Erfrierung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Oktober 2015
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Eine Erfrierung (Congelatio) besteht, wenn in bestimmten Regionen des Körpers die Körpertemperatur (z.B. Ohren oder Finger) unter den Gefrierpunkt gefallen ist. Die Folge ist das Absterben dieser Zellen, die mit den typisches Symptomen von meist bläulichen bis zu schwarzen Verfärbungen der entsprechenden Körperregionen erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Erfrierung?

Erfrierung (Congelatio) ist eine Schädigung des Gewebes durch plötzliche, heftige Kälteeinwirkungen. Unterscheiden muss man eine Erfrierung von der Unterkühlung, die bei einer anhaltenden Einwirkung der Kälte unter 0° entsteht und sich auf den gesamten Organismus auswirkt.

Erfrierungen hingegen sind schwere lokale Kälteschädigungen an Händen, Fingern, Nase, Ohren und Zehen, wobei die Körpertemperatur dabei nicht sinkt. Dabei kommt es durch eine Minderdurchblutung und Sauerstoffmangel zu Schädigungen am Gewebe.

Ursachen

Eine Erfrierung kann plötzlich über Kontakt mit sehr kalten Gegenständen auftreten oder die Folge einer anhaltenden Unterkühlung (Abfall der Körpertemperatur unter 37°) sein.

Die Ursache ist, dass der Körper seine Wärmeproduktion für die lebenswichtigen Organe erhöht. Gleichzeitig wird die Wärmeangabe und Blutzufuhr über die Extremitäten (Arme und Beine) durch das Zusammenziehen der Blutgefäße verringert.

Die lebenswichtigen Organe werden mit ausreichend Blut und Sauerstoff versorgt. Das betroffene Gewebe der Extremitäten hingegen nicht und wird geschädigt, bis hin zum Zelltod. Erfrierungen werden durch folgende Faktoren beschleunigt:

  • alte Frostschäden,
  • Wind und Nässe,
  • individueller Körperzustand wie Fettpolster oder Ermüdung,
  • Kleidung,
  • Verletzungen,
  • zu wenig aktive Bewegung
  • oder zu langer Aufenthalt im Wasser.

Symptome und Verlauf

Die Symptome von Erfrierungen können in drei Schweregrade unterteilt werden:

Erfrierung 1. Grades: Abkühlung, blasse Hautfarbe und Schmerzen.

Erfrierung 2. Grades: Blasenbildung, Schwellung und Rötung der Haut.

Erfrierung 3. Grades: Absterben des Gewebes (Nekrose), schwarze und eingetrocknete Haut.

Leichte Erfrierungen 1. Grades heilen in der Regel ohne Spätfolgen ab, es können jedoch Narben entstehen. Der Verlauf für Erfrierungen 2. Grades kann günstig sein, wenn die Blasen hell sind. Blutige Blasen hingegen benötigen einen längeren Heilungsverlauf und stellen beim Aufplatzen eine Infektionsgefahr dar. Erfrierungen 3. Grades kann eine Amputation zur Folge haben und bei der Ausdehnung des abgestorbenen Gewebes auf den gesamten Körper droht der Tod.

Zu beachten ist, dass die Erfrierungen des zweiten und dritten Grades zunächst die Symptome des 1ten Grades aufweisen. Die genaue Intensität der Erfrierung lässt sich erst nach einigen Tagen bis Monaten feststellen.

Diagnose

Die Erfrierungen zweiten und dritten Grades müssen von einem Arzt behandelt werden. Deshalb sollte nach der Bildung von Blasen (in den ersten Stunden nach der Erfrierung) ein Arzt aufgesucht werden, damit dieser eine Diagnose stellen kann.

Der behandelnde Arzt wird sich bei dem Patienten nach seinen Beschwerden erkunden (sog. Anamnese) und sich anhand der Verfärbungen, Blasen und Schwellungen ein Bild über den Allgemeinzustand machen. Anhand der Erfrierungssymptome kann er dann eine Diagnose aufstellen. Bei einer Erfrierung als Folge von Unterkühlung, wird der behandelnde Arzt zusätzlich die Körpertemperatur messen und die Blutgase analysieren.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung von Erfrierungen ist es wichtig, umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen zu beginnen:

  • Erwärmen des Körpers durch: gezuckerte und warme Getränke, geheizte Räume, fremde oder eigene Wärme (z.B. Achselhöhle).
  • Bei einem lauwarmen Wasserbad ist besonders Vorsichtig vorzugehend, beginnend mit 10 Grad Celsius bis höchstens 38 Grad Celsius.
  • Bei leichten Erfrierungen kann der Patient durch aktive Bewegungen der Muskeln seinen Körper aufwärmen.
  • Nasse Kleidung muss gegen trockene ausgetauscht werden.
  • Bei Erfrierungen mit Blasen müssen sterile und trockene Verbände (keine Salbenverbände) angelegt werden.
  • Die betroffenen Erfrierungsstellen sollen hoch und druckfrei gelagert werden.

Dem Arzt stehen darüber hinaus noch Infusionen oder Schmerzmittel zur Verfügung. Vermieden werden sollten bei Erfrierungen:

  • Die Verabreichung von Medikamenten.
  • Das Einreiben und Massieren mit Schnee.
  • Das Erwärmen durch Anhauchen.
  • Das Rauchen, denn dieses verengt die Blutgefäße.
  • Das Aufwärmen mittels Feuer (durch Taubheitsgefühl kann es zu Verbrennungen kommen).

Bei der weiteren Behandlung der Haut- und Gewebeschädigungen öffnet der behandelnde Arzt die Erfrierungsblasen unter sterilen Bedingungen und versorgt diese, wenn nötig, durch Salben. Ist die Schädigung zu groß, wird im schlimmsten Fall eine Amputation in Erwägung gezogen.

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Vorbeugung

Um Erfrierungen vorzubeugen, ist ist es in erster Linie wichtig, warme und zweckmäßige Kleidung zu tragen. Sinnvoll ist das so genannte. Zwiebelprinzip, bei dem mehrere Schichten Kleidung übereinander gezogen werden.

Nasse Kleidung sollte nach Möglichkeit getauscht werden. Eine aktive Bewegung hält den Körper warm und fördert die Durchblutung.

Bei Anfängen von Erfrierung sind betroffene Körperstellen zu wärmen, indem z.B. die Hände unter die Achselhöhlen legt werden.

Zusammenfassend ist besonders wichtig darauf zu achten, dass es durch geeignete Vorbeugungsmaßnahmen nicht zu Erfrierungen kommt und die richtigen Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt werden können.

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