Daumenschmerzen, Daumenbeschwerden

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. Juli 2017
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Der Daumen hat eine besondere Funktion, die vor allem beim Greifen zur Anwendung kommt. Aus diesem Grund stellen Daumenschmerzen (Daumenbeschwerden) eine enorme Beeinträchtigung im täglichen Leben dar. Vor allem deshalb, weil der Daumen auch über eine besondere Beweglichkeit verfügt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Daumenschmerzen, Daumenbeschwerden?

Patienten beschreiben den Daumenschmerz unterschiedlich. Es gibt den stechenden, ziehenden, bohrenden oder auch einschießenden Schmerz. Die Schmerzen können während dem Greifen, dem Strecken oder auch bei kleinsten Bewegungen auftreten. Mitunter kann der Schmerz auch im ruhenden Zustand einsetzen.

Da der Daumen bei fast jeder Bewegung bzw. jedem Griff verwendet wird, geht der Daumenschmerz mit einer automatischen Bewegungseinschränkung einher, sodass das alltägliche Leben beeinträchtigt wird. Im fortgeschrittenen Stadium bzw. bei sehr starken Schmerzen kann selbst die Kaffeetasse nicht mehr zum Mund geführt werden. Der Daumenschmerz kann auf Grund verschiedenster Ursachen auftreten; vorwiegend handelt es sich um eine verkrampfte, verspannte bzw. dauerkontrahierte Muskulaturen, welche die Schmerzen verursachen.

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Eine Rhizarthrose, die mitunter auch Daumensattelgelenksarthrose genannt wird, äußert sich auf Grund belastungsunabhängiger Schmerzen. Die Schmerzen treten direkt am ersten Mittelhandknochen auf und führen bis zum Handgelenk.

Die Rhizarthrose ist die häufigste Ursache von Daumenschmerzen. Die Arthrose ist eine klassische Verschleiß-Erkrankung. Zunächst erkennt der Mediziner - mittels Röntgenbild - Kalkanlagerungen im Gelenk; in weiterer Folge tritt ein Knorpelschwund ein bzw. können im weiteren Verlauf Zysten auftreten, die den Schmerz intensivieren.

Das Ganglion bzw. Überbein, das am Daumen entstehen kann, verursacht ebenfalls Schmerzen. Das Ganglion tritt vorwiegend auf der Streckseite auf, sodass in den meisten Fällen auch dort der Schmerz eintritt. Überbeine sind eine mögliche Ursache, treten aber nur sehr selten auf.

Natürlich können auch Verletzungen wie Zerrungen, Brüche, Bänderverletzungen oder auch Prellungen für Daumenschmerzen verantwortlich sein. Selbst eine kleine Zerrung kann mitunter enorme Daumenschmerzen verursachen. Eine weitere mögliche Ursache ist die Sehnenscheidenentzündung, welche ebenfalls starke Daumenschmerzen verursacht.

Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen sind die Daumenschmerzen eine vorübergehende Erscheinung, die nicht besorgniserregend ist. Die Schmerzen können durch eine Überlastung eintreten, die nach einigen Tagen der Ruhe wieder verschwunden sind. Nach Quetschungen oder Prellungen können sich im Daumen Blutergüsse entwickeln, die sich ebenfalls selbstständig nach wenigen Tagen zurückbilden und ausheilen.

Treten die Schmerzen durch eine Überdehnung des Daumens ein, reicht es häufig, wenn der Daumen für einige Tage geschont wird. Hat der Betroffene viel geschrieben, liegt ebenfalls eine Überempfindlichkeit vor, die eine Ursache der Schmerzen ist. Hier reicht ein Schonungsverhalten für einige Tage aus. Ein Arztbesuch ist nicht notwendig.

Ein Arzt ist zu konsultieren, wenn die Schmerzen anhaltend oder besonders stark wahrgenommen werden. Es können Knochenbeschädigungen vorliegen, die abgeklärt werden müssen. Der Kontakt zu einem Arzt ist ebenfalls nötig, wenn es keine nachvollziehbaren Ursachen für die Beschwerden gibt und sie unvermindert andauern.

Die Daumenschmerzen sind in diesen Fällen ein Symptom einer weiteren Grunderkrankung, die behandelt werden muss. Zu diesen Krankheiten können chronische Erkrankungen wie Gicht oder Rheuma gehören. Eine Allästhesie oder Allodynie sind mögliche Krankheiten, die durch einen Arzt abgeklärt werden müssen. Der Betroffene benötigt medizinische Unterstützung, da sich bei keiner dieser Erkrankungen ohne eine Behandlung eine Besserung zeigen wird.

Diagnose und Verlauf

Prellung des Daumengelenks.

Der Mediziner kann bereits während dem Patientengespräch und der Schilderung der Beschwerden erste Rückschlüsse ziehen, welche Ursachen womöglich für die Daumenschmerzen verantwortlich sind.

Liegt der Verdacht von Frakturen, Verstauchungen oder auch Bänderrisse nahe, die in weiterer Folge mit einer großflächigen Schwellung einhergehen, muss der Mediziner mittels bildgebender Verfahren agieren. Hier kommen vorwiegend Röntgenaufnahmen sowie Ultraschalluntersuchungen zur Anwendung.

Die bildgebenden Verfahren kommen auch dann zur Anwendung, wenn der Verdacht einer Gelenkserkrankung vorliegt. Viele Mediziner holen sich in weiterer Folge die Gewissheit über eine Computertomographie bzw. Magnetresonanztomographie (MRT) ein. So können etwaige Vermutungen bestätigt bzw. andere Ursachen gänzlich ausgeschlossen werden. Mittels dieser bildgebenden Verfahren können Ganglione oder auch Enchodrome festgestellt werden.

Liegt eine Sehnenscheidenentzündung vor, kann diese mittels Sonographie (Ultraschalluntersuchung) diagnostiziert werden. Der Mediziner kann auch eine Blutuntersuchung vornehmen lassen. Jene gibt einen Aufschluss über einen erhöhten Harnsäurespiegel, der in weiterer Folge auf Gicht schließen lässt. Bei Arthritis liegt ein erhöhter Entzündungswert vor.

Der Krankheitsverlauf richtet sich nach der Ursache. Je nach Art der Verletzung können Folgeschäden bzw. Bewegungseinschränkungen bestehen bleiben. Arthrose ist zudem unheilbar; hier kann entweder der Verlauf der Krankheit verlangsamt werden bzw. eine operative Methode (Einsetzen einer Gelenksprothese) für den gewünschten Erfolg sorgen.

Komplikationen

Daumenschmerzen führen zu verschiedenen Komplikationen. Neben dem Umgang mit den Schmerzen und der Therapie werden alltägliche Vorgänge zu einer Herausforderung. Den meisten Menschen wird erst durch das Schmerzerleben bewusst, für welche Vorgänge sie den Daumen benötigen. Dies kann starke Stimmungsschwankungen auslösen. Die Frustration steigt an und die Gereiztheit nimmt zu. Da alle Greifvorgänge mit der Unterstützung des Daumens stattfinden, fühlt sich der Betroffene oftmals wie ein Mensch mit einer körperlichen Behinderung. Prozesse wie die Nahrungsaufnahme, das Trinken, die Körperpflege oder das Anziehen werden immens gestört.

Der Betroffene fühlt sich hilflos und ist bereits beim Öffnen einer Tür überfordert. Die Lebensfreude sinkt drastisch. Es drohen seelische Komplikationen, die in schweren Fällen in einer Melancholie oder Depression enden können. Halten die Daumenbeschwerden an, so entwickelt der Betroffene oft langsam verschiedene Techniken, wie er den Ausfall kompensieren kann. Damit steigt die Lebensqualität wieder an. Da es sich bei den Daumenschmerzen meist um einen vorübergehenden Zustand handelt, wird der Betroffene ein Gefühl der Erleichterung erleben, sobald er seinen Daumen wieder nutzen kann. Sein Körperbewusstsein ändert sich meist für eine längere Zeit. Kommt es während der Erkrankung zur Einnahme von Schmerzmitteln, so sind die Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Konzentrationseinbussen, Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Probleme zu berücksichtigen.

Behandlung und Therapie

Sind die Daumenschmerzen auf Grund eines Bruchs, einer Verstauchung oder eines Bänderrisses aufgetreten, ist vor allem eine Ruhigstellung erforderlich. Jene kann mittels Orthese bzw. Schiene oder auch einem Gipsverband erfolgen. Liegt ein Bruch vor, muss der Knochen in vielen Fällen gerichtet werden, damit jener ohne Probleme zusammenwachsen kann. Nach akuten Verletzungen müssen krankengymnastische Übungen durchgeführt werden, damit die vollständige Beweglichkeit wieder gegeben wird.

Liegt eine Ruptur der Bände vor, wird - wenn diese nicht richtig zusammenwachsen - eine Operation durchgeführt. Auch bei einer Rhizarthrose bzw. einer Sehnenscheidenentzündung muss der Patient auf eine Ruhigstellung achten.

In weiterer Folge werden kühlende Umschläge sowie auch entzündungshemmende bzw. schmerzlindernde Medikamente verabreicht. Jene sorgen für die Linderung der akuten Daumenschmerzen.

Tritt im Rahmen der Behandlung keine Besserung auf, kann - vorwiegend bei einer Rhizarthrose - mittels eines operativen Eingriffs das Gelenk gerichtet werden.

Bei einer fortgeschrittenen Erkrankung wird das Gelenk durch eine Gelenksprothese ersetzt. Eine Operation kann auch bei einer Arthritis, die im Rahmen einer bakteriellen Infektion aufgetreten ist, helfen. Der Mediziner entfernt das betroffene Gewebe, sodass in weiterer Folge eine Blutvergiftung verhindert wird.



Aussicht und Prognose

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Daumenschmerzen nur um ein kurzzeitig und temporär auftretendes Symptom, das nicht unbedingt behandelt werden muss. Dies gilt vor allem dann, wenn die Daumenschmerzen nur kurzzeitig auftreten und nicht dauerhaft vorhanden sind. Damit können diese Schmerzen schon durch ein Schonen und Ausruhen der Finger relativ gut eingeschränkt werden, sodass es zu keinen weiteren Komplikationen oder Beschwerden kommt.

Allerdings können die Daumenschmerzen auch auf eine Erkrankung oder Entzündung der Gelenke hindeuten. Aus diesem Grund sollten die Daumenschmerzen auf jeden Fall genauer untersucht werden, falls diese über einen längeren Zeitraum anhalten oder wenn die Schmerzen unerträglich sind. Dabei kommt es in der Regel zu keiner Selbstheilung, sodass sich die Daumenschmerzen mit der Zeit nur noch verstärken. Weiterhin können diese Schmerzen auch in den Wechseljahren auftreten und stellen dabei ein gewöhnliches Symptom dar. In der Regel verschwinden die Daumenschmerzen dann wieder, wenn die Wechseljahre vorbei sind. Auch eine Arthrose kann diese Schmerzen verursachen. Dabei ist in der Regel eine umfassende Behandlung notwendig, damit es nicht zu weiteren Komplikationen oder zu anderen Beschwerden kommt.

Vorbeugung

Arthrose oder bakterielle Infektionen sowie Verletzungen können nur bedingt bzw. gar nicht vorgebeugt werden. Wichtig ist, dass der Patient bei auftretenden Beschwerden den Arzt kontaktiert, sodass die Ursache so schnell wie möglich diagnostiziert wird.

Bücher über Daumenbeschwerden

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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