Ekzem am Augenlid


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 27. Oktober 2018

Das Augenlid gehört aufgrund der dünnen, sensiblen Haut zu den Bereichen des Körpers, die besonders häufig von Ekzemen betroffen sind. Synonym zu dem begriff „Ekzem“ werden auch die Bezeichnungen Juckflechte und Dermatitis verwendet. Das Ekzem am Augenlid wird oft auch als Lidekzem bezeichnet und kann in verschiedenen Formen vorliegen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Ekzem am Augenlid?

Ein Ekzem am Augenlid ist für den Betroffenen sehr unangenehm. Das Auge ist gerötet, juckt und schmerzt.

Der Begriff Ekzem bezeichnet grundlegend Erkrankungen der Haut, die sich durch einen entzündlichen Charakter auszeichnen. Sie sind vor allem durch einen bestimmten Ablauf an Reaktionen der Haut definiert und können sowohl in akuter als auch in chronischer Form vorliegen. Insbesondere das chronische Ekzem am Augenlid stellt durch die einhergehenden Symptome eine Belastung für die betroffene Person dar, denn die Hautentzündungen und Hautreizungen werden als sehr unangenehm empfunden. Der Schweregrad und das Ausmaß der Beschwerden können sich bei den einzelnen Ekzemformen allerdings stark unterscheiden. Ekzeme äußern sich zu Beginn häufig durch Rötungen der Augenlider.

Ursachen

  Ebenso vielfältig wie die Formen eines Ekzems können die Ursachen sein. In vielen Fällen wird das Ekzem durch den Kontakt zu einem Allergen ausgelöst: Das kann sehr schnell im Alltag passieren, wenn Stoffe und Substanzen durch das Reiben der Augen mit den Händen an die Augenlider gelangen. In diesem Fall handelt es sich um eine Kontaktallergie, bei der die Augenlider deshalb so rasch und extrem reagieren, da sie durch die geringe Hautdicke besonders sensibel sind. Zu den entzündlichen und mechanischen Prozessen, die ein Ekzem am Augenlid hervorrufen können, gehört dabei auch das Auftragen von Make-Up.

Auch Personen, die bereits unter der Neurodermitis leiden, sind häufig von Ekzemen am Augenlid betroffen. Neurodermitis wird nicht selten durch anhaltenden Stress ausgelöst. Diese Krankheit kann auch Ekzeme am Augenlid hervorrufen - selbiges gilt für die Schuppenflechte und sogar für Akne. Durch das beschriebene Reiben der Augen mit den Händen kann es ebenfalls zu einer bakteriellen Infektion kommen, die sich durch ein Ekzem am Augenlid äußert. Auch toxische Ekzeme sind möglich. Die Ursachen sind meistens ungefährlich, allerdings sollten die Symptome und der Verlauf genau beobachtet werden, um eine effektive Behandlung vornehmen zu können.

Ursachen und Symptome eines allergischen Kontaktekzems.

Wann zum Arzt?

Ein Ekzem am Augenlid ist meistens eine sehr schmerzhafte Angelegenheit, die definitiv von einem Arzt untersucht und entsprechend behandelt werden sollte. Bei einem Ekzem handelt es sich um eine Hautirritation, die sich aufgrund von Viren und Bakterien sehr schnell in eine hartnäckige Entzündung verwandeln kann. Daher sollte bereits bei ersten Anzeichen einer solchen Entzündung ein Arzt aufgesucht werden.

In der Regel macht sich eine Entzündung durch ein Stechen im Auge bemerkbar. Zusätzlich kann es zu einem unangenehmen Gefühl beim Schließen des Augenlids kommen. Wer diese Anzeichen verspürt, der darf einen Besuch beim Arzt keineswegs auf die lange Bank schieben. Nur durch eine rechtzeitige Behandlung können diverse Komplikationen vermieden werden. Häufig treten im Zusammenhang mit einem Ekzem am Augenlid diverse Erkältungssymptome auf, die durch die Einnahme entsprechender Medikamente effektiv und schnell gelindert werden können.

Wer an dieser Stelle auf eine Behandlung durch einen Arzt und verschreibungspflichtige Medikamente verzichtet, der muss mit einer erheblichen Verschlimmerung der einzelnen Symptome rechnen. Daher gilt: Bei einer Entzündung am Augenlid sollte früh ein entsprechender Arzt konsultiert werden. Ansonsten kann sich die Entzündung im gesamten Körper ausbreiten, sodass mit starken Beschwerden gerechnet werden muss. Wer sich allerdings frühzeitig in ärztliche Behandlung begibt, der kann mit einer schnellen Genesung rechnen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Ekzems am Augenlid:

  • Hautbläschen
  • Gerötetes Augenlid

Bei den Symptomen und dem Verlauf eines Ekzems am Augenlid muss zwischen dem akuten und dem chronischen Stadium unterschieden werden. Das akute Stadium äußert sich am Anfang nur durch eine leichte Rötung der Haut am Augenlid. Manchmal heilt das Ekzem nach diesem Stadium von selbst ab – häufiger kommt es jedoch zur Bild von Bläschen in der betroffenen Region der Haut. Diese sind mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt und jucken. Die Bläschen können darüber hinaus auch nässen, wenn sie aufplatzen – das ist häufig dann der Fall, wenn sich die betroffene Person an der Hautregion kratzt.

Wenn die Bläschen austrocknen, bildet sich eine Kruste. Zuletzt bilden sich daraus Schuppen, nach denen das Ekzem abheilt. In manchen Fällen kommt es allerdings zu einer erneuten Irritation des Augenlids und das Ekzem wird chronisch. Dann treten die beschriebenen Symptome – also die Rötung der Haut, die Bläschenbildung, die Schuppe und die Kruste – gleichzeitig auf. Durch das ständige Kratzen der betroffenen Person wird das Hautbild gröber, das betroffene Areal wird größer und das Auge kann anschwellen. Manchmal rötet sich im Verlaufe eines Ekzems auch die Bindehaut.

Bestimmte Allergene reagieren mit der Haut und lösen eine Kontaktallergie (Ekzem) aus.

Diagnose

Anhand der klar umrissenen Stadien beim Verlauf eines akuten Ekzems am Augenlid kann eine Diagnose hier recht einfach von einem versierten Arzt gestellt werden. Ein Dermatologie sollte vor allem dann aufgesucht werden, wenn die anfängliche Rötung am Augenlid nicht abnimmt. Vor allem dann, wenn sich erste Bläschen bilden, ist der Gang zum Arzt unabdinglich. Dieser kann dann prüfen, unter welchen Bedingungen das Ekzem aufgetreten ist und ob andere Erkrankungen der Haut vorliegen, die mit dem Ekzem am Augenlid in Verbindung stehen könnten. Anhand einer intensiven Untersuchen des Augenlids kann dann eine Diagnose gestellt werden.

Komplikationen

Ein Ekzem am Augenlid ist eine Irritation der Haut, die besonders am Auge eine schwere Entzündung hervorrufen kann. Durch ständiges Kratzen am Auge können nämlich Bakterien und Viren in das Auge gelangen, sodass eine Entzündung entsteht. Natürlich sind in diesem Zusammenhang auch verschiedene Komplikationen möglich, die in der Regel immer von einem Arzt begutachtet werden sollten. Wer auf eine Behandlung durch einen Arzt verzichtet, der geht ein großes Risiko ein. Bleibt eine Entzündung ohne ärztliche Behandlung, dann wird sich die bestehende Entzündung deutlich verschlimmern.

Nicht selten kommt es zur Bildung von Eiter, sodass spätestens bei dieser Erscheinung ein Arzt aufgesucht werden sollte. Auch ein Abszess kann sich unter gewissen Umständen bilden. Das ist ein Hohlraum, der mit Eiterflüssigkeit gefüllt ist. Wenn die darin befindlichen Bakterien und Viren in den Blutkreislauf gelangen, dann kann sich sogar ein Infekt bilden. Eine erhöhte Temperatur, Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sind die Folge. Beim Auftreten dieser Begleiterscheinungen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, da sich ansonsten die einzelnen Krankheitsbilder erheblich verschlimmern können. Wer jedoch frühzeitig auf eine Behandlung durch einen Arzt zurückgreift, der kann mit einem deutlich angenehmeren und leichteren Krankheitsverlauf rechnen.

Behandlung und Therapie

Wurde die Diagnose gesichert und ein Ekzem am Augenlid festgestellt, gilt es natürlich, die Beschwerden zu lindern. Die Behandlung richtet sich prinzipiell natürlich nach der Ursache der Ekzembildung. Eine grundlegende Maßnahme bei der Behandlung eines Ekzems am Augenlid stellt die Meidung der verursachenden Stoffe dar: Wurde das Ekzem zum Beispiel durch Kosmetika verursacht, die Konservierungsstoffe beinhalten, sollten diese nicht mehr verwendet werden.

Als Alternative werden mittlerweile konservierungsfreie Kosmetika angeboten. Die Behandlung kann allerdings auch aktiv erfolgen. Heute wird eine Heilung des Ekzems am Augenlid vor allem mit Salben erreicht. Auch hier richtet sich die Therapie nach dem vorliegenden Stadium des Ekzems. In nässenden, feuchten Phasen des Ekzems müssen entsprechen feuchte, wasserhaltige Salben aufgetragen werden. Haben sich bereits Krusten oder Schuppen gebildet, sollte der Anteil des Wassers in der Salbe nicht so hoch sein. Die Salben können auch als Umschläge angebracht werden.

Um Entzündungen vorzubeugen, werden häufig auch Salben mit dem Wirkstoff Glucocorticoid verabreicht. In sehr schweren Fällen, bei denen die betroffene Person von den Symptomenen stark belastet wird, werden Antihistaminika verordnet. Diese lindern den Juckreiz und wirken somit ebenfalls einer Entzündung entgegen. Grundsätzlich bleibt das Vermeiden der auslösenden Stoffe allerdings die grundlegende Basis für die Behandlung eines Ekzems.

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Vorbeugung

Eine effektive Vorbeugung gegen die Entstehung eines Ekzems am Augenlid gestaltet sich recht schwierig, denn prinzipiell kann diese Erkrankung der Haut durch eine Vielzahl an verschiedenen Stoffen ausgelöst werden.

Hygienische Maßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen wirken der Entstehung leicht entgegen. Effizienter kann dem Ekzem am Augenlid natürlich vorgebeugt werden, wenn die Auslöser bekannt sind.

Wurde das vorherige Ekzem durch eine bestimmte Substanz ausgelöst, kann diese vermieden werden. Auch das Vermeiden von Stress kann ein Ekzem verhindern, denn so wird der oft damit verbundenen Neurodermitis entgegengewirkt.

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012


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