Zahnungsbeschwerden

Letzte Aktualisierung am 18. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Zahnungsbeschwerden sind Schmerzen beim zahnenden Baby, die durch den Durchbruch des Milchgebisses durch das Zahnfleisch entstehen. Sie treten lokal am Zahnfleisch auf und können sich darüber hinaus in einer leichten Immunschwäche manifestieren.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Zahnungsbeschwerden?

Zahnungsbeschwerden sind ein Sammelbegriff für alle Beschwerden des Babys, die während der Durchbruchphase des Milchgebisses auftreten. Das Zahnen geht an fast keinem Baby spurlos vorbei, zu den häufigsten Zahnungsbeschwerden gehören Schmerzen und Schwellungen unmittelbar am Zahnfleisch. Sie treten meist jedes Mal neu auf, wenn ein weiterer Milchzahn durchbricht. Weiterhin kann es zu einer leichten Immunschwäche während des Zahnens kommen, was bedeutet, dass das Baby anfälliger für Infektionskrankheiten ist. Manche Babys erkälten sich, bevor ein neuer Milchzahn durchbricht, was zu den Zahnungsbeschwerden gehört. Meist werden Zahnungsbeschwerden nicht behandelt - es sei denn, sie beeinträchtigen das Baby stark in seinen körperlichen Funktionen oder lösen intensive Schmerzen aus.

Der Durchbruch des Milchgebisses durch das Zahnfleisch ist meistens mit starken Schmerzen verbunden. Ein Beißring kann helfen die Schmerzen ein wenig zu lindern.

Ursachen

Die Ursachen von Zahnungsbeschwerden liegen im Zahnen selbst. Beim Milchgebiss sind noch keine Zähne und somit keine Durchbruchstellen im Zahnfleisch vorhanden. Das Gewebe des Zahnfleischs wird somit vom Milchzahn zerstört, während er aus dem Kiefer heraus nach oben wächst. Das bereitet dem Baby natürlich Schmerzen, weshalb diese zu den häufigsten Zahnungsbeschwerden gehören.

Kaum ein Baby erlebt sie nicht. Weiterhin kann es vorkommen, dass das Immunsystem durchs Zahnen etwas geschwächt ist und sich auch das auf die Zahnungsbeschwerden auswirken kann. Zunächst kann es zu geringen Infektionen direkt am Zahnfleisch kommen, die zur normalen Reizung hinzukommen. Da aber viele Babys noch kaum Mundbakterien aufweisen, sind Zahnfleischentzündungen seltener unter den typischen Zahnungsbeschwerden. Fieber dagegen ist bereits häufiger, sei es als Immunreaktion aufs Zahnen selbst zum Infektionsschutz oder durch eine leichte Erkältung während des Zahnens.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Zahnungsbeschwerden:

Zahnungsbeschwerden treten mit jedem durchbrechenden neuen Milchzahn erneut auf, bis das komplette Milchgebiss durchgebrochen ist. Ältere Kinder, die ihr bleibendes Gebiss bekommen, können ebenfalls Zahnungsbeschwerden bekommen, jedoch in weit schwächerer Form als beim Baby. Die Zahnungsbeschwerden setzen meist wenige Tage vor dem tatsächlichen Zahndurchbruch ein, da er bereits jetzt von innen und unten aufs Zahnfleisch einwirkt.

Manchmal ist eine Schwellung oder Rötung zu erkennen, die Stelle kann sich warm anfühlen und in einigen Fällen ist der Milchzahn bereits leicht zu erkennen. Das Baby ist reizbar, kann unter leichtem Fieber leiden, schreit viel und ungewöhnlich und ist schwer zu beruhigen. Manche Babys nehmen weniger Nahrung auf oder verweigern sie schlimmstenfalls portionsweise. Die Symptome der Zahnungsbeschwerden lassen nach dem Durchbruch schnell wieder nach. Sollte das Baby die Nahrung bei einer Mahlzeit verweigern, nimmt es sie während des Zahndurchbruchs aber beim nächsten Versuch meist wieder an.

Diagnose

Zur Diagnose von Zahnungsbeschwerden brauchen die Eltern häufig nicht einmal einen Arzt. Bereits ab einem halben Jahr können beim Baby erste Milchzähne durchbrechen. Verändert es sein Trinkverhalten, wirkt leicht fiebrig und schreit viel und wurde eine Erkältung ausgeschlossen, kann das am Zahnen liegen. Eine vorsichtige Untersuchung des Zahnfleischs von Tag zu Tag wird bald Aufschluss darüber geben, dass es sich um Zahnungsbeschwerden handelt. Dennoch sollte das Baby bei solchen Symptomen dem Kinderarzt vorgestellt werden, da ohne den sichtbaren durchgebrochenen Milchzahn Zahnungsbeschwerden auf vieles hindeuten können.

Behandlung und Therapie

Zahnungsbeschwerden sind keine Krankheit, weswegen der Kinderarzt sie nur im Bedarfsfall behandeln würde. Fürs Baby und auch für seine Eltern sind sie natürlich trotzdem anstrengend. Da sie sich nicht verhindern lassen und Schmerzmittel für ein Baby nur im äußersten Notfall anzuraten sind, behilft man sich bei der Behandlung von Zahnungsbeschwerden auf die Linderung der Symptome.

Gekühlte Beißringe, Kühlakkus für Babys, Kamillentee für eine Zahnfleischmassage und die sanfte Behandlung des Zahnfleischs mit einer Baby-Zahnbürste können ausprobiert werden. Manche Eltern verwenden auch Zahngels, die sowohl antibakteriell als auch abschwellend wirken und Linderung verschaffen können. Eltern, die an die Homöopathie glauben, finden auch in der Alternativmedizin einige Behandlungsmöglichkeiten.

In sehr seltenen Fällen verweigert das Baby während einer Zahnungsphase vollständig die Nahrung. Hält das länger als eine Mahlzeit an, muss der Kinderarzt hinzugezogen werden. Lässt sich das Baby gar nicht mehr füttern, müsste es schlimmstenfalls intravenös ernährt werden. Das ist jedoch eine sehr seltene Form von Zahnungsbeschwerden und geht meistens mit schon zustande gekommenen Entzündungen des Zahnfleischs einher. Diese wiederum lassen sich durch Zahngels gut behandeln, die der Kinderarzt im Ernstfall verschreiben kann, sollte sich das Zahnfleisch tatsächlich einmal entzünden.

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Vorbeugung

Leider können Eltern nicht viel tun, um Zahnungsbeschwerden vorzubeugen. Sie betreffen irgendwann jedes Baby und gehören zu seiner Entwicklung. Wichtig ist jedoch die Zahnpflege, sobald die ersten Zahnungsbeschwerden eingesetzt haben.

Mit einer speziellen Baby-Zahnbürste und Zahncreme sollten die neuen Milchzähne gut gepflegt werden, um späteren Zahnschmerzen vorzubeugen. Beißringe, besonders gekühlte, sowie Kamillentee zur Zahnfleisch-Massage können während der Schmerz-Phase meist gut Abhilfe schaffen.

Quellen

  • Gängler P. et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme Verlag. 3. Auflage 2010
  • Reitemeier B.: Einführung in die Zahnmedizin. Thieme Verlag. 1. Auflage 2006
  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2009


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