Feuchte Hände

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Januar 2015
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Das Problem feuchte Hände kennen Viele, doch nur allzu gerne wird darüber geschwiegen. Dabei ist dieses oftmals unangenehme „Tabuthema“ der übermäßigen Schweißproduktion an den Händen nichts, wofür man sich schämen müsste, denn es handelt sich dabei um einen natürlichen, wenn in solchen Fällen auch extremeren, Vorgang des eigenen Organismus.

Inhaltsverzeichnis

Was sind feuchte Hände?

Hyperhidrose wird als allgemein gültiger Fachbegriff für die übermäßige Schweißproduktion, nicht nur in puncto feuchte Hände, verwendet. Dabei bezieht sich dieser aus dem Griechischen stammende Begriff nicht nur auf das Stressschwitzen, sondern auch den feuchten Händedruck unter entspannten Bedingungen, namentlich die chronische und dauerhaft übermäßige Schweißabsonderung.

Dabei bezeichnet der Begriff nicht das „normale“ Schwitzen und selten feuchte Hände an sich, das für unser Überleben notwendig ist, sondern die Schweißabsonderung ohne ersichtlichen Grund. Betroffene leiden verständlicherweise unter dem Zustand feuchte Hände und suchen nach Lösungen und so gilt es, erst einmal seinen „Feind“ zu kennen, um ihn effektiv und nachhaltig aus dem eigenen schweißfreieren Leben verbannen zu können.

Ursachen

Leider konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden, welche genauen Ursachen der Problematik der feuchten Hände tatsächlich zugrunde liegen. Jedoch haben Untersuchungen gezeigt, dass häufig Erkrankte des sogenannten Frey-Syndroms unter einer auf einen bestimmten Körperteil vermehrten Schweißproduktion leiden.

Oftmals ist in diesem Zusammenhang auch von einer Überfunktion der Schilddrüsen, den Nebenwirkungen von eingenommenen Arzneimitteln, von Adipositas oder von Kreislaufstörungen die Rede. Nicht nur diese potenziellen Ursachen der feuchten Hände sollten ärztlich behandelt werden, denn möglicherweise sind auch psychische Probleme wie etwa ein Trauma für feuchte Hände verantwortlich, die in einen Teufelskreis führen können.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Wenn über einen längeren Zeitraum eine erhöhte Schweißproduktion, z.B. ständig feuchte Hände, beobachtet wird und dafür kein ersichtlicher Grund besteht, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser diagnostiziert eine Hyperhidrose nicht durch die produzierte Menge an Schweiß, sondern aufgrund der gegebenen Umstände. Schwitzt ein Mensch also „sinnlos“ und bei leichten Tätigkeiten liegt eine Erkrankung an einer Hyperhidrose nahe.

Zu Beginn sollte man das Verhalten des eigenen Körpers beobachten. Schwitze ich nur unter bestimmten Situationen, wenn ich z.B. ängstlich bin? Habe ich irgendwelche körperlichen oder seelischen Vorerkrankungen, die noch unbehandelt sind? Hat man diese möglichen Ursachen notiert, kann gemeinsam mit dem Arzt ein Plan zur effektiven Behandlung bei feuchten Händen erstellt werden, denn der Verlauf der Krankheit ist immer ganz individuell.

Behandlung

Die gute Nachricht nun als Erstes: Hyperhidrose und damit verbundene feuchte Hände sind in den meisten Fällen behandelbar. Dies kann mit Hausmitteln, z.B. mit dem täglichen Verzehr von Salbeitee, aber auch mit Präparaten aus der Apotheke oder aus dem Drogeriemarkt geschehen. Waschgele, die gegen fettige Haut wirken, haben sich so beispielsweise als sehr effektiv erwiesen. Die feuchten Hände werden dazu mehrmals täglich mit diesem Gel eingerieben. Wichtig ist hier, dass das Gel kurz einwirken kann und die Hände vor der Behandlung sauber und trocken sind.

Medikamente und Salben wie z.B. Odaban helfen zudem bei übermäßigen Schweißattacken. In diesem Fall ist die Salbe abends auf einem Wattepad aufzutragen, mit dem man sich anschließend die Hände einreibt. Das Odaban wird jedoch nicht abgewaschen, sondern es soll über Nacht einwirken.

Auch die progressive Muskelentspannung und Yoga können bei feuchten Händen helfen, besonders wenn der Problematik psychische Probleme zugrunde liegen. Sport ist grundsätzlich immer ein effektives Mittel, das nicht nur bei gewichtsbedingtem Schwitzen wahre Wunder bewirken kann.

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Vorbeugung

Für viele Patienten ist es hilfreich, sich die Situation immer wieder vor dem inneren Auge vorzuspielen, in der besonders häufig feuchte Hände auftreten. So erreicht man eine gewisse Routine und kann sich in der tatsächlichen Situation ohne feuchte Hände besser entspannen. Auch Atemübungen sind eine gelungene Taktik zur Verbeugung von feuchten Händen, besonders, da sie auch während einer Situation ausgeführt werden können. Dies geschieht beispielsweise durch bewusst tiefes Einatmen in den Bauch oder durch ein aktives Ausatmen.

Produkte mit Aluminiumsalzen sind bei feuchten Händen außerdem eine gute Wahl, da sie die Schweißproduktion hemmen. Hier muss man jedoch testen, welche persönliche Dosierung benötigt wird. Und auch wer unter starker Schweißbildung an den Händen leidet, kann seinem schweißtreibenden Problem durch spezielle Produkte vom Dermatologen effektiv entgegenwirken.

Regelmäßigkeit ist hier wie bei allen anderen Anwendungen das A & O, um den größtmöglichen Effekt bei feuchten Händen zu erzielen. Schlagen jedoch alle Behandlungsmaßnahmen zur Bekämpfung der feuchten Hände fehl, empfehlen sich eine Operation, Injektionen oder spezielle Behandlungen mit Strom. Schließlich hat man nur ein Leben und das möchte man schweißfrei, sprich ohne feuchte Hände, in vollen Zügen genießen können.

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