Benzoe

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 16. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Benzoe ist die Bezeichnung für das Harz, das aus dem Benzoebaum gewonnen wird. Es hat einen wohlig süßlichen Geruch und wird deswegen gerne zur Parfümherstellung genutzt. Auch in der Aromatherapie hat Benzoe einen festen Platz.

Inhaltsverzeichnis

Definition und Vorkommen

Benzoe-Harz in der Räucherschale.

Das Benzoeharz wird aus verschiedenen Bäumen gewonnen. Alle Benzoebäume gehören jedoch zur Familie der Storaxbaumgewächse. Hauptsächlich erfolgt die Gewinnung aber aus der Siam-Benzoe (Styrax tonkinensis Craib) und der Sumatra-Benzoe (Styrax benzoin Dryand). Die Siam-Benzoe wächst in Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Die Sumatra-Benzoe ist seltener zu finden. Sie wächst ausschließlich in Indonesien auf der Insel Sumatra.

Häufig wird das Harz der Benzoebäume mit Styraxharz verwechselt. Dieses wird jedoch nicht aus Benzoebäumen, sondern aus den ihnen verwandten Storaxbäumen hergestellt. Benzoe-Bäume werden bis zu 20 Metern hoch. Sie werfen ihre Blätter nicht ab, sind also immergrün. Durch Einscheiden der schokoladenbraunen Rinde und des Baumstamms wird das Benzoeharz gewonnen. Es ist bräunlich und härtet an der Luft aus.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Dosierung

Hauptinhalts- und Wirkstoffe des Harzes sind ätherische Öle. Diese bestehen hauptsächlich aus aromatischen Estern. 80 % der Ester werden bestehen aus Coniferolbenzoat.

Auch aromatische Säuren wie beispielsweise die Benzoesäure und aromatische Aldehyde sind Bestandteil des Harzes. All diese Substanzen verleihen dem Benzoeharz seinen balsamischen Geruch, der sehr stark an die Vanille erinnert. Das Vanillearoma verdankt die Benzoe zudem dem Vanillin.

Benzoeharz kann sowohl als Harz als auch als ätherisches Öl verwendet werden. Das Benzoeharz wird in der Regel verräuchert. Es hat eine beruhigende und entspannende Wirkung. Diese kann sich besonders gut in Kombination mit Sandelholz, Rosenblüten, Tonka oder Zimtblüten entfalten.

Aus dem Benzoeharz lässt sich aber auch mittels Alkoholextraktion ein ätherisches Öl gewinnen. Dieses ist von dicklicher, zäher Konsistenz und bräunlich gefärbt. Zur Gewinnung des Öls muss das Benzoeharz in Weingeist eingelegt werden. Aus anderthalb Kilogramm Benzoeharz entsteht so ein Kilogramm ätherisches Öl.

Das ätherische Benzoeöl wird auch als Resinoid bezeichnet. Auch das ätherische Öl der Benzoe wirkt entspannend und ausgleichend. Der angenehme und süße Duft bleibt bei der Extraktion erhalten. In der Aromatherapie gilt das Öl als Schutzöl. Es wirkt angstlösend und vermittelt ein Gefühl von Zuhause und Geborgenheit. Benzoe zeigt aber nicht nur Wirkungen auf psychischer, sondern auch auf körperlicher Ebene.

Das Öl regt den Hautstoffwechsel an und wirkt hautregenerierend. Auch gegen Hefen und Pilze wirkt es zuverlässig. Des Weiteren hat es eine wundheilende, epithelisierende und entzündungshemmende Wirkung. Das ätherische Öl der Benzoe sollte trotz seiner hautfreundlichen Eigenschaften nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Zur Verdünnung eignen sich Pflanzenöle wie Mandelöl, Nachtkerzenöl oder Jojobaöl.

Ebenso lässt sich mit dem ätherischen Öl auch ein hautpflegendes Aerosol herstellen. Dafür werden einige Tropfen des Öls mit Rosenwasser vermischt. Vor Gebrauch sollte das Aerosol gut geschüttelt werden, damit sich beide Komponenten ausreichend verbinden. Anschließend kann es auf wunde oder gereizte Hautstellen aufgesprüht werden. Soll das Öl in einem Vollbad verwendet werden, muss es zunächst emulgiert werden. Dafür eignen sich natürliche Emulgatoren wie Milch, Meersalz, Sahne oder Honig.

Wogegen hilft Benzoe?

  • Künstlicher Darmausgang

Bedeutung für die Gesundheit

Aufgrund seiner entspannenden und angstlösenden Eigenschaften wird das Benzoeöl gerne begleitend zur Behandlung von Depressionen, Burn-out und Angststörungen genutzt. Zu diesem Zwecke kann das Harz aber auch verräuchert werden. Dem Rauch des Benzoeharzes wird zudem im Ayurveda nachgesagt, dass er Atemwegserkrankungen heilen kann. Dank der hautpflegenden und wundheilenden Eigenschaften kann das Benzoeöl wunder Haut bei der Heilung und Regeneration helfen.

Die antimikrobielle Wirkung macht es zudem zu einer Therapieoption bei Pilzbefall. Auch zur Vorbeugung von Pilzerkrankungen kann das Öl genutzt werden. Zu diesem Zwecke kommt es vorrangig bei Patienten mit der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zum Einsatz. Krebspatienten können ebenfalls von den hautpflegenden Eigenschaften des Öls profitieren. Während der Bestrahlung wird die Haut der Betroffenen oft stark gereizt. Das ätherische Öl der Benzoe kann diesen Hauterscheinungen vorbeugen oder bestehende Hauterscheinungen verbessern.

Da das Öl auch wundheilend wirkt, wird es zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden eingesetzt. Es eignet sich zur Dekubitus-Prophylaxe und zur Pflege von künstlichen Darmausgängen. Ein Dekubitus ist ein Geschwür, das aufgrund von lang anhaltenden Druckeinwirkungen entsteht. Insbesondere bettlägerige Personen sind davon betroffen.

Auch der künstliche Darmausgang birgt ein ständiges Infektionsrisiko. Dieses lässt sich mit Benzoe deutlich reduzieren.

Das aus dem Benzoeharz gewonnene Öl wird zudem bevorzugt in der Behandlung von Akne eingesetzt. Aknepatienten haben oft einen langen Leidensweg hinter sich und zahlreiche Mittel gegen ihr Leiden ausprobiert. Die Folge ist eine geschädigte Hautflora. Das Benzoeöl hat die Fähigkeit, diese geschädigte Hautflora wieder aufzubauen.


Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Bühring, U.: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde. Thieme, 4., überarbeitete Auflage 2014
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
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