Ellenbogenschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2015
Gesundpedia.deSymptome Ellenbogenschmerzen

Ellenbogenschmerzen und Schmerzen im Bereich des Ellenbogengelenks können auf unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden und sollten bei einem längeren Andauern ärztlich begutachtet werden. Insbesondere monotone Tätigkeiten (ergonomisch ungünstiges Arbeiten mit der Computermaus) oder gelenkbelastende Sportarten wie Tennis oder Golf begünstigen Ellenbogenschmerzen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Ellenbogenschmerzen?

Ellenbogenschmerzen manifestieren sich im Bereich des Ellenbogengelenks, das sich aus den Endstücken der Ulna (Elle), des Radius (Speiche) und des Humerus (Oberarmknochen) formiert und als Scharnier- und Kugelgelenk das Strecken und Beugen des Unterarms gewährleistet.

Zudem gehören zum Ellenbogengelenk weitere Strukturen wie Gelenkknorpel, Sehnen, Bänder oder Gelenkflüssigkeit. Aufgrund der Komplexität des Gelenkes können Ellenbogenschmerzen auf viele verschiedene Ursachen zurückgeführt werden.

Symptomatisch äußern sich Ellenbogenschmerzen zu Beginn anhand leichter ziehender bzw. drückender Schmerzen, die sich sukzessiv verstärken und in weitere Strukturen ausstrahlen können.

Bei Ellenbogenschmerzen infolge eines Traumas treten unmittelbar starke Schmerzen, Rötungen im Bereich des Ellenbogengelenks und der umliegenden Strukturen, Gelenkschwellungen sowie Bewegungseinschränkungen auf. Umgangssprachlich werden Ellenbogenschmerzen gemeinhin unter Begriffen wie „Tennis-“ oder „Golferellenbogen“ subsumiert.

Ursachen

Ellenbogenschmerzen lassen sich auf unterschiedliche Ursachen zurückführen, die allgemein in drei Gruppen eingeteilt werden können. So können Verletzungen bzw.

Traumata wie naheliegende Brüche, Stöße am sogenannten „Musikantenknochen“ (Reizung des Ellennervs), Bänderzerrungen oder -risse sowie Muskelverspannungen und Luxationen (Verrenkungen) Schmerzen im Bereich des Ellenbogens bedingen.

Zudem können zum einen Entzündungen des Knorpels, der Sehnen, Bänder oder Schleimbeutel (Arthritis, rheumatoide Arthritis, Sehnenscheiden-, Schleimbeutelentzündung) und zum anderen Abnutzungserscheinungen (Gelenkarthrose, Osteoporose) chronische Schmerzen hervorrufen. Im Rahmen täglicher Tätigkeiten (u.a. Tragen schwerer Taschen) sowie sportlicher Aktivitäten (insbesondere Golf und Tennis) wird das Ellenbogengelenk stark belastet.

Liegt eine falsche oder zu starke Belastung vor, kann dieses verletzt werden, so dass sich Schmerzen manifestieren. Ebenso treten Ellenbogenschmerzen oftmals nach einer längeren Ruhigstellung infolge von Knochenbrüchen (Gipsschiene) auf.

Zu den begünstigenden Faktoren für Ellenbogenschmerzen gehören darüber hinaus eine Repetitive Strain Injury infolge langjährig gleichbleibender Tätigkeiten (z.B. Arbeiten mit der Computermaus), Ganglien (Überbeine), freie Gelenkkörper, eine Volkmann-Kontraktur infolge einer Minderdurchblutung der Muskeln sowie Hauterkrankungen mit Ellenbogengelenkbeteiligung wie Psoriasis.

Typische Anzeichen eines Tennisarms ist der Druckschmerz am Ansatz der unteren Streckmuskulatur an der Außenseite des Ellenbogengelenks.

Diagnose und Verlauf

Eine gründliche Anamnese ermöglicht bei Ellenbogenschmerzen erste Hinweise zu den potentiell zugrundeliegenden Ursachen. Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung können Gelenkschwellungen, Ergüsse und eine eingeschränkte Beweglichkeit durch Bewegungstests festgestellt werden.

In Abhängigkeit von der möglichen Ursache sind weitere Untersuchungen erforderlich. So gibt eine Röntgenuntersuchung Aufschluss über einen Knochenschaden, eine Blutuntersuchung durch die Bestimmung der Entzündungsmarker über vorliegende Entzündungen und eine Gelenkpunktion über einen Erguss im betroffenen Ellenbogen.

Bildgebende Diagnoseverfahren wie eine Sonographie oder Kernspintomographie als auch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) dienen der Absicherung der Diagnose. In Abhängigkeit von der spezifisch zugrundeliegenden Ursache können die Schmerzen akut oder chronisch sein. Bei frühzeitiger und konsequenter Therapie können Schmerzen im Bereich des Ellenbogengelenks gut ausgeschaltet und Folgeerkrankungen (bspw. sekundäre Entzündungen) vermieden werden.

Behandlung und Therapie

Bei Ellenbogenschmerzen hängen die therapeutischen Maßnahmen maßgeblich von den zugrundeliegenden Ursachen und der Ausprägung der Schmerzen ab. Akute Schmerzen im Bereich des Ellenbogens infolge einer kurzzeitigen Überlastung bilden sich in vielen Fällen von selbst zurück.

Liegt beispielsweise ein Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis) vor, können Salbenverbände bzw. eine Gipsschiene zur Ruhigstellung und Schonung des Gelenks erforderlich werden. Bei ausgeprägteren Schmerzen und Entzündungen kommen in aller Regel entzündungshemmende Schmerzmittel wie Diclofenac oder Acetylsalicylsäure in Tablettenform bzw. als Salben zum Einsatz.

Gelenkinjektionen oder -spülungen mit kortisonhaltigen Medikamenten oder Lokalanästhetika tragen bei starken Schmerzen zur Schmerzreduzierung bei. Liegen chronische Ellenbogenschmerzen vor, kann eine sogenannte Plexus-brachialis-Blockade infrage kommen. Hierbei werden über einen Katheder (Kunststoffschlauch), der von der Achselhöhle zu den den betroffenen Arm versorgenden Nerven gelegt wird, in mehreren Intervallen Schmerzmittel oder Anästhetika gespritzt.

Elektro-, ultraschall- und stoßwellentherapeutische Maßnahmen können eine schmerzreduzierende Behandlung unterstützen. Bei Wirkungslosigkeit dieser konservativen Maßnahmen kann ein operativer Eingriff angezeigt sein. So kann beispielsweise innerhalb einer Arthroskopie bei arthrotischem Verschleiß gegebenenfalls eine gelenknahe Osteotomie (Umstellung durch partielle Knochenentfernung) zur Entlastung des Ellenbogengelenks durchgeführt werden.

Bei stark ausgeprägten Schmerzen oder fortgeschrittenem Gelenkverschleiß kann eine künstliche Gelenkprothese erforderlich werden. Unterstützend werden in aller Regel physiotherapeutische Maßnahmen mit Muskelaufbau sowie gelenkfreundliche sportliche Aktivitäten (u.a. Schwimmen) bei Ellenbogenschmerzen empfohlen.

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Vorbeugung

Ellenbogenschmerzen kann nicht in jedem Fall vorgebeugt werden. Allerdings können gelenkschonende Sportarten (z.B. Schwimmen) einer Überlastung oder arthrotischen Verschleißprozessen vorbeugen. Ebenso kann eine Vermeidung einseitiger Belastungen oder das Tragen von Ellenbogenschonern bei gelenkbelastenden Tätigkeiten das Risiko für Verletzungen reduzieren und somit Ellenbogenschmerzen vorbeugen.

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