Intercostalneuralgie (Interkostalneuralgie)

Letzte Aktualisierung am 5. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Interkostalneuralgie liegt vor, wenn es zu anhaltenden Nervenschmerzen im Bereich der Rippen bzw. des Rückens kommt. Es gibt verschiedene Grunderkrankungen wie etwa Gürtelrose, die mit einer Interkostalneuralgie einhergehen können. Die Therapie erfolgt hauptsächlich durch die Gabe von Schmerzmitteln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Interkostalneuralgie?

Schmerzen zwischen den Rippen, die häufig bis in den Rücken ausstrahlen, sind ein typisches Symptom einer Interkostalneuralgie.

Bei einer Interkostalneuralgie kommt es zu einer Neuralgie, also einem Nervenschmerz, zwischen den Rippen. Der Nervenschmerz geht von Zwischenrippennerven aus, diese verlaufen entlang der Brustwand. Die Brustwand kleidet die Brusthöhle aus und setzt sich sowohl aus Knochen als auch aus Weichteilen zusammen.

Die Stärke der Nervenschmerzen und die genaue Lokalisation sind von Patient zu Patient verschieden. Es handelt sich nur dann um eine Interkostalneuralgie, wenn der Schmerz zwischen den Rippen mindestens zwei bis drei Tage lang anhält.

Ursachen

Für das Auftreten einer Interkostalneuralgie können verschiedene Verletzungen bzw. Erkrankungen verantwortlich sein. Die Nervenschmerzen zwischen den Rippen sind stets Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung, jedoch keine eigenständige Krankheit.

Eine häufige Ursache für eine Interkostalneuralgie ist eine Infektion mit Herpes Zoster, auch Gürtelrose genannt. Diese Viruserkrankung tritt vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf und geht mit der Entzündung von Nerven einher. Kommt es zu einer Entzündung der Nerven im Rippenzwischenraum führt dies zu den typischen Beschwerden einer Interkostalneuralgie.

Außerdem können Erkrankungen der Wirbelsäule eine Interkostalneuralgie verursachen. Dies geschieht zum Beispiel durch Abnutzungserscheinungen an den Wirbelkörpern der Wirbelsäule, wodurch Nervenwurzeln eingeklemmt werden, was zu Nervenschmerzen führt. Auch Krankheiten der Lunge wie Tuberkulose oder eine Lungenentzündung können mit einer Interkostalneuralgie einhergehen.

Im Rahmen von Verletzungen wie Rippenbrüchen kann es ebenso zu Nervenschmerzen kommen. Muss der Brustkorb im Rahmen eines operativen Eingriffs geöffnet werden, kann es zum so genannten Postthorakotomie-Syndrom kommen, bei dem nach der Operation Nervenschmerzen zwischen den Rippen auftreten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Intercostalneuralgie:

Die Interkostalneuralgie, also der Nervenschmerz zwischen den Rippen, ist ein Symptom einer zugrundeliegenden Krankheit. Sehr häufig sind die Nervenschmerzen an den Rippen stechend und verschlimmern sich bei Bewegung. Manche Betroffene haben auch starke Schmerzen beim Atmen, weil sich dabei der Brustkorb bewegt und dies die Nervenschmerzen verschlimmert. Auch Husten, Niesen oder Pressen sorgt in den meisten Fällen für eine Verschlimmerung der Beschwerden. Betroffene können auch einen Juckreiz im Rippenzwischenraum verspüren. Die Nervenschmerzen müssen nicht immer auf die Rippen beschränkt sein, viele Betroffene leiden unter gürtelförmigen Schmerzen, die vom Brustkorb bis zum Rücken gehen. Der Verlauf einer Interkostalneuralgie hängt von der Grunderkrankung ab, wird diese erfolgreich therapiert, verschwinden meist auch die Nervenschmerzen.

Diagnose

Eine rasche Diagnosestellung bei einer Interkostalneuralgie ist wichtig, da die Nervenschmerzen ohne Behandlung zu chronischen Schmerzen werden können. Geht der Schmerz nach zwei bis drei Tagen nicht weg, wird von einer Neuralgie gesprochen. Dies ist jedoch nicht die eigentliche Diagnose, sondern nur die Feststellung eines Symptoms. Um die zugrundeliegende Erkrankung zu diagnostizieren, erhebt der behandelnde Arzt zuerst eine Anamnese. Danach führt er eine körperliche Untersuchung durch. Bei einer Interkostalneuralgie gibt es bestimmte Stellen, welche bei Druck mit Schmerz reagieren. Nach der körperlichen Untersuchung folgen, je nach Verdachtsdiagnose, weitere Untersuchungen wie ein Thoraxröntgen oder ein Ultraschall.

Behandlung und Therapie

Die ursächliche Therapie bei einer Interkostalneuralgie hängt von der Grunderkrankung ab. In manchen Fällen ist es den behandelnden Ärzten auch nicht möglich festzustellen, wodurch die Interkostalneuralgie hervorgerufen wird. In diesen Fällen und im Akutfall erfolgt meist eine reine Schmerztherapie.

Besonders geeignet sind hierfür nichtsteroidale Antirheumatika, also Mittel, die gegen Rheuma und die damit zusammenhängenden Schmerzen wirken. Diese Schmerzmittel sind besonders effektiv bei Nervenschmerzen, weil sie in der Peripherie des Körpers und nicht im Zentralnervensystem, wirken. Um Schmerzen zu lindern, werden auch Muskelrelaxantien, also Mittel, die für eine Entspannung der Muskulatur sorgen, verabreicht.

Da Neuralgien nicht selten zu unerträglichen Schmerzen führen, kann es notwendig sein, Betroffenen starke Schmerzmittel, wie Morphin und andere Opioide zu verabreichen. Da die Gabe von Opioiden jedoch heikel ist und nicht selten mit starken Nebenwirkungen einhergeht, ist eine Lokalanästhesie des schmerzenden Bereichs oft zielführender.

Die Belastung für den Gesamtorganismus ist dadurch geringer. Dabei wird eine Infiltration durchgeführt, das Schmerzmittel also direkt in die betroffene Region injiziert. Die Infiltrationstherapie sorgt über einen längeren Zeitraum hinweg für eine Linderung der Schmerzen bzw. sogar für Schmerzfreiheit. Die kausale Therapie kann unter anderem aus einer Physiotherapie bestehen, bei der versucht wird den Bereich, in dem der Rippennerv eingeklemmt ist, zu entlasten.

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Vorbeugung

Da die Interkostalneuralgie lediglich ein Symptom einer Grunderkrankung ist, ist eine gezielte Vorbeugung kaum möglich. Wichtig ist es bei Nervenschmerzen so rasch wie möglich einen Arzt aufzusuchen, da viele Erkrankungen im Frühstadium besser behandelt werden können.

Bücher über Nervenschmerzen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Payk, T., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Bewermeyer, H.: Neurologische Differenzialdiagnostik, Schattauer Verlag, 2011


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