Rheumatoide Arthritis

Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die rheumatoide Arthritis ist die am häufigsten vorkommende entzündliche Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis und zeigt sich durch Schmerzen, Steifigkeit und Schwellung der betroffenen Gelenke.
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Was ist Rheumatoide Arthritis?
Die rheumatoide Arthritis ist eine entzündliche Gelenkserkrankung mit in der Regel chronischem Verlauf. Schmerzhafte, steife und geschwollene Gelenke sind das Leitsymptom dieser Krankheit, die von allen entzündlichen Erscheinungsformen des rheumatischen Formenkreises am häufigsten auftritt. Betroffen sind Angehörige aller Altersklassen mit einem Erkrankungsgipfel zwischen 55 bis 64 Jahren.
Zwei von drei Patienten, die unter rheumatoider Arthritis leiden, sind Frauen. Eine heilende Therapie ist bislang nicht bekannt. Um die Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der meist chronisch verlaufenden Erkrankung möglichst lange hinauszuzögern, werden von rheumatoider Arthritis Betroffene im Rahmen eines individuell zusammengestellten Behandlungskonzeptes von mehreren medizinischen Fachrichtungen gemeinsam betreut.
Ursachen
Auch genetische Auslöser für diesen chronischen Zerstörungsprozess werden diskutiert. Aufgrund umfangreicher Statistiken über Geschlecht und Alter der betroffenen Patienten müssen auch das weibliche Geschlecht und ein höheres Alter als Risikofaktoren für die Entstehungswahrscheinlichkeit der rheumatoiden Arthritis berücksichtigt werden.
Symptome und Verlauf
Typische Symptome der rheumatoiden Arthritis:
- Rheumaknoten
Die typischen Symptome der rheumatoiden Arthritis entstehen auf Basis der chronischen Entzündung der betroffenen Gelenkstrukturen. In vielen Fällen sind besonders Finger und Hände betroffen, was über das Schmerzempfinden hinaus auch eine deutliche Einschränkung der Handlungsfähigkeit im Alltag bedeutet.
Die klassischen Beschwerden bei rheumatoider Arthritis sind Schmerzen der Gelenke (vor allem nachts und morgens), eine ausgeprägte Morgensteifigkeit sowie die Schwellung der betroffenen Strukturen. In diesem Zusammenhang sind Zeichen für einen fortschreitenden Verlauf die Ausweitung auf mehrere Gelenke (Polyarthritis) sowie eine Organbeteiligung von Lunge (Fibrose, Pleuritis), Herz, Augen und Haut (Bildung von Rheumaknoten oder Entzündungen der kleinen Gefäße).
Entzündliches Rheuma ist durch seinen chronischen Verlauf mit fortschreitender Gelenkzerstörung gekennzeichnet. Schwere Verläufe der rheumatoiden Arthritis können sowohl die Lebensqualität als auch die Erwerbsfähigkeit massiv beeinträchtigen.
Diagnose
Die rheumatoide Arthritis wird meist im Rahmen einer dreiteiligen Diagnostik festgestellt. Zur körperlichen Untersuchung und Befragung des Patienten wird das Ausmaß der Schädigung der von der Entzündung betroffenen Gelenke im Röntgenbild festgehalten. Mit gezielten Blutuntersuchungen wird die Diagnostik der rheumatoiden Arthritis ergänzt.
Typische Hinweise auf die Erkrankung liefern erhöhte Entzündungswerte (CRP, Blutsenkung), eine durch die Entzündungsreaktion ausgelöste Blutarmut sowie das Aufspüren von (allerdings unspezifischen) Rheumafaktoren. Hilfe bei der kompletten Diagnostik liefern die sogenannten ACR-Kriterien: Sind bei einem Patienten vier von sieben Diagnosekriterien erfüllt, gilt die Diagnose der rheumatoiden Arthritis als gesichert.
Behandlung und Therapie
Eine Behandlung, die die rheumatoide Arthritis heilt, ist bislang noch nicht bekannt. Im Moment konzentrieren sich die therapeutischen Bemühungen darauf, die bestehenden Beschwerden wirkungsvoll zu lindern, ein Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern und den Betroffenen Hilfen anzubieten, mit denen sie ihren Alltag trotz der entzündungsbedingten Einschränkungen bestmöglich bewältigen können.
Therapiekonzepte für die rheumatoide Arthritis bauen in der Regel auf der interdisziplinären Kooperation verschiedener medizinischer Fachleute auf und vereinen die Behandlungsoptionen von Rheumatologen, Orthopäden, Physio-, Sport- und Ergotherapeuten sowie – soweit erforderlich – Psychologen und Sozialpädagogen.
Diese sind sowohl lokal (als Kältepackung oder –gel) als auch als Aufenthalt in speziellen Kältekammern möglich. Bewegung und Sport – oft auch in eigens zusammengestellten Rheumagruppen unter Anleitung qualifizierter Therapeuten – dienen dazu, die natürliche Beweglichkeit der Gelenke so lange wie möglich zu erhalten. Wenn bereits größere Einschränkungen vorhanden sind, ist die Mobilisation durch Physiotherapeuten ebenso wichtig wie das Aufsuchen eines Ergotherapeuten, der bei rheumatoider Arthritis Informationen zum Gelenkschutz und zu Alltagserleichterungen wie beispielsweise Greifhilfen bieten kann.
Vorbeugung
Quellen
- Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
- Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
- Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
- Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
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