Brandwunde

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Dezember 2014
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Eine Brandwunde ist eine Verletzung, bei der hauptsächlich die Haut und die Schleimhäute durch große Hitze geschädigt werden. Brandwunden werde in vier verschiedene Verbrennungsgrade eingeteilt. Je nach Schwere der Brandwunde kann eine vollständige Heilung mit oder ohne Narbenbildung möglich sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Brandwunde?

Eine Brandwunde ist eine Schädigung des Körpers aufgrund von Hitzeeinwirkung. Hauptsächlich sind Haut und Schleimhäute betroffen. Eine Verbrennung wird in vier Schweregrade eingeteilt: Verbrennungen ersten Grades betreffen nur die Epidermis und äußern sich Rötungen und leichten Schwellungen.

Verbrennungen zweiten Grades betreffen die Epidermis und die Dermis und zeigen Blasenbildung der Haut, die durch starke Schmerzen begleitet werden. Verbrennungen dritten Grades betreffen die Dermis und Subkutan. Sie äußert sich durch schwarz-weiße Nekrosen.

Aufgrund von zerstörten Nervenendigungen gibt es keine Schmerzen. Verbrennungen vierten Grades zeigen eine Verkohlung. Es sind alle Hautschichten bis hin zum Knochen betroffen. Wegen zerstörter Nerven gibt es bei so einer schweren Verbrennung keine Schmerzen im Bereich der Brandwunde.

Ursachen von Brandwunden

Eine Brandwunde entsteht durch eine übermäßige Hitzeeinwirkung auf den Körper. Dabei entstehen die Schädigungen je nach Temperatur innerhalb weniger Sekunden (Wärmeeinwirkung zwischen 51 °C und 70 °C) oder erst nach einigen Minuten (Wärmeeinwirkung zwischen 45 °C und 51 °C) Bei Temperaturen über 70 °C erfolgt die Schädigung unmittelbar.

Eine Brandwunde kann durch Flammen aber auch durch heiße Flüssigkeiten oder Dämpfe ausgelöst werden. Auch eine zu starke Sonneneinstrahlung kann eine leichte Verbrennung herbeiführen. Ebenfalls kann eine Brandwunde durch elektrischen Strom und Reibungshitze entstehen. Bei kleinen Kindern ist die häufigste Ursache von Verbrennungen der Kontakt mit heißen Flüssigkeiten.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen Menschen ist eine Flammverbrennung die häufigste Ursache. Bei älteren Menschen sind Verbrühungen durch zu heißes Baden oder Wohnungsbrände nicht unüblich. Etwa jede dritte Brandwunde entsteht bei einem Arbeitsunfall.

Symptome und Verlauf von Brandwunden

Typische Symptome einer Brandwunde:

Je nach schwere der Verbrennung äußert sich eine Brandwunde durch unterschiedliche Symptome. Verbrennungen ersten Grades zeigen sich durch Rötung und Schwellungen der Haut, die mit leichten Schmerzen einhergehen. Hier ist eine vollständige Heilung zu erwarten.

Bei Verbrennungen zweiten Grades treten starke Schmerzen und Blasenbildung auf der Haut auf. Je nach schwere der Verletzung ist auch hier eine vollständige Heilung entweder mit oder ohne Narbenbildung anzunehmen. Verbrennungen dritten Grades verlaufen schmerzfrei und zeigen schwarz-weiß-Nekrosen. Diese Form der Verbrennung ist irreversibel.

Auch Verbrennungen vierten Grades zeigen aufgrund der zerstörten Nerven keine Schmerzen mehr und äußern sich durch Verkohlung. Es sind hierbei sämtliche Hautschichten bis hin zum Knochen betroffen. Solche Schädigungen sind ebenfalls irreversibel. Bei einer schweren Brandwunde, die 10 % der Körperoberfläche ausmacht kann zu einem hypovolämischen Schock führen. Bei Kindern schon bei 5 % verbrannter Hautoberfläche. Dieser Schock kann lebensgefährlich sein.

Diagnose von Brandwunden

Eine Brandwunde ist leicht zu diagnostizieren. Treten die oben genannten Symptome auf, ist von einer Verbrennung auszugehen. Eine Befragung des Patienten zur Vorgeschichte sowie Kontrolle von Herz und Kreislauf gehören dabei mit zur Diagnose.

Bei der Bestimmung der verbrannten Körperoberfläche greift man auf die Neunerregel nach Wallace zurück. Da Kinder andere Körperproportionen als Erwachsene aufweisen, sind hier andere Werte anzuwenden. Bei einem Erwachsenen machen Kopf und Hals etwa 9 %, der Rumpf 4 x 9 %, die Arme 2 x 9 % und die Genitalien 1 % der Gesamtkörperoberfläche aus. Als grobe Faustregel zur Bestimmung der Größe einer Brandwunde gilt ebenfalls, dass die Handfläche samt Fingern des Patienten etwa 1 % der Oberfläche ausmacht.

Behandlung von Brandwunden

Bei einer kleinen Brandwunde sollte die betroffenen Hautstellen unmittelbar für etwa zwei bis drei Minuten gekühlt werden. Das lindert den Schmerz und beugt einer Ausbreitung der Verbrennung vor. Eine Kühlung sollte mit circa 20 °C kaltem Wasser erfolgen. Durch zu kaltes Wasser oder Eis besteht die Gefahr einer Erfrierung. Nach der Kühlung ist die Brandwunde steril abzudecken.

Bei großflächigen Verbrennungen muss zudem das Blutvolumen aufrechterhalten werden. Hierzu werden Flüssigkeitsinfusionen gegeben. Bei schweren Verbrennungen ist das verbrannte Gewebe operativ zu Entfernen. Das tote Gewebe kann die Ursache für eine Sepsis oder Multiorganversagen sein. Die Wunde muss anschließend verschlossen und steril verbunden werden. Hierzu werden Verbände und Wundauflagen verwendet, die nicht an der Wunde haften bleiben.

Ebenfalls ist eine antiseptische Therapie ist indiziert, damit Infektionen vorgebeugt wird. Eine Transplantation von Hautflächen ist teilweise zur Behandlung großflächiger Verbrennungen möglich. Zur Nachbehandlung der Brandwunde sind nach dem Abheilen gezielte Massagen der betroffenen Stellen hilfreich, um eine mögliche Narbenbildung zu verringern oder gar zu verhindern. Spezielle Salben und das Einfetten der Hautstellen helfen ebenfalls die abgeheilte Brandwunde zu pflegen. Eine ehemalige Brandwunde sollte zunächst nicht direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden.

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Vorbeugung von Brandwunden

Als vorbeugende Maßnahmen gegen eine Brandwunde sind in erster Linie Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten. Gerade bei kleinen Kindern ist darauf zu achten, dass heiße Flüssigkeiten und Gegenstände außerhalb der Reichweite der Kleinen liegen.

Im Erwachsenenalter sollte vor allem auf einen sachgemäßen Umgang mit Grillanzündern und Spiritus geachtet werden, um einer Brandwunde vorzubeugen. Bei Kindern und alten Menschen sollte die Badetemperatur vor dem Baden überprüft werden, da diese eine häufige Ursache für Verbrühungen sind.

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