Acanthosis nigricans

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Acanthosis nigricans

Bei Acanthosis nigricans handelt es sich um eine Pigmentstörung. Sie geht mit grauen bis schmutzig-braunen Wucherungen der Haut einher.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Acanthosis nigricans?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Die Acanthosis nigricans ist eine Pigmentstörung der Haut, die auch als so genannte Schwarzwucherhaut bezeichnet wird. Graue oder schmutzig-braune Wucherungen auf der Haut sind das typische Merkmal dieser Erkrankung. Achseln, Ellenbogen, Kniekehlen und Nacken sind besonders betroffene Bereiche des Körpers. Auch an den Fußsohlen, im Bereich der Lenden und an Handflächen oder auch Lippen können die Veränderungen der Haut auftreten.

Acanthosis nigricans deutet auf ein gesundheitliches Problem hin, das ernst genommen werden sollte. Prädiabetes ist meist das Hauptproblem, Männer und Frauen sind von der Acanthosis nigricans gleichermaßen betroffen. Die Pigmentstörung der Haut zeigt sich vor allem bei übergewichtigen Menschen, die einen dunkleren Hauttyp haben. Mit etwa 34 Prozent sind vorrangig amerikanische Ureinwohner von der Acanthosis nigricans betroffen, allerdings ist das Risiko für die Erkrankung bei allen ethnischen Gruppen gleich groß, wenn der BMI (Body-Mass-Index) deutlich erhöht ist.

Ursachen

Die typischen Flecken auf der Haut bei einer Acanthosis nigricans entstehen durch eine sehr schnelle Vermehrung der Zellen der Epidermis. Ein ansteigender Insulinspiegel im Blut ist oft der Hauptgrund für dieses Wachstum der Hautzellen. Vor allem Menschen des dunkleren Haupttyps verfügen in ihren Zellen über ein hohes Vorkommen an Melanin. Da bei der Acanthosis nigricans das Melanin weiter ansteigt, färben sich die Hautflecken dunkler als es bei den angrenzenden Hautbereichen der Fall ist.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente oder eine Erkrankung an Krebs können zu den Hautveränderungen führen. Hauptursache für die Entstehung der Acanthosis nigricans ist in den meisten Fällen eine übermäßige Menge an Insulin im Blut. Ein Risikofaktor ist dabei vor allem auch Übergewicht, denn es entwickelt sich im Laufe der Zeit eine so genannte Insulinresistenz. In einem gesunden Organismus werden die Kohlenhydrate aus der Nahrung in Zuckermoleküle (z. B. Glukose) umgewandelt.

Ein Teil der Glukose wird für den Energieverbrauch benötigt, der Rest als Reserve gespeichert. Insulin ist zur Nutzung der Glukose für Energie notwendig, mit seiner Hilfe gelangt die Glukose in die Zellen des Körpers. Bei einer Insulinresistenz ist im Körper jedoch kein normaler Verbrauch mehr möglich. Es kommt zur Ansammlung von Glukose im Blut, der Insulin- und Blutglukosewert steigen. Das überschüssige Insulin sorgt nun für eine Vermehrung der Hautzellen.

Acanthosis nigricans ist deshalb ein erster wichtiger Hinweis auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus. Bestimmte Medikamente können ebenfalls ursächlich für die Pigmentstörung sein. Unter anderem gehören die Antibaby-Pille, Wachstumshormone oder auch ergänzende Präparate zum Muskelaufbau sowie Medikamente für die Schilddrüse dazu. In sehr seltenen Fällen können Erkrankungen wie Morbus Addison (Störungen der Nebennierenrinde), Störungen der Hirnanhangsdrüse, Magenkrebs, ein niedriger Schilddrüsenhormonspiegel oder auch die Einnahme von hohen Mengen Niacin als Ursache für die Bildung einer Acanthosis nigricans stehen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

In den meisten Fällen zeigen sich die Pigmentstörungen der Acanthosis nigricans symmetrisch im Bereich von Achseln und Leisten, selten auch an den Händen und Lippen. Eine hellbraune bis grau-schwarze Verfärbung der Haut, die „schmutzig“ wirkt, gilt als typisches Anzeichen der Erkrankung. Die Oberfläche der Hautwucherungen fühlt sich wie Samt an, es liegt eine papillös-hyperkeratotische Vergröberung vor. Besteht Acanthosis nigricans bereits über einen längeren Zeitraum, wirkt die Haut in der Regel rau.

Zusätzliche Beschwerden treten aber in den meisten Fällen nicht auf. Erfahrene Ärzte erstellen die Diagnose Acanthosis nigricans schon anhand der Blickdiagnose. Um jedoch der Ursache auf den Grund zu gehen, sollte ein Test auf Diabetes mellitus und/ oder Insulinresistenz durchgeführt werden. Eine Unterscheidung erfolgt bei der Acanthosis nigricans auch in eine gutartige Form (Acanthosis nigricans benigna) und in eine bösartige Form (Acanthosis nigricans maligna). Deshalb wird auch nach einem Primärtumor gesucht, indem im Labor das CEA (Carninoembryonales Antigen) und das Alpha-1-Fetoprotein bestimmt werden. Auch bei der Einnahme von Medikamenten sollte geprüft werden, ob diese eine solche Pigmentstörung hervorrufen oder begünstigen können.

Mit Komplikationen ist im Verlauf der Krankheit lediglich bei der malignen Acanthosis nigricans zu rechnen. Diese tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Die Pigmentstörung ist dabei deutlich stärker ausgeprägt, als es bei der gutartigen Form der Fall ist. Die mittlere Überlebenszeit bei Vorliegen der Acanthosis nigricans maligna liegt bei 2 Jahren. Bei der gutartigen Acanthosis nigricans ist in den meisten Fällen die Behandlung der zu Grunde liegenden Erkrankung ausreichend für eine Verbesserung des Hautbildes.

Behandlung und Therapie

Bei der Acanthosis nigricans handelt es sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern vielmehr um das Symptom einer anderen Erkrankung. Deshalb muss die Behandlung zunächst auch auf die zu Grunde liegende Erkrankung ausgerichtet werden. Übergewichtigen Patienten wird der Arzt raten, dieses zu reduzieren. Um den Blutzuckerspiegel wieder auf einen normalen Wert zu bringen, werden in der Regel auch entsprechende Medikamente verordnet. Sofern Medikamente oder auch Nahrungsergänzungsmittel als Auslöser für die Acanthosis nigricans in Frage kommen, werden diese entweder ganz abgesetzt oder durch passende Alternativen ersetzt.

Ist die zu Grunde liegende Erkrankung erfolgreich therapiert, verblassen die Flecken bei den meisten Patienten wieder. Kosmetische Behandlungen erweisen sich als sinnvoll, wenn es durch die Veränderungen der Haut zu einer ästhetischen Beeinträchtigung kommt. Auch eine Behandlung mit verschreibungspflichtigen Hautaufhellern ist durchaus denkbar. Zwar sind diese Methoden nicht so wirkungsvoll, wie die Behandlung der Grunderkrankung, allerdings verschaffen sie dem Patienten Linderung und ein besseres Lebensgefühl.



Vorbeugung

Durch eine gesunde Lebensweise lässt sich die Entstehung einer Acanthosis nigricans in der Regel verhindern. Um die Pigmentstörung der Haut zu kontrollieren, sind die Reduktion des Körpergewichts, eine Umstellung der Ernährung sowie eine korrekte Einstellung der Medikamente von entscheidender Bedeutung. Nicht immer werden die vorbeugenden Maßnahmen hilfreich sein. Ist beispielsweise Krebs die Ursache, muss zunächst der Krebs erfolgreich behandelt werden. Wichtig ist, die zu Grunde liegende Erkrankung zumindest so in den Griff zu bekommen, dass die Pigmentstörungen sich nicht ausweiten.

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