Fettstoffwechselstörung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 7. Oktober 2016
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Eine Fettstoffwechselstörung ist ein Zustand, bei dem sich im menschlichen Körper zu viele Fettzellen bilden bzw. diese nicht in angemessenem Maße abgebaut werden können. Diese Störung kann angeboren sein oder etwa durch eine Krankheit entstehen. Unbehandelt können Fettstoffwechselstörungen schlimmstenfalls zum Tode führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fettstoffwechselstörung?

Unter dem Begriff Fettstoffwechselstörung verstehen Mediziner, wie der Name bereits andeutet, eine Störung des Fettstoffwechsels im menschlichen Körper. Über die Nahrung werden dem Organismus Fette zugeführt. Diese Fette sind lebensnotwendig.

Kommt es aber zu einer dauerhaft erhöhten Zufuhr oder zu einer Störung bei der Verwertung, verstopfen nach und nach die Gefäße. Schlimmstenfalls droht dann ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Wird eine Fettstoffwechselstörung rechtzeitig erkannt, kann sie oftmals medikamentös und/oder die Anpassung des Lebensstils behandelt werden.

Ursachen

Fettstoffwechselstörungen können durch unterschiedliche Ursachen entstehen. In vielen Fällen ist die Störung angeboren. Die Betroffenen weisen dann beispielsweise einen erhöhten Cholesterinspiegel auf, ohne diesen durch ihren Lebensstil negativ zu beeinflussen. Es handelt sich hier um eine sogenannte primäre Stoffwechselstörung.

Statistiken besagen, dass jeder zehnte Patient mit einem zu hohen Cholesterinspiegel aufgrund erblicher Vorbelastungen darunter leidet. Unter Umständen kann eine sogenannte sekundäre Fettstoffwechselstörung aber auch durch eine übermäßige Zufuhr von Fetten über die Nahrung hervorgerufen werden.

Diese werden im Körper an Eiweiße gebunden, woraus sogenannten Lipoproteine entstehen. Sind zu viele davon vorhanden oder können sie nicht ausreichend verwertet werden, dringen sie in die Gefäßwände ein und sorgen dort für Entzündungen, die im späteren Verlauf zu Verengungen der betroffenen Gefäße führen. Lässt die Verengung keinen Platz mehr für das Blut, das eigentlich durchfließen sollte, sprechen Experten von einem Gefäßverschluss, der lebensbedrohliche Folgen haben kann.

Symptome und Verlauf

Eine Fettstoffwechselstörung verursacht in vielen Fällen über einen langen Zeitraum überhaupt keine Symptome. Manche Betroffenen leiden ihr Leben lang unter der Störung, ohne sie zu bemerken. Dies kann gefährliche Folgen haben, denn nicht selten wird die Fettstoffwechselstörung erst dann bemerkt, wenn sie bereits eine schwere Erkrankung hervorgerufen hat. Mögliche Symptome können Fettknötchenbildungen unter der Haut, Kribbeln in den Händen und Füßen oder eine Eintrübung um die Hornhaut im Auge sein. Bleibt eine Fettstoffwechselstörung dauerhaft unbehandelt, verengen die betroffenen Gefäße immer weiter und können irgendwann kein Blut mehr durchlassen. Dann kann es zu einem potenziell tödlichen Herzinfarkt oder zu einem Schlaganfall kommen.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Fettstoffwechselstörung, wird der behandelnde Arzt zusätzlich zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten eine Blutuntersuchung anordnen. Anhand der Blutfettwerte kann er erkennen, ob es Probleme mit dem Fettstoffwechsel gibt. Außerdem können weitere Untersuchungen wie ein EKG und das Messen des Blutdrucks bzw. des Blutzuckers erfolgen. Diese geben Auskunft darüber, ob und inwiefern der Organismus bereits durch die Stoffwechselstörung in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch der sogenannte BMI (Body-Mass-Index) kann im Rahmen der Untersuchungen ermittelt werden. Liegt bei der betroffenen Person Übergewicht vor, kann dies einen weiteren Risikofaktor für die Gesundheit darstellen.

Behandlung und Therapie

Wurde eindeutig eine Fettstoffwechselstörung diagnostiziert, wird eine entsprechende Therapie eingeleitet. Diese hat in erster Linie das Ziel, die individuellen Risikofaktoren zu minimieren und so die Gesundheit und Lebensqualität des Betroffenen zu erhöhen. Handelt es sich um eine sekundäre Fettstoffwechselstörung, sollte eine Änderung des Lebensstils erfolgen. Dazu gehört eine ausgewogene und nicht zu fettreiche Ernährung ebenso wie ausreichend Bewegung.

Übergewicht sollte abgebaut, der Konsum von Alkohol und Zigaretten eingeschränkt oder besser ganz aufgegeben werden. Der Patient muss demnach viel Initiative zeigen. Von seiner Mitarbeit hängt der Erfolg der Therapie maßgeblich ab. Zusätzlich kann eine medikamentöse Behandlung erfolgen, um den Erfolg der Therapie zu unterstützen.

Oftmals werden Medikamente erst dann verschrieben, wenn sich der Blutfettspiegel auch trotz einer Anpassung der Lebensgewohnheiten nicht senken lässt. Sie kommen allerdings auch dann zum Einsatz, wenn die Blutfette akut deutlich erhöht sind, damit das Risiko einer Folgeerkrankung verringert werden kann.

Zeigen alle Behandlungen keinen Erfolg oder handelt es sich um eine schwere primäre Fettstoffwechselstörung, kann auch eine sogenannte Plasmapherese erfolgen. Bei dieser wird das Blutplasma des Patienten ausgetauscht, sodass neutralere Blutwerte erreicht werden können.



Vorbeugung

Einer primären Fettstoffwechselstörung kann nicht vorgebeugt werden, da sie genetisch bedingt ist. Hier können nur die Symptome und Folgeschäden minimiert werden. Eine sekundäre Stoffwechselstörung kann verhindert werden, indem von Anfang an auf eine gesunde und nicht zu fettreiche Ernährung geachtet wird. Das Vermeiden von Übergewicht und ein allgemein gesunder Lebensstil kann entscheiden dazu beitragen, dass die Blutfettwerte im normalen Bereich bleiben und schwere Folgeerkrankungen so vermieden werden können.

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