Geschwollene Finger

Letzte Aktualisierung am 29. März 2017 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Geschwollene Finger können Symptom für ein Trauma, eine Entzündung oder Infektion sein, jedoch auch Folge eines Ödems oder von Arthrose. Die Behandlung ist weitgehend abhängig von der Ursache für die Schwellung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind geschwollene Finger?

Ein geschwollener Finger bildet sich in der Regel, wenn sich im Gewebe des Fingers oder seiner Gelenke einen Entzündung ausgebildet hat. Durch die Entzündung sammelt sich an betroffenen Stellen Flüssigkeit im Finger, die ihn anschwellen und schmerzen lässt. Dies kann durch Infektionen, Traumata oder andere abnormale Ursachen entstehen, wie zum Beispiel Arthritis.

Auch während oder nach einer Schwangerschaft kann ein Mehr an Flüssigkeit im Körper gespeichert werden, die sich auch in den Fingern bemerkbar machen kann. Da geschwollene Finger ein Anzeichen für eine ernstzunehmende Entzündung sein kann, sollte der Betroffene mit einem Arzt über die Symptome sprechen und eine Untersuchung durchführen lassen.

Ursachen

Geschwollene Finger können verursacht werden durch Verletzungen, Traumata, Infektionen, Entzündungen und andere nicht normale Zustände wie Ödeme. In einige Fällen ist ein geschwollener Finger ein Symptom für eine schwerwiegende Entzündung oder Verletzung, wie einem gebrochenen Knochen und sollte schnell behandelt werden.

Weitere Gründe physischer Verletzungen sind Bisse, Bänderrisse, Knorpelverletzungen oder Überbeanspruchung. Zu den Gründen für eine Infektion oder Entzündung zählen: Schleimbeutelentzündung (ein mit Flüssigkeit gefüllter Beutel, der die Gelenke schützt), Karpaltunnelsyndrom (Druck auf den Nerv, der durch das Handgelenk führt), Zellulitis (bakterielle Hautentzündung), Ganglionzyste (Wuchs oder Schwellung auf dem Knöchel), Streptokokken-Infektion, Nagelfalzentzündung, Arthrose, rheumatoide Arthritis, septische Arthritis. Die Ursachen für Ödeme (Wasserablagerungen im Gewebe) können noch sehr viel vielfältiger sein. Neben einer Schwangerschaft kommen Ödeme auch bei Einnahme bestimmter Medikamente vor, Herzproblemen oder Nierenversagen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Geschwollene Finger sind nicht immer ein Fall für den Arzt. Eine fachärztliche Diagnose empfiehlt sich, wenn die geschwollenen Finger nicht auf eine Verletzung am Finger oder an der Hand zurückzuführen sind oder die Beschwerden über mehrere Stunden bestehen bleiben und im Verlauf zunehmen.

Da die Schwellung oft durch einen behinderten Blutfluss oder einen Lymphstau ausgelöst wird, muss eine ärztliche Abklärung immer zeitnah erfolgen. Besonders akut sind geschwollene Finger in Folge einer Infektion oder Entzündung wie etwa Fibromatose. Bei Nichtbehandlung kann es schnell zu Deformationen kommen; oft bleibt nur noch eine Amputation.

Außerdem sollte ein Arzt eingeschaltet werden, wenn Schmerzen, Einschränkungen in der Mobilität oder anderweitige Begleiterscheinungen hinzukommen. Nimmt die Schwellung rasch zu und geht mit stechenden Schmerzen einher, sollte ein Notarzt alarmiert werden.

Bei geschwollenen Fingern in Folge einer bereits diagnostizierten Erkrankung sollten die Symptome beobachtet werden. Kommt es zu ungewöhnlichen Begleiterscheinungen oder schwellen neben den Fingern noch andere Glieder an, muss dies mit dem Hausarzt besprochen werden. Für die Behandlung spezifischer Grundleiden sind vor allem Neurologen, Internisten, Nephrologen und Gastroenterologen gefragt.

Diagnose und Verlauf

Um die Ursache der geschwollenen Finger zu diagnostizieren, wird die Ärztin eine Reihe von Fragen stellen, die mit den aufgekommenen Anzeichen und Symptomen zusammenhängen. Diese Fragen können unter anderem sein:

  • Wie viele Ihrer Finger sind geschwollen oder schmerzen?
  • Ist der gesamte Finger geschwollen oder nur Teile von ihm?
  • Wann genau hat das Anschwellen des Fingers begonnen?
  • Wie lange dauert die Schwellung bereits an, kommt und geht sie oder bleibt sie statisch?
  • Hatten irgendwelche Infektionen oder Verletzungen an den betroffenen Fingern?
  • Haben Sie Schmerzen, bzw. irgendwelche weiteren Symptome?

Geschwollene Finger können zu weiteren Komplikationen führen, je nach Ursache der Schwellung. Da die Schwellung durch eine ernste Infektion oder Krankheit ausgelöst werden kann, kann fehlende Behandlung zu dauerhaften Schäden führen. Bei Auftreten der Schwellung sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Eine richtige Diagnose und schnelle Behandlung kann eine chronische Behinderung, Amputation, Deformation, oder das Ausbreiten einer möglichen Infektion auf andere Bereiche verhindern.

Komplikationen

Die Ursachen für geschwollene Finger sind vielfältig, deswegen sind die Komplikationen je nach Erkrankung auch unterschiedlich. Häufig stecken dahinter rheumatische Erkrankungen, die neben den Fingern auch andere Gelenke und Organe betreffen. Bei der Progressiven systemischen Sklerodermie beispielsweise werden nicht nur die Finger angegriffen, so dass es zu einer arteriellen Durchblutungsstörung kommen kann, sondern auch die Muskeln und das Skelett, so dass es hierbei zu starken Kontraktionen kommen kann, die eine Bewegung der Finger einschränken. Dazu können sich aufgrund der Mangeldurchblutung Geschwüre bilden, sowie ein Absterben der Zellen (Nekrose).

Ebenso können Infektionen der Gelenke (Arthritis) oder der Sehnenscheiden (Tendovaginitis) Schwellungen verursachen. Bei der Arthritis kann es zu Gelenkzerstörungen kommen, die die Finger deformieren kann und so die Bewegung beeinträchtigen. Daneben kann die Arthritis auch andere Organe befallen, so zum Beispiel das Herz oder die Niere, welche in eine Niereninsuffizienz enden kann. Sie kann das Rheumatische Fieber auslösen, das auch Haut und Gehirn betreffen kann. Eine Tendovaginitis heilt behandelt von selbst aus, kann jedoch in einen chronischen Zustand übergehen und tägliche Schwellungen der Finger auslösen und diese in ihrer Bewegung einschränken. Zuletzt kann auch eine einfache Arthrose an den Fingern Schwellungen auslösen, die ähnlich wie bei der Arthritis Gelenkzerstörungen verursachen kann und eine Bewegung stark einschränken können.

Behandlung und Therapie

Um geschwollene Finger zu behandeln, ist es notwendig, die genaue Ursache der Schwellung zu wissen. Nur so kann eine angepasste Therapie erfolgen. Eine häufige Ursache für einen geschwollenen Finger ist ein Trauma jeglicher Art, ausgelöst durch einen Schlag, eine Quetschung, Überdehnung, etc.

Abhängig vom Grad der Verletzung wird der Arzt den Finger möglicherweise operieren müssen, auf jeden Fall aber benötigt er Ruhe, um zu verheilen. Dies wird meist durch eine Stabilisation mit einer Bandage oder Gips erreicht. Bei bakteriellen Infektionen, bspw. durch eine verunreinigte Verletzung benötigen eine Säuberung und ggf. eine Behandlung mit Antibiotika.

Sind die geschwollenen Finger jedoch Symptom von Arthrose, läuft der Patient Gefahr, Stück für Stück die Bewegungsfähigkeit seiner Finger zu verlieren. Hier muss eine gezielt Therapie eingeleitet werden, um das Fortschreiten der Krankheit einzudämmen. Dazu können zählen: Die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten (Antiphlogistikum), um die Schwellungen und Entzündungen in den Gelenken zu reduzieren.

Die Einnahme von speziellen Gelenk-Medikamenten, bestehend aus Glucosamin und Chondroitin, zwei wichtige Bausteine für gesundes Knorpelgewebe.

Die Injektion kleinerer Dosen von Kortison kann ebenso gezielt Entzündungen in der Hand lindern. Eine begleitende Bewegungstherapie unterstützt die weitere Einsatzfähigkeit der Hände. Bestimmte Heiß-Kalt-Therapien werden eingesetzt, um das Gefühl in den Händen zu verbessern. Angebrachte Schienen können dabei helfen, die Gelenke von Zeit zu Zeit zu entlasten.

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Vorbeugung

Geschwollene Finger, die durch Verletzungen verursacht werden, können letztlich nur durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden. Unfälle geschehen jedoch. Auch Arthrose lässt sich nur schwerlich vorbeugen. Ein frühes Erkennen der Krankheit kann dem Betroffenen helfen, besser mit seiner Erkrankung zu leben und die Bewegungsfähigkeit seiner Finger zu erhalten.

Eine gesunde Lebensführung mit viel Bewegung und ausgewogenen Essen verringert das Risiko an Arthrose zu erkranken. Wenn die Finger und Hände durch Ödeme anschwellen, helfen gezielte physische Übungen, um das Wasser aus dem Gewebe zu bekommen. Manchmal hilft das Tippen auf einer Tastatur bereits, das Massieren der Finger oder das längere Halten der Hände über den Kopf.

Bücher über Arthrose

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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