Fructoseintoleranz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. September 2015
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Nach der Banane am Morgen rumort der Magen, nach dem Pfirsich am Mittag bekommt man Durchfall - der Verdacht auf eine Fructoseintoleranz liegt nahe. Diese Diagnose bringt ein radikales Einschränken des Konsums von Fruchtzucker mit sich. Doch kann man sich trotz dieses Verzichts überhaupt noch gesund ernähren?

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fructoseintoleranz?

Fructoseintoleranz lässt sich ganz einfach beschreiben: Betroffene vertragen keinen Fruchtzucker. Auf unterschiedliche Weise reagieren sie zumeist im Magen-Darm-Bereich auf den Zucker aus Früchten, der kaum oder gar nicht im Körper verarbeitet werden kann. Der Grund: Den Patienten fehlt ein gewisses Enzym. Dies betrifft beinahe jeden dritten Menschen in Europa.

Doch nicht jeder Betroffene weist die typischen Symptome auf. Wichtig: Es darf keine Verwechslung mit dem Fructoseintoleranz-Syndrom erfolgen, einem äußerst seltenen Stoffwechseldefekt. Bei der an dieser Stelle näher beschriebenen Fructosenintoleranz handelt es sich nämlich um eine Aufnahmestörung des Darms.

Ursachen

Die Ursachen einer Fructoseintoleranz sind genetisch bedingt. Somit handelt es sich hierbei um eine vererbbare Erkrankung. Bei einer Fructoseintoleranz ist die Aufnahmefähigkeit der Darmschleimhaut gestört. An diesem Umstand sind gleich mehrere Gene beteiligt. Aus diesem Grunde kann auch kein gezieltes Bekämpfen der Ursachen der Fructoseintoleranz erfolgen. Dies erschwert die Heilung und lässt für die Therapie nur eine einzige Möglichkeit zu: den größtmöglichen Verzicht auf fruchtzuckerhaltige Lebensmittel.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome:

Die Symptome einer Fructoseintoleranz beschränken sich zu Beginn auf den Bereich des Magens und Darms. Dazu gehören Blähungen, Völlegefühl, Durchfall und häufiger Harndrang. Allerdings kann eine Fructoseintoleranz auch zu Konzentrationsstörungen, Nervosität, Depressionen, Schwindel und Erschöpfung führen. Betroffene weisen einen Mangel an Folsäure und Zink auf.

Eine Fructoseintoleranz sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wird der Verzicht auf fructosehaltige Lebensmittel nicht konsequent betrieben, drohen schwere Folgeschäden. Dies können Unterzuckerung und Funktionsstörungen der Leber ebenso sein wie Schädigungen an Nieren und Gehirn.

Eine Fructoseintoleranz kann zu jedem Zeitpunkt auftreten. Es ist möglich, dass sie nur von kurzer Dauer ist. In der Regel verschwinden die Symptome jedoch nicht ohne Weiteres. Besonders dann, wenn es sich um die angeborene Form der Fructoseintoleranz handelt. Dann bleibt nur der lebenslange Verzicht auf bestimmte Lebensmittel.

Diagnose

Menschen, die die geschilderten Symptome bei sich beobachtetn sollten den Hausarzt aufsuchen. Am häufigsten lässt sich eine Fructoseintoleranz über den H2-Atemtest nachweisen. Der Arzt weiß, dass beim gesunden Menschen die Fructose im Dünndarm aufgenommen wird. Liegt eine Fructoseintoleranz vor, kann die Fructose aufgrund eines fehlenden Enzyms in tiefere Abschnitte des Darms gelangen. Hier wird sie von den Darmbakterien zersetzt. Durch diese Gärung entsteht Wasserstoff. Und genau dieser Wasserstoff lässt sich mit dem Atemtest nachweisen. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, dass der Patient eine Fructoselösung trinken muss. Anschließend wird stündlich der Blutzucker kontrolliert. Während es beim gesunden Menschen zu einem Anstieg kommt, steigt der Blutzucker bei den an Fructoseintoleranz erkrankten Personen kaum bis überhaupt nicht an. Manchmal fällt der Blutzuckerspiegel sogar noch ab.

Behandlung und Therapie

Aktuell gibt es keine Medikamente, die bei einer Fructoseintoleranz wirkungsvoll eingesetzt werden können. Ist eine Fructoseintoleranz eindeutig diagnostiziert, hilft nur noch eine Auslassdiät. In dieser Diät sollten mindestens vier Wochen lang bestimmte fructosehaltige Lebensmittel gemieden werden. Einige Mediziner raten sogar von einer bis zu einjährigen Auslassdiät. Nach dieser Karenzzeit sollten sich in den meisten Fällen die Symptome der Fructoseintoleranz zurückgebildet haben.

Doch welche Nahrungsmittel sind es eigentlich, die bei einer Fructoseintoleranz zeitweise vom Speiseplan gestrichen werden sollen? An erster Stelle stehen Obst, Säfte, Honig, Trockenfrüchte, Zwiebel, Haushaltszucker sowie Brot und Wurst, sofern sie Zucker enthalten.

Das Problem: Viele Fertigprodukte enthalten Fructose. Erlaubt sind Nudeln, Reis, Fleisch, Fisch und Käse. Auch Naturjoghurt, Milch und Traubenzucker dürfen verzehrt werden. Stilles Mineralwasser, Kräuter- und Rotbuschtee sowie Kaffee sind die idealen Getränke bei einer Fructoseintoleranz. Generell sollten Gemüse und Obst vor dem Verzehr gedünstet werden.

Weiterhin sollte bei einer Fructoseintoleranz der Zuckeraustauschstoff Sorbitol gemieden werden. Sorbitol ist unter anderem in Süßigkeiten enthalten und wird vom Körper in Fructose umgewandelt. Damit kommt es ebenfalls zu den Symptomen einer Fructoseintoleranz. Erst, wenn sich alle Symptome verbessert haben, kann wieder eine schrittweise Heranführung an fructosehaltige Produkte gewagt werden.

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Vorbeugung

Leider ist es nicht möglich, einer Fructoseintoleranz vorzubeugen. Tritt eine Fructoseintoleranz bereits häufiger in der Familie auf, kann es sinnvoll sein, ein Baby im ersten Lebensjahr keinerlei Obst noch Gemüse zu verabreichen. Mit dem Kinderarzt sollte besprochen werden, welche Medikamente gegen den Vitaminmangel gegeben werden. Liegt bereits eine Fructoseintoleranz vor, bleibt den Betroffenen nur das Meiden jeglichen Fruchtzuckers.

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