Gewöhnlicher Blutweiderich

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. April 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Gewöhnlicher Blutweiderich

Der Gewöhnliche Blutweiderich trägt den botanischen Namen Lythrum salicaria und stammt aus der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae). Er wächst vorwiegend an feuchten Orten und wird von verschiedenen Raupen und Schmetterlingen als Futterpflanze verwendet. Daneben findet er Anwendung in der Naturheilkunde und ist eine beliebte Zierpflanze in heimischen Gärten.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Die Heilpflanze Gewöhnlicher Blutweiderich hilft als Tee oder Umschlag u.a. gegen Halsschmerzen.

Bei dem Gewöhnlichen Blutweiderich handelt es sich um eine ausdauernde Pflanze. Sie ist krautig und erreicht Höhen von bis zu zwei Metern, wobei sie bis zu 1,5 Meter breit werden kann. Aus dem Rhizom können bis zu 50 Stängel wachsen, die mehrkantig, behaart und teilweise ästig sind. Die Laubblätter des Blutweiderichs sind oval oder schmal-lanzettelich. Der Blütenstand der Pflanze ist ährenförmig, kann aber auch die Form von Trauben annehmen. Jeder einzelne Blütenstand kann aus mehr als hundert Blüten bestehen. Die Farbe der Blüten ist purpurfarben, wobei die Blütezeit zwischen Juni und September liegt. Die Kronblätter der Blüte sind etwa einen Zentimeter lang und der Gewöhnliche Blutweiderich weist drei verschiedene Blütentypen auf. Diese sind auf verschiedenen Pflanzen zu finden und unterscheiden sich in der Länge der Griffel und Staubblätter.

Die Bestäubung des Blutweiderichs erfolgt durch Fremdbestäubung. Eine Einzelpflanze produziert bis zu drei Millionen Samen, die Ausbreitung erfolgt über Wasser und Wind. Die Schleimhaare, mit denen die Samen ausgestattet sind, sorgen für die Haftung an Wasservögeln. Dadurch wird die Verbreitung gewährleistet. Der Gewöhnliche Blutweiderich ist unkompliziert und wächst auf nahezu allen feuchten Böden. Seine bevorzugten Gebiete sind Sümpfe und Ufer sowie Seen, Flüsse, Bäche, Weiher und Kanäle. Auch in Gräben ist er zu finden.

Der Blutweidericht ist vor allem in tieferen Lagen beheimatet, findet sich aber auch in mittleren Gebirgslagen. Nährstoffreiche Sumpfhumusböden sind für ihn besonders geeignet. Sein Verbreitungsgebiet ist eurasiatisch und subozeanisch. Er findet sich in Asien, Australien und Europa, während er in Nordamerika angesiedelt wurde. Dort wurde er als Neophyt eingeführt. Der Gewöhnliche Blutweiderich wird an Gewässersäumen als Zierpflanze genutzt. Hier finden sich verschiedene Sorten, die kultiviert wurden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Die Inhaltsstoffe des Gewöhnlichen Blutweiderichs sind Pectine, Harze, Gerbstoffe und ätherische Öle. Außerdem enthält er die Pflanze das Glykosid Salicarin und das Flavon Vitexin. Aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes wurde das Kraut bereits im 16. Jahrhundert zum Gerben von Leder benutzt. Zudem fand es Nutzung beim Imprägnieren von Seilen und Holz. Daneben wurde der Gewöhnliche Blutweiderich aufgrund seiner Inhaltsstoffe auch in der Heilkunde genutzt. Bereits im Altertum finden sich Anwendungsbeispiele der Pflanze bei Dioskurides und Plinius.

Anwendung fand die Pflanze bei Ekzemen und Blutspeien, wobei vor allem die Blüten und der Wurzelstock genutzt wurden. Im Mittelalter wurde das Kauen der Stängel gegen blutendes Zahnfleisch empfohlen und sie wurde bei inneren Blutungen eingesetzt. Die Gerbstoffe verleihen dem Kraut harntreibende, blutstillende und bakterizide Eigenschaften. Zudem ist der Blutweiderich adstringierend. Aus diesen Gründen war er während der Choleraepidemie des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Heilmittel.

Bis heute hat sich der Blutweiderich in der Volksmedizin gehalten. In Teeform und als Umschlag kann er innerlich und äußerlich angewendet werden. Je nach Beschwerden sind auch Bäder zu empfehlen. Hierfür werden 60 Gramm des Krautes mit drei Liter kochendem Wasser aufgebrüht. Die Mischung kann nach 15 Minuten dem Badewasser zugegeben werden. Für die Zubereitung als Tee reichen zwei bis drei Löffel des Krautes, die mit heißem Wasser übergossen werden. Nach dem Abseihen kann der Tee getrunken werden. Auf Zucker sollte hierbei verzichtet werden, da die Wirksamkeit der Gerbstoffe ansonsten verloren geht. Daneben findet der Blutweiderich auch Anwendung in der Tiermedizin. Verarbeitet werden neben dem Stängel und dem Kraut auch die Wurzel und die Blüten. Die Nutzung kann sowohl getrocknet als auch frisch erfolgen, wobei die frischen Bestandteile einen höheren Wirkstoffgehalt aufweisen.

Wogegen hilft Gewöhnlicher Blutweiderich?

Bedeutung für die Gesundheit

Bei geringen Beschwerden ist eine Behandlung mit Gewöhnlichem Blutweiderich kein Problem. Das Heilkraut ist sehr mild und es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Daher kann es auch bei Kindern eingesetzt werden. Trotzdem wird es heute in der Medizin und Homöopathie kaum noch verwendet. Aufgrund der geringen Verwechslungsgefahr kann das Kraut auch selbst gesammelt werden. Einsetzbar ist der Blutweiderich gegen Durchfall und andere Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes.

Hierzu gehören auch Hämorrhoiden, bei denen Sitzbäder zur Linderung der Symptome durchgeführt werden können. Bei Diabetes kann der Blutweiderich auch ergänzend eingesetzt werden, da er eine blutzuckersenkende Wirkung aufweist. Daneben hat die Pflanze eine positive Wirkung bei verstärkter Blutung während der Periode und lindert Halsschmerzen sowie Entzündungen im Mundraum. Umschläge mit Blutweiderichtee fördern die Heilung von Wunden.

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