Dysbakterie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Juni 2016
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Dysbakterie bedeutet eine gestörte Bakterienflora innerhalb der Mundhöhle, im Darm sowie der Scheide und auf der Haut. Ist die naturgegebene Bakterienflora aus ihrem Gleichgewicht geraten, treten vermehrt Krankheiten auf, welche den kompletten Organismus beeinträchtigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Dysbakterie?

Der menschlichen Organismus lebt in einer einzigartigen Symbiose mit seinen Mikroorganismen. Diese Zusammenarbeit erweist sich für beide Seiten als äußerst nützlich. Die Bakterienkulturen bekommen ihre dringend benötigten Nährstoffe und im Gegenzug liefern diese lebensnotwendige Bio-Wirkstoffe wie beispielsweise das Vitamin B12 der Darmbakterien. Hierbei muss allerdings erwähnt werden, dass jede Bakterienkultur stets nützliche wie auch eventuell krankheitserregende (pathogene) Bakterien enthält.

Innerhalb eines gesunden Körpers dominieren jedoch nützliche Kulturen die potenziell schädlichen Bakterien. Besteht jedoch ein Ungleichgewicht zugunsten der krankheitserregenden Bakterien, wird von einer Dysbakterie gesprochen.

Ursachen

Die Ursachen einer Dysbakterie können sehr vielfältig sein. Da die Bakterienkulturen sehr unterschiedliche Anforderungen an ihre Umgebung stellen, kann es zu einer Disharmonie kommen. So spielen beispielsweise der ph-Wert, das jeweilige Nahrungsangebot sowie der Sauerstoffgehalt und auch etliche Gifte eine wichtige Rolle. Diese begünstigen gewisse Bakterien und benachteiligen wiederum die anderen.

Ein geringer ph-Wert im Darm fördert zum Beispiel eine Dysbakterie zugunsten der Kolibakterien (Fäulnisbakterien). Die Veränderungen im Darmmilieu werden einerseits oftmals durch eine falsche Ernährung und andererseits auch teilweise durch die Einnahme von Antibiotika verursacht.

Die Ursache einer bakteriellen Vaginose können zum Beispiel neben exzessivem Geschlechtsverkehr auch die übermäßige Vaginalhygiene, Fremdkörper oder die Verabreichung von Antibiotika sein. Innerhalb der Mundhöhle kann beispielsweise auch eine unzureichende oder falsche Zahn- oder Mundpflege eine Dysbakterie auslösen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Dysbakterie:

Typische Symptome einer Dysbakterie zeigen sich durch massive Verdauungsprobleme sowie schmerzhafte Blähungen. Eine Dysbakterie (Dysbiose) im Darm ist häufig die Ursache der unterschiedlichsten Erkrankungen und kann zu systemischen Störungen im gesamten Organismus führen. So können einige Kolibakterien gewisse Gifte bilden, die zunächst lediglich Verdauungsstörungen im Darm hervorrufen.

Besteht eine Dysbakterie allerdings über einen längeren Zeitraum, nimmt die Darmschleimhaut wesentlichen Schaden. Die Gifte können sich zudem weiter im Organismus ausbreiten. Darauf entstehen immunologische Gegenreaktionen, welche sich zum Beispiel durch rheumatische Beschwerden, Entzündungen und Allergien oder letztendlich sogar durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigen. Dysbakterie in Vagina oder Mundhöhle erzeugt ebenso toxische Stoffe, die zu Schäden im Gesamtorganismus führen können.

Diagnose

Die Behandlung der Dysbakterie beinhaltet hauptsächlich eine Sanierung des Darms, da er auf das Immunsystem mit etwa 80 Prozent sehr großen Einfluss hat. Treten gesundheitliche Beschwerden wie beispielsweise Blähungen, Durchfall oder dauerhafte Infekte auf, die sich als sehr hartnäckig erweisen, sollte zur Diagnose eine Stuhlprobe untersucht werden. Dabei können unverdaute Reste und darin befindliche Bakterien Aufschluss über die Ursache der Darmprobleme geben.

Behandlung

Liegt die Diagnose Dysbakterie eindeutig vor, kann die umfassende Darmsanierung eingeleitet werden. Diese erfolgt normalerweise in zwei Arbeitsgängen. Als Erstes wird der betroffene Darm gründlich von dem Restballast gereinigt. Für eine grundlegende Darmreinigung stehen dabei verschiedene Mittel und Methoden zur Verfügung, wobei sich die Behandlung an den individuellen Beschwerden orientiert.

Es kann durchaus sein, dass vorerst eine antimykotische Behandlung (Anti-Pilzbehandlung) benötigt wird. Die Darmreinigung bei einer Dysbakterie wird als Kur über mehrere Wochen vorgenommen. Zweitens erfolgt die Darmreinigung, welche ebenso mehrere Wochen dauert.

Hierbei werden Bifidobakterien (Keime die Milchsäure bilden) sowie Lactobazillen oder andere individuell abgestimmte Bakterien in hoher Konzentrierung verabreicht. Im nächsten Schritt werden die physiologischen Bakterien mit Oligosacchariden (Kohlenhydraten) wie beispielsweise Oligofructose oder Inulin angefüttert, um ihre Vermehrung zu fördern.

Die tägliche Ernährung besteht während der Kur zur Behandlung von Dysbakterie aus ballaststoffreicher und fettarmer Kost. Bei der sogenannten sanften Darmreinigung werden Flohsamen (Psyllium) in Kombination mit Bentonit (vulkanische Mineralerde) verwendet. Diese binden negative Substanzen (Stoffwechsel-Endprodukte) sowie entfernen den Schleim, der sich an den Dickdarm-Wänden angesammelt hat.

In Wasser aufgelöste Flohsamenschalen entwickeln sich schnell zu winzigen schwammartigen Gebilden, welche die Darmwand mittels sanftem Druck anregen (Darmbewegung= Peristaltik). Somit kann der Darminhalt wesentlich beschleunigt ausgeschieden werden.



Vorbeugung

Um einer Dysbakterie erfolgreich vorzubeugen, ist ein gesundheitsbewusstes Verhalten in jeder Hinsicht unabdingbar. Grundsätzlich gilt, Antibiotika so selten wie möglich zu verabreichen. Besonders wichtig ist zudem für eine ausgewogene Darmgesundheit die Ernährung mit fettarmen und ballaststoffreichen, wenn möglich naturbelassenen (keine Fertiggerichte und möglichst kein Fast Food) Lebensmitteln.

Um eine Dysbakterie in der Vagina zu vermeiden (bakterielle Vaginose) sollte jede Person auf eine übertriebene Hygiene im Vaginalbereich verzichten. Oftmals reichen Wasser und eine milde Seife zur Reinigung vollkommen aus. Eine Dysbakterie innerhalb der Mundhöhle kann mittels einer regelmäßigen und sorgfältigen Zahn- und Mundhygiene begegnet werden.

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