Belegte Zunge (Zungenbelag)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. März 2017
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Nicht selten kommt es jedoch zu massiven Veränderungen im Bereich der Zunge. Eine belegte Zunge (Zungenbelag) wird als eine relativ häufige Veränderung im Bereich der Zunge angesehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine belegte Zunge (Zungenbelag)?

Die Oberfläche der Zunge ist äußerst sensibel. So kann die Zunge beispielsweise vier verschiedene Geschmacksrichtungen voneinander unterscheiden. Eine belegte Zunge wartet mit einer wesentlichen Eigenschaft auf. So werden im Bereich der Zunge farbliche Veränderungen sichtbar. Darüber hinaus weist eine belegte Zunge nicht selten eine pelzige Oberfläche auf.

Als Zungenoberfläche sieht man den Teil der Zunge an, welcher sich in der Mitte der Zunge befindet. Gemäß den Aussagen von erfahrenen Medizinern führen Ablagerungen zu einem mitunter unangenehmen Zungenbelag. Dieser kann mit einem äußerst aufdringlichen Geruch einhergehen. Eine belegte Zunge kann auf zahlreichen Ursachen basieren.

Ursachen

In den meisten Fällen tritt eine belegte Zunge (Zungenbelag) als das Resultat einer schlechten Mundhygiene in Erscheinung. So können beispielsweise Speisereste zu Ablagerungen im Bereich der Zunge führen. Aus diesem Grund spielt eine gesunde Ernährung eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

Oftmals basiert eine belegte Zunge auch auf einer schwerwiegenden Grunderkrankung. Sollten beispielsweise die Organe im Bereich des Verdauungssystems erkrankt sein, kann es zu einem deutlich sichtbaren Zungenbelag kommen. Eine belegte Zunge kann auch im Anschluss an eine Vergiftung in Erscheinung treten. Die Ursachen können oftmals bereits anhand der Farbe des Zungenbelags bestimmt werden.

Sollte eine belegte Zunge auf einem Pilz basieren, wird ein weißer Zungenbelag sichtbar. Gleichzeitig führen auch Geschlechtskrankheiten sowie Infekte zu einem weißen Zungenbelag. Des Öfteren nimmt die Zunge auch die Farbe der zuvor verzehrten Nahrungsmittel an. Neben den bereits erwähnten Ursachen kommt auch eine Medikamentenunverträglichkeit als eine mögliche Ursache infrage. Obwohl eine belegte Zunge in den meisten Fällen nicht gefährlich ist, wird dem Bereich der Diagnose ein besonders hohes Maß an Aufmerksamkeit beigemessen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Eine belegte Zunge kann viele Ursachen haben. Mit übereilten Schlussfolgerungen sollte man daher stets vorsichtig sein. Oftmals sind es einfach das Essen und spezielle Getränke, die eine Verfärbung der Zunge bzw. einen lästigen Zungenbelag verursachen. Auch das Rauchen von Zigaretten kann zu dem Problem führen. Ist die Zunge über einen längeren Zeitraum ungewöhnlich stark verfärbt oder angeschwollen, sollte man die Sache von einem Arzt abklären lassen.

Der Arzt wird anhand des Zungenbildes Schlüsse auf die Gesundheit des Patienten ziehen. Ist tatsächliche eine Erkrankung für die belegte Zunge verantwortlich, wird diese abgeklärt und anschließend behandelt werden. Ist beispielsweise ein Problem des Verdauungstrakts Grund für den Zungenbelag wird über Essgewohnheiten gesprochen und diese gegebenenfalls verändert werden. Entstand das Problem durch mangelnde Mundhygiene kann der Arzt auch hier Tipps geben. Eine belegte Zunge kann also viele Ursachen haben. Nicht immer ist eine ärztliche Behandlung notwendig und das Problem ist oftmals harmlos und einfach zu lösen!

Diagnose und Verlauf

In der Regel kann eine belegte Zunge (Zungenbelag) im Rahmen einer Selbstdiagnose ermittelt werden. Sollten die vorliegenden Symptome jedoch nicht abklingen, sollte ein fachkundiger Arzt aufgesucht werden. Nur ein entsprechend ausgebildeter Arzt kann schwerwiegende Grunderkrankungen ermitteln. Zunächst einmal werden die betroffenen Personen vom behandelnden Arzt zu einem ausführlichen Gespräch gebeten. Das Gespräch dient dazu, die vorliegenden Symptome zu erläutern.

Als ein wichtiger Bestandteil des Patientengesprächs wird auch die Frage nach den Rauchgewohnheiten angesehen. Erst wenn der behandelnde Arzt einen konkreten Hinweis auf eine schwerwiegende Grunderkrankung hat, können körperliche Untersuchungen durchgeführt werden. Grundsätzlich steht die Anfertigung eines Blutbilds im Vordergrund. Nur so kann der behandelnde Arzt eventuelle Entzündungen im Körper ermitteln.

Neben der Erstellung eines Blutbilds kann der behandelnde Arzt auch die Erstellung eines Abstrichs aus dem Bereich des Mundraums anordnen. Gleichzeitig werden in den meisten Fällen Untersuchungen des Magens sowie des Mundraums in Angriff genommen. Direkt im Anschluss an die Erstellung einer detaillierten Diagnose kann eine belegte Zunge behandelt werden.

Komplikationen

Bei den Komplikationen einer belegten Zunge ist zu unterscheiden, ob dieser eine weiße oder schwarze Färbung hat. Bei einer weißen Verfärbung handelt es sich oft um einen Pilzbefall im Mund. Da dieser ansteckend ist, kann er bei der Übertragung von Speichel an andere Menschen weitergegeben werden. Hierauf ist insbesondere im Umgang innerhalb von Familien oder sexuellen Partnerschaften zu achten. In vielen Fällen ist der Zungenbelag mit einem Brennen auf der Zunge verbunden. Diese Nebenwirkung kann durch die Einnahme von Medikamenten auftreten. Der Konsum von starkem Alkohol kann das Brennen ebenfalls verursachen.

Da zu den Auslösern einer belegten Zunge auch Toxine gehören, sollte auf weitere Beschwerden der Haut oder der Atmung geachtet werden. Einige Toxine können schwere Folgen für den Organismus haben. Dies gilt beispielsweise für Blei oder Nikotin. Bei einer schwarzen Färbung des Zungenbelages ist zu überprüfen, ob diese aufgrund aufgenommener Lebensmittel wie Süßigkeiten, Obst oder Gemüse entstanden ist. In diesen Fällen ist mit keinen weiteren Komplikationen zu rechnen. Die Färbung verschwindet innerhalb der nächsten Stunden selbständig oder kann mit der Reinigung der Zunge restlos entfernt werden. Bei einer Reinigung ist darauf zu achten, dass die Hautschicht der Zunge nicht beschädigt wird. Diese führt zu einer vorübergehenden Einschränkung der Geschmackserkennung.

Behandlung und Therapie

Basierend auf dem medizinischen Fortschritt kann Zungenbelag zielgerichtet behandelt werden. Anhand der vorliegenden Ursachen wählt der behandelnde Arzt ein geeignetes Therapieverfahren aus. Sollte eine belegte Zunge beispielsweise auf einer mangelhaften Mundhygiene basieren, können spezielle Pflegeprodukte für den Mundraum zum Einsatz kommen. Sofern sich eine schwerwiegende Grunderkrankung für das Auftreten von einem Zungenbelag verantwortlich zeichnet, kommen oftmals spezielle Medikamente zum Einsatz.

Besonders deutlich wird diese Tatsache an dem Beispiel eines Pilzes im Bereich des Mundraums. So wird zur Bekämpfung eines Pilzes grundsätzlich ein Antimykotikum eingesetzt. Basiert eine belegte Zunge auf einer Zuckerkrankheit, muss oftmals eine spezielle Diät durchgeführt werden. Eine medikamentöse Umstellung ist immer dann erforderlich, wenn eine belegte Zunge als das Resultat von Nebenwirkungen in Erscheinung tritt.

Die Wichtigkeit einer fachgerechten Behandlung lässt sich anhand eines anschaulichen Beispiels verdeutlichen. Wie bereits erwähnt wurde, kann eine belegte Zunge auch auf einer Vergiftung basieren. Da eine Vergiftung einen mitunter lebensbedrohlichen Verlauf annehmen kann, ist eine schnellstmögliche Behandlung unumgänglich. Bevor eine belegte Zunge in Erscheinung tritt, können vorbeugende Maßnahmen durchgeführt werden.



Vorbeugung

Da eine belegte Zunge oftmals als das Resultat einer mangelhaften Mundhygiene in Erscheinung tritt, sollte dem Aspekt der Mundhygiene ein besonders hohes Maß an Aufmerksamkeit beigemessen werden. Damit eine belegte Zunge nicht als das Resultat einer Geschlechtskrankheit in Erscheinung tritt, sollte der Aspekt der Verhütung nicht vernachlässigt werden.

Darüber hinaus empfiehlt es sich, die Packungsbeilagen von Medikamenten sorgfältig zu lesen. Nur so kann einer Medikamentenunverträglichkeit wirksam vorgebeugt werden. Damit eine belegte Zunge gar nicht erst in Erscheinung tritt, sollte auch der Konsum von Nikotin spürbar eingeschränkt werden.

Bücher über Mundhygiene

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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