Erhöhte Temperatur

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Juli 2015
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Durch Erkrankungen kommt es immer wieder zu erhöhter Körpertemperatur. Übersteigt sie eine gewisse Gradzahl, spricht man im allgemeinen von Fieber. Hierbei muss allerdings zwischen Säuglingen, Kindern und Erwachsenen unterschieden werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist erhöhte Körpertemperatur?

Der Mensch gehört in der Klassifikation zu den gleichwarmen Säugetieren und hat somit eine recht konstante Körperkerntemperatur von ungefähr 37°C. Geringe Abweichungen nach unten und nach oben sind hierbei natürlich und den jeweiligen Aktivitäten angemessen.

Erhöhte Körpertemperatur, die in Ärztekreisen als subfebrile Temperatur bezeichnet wird, liegt bei Erwachsenen und Jugendlichen bei 37,5°C. Bei Neugeborenen und Säuglingen wird schon bei einer Temperatur von 37,8°C von Fieber gesprochen.

Die Grenze, bei der die bis dato subfebrile Temperatur als Fieber bezeichnet wird, ist nicht klar definiert. Im Normalfall wird jedoch meistens ab 38°C rektal gemessener Temperatur von Fieber gesprochen.

Ursachen

Bei der Ursache von erhöhter Körpertemperatur muss beachtet werden, dass die Körpertemperatur beim gesunden Menschen im Verlaufe eines Tages allerdings auch um ungefähr 1°C schwankt. Je nach Aktivität und Tageszeit. So verläuft die Temperaturkurve meistens so, dass nachts gegen 2:00 Uhr bei einem normalen Tages- und Nachtrhythmus die tiefste Körpertemperatur von 36,6°C erreicht wird. Danach beginnt diese wieder anzusteigen.

Der Normwert liegt hier bei 36,6 bis 37,4°C. Im Verlaufe des Tages nimmt durch die körperliche Aktivität die Temperatur allgemein zu und kann am Nachmittag unter normalen und gesunden Voraussetzungen sogar 37,8°C erreichen. Dieser Anstieg wird auch meistens nicht bemerkt, da keine fiebertypischen Begleiterscheinungen auftreten.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht hormonell verhüten, steigt die Körpertemperatur durch die hormonelle Veränderung nach dem Eisprung um annähernd 0,5°C an. Diese Temperaturerhöhung bleibt meist bis zum Einsetzen der Regelblutung bestehen.

Auf diesen Messwerten basiert auch die Basalkurven-Verhütungsmethode, welche jedoch sehr ungenau ist. Zu erhöhten Temperaturen ohne gesundheitliche Hintergründe kommt es auch bei Sportlern, vor allem bei Leistungssportlern und bei Saunagängen.

Fieber oder erhöhte Körpertemperatur mit medizinischer Symptomatik sind durch die körpereigene Wärmeregulation verursacht. Hier versucht der Körper, mittels Temperaturerhöhung auf eingedrunge Fremdstoffe zu reagieren. Somit ist Fieber nicht der Beginn einer Krankheit, sondern ein Symptom, welches anzeigt, dass im Körper etwas nicht stimmt.

Diagnose und Verlauf

Bei erhöhter Körpertemperatur ist es unerheblich, ob Viren oder Bakterien für das Ansteigen der Körpertemperatur verantwortlich sind. Häufig sind bakterielle Erkrankungen von erhöhter Temperatur und leichtem Fieber begleitet. Krankheiten, die durch Viren ausgelöst werden, zeigen als Symptom eher einen rasanten Temperaturanstieg und gehen meistens mit Fieber einher.

Ursächlich für das Entstehen von erhöhter Temperatur ist das Ausschütten von Botenstoffen, hier zeichnen vor allem die Pyrogene verantwortlich. Diese bedingen, dass die körpereigene Wärmeregulation und allgemeine Abwehrreaktionen des Körpers beschleunigt werden. Auch andere entzündungsauslösende Prozesse bedingen einen Anstieg der Körpertemperatur und eine subfebrile Temperatur.

Behandlung und Therapie

Erhöhte Körpertemperatur sollte nicht mit fiebersenkenden Mitteln bekämpft werden, da hierdurch die eigentliche Krankheitsursache häufig übersehen werden kann. Auch ein veränderter und verlängerter Krankheitsverlauf kann die Folge von zu zeitig eingesetzten fiebersenkenden Medikamenten sein.

Je nach Befinden der Patienten sollte entschieden werden, ob Ruhe oder natürliche temperatursenkende Mittel wie Wadenwickel angewandt werden. Da im Allgemeinen eine erhöhte Körpertemperatur nur mit leichter Abgeschlagenheit und Müdigkeit einhergeht, sind diese Maßnahmen als Therapie in den meisten Fällen ausreichend.

Steigt die Körpertemperatur weiter, ist es ebenfalls vom eigenen befinden abhängig, in wie weit fiebersenkende Mittel benötigt werden. Zu vermeiden ist in in jedem Fall eine Überhitzung des Körpers durch übermäßige Kleidung und zu viele Decken.

Kleinkinder und Patienten mit systemischen Erkrankungen wie Krebs oder Autoimmunerkrankungen sind hier anders zu behandeln. Kinder können schon bei erhöhter Körpertemperatur zu Fieberkrämpfen neigen, die anders behandelt werden, als eine normale Temperaturerhöhung. Durch die medikamentöse Herabsetzung des Immunsystems bei Krebspatienten und Lanzeiterkrankten ist es von Fall zu Fall unterschiedlich, wie das Symptom behandelt wird.

In vielen Fällen wird hier eine Immunsuppressiva während der Therapie angesetzt, sodass bereits leichte Temperaturerhöhungen Hinweise auf bedrohliche Infekte geben können. Eine länger andauernde erhöhte Körpertemperatur kann hinweisgebend auf systemische Erkrankungen sein und bedarf ärztlicher Abklärung.

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Vorbeugung

Erhöhter Körpertemperatur und Fieber vorzubeugen ist schwierig, da es sich hier um ein Symptom, also eine Reaktion des Körpers auf eine bestehende Erkrankung handelt. Ein allgemein gestärktes Immunsystem kann allerdings als Schutz vor leichten Erkrankungen wie Erkältungen und damit einhergehendem leichten Anstieg der Körpertemperatur fungieren.

Somit sind gesunde Ernährung, Bewegung und frische Luft als Vorbeugung sicherlich sinnvoll, auch wenn sie nicht der eigentlichen Temperaturerhöhung entgegenwirken. Ist der allgemeine Abwehrstatus stabil, sind erhöhte Temperatur oder Fieber meistens Hinweise auf eine ernstzunehmende Erkrankung.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Valeria kommentierte am 12.03.2016 um 13:08 Uhr

Mein Sohn ist fast 10 und hat allergisches Asthma. Seit 1 Woche hat er erhöhte Temperatur. 1 Tag ist die Temperatur wieder normal, dann wieder erhöht. Die Ärztin hat Hustenlöser verschrieben. Aufgrund seines Asthmas. Kann es sich vielleicht doch um eine versteckte Lungenentzündung handeln?