Darmdurchbruch (Darmperforation)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. August 2014

Ein Darmdurchbruch ist eine schwere, akut zu behandelnde Erkrankung bei der die Darmwand eine Darmperforation aufweist. Tritt Darminhalt in die Bauchhöhle, kann dies zu schweren Entzündungen führen, die eine Lebensgefahr für den Patienten darstellen. Mit der richtigen Therapie kann diese Erkrankung jedoch gut behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Darmdurchbruch (Darmperforation)?

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Bei einem Darmdurchbruch handelt es sich um eine lokal begrenzte Perforation des Darms durch die der Darminhalt in die Bauchhöhle treten kann. Obwohl die Perforation selbst meist relativ klein ist, wird die Darmwand bei einem Darmdurchbruch vollständig durchbrochen und nicht nur geschädigt.

Grundsätzlich kann zwischen einer freien und einer gedeckten Darmperforation unterschieden werden. Bei einem freien Darmdurchbruch dringt der Darminhalt ungehindert in die umliegende Bauchhöhle ein während bei einem gedeckten Darmdurchbruch umliegende Organe die Perforation überdecken. Dadurch kann bei einem gedeckten Darmdurchbruch kaum oder gar kein Speisebrei in die Bauchhöhle austreten.

Ursachen von Darmdurchbruch (Darmperforation)

Eine Darmperforation kann viele Ursachen haben, alle gehen jedoch mit einer krankhaften Veränderung der Darmschleimhaut bzw. der Darmwand einher. Besonders häufig führt eine nicht erkannte oder unzureichend behandelte Entzündung des Darms zu einem Darmdurchbruch.

Aufgrund einer entzündlichen Reaktion im Darm ist die Durchblutung der Schleimhaut und der Darmwand eingeschränkt, was zu Gewebeschäden führt, die im späteren Verlauf zu einem Durchbruch der Darmwand führen können. Besonders häufig ist dabei die Appendizitis bei welcher eine Entzündung des Blinddarms vorliegt. Es kann jedoch auch aufgrund von Traumen, wie etwa stumpfer Gewalteinwirkung auf den Bauch, zu einer Perforation kommen. Chronische Verstopfungen tragen wesentlich zur Entstehung eines Darmdurchbruchs bei und gehören zu den häufigsten Ursachen.

Krankheiten mit Darmdurchbruch (Darmperforation)

Symptome und Verlauf von Darmdurchbruch (Darmperforation)

Typische Symptome bei einem Darmdurchbruch (Darmperforation):

Charakteristische Symptome bei einem Darmdurchbruch (Darmperforation) sind vor allem Schmerzen im Bauch bzw. Unterleib. Diese Schmerzen treten meist schlagartig auf und sind aufgrund ihrer Intensität für den Patienten kaum erträglich. Typischerweise geht der Schmerz von der Perforationsstelle aus, strahlt jedoch in den gesamten Bauchbereich aus. Weiters kommt es zu einer Anspannung der Bauchdecke. Der Bauch von Betroffenen fühlt sich extrem hart an.

Im weiteren Verlauf hat der Patient keinen Stuhlgang mehr und das Abdomen ist aufgebläht. Es kommt zu starker Übelkeit und Erbrechen. Handelt es sich um einen freien Darmdurchbruch bei dem Speisereste in die Bauchhöhle austreten, kann sich eine Bauchfellentzündung mit Fieber und Schüttelfrost entwickeln.

Diagnose von Darmdurchbruch (Darmperforation)

Um einen Darmdurchbruch zu diagnostizieren, tastet der behandelnde Arzt den Bauch ab. Typischerweise wird dabei eine Abwehrspannung der Bauchdecke festgestellt. Darüber hinaus erhebt der Arzt eine Anamnese. Anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung kann der Arzt in den meisten Fällen bereits eine Verdachtsdiagnose stellen.

Zur Absicherung der vorläufigen Diagnose werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen durchgeführt. Bei einem Darmdurchbruch befindet sich Luft unterhalb des Zwerchfells, welche durch eine Röntgenuntersuchung sichtbar gemacht werden kann. Wird bei der Untersuchung tatsächlich Luft um das Zwerchfell festgestellt, ist die Verdachtsdiagnose somit bestätigt.

Behandlung von Darmdurchbruch (Darmperforation)

Ein Darmdurchbruch ist eine akute und schwere Erkrankung, welche einer sofortigen Behandlung im Krankenhaus bedarf. Nach der Diagnose einer Darmperforation muss zuerst die offene Stelle im Rahmen einer Operation geschlossen werden. Im akuten Notfall steht die chirurgische Intervention an erster Stelle; erst im weiteren Verlauf der Behandlung wird die zugrundeliegende Erkrankung behandelt.

Ziel der Operation ist es den Durchbruch zu schließen und im Falle eines freien Darmdurchbruchs den Bauchraum zu spülen, damit sich aufgrund des ausgetretenen Darminhaltes keine Entzündungen im Bauchraum oder an anderen Organen bilden. Nach der Operation müssen Patienten über einige Zeit Antibiotika einnehmen und intensivmedizinisch überwacht werden. Die Einnahme von Antibiotika ist besonders wichtig, da durch den Durchbruch eine Vielzahl von Krankheitserregern in den Bauchraum eindringt.

Die Krankheitserreger müssen abgetötet werden, sonst kommt es zu schweren Entzündungen bis hin zur lebensgefährlichen Sepsis mit Multiorganversagen. Diese konservative Therapie des Darmdurchbruchs erfolgt stets in Verbindung mit einem operativen Eingriff. Allein durch die Gabe von Medikamenten kann eine Darmperforation nicht behandelt werden. Die weitere Behandlung richtet sich dann individuell nach der zugrundeliegenden Grunderkrankung, die zu dem Darmdurchbruch geführt hat.

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Vorbeugung von Darmdurchbruch (Darmperforation)

Ein Darmdurchbruch kann nur schwer mit gezielten Maßnahmen verhindert werden, da die Entstehung dieses Krankheitsbildes komplex ist und verschiedenste Ursachen aufweisen kann. Nichtsdestotrotz ist es möglich, durch die Einhaltung einiger Regeln das persönliche Risiko eine Darmperforation zu erleiden, stark zu senken.

Der zentrale Punkt bei der Prophylaxe ist die Aufrechterhaltung einer gesunden Darmflora. Durch eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung bleibt der Darm aktiv und es kommt zu keinen Verstopfungen, welche die Darmschleimhaut bzw. die Darmwand schädigen könnten. Eine gesunde Darmflora verhindert, dass Krankheitserreger den Darm schädigen.

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