Geruchsstörung (Riechstörung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Januar 2015
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Eine Geruchsstörung (Riechstörung) führt zu einer Beeinträchtigung der Riechwahrnehmung. In den meisten Fällen ist diese Beeinträchtigung vorübergehend und muss nicht behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Geruchsstörung (Riechstörung)?

Bei einer Geruchsstörung (Riechstörung) ist die olfaktorische Wahrnehmung, also die Riechwahrnehmung, beeinträchtigt. Die Störung kann sich auf verschiedene Arten äußern. Grundsätzlich wird zwischen Anosmie, Hyperosmie und Hyposmie unterschieden.

Die Anosmie bezeichnet den vollständigen Verlust des Geruchssinnes. Bei der Hyperosmie liegt eine Überempfindlichkeit der Riechwahrnehmung vor. Die Hyposmie geht mit einer relativen Unempfindlichkeit gegenüber Geruchreizen einher.

Obwohl Geruchsstörungen in der Allgemeinbevölkerung wenig bekannt sind, treten diese keineswegs selten auf. So wird angenommen, dass etwa 5% der Bevölkerung an Anosmie leiden.

Ursachen

Da der Geruchssinn sehr komplex ist, gibt es verschiedenste Ursachen, die zu einer Geruchsstörung (Riechstörung) führen können. Die grundsätzliche Unterteilung erfolgt in nicht-sinunasale und sinunasale Riechstörungen. Bei einer sinunasalen Riechstörung liegt die Ursache für die Beschwerden in der Nase selbst oder in den Nasennebenhöhlen. Mögliche Ursachen einer nicht-sinunasalen Riechstörung sind Kopfverletzungen, Kontakt mit reizenden Substanzen oder die Einnahme von Medikamenten, die sich auf die Geruchswahrnehmung auswirken.

Nicht-sinunasale Geruchsstörungen können ihre Ursache unter anderem in Allergien haben. Auch Polypen, also gutartige Wucherungen der Schleimhaut in der Nase können zu einer Riechstörung führen. In seltenen Fällen verursacht eine Fehlstellung der Nase, etwa eine schiefe Nasenscheidewand, eine Verminderung des Riechvermögens. Nur in Ausnahmefällen wird eine Geruchsstörung durch eine schwere Erkrankung wie einen Tumor im Gehirn verursacht. Menschen, die an Morbus Alzheimer erkrankt sind, leiden zu einem Großteil unter Störungen der Geruchswahrnehmung.

Eine Geruchsstörung ist bei schwangeren Frauen keine Seltenheit; diese vergeht jedoch nach der Geburt des Kindes in den meisten Fällen von selbst. Auch Rauchen kann zu einer Abnahme des Riechvermögens und zu einer ausgeprägten Geruchsstörung führen.

Symptome und Verlauf

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Geruchsstörungen (Riechstörungen), die mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Der Schweregrad ist von der Art der Riechstörung und der zugrunde liegenden Ursache abhängig. Allgemein kann zwischen quantitativen und qualitativen Geruchsstörungen unterschieden werden.

Bei den quantitativen Geruchsstörungen kommt es entweder zu einem Verlust der olfaktorischen Wahrnehmung (Anosmie) oder zu einer Verringerung (Hyposmie) bzw. zu einer Überempfindlichkeit (Hyperosmie) der Geruchswahrnehmung. Die Symptome der qualitativen Geruchsstörungen zeichnen sich durch eine Veränderung der Wahrnehmung von Gerüchen aus.

Bei einer Phantosomie nehmen Betroffene zum Beispiel Gerüche wahr, die nicht vorhanden sind. Leidet jemand an Kakosmie, nimmt diese Person unangenehme Gerüche als wohlriechend wahr. Der Verlauf einer Geruchsstörung ist in den meisten Fällen als positiv einzuschätzen, da die Mehrheit der Riechstörungen von selbst innerhalb von einigen Tagen verschwindet.

Diagnose

Die Diagnosestellung einer Geruchsstörung (Riechstörung) ist manchmal etwas kompliziert, da verschiedenste Ursachen in Betracht gezogen werden müssen. Zu Beginn erhebt der behandelnde Arzt eine ausführliche Anamnese. Dabei fragt er nach den genauen Symptomen und eruiert, ob auch Geschmackstörungen vorliegen. Außerdem erkundigt sich der Arzt nach bereits bestehenden Grunderkrankungen, die möglicherweise die Ursache für die Geruchsstörung sind.

Nach dem Gespräch folgt die körperliche Untersuchung, bei der die Nase sowie der Rachenraum untersucht werden. Ist die Ursache danach immer noch unklar, besteht die Möglichkeit, einen Riechtest durchzuführen. Dabei wird bestimmt, welche Duftstoffe und in welcher Intensität wahrgenommen werden können. In manchen Fällen ist eine weitere Untersuchung mit bildgebenden Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie notwendig, um neurologische Ursachen abzuklären.

Behandlung

Die Behandlung einer Geruchsstörung (Riechstörung) richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und den Symptomen. Ohne genaue Diagnose kann keine Behandlung erfolgen, da diese von der Art der Riechstörung abhängig ist. Sinunasale Geruchsstörungen können in den meisten Fällen gut behandelt werden. Liegt zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung vor, verschreibt der behandelnde Arzt ein Antibiotikum. In den meisten Fällen verschwindet durch die Behandlung der Entzündung auch die Geruchsstörung.

Bei einer schiefen Nasenscheidewand kann eine Operation notwendig werden, welche die Fehlstellung korrigiert. Sind Polypen der Nasenschleimhaut für die Riechstörung verantwortlich, müssen diese entfernt werden. Leidet der Betroffene unter einer Allergie, welche die olfaktorische Wahrnehmung beeinträchtigen, erfolgt die Behandlung der Riechstörung durch die Behandlung der Allergie. In den meisten Fällen klingt die Riechstörung ab, sobald die Allergie behandelt wird.

Sind Medikamente für die Riechstörung verantwortlich, sollten diese wenn möglich ersetzt werden. Tritt eine Geruchsstörung während der Schwangerschaft auf, ist diese hormonell bedingt und bedarf keinerlei Behandlung. Ist der Konsum von Tabak für die Beschwerden verantwortlich, besteht die Therapie in einer Unterstützung bei der Raucherentwöhnung, die durch Medikamente erleichtert werden kann. Allerdings ist es möglich, dass die Geruchsstörung auch nach der Raucherentwöhnung bestehen bleibt.

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Vorbeugung

Eine gezielte Vorbeugung ist bei Geruchsstörungen (Riechstörungen) nicht möglich, da die Ursachen zu komplex sind und nicht mit einfachen Maßnahmen verhindert werden können. Nichtsdestotrotz gibt es einige prophylaktische Maßnahmen, welche die Entstehung von Riechstörungen weniger wahrscheinlich machen. So empfiehlt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören, weil dadurch das Riechvermögen herabgesetzt wird.

Bei der Einnahme von Medikamenten sollte darauf geachtet werden, ob sich diese negativ auf den Geruchssinn auswirken. Ist dies der Fall, sollte über Alternativen nachgedacht werden. Darüber hinaus sollte beim ersten Auftreten einer Geruchsstörung möglichst schnell ein Arzt aufgesucht werden, um eine dauerhafte Störung zu vermeiden.

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