Dicker Hals

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. März 2017
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Der Mediziner bezeichnet unter einem dicken Hals eine Schwellung, die im Bereich des Halses aufgetreten ist. Jene Schwellung kann entweder tastbar oder auch sichtbar sein; die Ursachen sind vielfältig. In einigen Fällen kann eine ernsthafte Erkrankung für die Schwellung des Halses verantwortlich sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein dicker Hals?

Bei einem dicken Hals bzw. einer Halsschwellung kommt es zu einer oder auch mehreren Schwellungen im Bereich des Halses. Der Patient kann entweder von einer oberflächigen Schwellung betroffen sein, welche im Regelfall harmlos ist. Jedoch kann die Schwellung derart ausgeprägt sein, dass selbst das Schlucken oder das Sprechen beeinträchtigt werden kann.

Die Schwellung kann mitunter auch im Innenbereich des Halses auftreten, sodass der Patient Probleme bei seiner Atmung hat. Die Ursache sollte relativ schnell abgeklärt werden. Schlussendlich sind mehrere Organe im Halsbereich angesiedelt, welche mitunter auch lebensnotwendige Funktionen erfüllen. Bei einer Nichtbehandlung des geschwollenen Halses, können mitunter auch gesundheitsgefährdende oder lebensbedrohliche Zustände eintreten.

Ursachen

Die Ursachen, weshalb eine Halsschwellung auftritt, sind unterschiedlich und vielfältig. Häufig kann die Schilddrüse als Auslöser bestimmt werden. Eine Schilddrüsenerkrankung sorgt oftmals für eine Schwellung im Halsbereich (klassisch: der Kropf). Die Schwellung kann aber auch in Zusammenhang mit den Lymphknoten stehen.

Bemerkt der Mediziner geschwollene Lymphknoten, können etwaige, im Körper befindliche, Entzündungen dafür verantwortlich sein. Das sind mitunter starke Erkältungen oder die klassische Influenza (Grippe). Jene sorgen für Schluckbeschwerden in Form von Schmerzen.

Leiden Kinder unter einer Halsschwellung, muss zuerst festgestellt werden, ob es sich um Scharlach oder Mumps handelt. In wenigen Fällen kann auch ein Tumor der ausschlaggebende Grund für eine Halsschwellung sein. Der Mediziner hat die Möglichkeit, dass er im Rahmen einer umfangreichen Diagnose, die Ursache, weshalb eine Halsschwellung aufgetreten ist, abklärt.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Ein dicker Hals gehört zu den häufigsten Beschwerden, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens erleidet. Tritt er ohne weitere Symptome auf, besteht nicht immer Anlass zur Sorge. Bei Kindern weist ein dicker Hals häufig auf eine beginnende Kinderkrankheit hin. Ein Arzt ist so schnell wie möglich aufzusuchen, da diese Erkrankungen hochgradig ansteckend sind und innerhalb kurzer Zeit eine weitere Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintritt.

Ist ein dicker Hals mit einer inneren Schwellung verbunden, liegen in den meisten Fällen Erkrankungen wie Entzündungen, Erkältungen oder Infektionen vor. Sie werden von einem Virus oder Bakterien ausgelöst. Da sich die Keime innerhalb kurzer Zeit stark verbreiten und sie ansteckend sind, ist ein Arzt aufzusuchen.

Treten weitere Beschwerden während des Schluckaktes oder der Atmung auf, ist ebenfalls ein Arztbesuch notwendig. Störungen der Atemfunktion führen zu einer starken Belastung im Organismus. Wird keine Behandlung eingeleitet, drohen Organausfälle oder Funktionsstörungen.

Eine Schwellung am Hals ist stets medizinisch abzuklären. Es können sich Fisteln, Zysten oder Tumore bilden, die behandelt werden müssen. Bei der Einatmung von Giftstoffen und Toxinen können die Schleimhäute im Hals anschwellen. Ein Arztbesuch ist nur dann notwendig, wenn die Ursache für die Giftstoffe nicht eigenständig herausgefunden wird. Im Normalfall genügt eine Verhaltensänderung.

Diagnose

Bevor der Mediziner eine körperliche Untersuchung durchführt, führt er ein klassisches Patientengespräch. Liegen bekannte Erkrankungen vor? Seit wann klagt der Patient über einen geschwollenen Hals und sind - im Rahmen der Schwellung - Komplikationen, wie etwa Schluck-, Sprech- oder Atembeschwerden aufgetreten? Der Arzt tastet den Hals ab und lässt gegebenenfalls eine Blutuntersuchung durchführen. Die Blutuntersuchung hat den Vorteil, dass etwaige Veränderungen des Blutbilds (etwa, ob eine Entzündung im Körper vorliegt) festgestellt werden können.

Ebenfalls kann eine Gewebeprobe (der Lymphknoten) entnommen werden; in einigen Fällen kommt auch eine Computertomografie zur Anwendung. Nach der Diagnose bzw. der Abklärung der Ursache, kann eine Therapie angeordnet werden. Der Krankheitsverlauf richtet sich in erster Linie nach der Ursache der Erkrankung und nicht nach dem Symptom der Halsschwellung. Eine Grippe (oder Erkältung) ist nach einigen Tagen ausgeheilt; handelt es sich um einen Tumor oder eine Krebserkrankung, ist eine intensive, individuelle und lang andauernde Therapie erforderlich.

Komplikationen

Im Zusammenhang mit einem dicken Hals können verschiedene Komplikationen auftreten. Sie sind eng verbunden mit den Ursachen der Halsbeschwerden. Wenn ein Abszess Anschluss an ein Blutgefäß im Hals findet, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung oder sogar eines Hirnabszesses mit lebensgefährlichem Verlauf. Befindet sich ein Abszess hinter dem Rachenraum, kann er auf einen Halswirbel übergreifen. Zudem kann sich der Abszess in den Brustraum absenken und einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen. Der sogenannte Bezold-Abszess kann die Knochen angreifen. Auch ein Übergreifen auf den Halswendermuskel ist nicht auszuschließen.

Ist ein dicker Hals auf eine bakterielle Mandelentzündung zurückzuführen, können Komplikationen wie Schluckbeschwerden, Fieber, Schwäche, Ohrenschmerzen und Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes auftreten. Durch eine Mandelentzündung kann auch rheumatisches Fieber auftreten. Dabei können sich Gelenke, aber auch die Herzklappen und der Herzmuskel entzünden. In seltenen Fällen kommt es auch zu einer Nierenentzündung. Darüber hinaus können beteiligte Lymphknoten nach einer bakteriellen Entzündung oder einer Verletzung eitrig einschmelzen. Ist der Kropf die Ursache für einen dicken Hals, kommt es möglicherweise zu einer funktionellen Autonomie. In seltenen Fällen kann sich ein bösartiger Tumor/Schilddrüsenkrebs entwickeln.

Behandlung und Therapie

Nach der Klärung der Ursache, kann der Mediziner eine Therapie beginnen. Leidet der Patient unter einer starken Erkältung oder der Grippe bzw. einer Entzündung der Mandeln, ist eine ärztliche Behandlung nur bedingt bzw. gar nicht erforderlich. Die Heilung erfolgt mittels Medikamenten (Antibiotika). Eine Erkrankung der Schilddrüse kann ebenfalls medikamentös behandelt werden. Bei geschwollenen Lymphknoten, die im Rahmen einer Entzündung im Körper entstehen, kann ebenfalls eine medikamentöse Behandlung erfolgen.

Entdeckt der Mediziner jedoch eine Fistel oder auch eine Zyste, rät dieser (nach Lage und Größe des Fremdkörpers) zu einer operativen Entfernung. Auch wenn die Halsschwellung in vielen Fällen harmlos ist, kann sie dennoch belastend für den Patienten sein, da er unter Halsschmerzen, Schluck- sowie Sprechstörungen oder auch Atemnot klagt.

Stellt der Mediziner einen Tumor oder eine Krebserkrankung fest, wird im weiteren Verlauf abgeklärt, ob eine Operation notwendig ist, damit jene Teile, die von dem Krebs befallen sind, entfernt werden können. In weiterer Folge muss sich der Patient einer Chemotherapie unterziehen, damit die Krebszellen bekämpft bzw. am Ausbreiten gehindert werden können.

Auf Grund der Tatsache, dass nicht immer sofort gesagt werden kann, warum eine Halsschwellung aufgetreten ist, ist eine ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich. Vor allem dann, wenn die aufgetretenen Beschwerden mitunter länger als zwei Wochen anhalten und keine Besserung in Sicht ist.



Vorbeugung

Die Ursachen, weshalb eine Halsschwellung auftreten kann, sind vielfältig. Aus diesem Grund ist es schwer, dass eine direkte Vorbeugung stattfinden kann. Jedoch können auslösende Faktoren (wie etwa Entzündungen, Erkältungen, etc.) durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßigen Untersuchungen (im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung) vorgebeugt werden. Im Zweifelsfall ist es wichtig, dass der geschwollene Hals von einem Arzt untersucht wird. Je früher die Ursache bekannt ist, desto höher stehen die Chancen einen positiven Krankheitsverlaufs.

Bücher über Halsschmerzen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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