Schulter-Arm-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. April 2015
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Der Begriff Schulter-Arm-Syndrom wird im Zusammenhang genutzt mit körperlichen Beschwerden, die sich vor allem auf die Region der Schulter und der Arme beziehen. Beeintächtigungen der Nervenbahnen in dieser Region haben die typischen Symptome, wie Schmerzen, Taubheitsgefühle und Kribbeln zur Folge. Häufig sind Fehlbelastungen oder einseitige Bewegungsabläufe der Grund für die Beschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schulter-Arm-Syndrom?

Bei einem Schulter-Arm-Syndrom handelt es sich um regionale Beschwerden des Schulter-Arm sowie des Hals-Nacken-Bereiches (Nackenschmerzen). Oft zeigt sich das Schulter-Arm-Syndrom durch entsprechende Schmerzen, die beispielsweise auch zu Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in den Händen führen können.

Häufig zeigen sich beim Schulter-Arm-Syndrom auch Verspannungen der Nackenmuskulatur, die zu eingeschränkten Bewegungsabläufen des Kopfes führen können - beispielsweise ein eingeschränkt mögliches oder schmerzhaftes Wenden des Kopfes.

Die Ursachen von Schulter-Arm-Sydrom sind sehr vielschichtig. Meist stehen die Beschwerden eng mit Problemen der Halswirbelsäule (HWS) in Verbindung. Die Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms hängt immer vom genauen Befund ab. Krankengymnastik, Ruhigstellung der betroffenen Schulter und Schmerztherapie werden als Therapieverfahren in Betracht gezogen.

Ursachen

Häufig sind Fehlbelastungen und einseitige Überlastungen der Grund für die Schulter-Arm-Beschwerden. Durch Verspannungen der Nackenmuskulatur kommt es beispielsweise zu Schonhaltungen oder unharmonischen Bewegungen von Schulter und Armen. Die resultierenden Schmerzen manifestieren sich dann in Form des Schulter-Arm-Syndrom.

Auch Einflüsse wie chronischer Stress (nicht selten äußert sich das Schulter-Arm-Syndrom in bereits lang anhaltenden, chronischen Schmerzen, für die keine rein organische Grundlage diagnostiziert wurden) oder Zugluft können zu einer Verhärtung der Nackenmuskulatur führen.

Weitere Ursachen für das Schulter-Arm-Syndrom sind Verletzungen oder Blockierung von Hals- oder Brustwirbeln - beispielsweise durch plötzliche Bewegungen.

Zudem können bereits vorliegende Grunderkrankungen ein Schulter-Arm-Syndrom begünstigen: Beispielsweise durch Nervenentzündungen aufgrund von chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Morbus Crohn.

Weiterhin können chronische und akute Nervenschmerzen eine Ursache sein - unter anderem bedingt durch unbehandelte Bandscheibenvorfälle. Und schließlich können auch akute Verletzungen wie Sehnenrisse in Schulter- oder Nackenmuskulatur ein Schulter-Arm-Syndrom nach sich ziehen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei Schulter-Arm-Syndrom:

Das Schulter-Arm-Syndrom bezeichnete vielfältige Beschwerden in diesem Bereich. Gelegentlich können sie auch die Halswirbelsäule mit einbeziehen.

Die Symptome bei einem Schulter-Arm-Syndrom können entweder akut oder auch chronisch sein. Auch können sie sich lediglich in diesem Bereich abspielen oder in den gesamten Arm oder sogar die Hand ausstrahlen. Es kommt zu starken Schmerzen in diesem Bereich, Muskelverspannungen und Missempfindungen in den Händen. Bisweilen ist auch die Beweglichkeit des Kopfes bei dem Schulter-Arm-Syndrom eingeschränkt.

Die häufigste Ursache für ein Schulter-Arm-Syndrom ist die Blockierung eines Wirbels im Bereich der Halswirbelsäule, ausgelöst durch schweres Tragen, ruckartige Bewegungen oder Luftzug. Aber auch altersbedingte Veränderungsprozesse im Bereich der Wirbelsäule, Bandscheibenvorfälle, Osteoporose, Tumore oder Unfälle können zu einem Schulter-Arm-Syndrom führen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms muss der Schwere der Erkrankung angepasst sein. Leichtere Schmerzzustände können häufig schon durch den Einsatz von Schmerzmittel bekämpft werden. Kommt es zu Muskelverspannungen können Medikamente eingesetzt werden, die eine muskelentspannende Wirkung zeigen.

Wirksame Behandlungen des Schulter-Arm-Syndrom hängen ab von den jeweiligen Ursachen des Schulter-Arm-Syndrom: Beruhen die Schmerzen, die mit dem Schulter-Arm-Syndrom verbunden sind, auf Verspannungen der Muskulatur, so ist eine mögliche Behandlung die Chirotherapie - dem Schulter-Arm-Syndrom wird hier unter anderem begegnet mit Maßnahmen der Massage zur Muskellockerung.

Basiert das Schulter-Arm-Syndrom auf Blockierungen von Wirbeln, kann die Chirotherapie ebenfalls hilfreich sein: Durch gezielte Handgriffe eines Therapeuten können Wirbelblockierungen gelöst werden.

Im Fall eines nicht organisch bedingten Schulter-Arm-Syndrom wird beispielsweise die Sensomotorische Körpertherapie eingesetzt: Diese nimmt unter anderem an, dass chronische Verspannungen dem Betroffenen nicht bewusst sind und möchte mit ihm gemeinsam entsprechende Verspannungspunkte aufdecken.

Fehlbelastungen und resultierenden Schmerzen der Arme aufgrund von Beschwerden in Nacken oder Schulter beim Schulter-Arm-Syndrom kann mit gezielter Physiotherapie begegnet werden: So können korrekte Bewegungsabläufe der Arme trainiert werden.

Basiert das Schulter-Arm-Syndrom auf entzündlichen Prozessen, die beispielsweise durch oben genannte chronische Erkrankungen ausgelöst werden können, so können Therapien entsprechende Schmerzlinderung des Schulter-Arm-Syndrom erzielen, die positiv auf die jeweilige Grunderkrankung einwirken: Beispielsweise Therapieansätze, die dem Schulter-Arm-Syndrom zugrunde liegende entzündliche Prozesse lindern.

Handelt es sich bereits um ein chronisches Schulter-Arm-Syndrom sollten nicht dauerhaft Schmerzmittel eingesetzt werden. In diesem Fall können Wärme- oder Strombehandlungen, Akupunktur oder Chirotherapie angewandt werden. Auch der Einsatz von lokalen Betäubungsmitteln zur Verhinderung der Weiterleitung der Schmerzsignale kann erwogen werden. Um das Schulter-Arm-Syndrom langfristig zu bekämpfen können physiotherapeutische Behandlungen helfen, die Stützmuskulatur zu stärken.

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Vorbeugung

Vor allem Ausprägungen des Schulter-Arm-Syndrom, die aufgrund von Fehlbelastungen auftreten, kann der Einzelne effektiv vorbeugen: So empfiehlt sich zunächst, einseitige Belastungen zu vermeiden - wie etwa das wechselseitige Tragen schwerer Taschen auf rechter und linker Schulter.

Auch einseitigen Bewegungsabläufen oder Haltungen - beispielsweise bedingt durch berufliche Tätigkeiten - gilt es, als Vorbeugung gegen das Schulter-Arm-Syndrom entgegen zu wirken:

Ist eine Tätigkeit beispielsweise verbunden mit langem Sitzen am Schreibtisch und vor dem Computer, wirkt es entlastend auf die Muskulatur, in regelmäßigen Abständen für kurze Zeiten diese Haltung zu unterbrechen.

Grundlegend vorbeugend wirkt vor allem die Stärkung der Stützmuskulatur des Rückens - unter anderem durch regelmäßige, gezielte Gymnastik und durch gesunde körperliche Bewegung.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Tanja kommentierte am 24.02.2015 um 17:49 Uhr

Beruflich befülle ich Kartons. Ich greife immer mit Links, obwohl ich Rechtshänder bin. Jetzt habe ich starke Schmerzen. Vom Hals in die Schulter, den Arm und die Hand. Nachdem ich mich mit einer Schmerzsalbe einrieb, brannten die betroffenen Stellen wie Feuer. Was kann ich noch tun? Welche Medikamente helfen?

therese kommentierte am 09.08.2015 um 20:35 Uhr

Es wurde mir im Frühjahr eine Halswirbelsäulen-Massage empfohlen. Obwohl ich bereits ein ungutes Gefühl hatte, schob ich es beiseite, um nicht als empfindlich zu wirken. Schon die erste Massage war so fest und hart, der Therapeut strich so fest vom Hinterkopf bis zur Schulter, dass ich sogar nach wenige Minuten die Zähne (links ist die empfindliche Seite bei mir) und das Kinn als sehr schmerzhaft empfand. Trotz Aufschrei machte der Therapeut weiter. Nach einigen Minuten brach ich die Massage ab. Nächsten Tag beim Erwachen war meine linke Gesichtshälft, das Kinn eingefallen und hing rechts. Ich fühlte mich taub. Auch die linke Hand "war eingeschlafen". Hatte ich einen Schlaganfall gehabt? Mein erster Gang war zu meiner Ärztin und zum Zahnarzt. "Es wird sich beruhigen", war die Antwort. Allerdings ist dieser Zustand bis jetzt schon so schmerzhaft geworden, dass auch meine Gesichtshälfte sich morgens taub anfühlt. Die linke Hand zudem und erst nach Bewegung ist diese wieder okay. Vorm zu Bett gehen fürchte ich mich inzwischen, denn kaum liege ich eine Zeit lang, fängt es hinter dem Schulterblatt zu ziehen und zu schmerzen an. Das hat sich inzwischen auch auf die Schulter selbst ausgeweitet. Ist hier ein Nerv eingeklemmt? Kann das die LWS sein? Ich bin schlank, 67 Jahre und war immer sportlich. Auf Grund von Operationen konnte ich mich nicht so dem Sport widmen. Wie finde ich die Ursache? Rückenschmerzen sind sowieso eine begleitende Empfindung.

Silesius kommentierte am 09.11.2016 um 19:57 Uhr

Ich habe seit geraumer Zeit starke Nacken-Schulterblatt-Schultergelenk-
Schmerzen mit Taubheiten in Arm und Fingern rechts. Dazu erhebliche Gleichgewichtstörungen und Schwindel. Sehstörungen. Konzentrationsschwächen. Nach ärztlichem Kommentar als Verschleiß zu akzeptieren. Behandlung: Physiotherapie (wenig erfolgreich), Dauerschmerzmittel (Neuvaminsulfon), auch wenig wirksam bis auf Übelkeit und trockenem Mund.
Ich bin 81 Jahre alt und Künstler mit Mellitus 2, Herzschrittmacher, CML mit der entsprechenden Medikamentierung und deren Nebenwirkungen.