Chronischer Schulterschmerz (steife Schulter, Schultersteife)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Mai 2017
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Ein chronischer Schulterschmerz ist eine Beeinträchtigung der Gesundheit, die unter Umständen zu einer ganz massiven Einschränkung der Lebensqualität führen kann. Obwohl sich viele von einem chronischen Schulterschmerz Betroffene zu Beginn der Beschwerden noch selbst therapieren, bleibt im fortschreitenden Verlauf die Konsultation des Arztes nicht aus.

Inhaltsverzeichnis

Was sind chronische Schulterschmerzen?

Der chronische Schulterschmerz, der sich durch die chronischen, also anhaltenden, sich über einen langen Zeitraum erstreckenden und wiederkehrenden Schmerzen darstellt, ist im umgangssprachlichen Gebrauch ebenfalls unter der Bezeichnung steife Schulter oder Schulterstreife bekannt.

Der chronische Schulterschmerz basiert eigentlich auf entzündlichen Vorgängen, die sich im weiteren Fortschreiten der Beschwerden als steife Schulter oder Schultersteife darstellen, weil die Patienten zu einer Schonhaltung übergehen. Die Schultern sind beim chronischen Schulterschmerz extrem in ihrer Beweglichkeit reduziert.

Ursachen

In die Betrachtung der Ursachen, welche für die Ausprägung der chronischen Schulterschmerzen verantwortlich sind, müssen verschiedenartige Erkrankungen einbezogen werden.

Die chronischen Schulterschmerzen können einerseits durch eine sogenannte Kalkschulter oder einen Riss der Sehnen und durch einen entzündlichen Prozess der Schleimbeutel sowie andererseits durch eine Frozen Schulter oder eine Arthrose der Schultergelenke hervorgerufen werden.

Als weitere kausale Auslöser für chronische Schulterschmerzen kommen das Schulter-Arm-Syndrom, die gesundheitlichen Folgen von Traumata der Schultern, Rheuma und die als Engpasssyndrome bezeichneten Faktoren in Frage.

Hinter dem Synonym der Frozen Shoulder verbirgt sich im Zusammenhang mit dem chronischen Schulterschmerz die steife Schulter. Die Gründe für eine Versteifung der Schulter mit chronischen Schulterschmerzen nicht bislang noch nicht in vollem Umfang erforscht. Grundsätzlich ist eine steife Schulter jedoch immer durch chronische Schulterschmerzen bedingt.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Der chronische Schulterschmerz führt bei vielen Menschen zu einer immensen Beeinträchtigung der Lebensqualität. Aus diesem Grund ist stets ein Arzt bei den Beschwerden aufzusuchen, sobald sie über mehrere Wochen anhalten.

Stellt der Betroffene fest, dass er aufgrund der Schmerzen unter Stimmungsschwankungen, einer verminderten Lebensfreude oder einem Verlust der Motivation leidet, ist ein Arzt zu konsultieren. Vor der Einnahme eines schmerzstillenden Medikamentes ist grundsätzlich eine Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Es können Nebenwirkungen oder zusätzliche Beschwerden auftreten, die besprochen werden müssen.

Breitet sich der chronische Schulterschmerz weiter in den Rücken oder Kopf aus, sind dies Warnhinweise, die zu einem Arztbesuch führen müssen. Der chronische Schmerz führt häufig zu einer Fehlhaltung des Körpers beim Sitzen, Gehen oder Laufen. Dieses löst langfristig weitere Schmerzen aus. Aus diesem Grund ist eine rechtzeitige Konsultation eines Arztes notwendig.

Die Schmerzen sind oftmals ein Hinweis auf Erkrankungen wie Rheuma, Gelenkschmerzen oder Entzündungen. Werden keine Behandlungsmaßnahmen ergriffen, steigt das Risiko, dass sich die Beschwerden ausbreiten und weitere Beschädigungen der Knochen, Nerven oder Gelenke eintreten. Der chronische Schulterschmerz kann unbehandelt zu einer Versteifung der Schulter führen. In diesem Fall sind die Bewegungsmöglichkeiten des gesamten Oberkörpers inklusive des Armes stark eingeschränkt. Dies führt zu einer Einschränkung der allgemeinen Lebensführung.

Diagnose und Verlauf

Häufig führt eine Überlastung zu einer Entzündung der Schultersehnen. Diese Reizung kann die chronischen Schulterschmerzen hervorrufen.

Bei der Diagnostik des chronischen Schulterschmerzes und der Schultersteife beziehen sich Mediziner zunächst auf die Darstellung der Beschwerden durch die Patienten, welche in der Anamnese oder Krankengeschichte zutage treten. Ergänzt wird die Diagnostik durch die körperliche Untersuchung, bei der es hauptsächlich auf die Begutachtung der Beweglichkeit und der Körperhaltung ankommt. Zu den weiteren Maßnahmen des Arztes bei der Diagnostik des chronischen Schulterschmerzes gehören die speziellen Griffe und Untersuchungsmethoden.

Die typischen Funktionstests, welche im Rahmen der klinischen Diagnostik beim chronischen Schulterschmerz anberaumt werden, gehören die Tests nach Jobe (Supraspinatus), Neer (Impingement) oder der Hawkins. Verschiedene Grifftechniken wie der Codmann, der Schürzen- und Nackengriff vervollständigen die diagnostischen Verfahren beim chronischen Schulterschmerz.

Um die eingehende Diagnostik zu vertiefen, werden unter Umständen bildgebende Technologien wie die Computertomografie, die Magnetfeld-Resonanz-Technologie oder das Röntgen zur Abklärung der chronischen Schulterschmerzen eingeplant. Hilfreich bei der Erkennung des chronischen Schulterschmerzes sind ebenso die Ultraschallverfahren.

Komplikationen

Die chronischen Schulterschmerzen sorgen für eine Beeinträchtigung des allgemeinen Wohlbefindens. Die Stimmung ist reduziert und je nach der Persönlichkeit des Betroffenen kann ein gereiztes Auftreten die Folge sein. Die dauerhaften Schmerzen führen zu weiteren Fehlhaltungen innerhalb des Bewegungsablaufes. Ein Schonungsverhalten tritt ein. Es kann zu Problemen des Nachtschlafes kommen. Die Zeit der Regeneration des Körpers kann qualitativ sowie quantitativ durch den chronischen Schmerz beeinträchtigt werden. Die Schmerzen führen meist zu einer Einnahme von Medikamenten. Die Nebenwirkungen von Schmerzmitteln sind dabei zu beachten. Es kann zu weiteren Beschwerden wie Magenproblemen, Durchfall oder Kopfschmerzen kommen.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass die Einnahme von Schmerzmitteln über einen längeren Zeitraum eine Sucht auslösen kann. Die chronischen Schmerzen bewirken oftmals, dass Berührungen abgelehnt oder als lästig empfunden werden. Dies kann weitere zwischenmenschliche oder partnerschaftliche Konflikte verursachen. Meist führen die Beschwerden zu einer Einschränkung der Mobilität und daraus folgend zu einer verminderten Teilnahme am sozialen Leben. Sportliche Aktivitäten werden eingeschränkt und berufliche Tätigkeiten können unter Umständen nicht mehr wie gefordert ausgeführt werden. Chronische Schulterbeschwerden können zu einer Bildung von Krämpfen und zusätzlichen Verspannungen führen. Normale Drehbewegungen sind eingeschränkt oder werden unmöglich. Im weiteren Verlauf sind alltägliche Vorgänge, wie das Fahren eines Autos nicht mehr möglich.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung der chronischen Schulterschmerzen kommt es darauf an, zunächst die auslösenden Ursachen zu beseitigen und den Patientinnen und Patienten eine vorübergehende Schmerzfreiheit zu verschaffen. Für die individuelle Therapie der Schultersteife werden ganz unterschiedliche Methoden eingesetzt.

Liegt der chronische Schulterschmerz aufgrund eines ausgekugelten Gelenks im Schulterbereich vor, dann wird dieses eingerenkt. Geht den chronischen Schulterschmerzen eine Abnutzung voraus, müssen die konservativen Behandlungsmethoden darauf abzielen, dass die Schmerzen nachlassen. Dieses Ziel wird erreicht, indem der Arzt schmerzlindernde und Entzündungen hemmende Arzneimittel in Form von Tabletten oder als Einreibungen verschreibt. Komplettiert wird diese Vorgehensweise gegen chronische Schulterschmerzen durch gezielt eingebrachte Injektionen. Diese werden direkt in das betroffene Schultergelenk eingebracht.

Als äußerst wirkungsvoll gegen chronische Schulterschmerzen und eine Schultersteife erweisen sich Wärmeanwendungen sowie eine sanfte Krankengymnastik. tritt trotzdem keine Besserung ein, kann es zum Beispiel bei einer Arthrose ratsam sein, ein künstliches Schultergelenk zu implantieren.

Sind intensive Verspannungen der Muskulatur vorhanden, die einen chronischen Schulterschmerz begünstigen, sind ungleichmäßige oder einseitige Beanspruchungen der Schultergelenke zu vermeiden.

Vielfach bewährt haben sich außer den schulmedizinischen Maßnahmen ebenso die heilmedizinischen Therapien. Diese können bei chronischen Schulterschmerzen als Schröpfkuren, Massagen oder mittels Arnika-, Heublumen- oder Eukalyptusölsalben ausgeführt werden.

Da die Auslöser für Schulterschmerzen nicht nur bereits bestehende körperliche Erkrankungen sind, sondern auch psychischer Natur sein können, werden gern Entspannungsverfahren, die Magnettherapie, die Akupunktur oder das Biofeedback angeordnet. Sehr gute Behandlungserfolge lassen realisieren, wenn die einzelnen Therapien miteinander kombiniert werden.



Aussicht und Prognose

Die Prognose bei einem chronischen Schulterschmerz ist individuell und abhängig von der vorliegenden Ursache. Handelt es sich um eine Fehlhaltung des Körpers durch falsches Schuhwerk oder Gangprobleme, kann eine Änderung zu einer Spontanheilung führen. Körperliche Fehlhaltungen beim Sitzen oder Gehen verbessern sich häufig, sobald Tipps und Ratschläge von Ärzten eingeholt und umgesetzt werden. Eine dauerhafte Linderung ist grundsätzlich möglich, da meist nur kleine Änderungen notwendig sind, die eine positive Wirkung auf die Körperhaltung haben.

Stellt sich der Schulterschmerz nach einem Bruch, einer Prellung oder einem Unfall ein, kommt es in vielen Fällen nach einer Zeit der Regeneration zu einer vollständigen Heilung. Dies gilt ebenfalls für Menschen, bei denen die Muskel- oder Nervenfasern beschädigt wurden. Wird die steife Schulter durch Probleme der Knochenstruktur indiziert, sind die Ursachen hierfür zu ermitteln. Bei Erkrankungen wie Rheuma oder Gicht bestehen schlechte Chancen einer dauerhaften Heilung. Eine Linderung der Beschwerden durch die Gabe von Medikamenten ist wahrscheinlicher.

Führen Gelenkprobleme zu einem operativen Eingriff und dem Austausch des Gelenks, kommt es sehr häufig zu einer Heilung der Schulterschmerzen. Besteht eine dauerhafte Belastung der Schulter aufgrund starker körperlicher Anstrengungen, kann sich der Schmerz erst zurückbilden, sobald die Belastungssituation verändert wird.

Vorbeugung

Um der Entstehung chronischer Schulterschmerzen entgegen zu wirken, ist es bedeutsam, die Schultermuskulatur durch ein entsprechendes Training aufzubauen. Darüber hinaus sorgen ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz und ein entsprechend "schulterfreundliches" Umfeld zu Hause dafür, dass chronische Schulterschmerzen verhindert werden können.

Um chronischen Schulterschmerzen präventiv entgegen zu treten, sind regelmäßige Anwendungen und eine ausreichende körperliche Bewegung anzuregen. Geeignete Übungsmethoden sind in diesem Zusammenhang sanfte Dehnungen und Massagen, um die Muskulatur weich zu halten und zu kräftigen. Sowohl passive als auch aktive Methoden sind gegen chronische Schulterschmerzen sinnvoll.

Bücher über Schulterschmerzen

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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