allerdings beeinträchtigt sein, sodass die Blutdruckschwankungen zu einer Gefahr werden können.

Viele Menschen reagieren auch auf akuten Stress oder seelische Belastungen mit einem zu hohen Blutdruck. Dieser kann plötzlich einsetzen, aber auch über eine längere Zeit anhalten.

Koffein führt ebenfalls zu Blutdruckschwankungen bzw. einem Anstieg des Blutdrucks, da der Kreislauf dadurch stimuliert wird.

  • 4. Plötzlicher Blutdruckanstieg

Ein weiterer Grund ist die hypertensive Krise, eine Fehlregulation des Blutdrucks, die zu einem Blutdruckanstieg von über 220/120 mmHg führen kann. Die Ursachen hierfür können beispielsweise eine Panikattacke, eine Erkrankung der Nieren oder eine falsche Dosierung der Medikamente sein. Die hypertensive Krise ist im schlimmsten Fall lebensbedrohlich und erfordert daher unbedingt eine ärztliche Abklärung.

Der plötzliche Abfall des Blutdrucks resultiert meist aus Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, beispielsweise einer Herzschwäche, einem gestörten Hormonstoffwechsel, zum Beispiel aufgrund einer Schilddrüsenunterfunktion, während die Überfunktion zu einem Anstieg des Blutdrucks führt, sowie der Einnahme von bestimmten Medikamenten. Der Blutdruck sinkt natürlicherweise auch beim Aufstehen aus einer liegenden Position kurzfristig ab, wobei er jedoch umgehend wieder normalisiert wird. Anders verhält es sich bei einer gestörten automatischen Selbstregulation des Körpers.

Krankheiten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Diagnose und Verlauf

Wer zu Blutdruckschwankungen neigt, sollte seinen Blutdruck regelmäßig messen und im Idealfall ein Blutdruck-Tagebuch führen. Bei länger anhaltenden Auffälligkeiten empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen, der mehrere Messungen des Blutdrucks vornimmt. In einer ausführlichen Anamnese werden die Symptome reflektiert, wobei die Essgewohnheiten, die eingenommenen Medikamente, Risikofaktoren, familiären Vorbelastungen und psychischen Ursachen berücksichtigt werden.

Einen guten Aufschluss über eventuell vorliegende Blutdruckschwankungen können eine Langzeitmessung des Blutdrucks über 24 Stunden, ein Belastungs-EKG sowie der Besuch eines Kardiologen geben. Die erfassten Werte der Messung verdeutlichen, wie sich der Blutdruck in den verschiedenen Situationen verändert. Der Verlauf der Blutdruckschwankungen kann kritisch sein, wenn keine rechtzeitige Behandlung erfolgt. In diesem Fall kann es zu einer Unterversorgung der Organe, zu Organschädigungen oder sogar zum Tod kommen.

Behandlung und Therapie

Es gibt bei Blutdruckschwankungen verschiedene therapeutische Möglichkeiten, um den Blutdruck auf einen normalen Wert zu bringen. Dies gilt sowohl beim plötzlichen Abfall als auch beim akuten Anstieg des Blutdrucks. Ist der Grund für ein plötzliches Absacken des Blutdrucks beispielsweise ein Volumenmangelschock, ist das Hochhalten der Beine eine geeignete Sofortmaßnahme. Dadurch kann das Blut wieder leichter Richtung Herz strömen. Das Blutvolumen wird in der Notfallmedizin gegebenenfalls auch durch die Infusion von Volumenersatzstoffen künstlich erhöht und der Kreislauf somit stabilisiert.

Beim kardiogenen Schock muss die auslösende Herzerkrankung behandelt werden. Bei einem allergischen Schock kommen Antihistaminika und andere Arzneien zum Einsatz und beim septischen Schock kreislaufstabilisierende Mittel, Infusionen und Medikamente, welche die ursächliche Infektion bekämpfen. Beim plötzlichen Anstieg oder Abfall des Bluthochdrucks wird er medikamentös gesenkt oder erhöht, aber auch die möglichen Ursachen müssen berücksichtigt werden.

Resultieren die Blutdruckschwankungen aus psychischen Belastungen, können psychotherapeutische Maßnahmen dabei helfen, die Beschwerden zu vermeiden. Bei einem zu niedrigen Blutdruck ist nicht immer eine Behandlung erforderlich, da er für den Organismus keine Bedrohung darstellt.



Vorbeugung

Aufgrund der zahlreichen verschiedenen Ursachen der Blutdruckschwankungen ist die Behandlung nicht immer möglich. Doch es gibt zahlreiche Maßnahmen, die hilfreich sind, beispielsweise eine ausgewogene und gesunde Ernährung, die zudem nicht zu salzhaltig sein sollte sowie eine regelmäßige körperliche Bewegung, um ein normales Blutdrucklevel zu erreichen.

Bei der Vorbeugung oder Therapie der Blutdruckschwankungen ist es auch wichtig, zu erkennen, wie der Blutdruck durch ein Umstellen der Ernährung und Lebensgewohnheiten dauerhaft positiv beeinflusst werden kann. Dazu gehören auch der Verzicht auf Nikotin und Alkohol, Bewegung, Entspannungsphasen sowie ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus.

Bei einem zu hohen Blutdruck gehört die Gewichtsreduktion zu den effektivsten Methoden, um den Blutdruck dauerhaft zu senken. Eine vegetarische oder zumindest fleischarme Ernährung wirkt sich auf den Blutdruck ebenfalls günstig aus. Bei einem zu hohen Blutdruck sollten herzstimulierende Substanzen wie Koffein vermieden werden. Auch empfiehlt es sich, das Herz-Kreislauf-System mit einem moderaten körperlichen Training zu stärken.

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