Abszess am Po

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. Dezember 2016
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Es beginnt mit leichten Schmerzen am Po. Bald entwickelt sich ein Pickel, der langsam größer wird. Viele Patienten unterschätzen einen Abszess am Po, lassen die Krankheit fortschreiten oder versuchen gar, selbst das Problem zu beheben. Vielen Patienten mag es auch unangenehm sein, wegen eines Abszesses zum Arzt zu gehen, aber ein unbehandelter Abszess kann ernste Folgen haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Abszess?

Abszesse sind Eiteransammlungen im Körpergewebe, die unterschiedliche Ursachen haben. Bei einem Abszess entzündet sich Gewebe, das sich langsam mit Eiter füllt. Gesichtspickel sind bereits kleine Abszesse, bei denen der Eiter jedoch schnell abfließen kann. Bei einem Abszess ist das Abfließen des Eiters jedoch verhindert. Der Körper umgibt diesen Bereich mit einer Schutzschicht.

Wird die Entzündung weiterhin bestehen, vergrößert sich der Abszess immer mehr. Er kann von einigen Millimetern Durchmesser bis zu zehn Zentimeter Durchmesser zunehmen. Das Gewebe stirbt ab und wird von Bakterien abgebaut, wodurch sich Eiter bildet. Abszesse können überall am Körper entstehen, insbesondere jedoch in sehr fetthaltigen Geweben. Ein Abszess am Po kann sowohl außerhalb des Körpers entstehen, als auch innerhalb als Analabszess. In letzterem Fall wird er von Patienten oft nur durch die entstehenden Schmerzen bemerkt.

Ursachen

Ein Abszess wird durch Bakterien hervorgerufen. Gewebe entzündet sich, färbt sich rötlich und ist schmerzhaft geschwollen. Der Pobereich ist generell ein Körperteil, der sehr stark Bakterien ausgesetzt ist – einmal durch die Ausscheidungen, aber auch durch den Kontakt, den das Gesäß beim Sitzen mit anderen Oberflächen hat.

Die Bakterien bevölkern einerseits die Haut in natürlicher Weise, können aber auch durch Kontakt oder mangelnde Hygiene den Afterbereich besiedeln. Ein geschwächtes Immunsystem, Diabetes und Hauterkrankungen können die Bildung eines Abszesses unterstützen. Aber auch enge, unsachgemäße Kleidung kann einen Abszess am Po hervorrufen, denn durch das Scheuern wird die Haut beschädigt. Die Bakterien befallen diese angegriffene Hautstelle leicht und entzünden diese.

Symptome und Verlauf

Bakterien rufen anfangs eine leichte Entzündung hervor, die sich im Laufe von Tagen zu einem Eiterherd entwickelt. Wenn dieser Eiter nicht ablaufen kann, entwickelt sich der Abszess. Er geht mit starken Schmerzen und Fieber einher. Patienten müssen einen Arzt aufsuchen und den Eiterherd keineswegs selber behandeln. Der Arzt kann die Ursachen klären und Maßnahmen einleiten. Die Einkapselung des Abszesses sichert den Körper vor dem weiteren Eindringen der Bakterien ab. Ein Abwarten oder eine Selbstbehandlung kann die Bakterien jedoch in weitere Körperteile oder gar den Blutkreislauf gelangen lassen.

Wenn der Abszess nicht behandelt wird, greifen die Bakterien auch auf Nachbargewebe über; langfristig entwickeln sich Entzündungsherde auch in weiter weg liegenden Bereichen. Rötet sich die Stelle oder bilden sich rötliche Streifen auf der Haut, steht eine Blutvergiftung kurz bevor. Auch bei Verdacht auf einen Analabszess muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose

Abszesse am Po lassen sich leicht erkennen, wenn sie direkt unter Haut liegen. Bei starken Schmerzen ist der Gang zum Arzt unvermeidlich. Dieser kann klären, ob es sich um einen Abszess handelt oder um ein Furunkel. Bei einem direkt unter Haut liegenden Abszess kann der Arzt mithilfe der angezeigten Symptome, wie der Rötung, der Schwellung, aber auch Fiebermessen, den Abszess erkennen. Bei tiefer liegenden Abszessen oder einem Analabszess, die nicht einfach zu ertasten oder zu sehen sind, wird er eine Ultraschall-Untersuchung anordnen. Mit dieser Methode wird ein großer Eiterherd im unteren Gewebe des Körpers direkt angezeigt.

In schwierigeren Fällen wird auch eine Computertomografie oder eine Magnetresonanztherapie herangezogen, um im Körperinneren liegende Abszesse zu lokalisieren. Analabszesse bilden sich oft nur im unteren Analbereich und lassen sich leicht mit Ultraschall-Untersuchungen lokalisieren.

Behandlung und Therapie

Zur Behandlung ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, dessen Größe und Dauer durch Lage des Abszesses bestimmt wird. Bei einem Abszess am Po reicht eine örtliche Betäubung aus. Der Arzt schneidet dann den Abszess auf und lässt den Eiter abfließen. Abschließend wird er das Gewebe entfernen und desinfizieren. Es findet kein Nähen statt; die Stelle bleibt offen, um auch in den Folgetagen neu gebildeten Eiter abfließen zu lassen. Je nach Größe des Abszesses heilt die Stelle nach drei bis fünf Tagen.

Zur Vorbeugung von verschleppten Entzündungen wird auch oft Penizilin gegeben. Ist der Abszess bereits fortgeschritten, wird ein stationärer Aufenthalt notwendig, bei dem Antibiotika die Bakterien im Körper abtöten. Bei innen liegenden Abszessen sind größere chirurgische Eingriffe notwendig, die unter Umständen auch eine Totalanästhesie umfassen. Nach dem Eingriff bleibt oft eine kleine Narbe übrig.



Vorbeugung

Da ein Abszess am Po eine bakterielle Ursache hat, hilft eine gute Hygiene. Gerade der Analbereich muss täglich gesäubert und gewaschen werden. Auch beim Duschen vergessen viele Menschen den Pobereich. Ein normales Waschen beugt eine Bakterienbesiedelung bereits vor. Zu enge Kleidung scheuert und ruft Hautschäden hervor.

Patienten, die unter Diabetes leiden, müssen darauf achten, dass die Haut am Po keinen großen Schaden nimmt. Die Bakterien können in eine gesunde Haut nicht eindringen. Generell lässt sich ein Abszess am Po zwar nicht verhindern, aber wer auf seinen Körper und seine Gesundheit achtet, kann das Risiko erheblich senken.

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