Allergischer Husten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Dezember 2016
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Viele Menschen leiden im Laufe ihres Lebens immer wieder an Hustenreiz. Meist schreiben sie diesen einer leichten Erkältung zu, auch wenn sich sonst kein Fieber oder andere Erkältungssymptome zeigen. Allerdings steckt hinter diesem Husten auch oftmals eine Allergie, die leider in zahlreichen Fällen nicht ernstgenommen und somit unerkannt bleibt. Dies kann schwerwiegende und langfristige Folgen für den Organismus haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist allergischer Husten?

Allergischer Husten unterscheidet sich grundlegend von einem normalen Husten, der infolge einer Erkältung auftritt. Jener wird nämlich nicht durch eine Infektion ausgelöst, sondern stellt eine Reaktion auf eine Allergie dar. Hierbei reagiert der Körper überempfindlich auf bestimmte Allergene. Kommt der Organismus mit diesen Reizstoffen in Kontakt, so kann plötzlich Hustenreiz einsetzen. Es gibt noch weitere Symptome, die bei einer Allergie einsetzen, allerdings tritt der allergische Husten, gefolgt von Schnupfen und brennenden Augen, am häufigsten auf.

Ursachen

Wie bereits oben erwähnt wird der Hustenreiz durch Allergien verursacht. Die Ursachen hierfür sind zahlreich. Auslöser kann eine Pollenallergie sein, die sich meist von Frühling bis Herbst am stärksten äußert. Dazu zählt beispielsweise der Heuschnupfen. Dabei legt sich vor allem die Birkenpollenallergie besonders stark auf die Atemorgane und kann sogar eine Ebene tiefer wandern und Atemnot verursachen.

Weiterhin reagieren viele Menschen dann mit akutem Husten, wenn der Organismus mit den Allergenen in unmittelbaren Kontakt tritt. Dies ist bei Hausstaub, Schimmelpilzen, Katzenhaaren, Milben oder bestimmten Lebensmitteln der Fall. Diese Allergien sind nicht zeitlich begrenzt, wie der Heuschnupfen, sondern treten ganzjährig auf. Bei jedem Kontakt kommt es zu Reizungen der Atemwege und weiteren Beschwerden, die sich verschlimmern, je länger man den Allergenen ausgesetzt ist.

Symptome und Verlauf

Die Reaktion des Körpers auf eine Allergie äußert sich zumeist durch einen sehr trockenen, bellenden Husten. Anders als bei einer Erkältung wird dieser allerdings nicht von einem schleimigen Auswurf begleitet, der auf ein Abhusten der Erreger hindeutet.

Allergischer Husten kann als alleiniges Symptom oder gepaart mit Juckreiz und tränenden Augen auftreten. Weiterhin kommt es im weiteren Verlauf zu Kurzatmigkeit. Hier sollten bereits die Alarmglocken schrillen, denn wird der allergische Husten nicht behandelt, kann es nach einer gewissen Zeit zu Atemnot kommen. Werden diese Anzeichen noch von keuchendem Atmen begleitet und ist der Betroffene weiterhin den Erregern ausgesetzt, mündet der Husten schlimmstenfalls in einem Asthma Bronchiale.

Nach Kontakt mit den Allergenen, dauert die allergische Reaktion bis zu 6 Stunden an. Doch auch besonders kalte, trockene Luft, Sport oder Nebel können im fortschreitenden Stadium bereits den Husten auslösen, da der Organismus immer sensibler reagiert.

Diagnose

Die Diagnose eines allergiebedingten Hustens erfolgt immer durch einen Arzt. Dieser führt entweder einen Labortest mit einer Blutprobe oder einen sogenannten Pricktest durch, mit dem sich die Reaktionen des Körpers auf bestimmte Substanzen direkt nachweisen lassen. Bei dem Pricktest wird die Haut des Unterarms in verschiedene Segmente unterteilt und jedes mit einem anderen Allergen benetzt. Reagiert nun der Betroffene auf ein aufgetragenes Allergen, äußert sich dies durch Juckreiz und geröteter Haut. Allerdings kann die Reaktion auch diffus ausfallen. Für ein präziseres Ergebnis sorgt dagegen der Bluttest.

Behandlung und Therapie

Um eine Allergie effektiv behandeln zu können, muss zwingend der entsprechende Auslöser ermittelt werden, denn erst, wenn die Ursache geklärt ist, kann aktiv gegen die Allergene vorgegangen werden. Grundsätzlich wird dabei unterschieben, ob nur kurzfristig die Beschwerden gelindert oder, auf langfristige Sicht die Allergieursachen behandelt werden sollen. Theoretisch ist es am sinnvollsten die auslösenden Allergene vollständig zu meiden. Dies bezeichnet man als Karenz. Allerdings ist dies in vielen Fällen kaum konsequent umsetzbar.

Im Fall einer Pollenallergie dürfte man während der jeweiligen Saison das Haus nicht verlassen, was schlichtweg unmöglich ist. Auch der Kontakt zu Tieren oder Hausstaub kann nie vollständig ausgeschlossen werden. Meist führt die Karenz zu Einschränkungen im Alltag und bietet auf Dauer keine Verbesserung der Allergie.

Vor allem bei Heuschnupfen werden häufig Medikamente eingesetzt, deren Wirkstoffe die Reaktionen abmildern oder vollständig unterbinden. Die Darreichungsform ist vielfältig und reicht von Sprays und Tropfen bis hin zu Spritzen und Tabletten. Auch Medikamente erzielen nur einen kurzfristigen positiven Effekt, der jedoch auch nicht die Ursachen der Allergie behandelt.

Zudem kann die dauerhafte Einnahme auf längere Zeit teuer werden und man ist ständig auf die Medikamente angewiesen. Als letzten Schritt wäre noch die Hyposensibilisierung des Immunsystems zu nennen. Darauf wird zurückgegriffen, wenn der allergische Husten dauerhaft behandelt werden soll oder die Beschwerden sich verschlimmern.

Bei der Hyposensibilisierung wird dem Patienten das auslösende Allergen in regelmäßigen Abständen und in immer höheren Dosen verabreicht. Dies hat zur Folge, dass sich das Immunsystem an den Erreger anpassen und die Allergie sich auf Dauer verbessern kann. Diese Allergie-Impfungen werden, aufgrund ihrer vielversprechenden Erfolge, zumeist von der Krankenkasse übernommen.



Vorbeugung

Bereits im Säuglingsalter kann der Bildung von allergischem Husten entgegengewirkt werden. Durch längeres Stillen beispielsweise wird die Neigung zu Allergien deutlich reduziert. Auch wenn das Kind schon früh mit den Allergenen in Kontakt kommt, hat das Immunsystem die Möglichkeit, sich gegen diese Erreger zu stärken.

Wie bereits erwähnt ist auch die Karenz, also das aktive Vermeiden der Auslöser, eine der besten Vorbeugungsmaßnahmen. Denn wer nicht mit den Allergenen in Kontakt kommt, kann sich effektiv gegen den Hustenreiz schützen. Allerdings sollte dies nicht mit einer größeren Einschränkung verbunden sein, als die Allergie selbst.

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