Venenentzündung (Thrombophlebitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. Januar 2015
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Bei einer Venenentzündung , in der Fachsprache auch als Thrombophlebitis bezeichnet, handelt es sich um eine Entzündung der epifaszialen (oberflächlich gelegenen) Venen mit Ausbildungen von Thrombosen. Rötungen, Schwellungen und Druckschmerz der betroffenen Areale sind typische Entzündungszeichen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Venenentzündung (Thrombophlebitis)?

Als Venenentzündung (Thrombophlebitis) wird eine Entzündung der oberflächlichen Blutgefäße (Perforanzvenen) bezeichnet. Perforanzvenen sind Venen, welche die oberflächlichen und die tiefen Venen verbinden.

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an einer Venenentzündung zu erkranken. Eine typische Venenentzündung ergibt sich, häufig aus möglichen Verletzungen der Venenwand durch äußere Einwirkungen. Durch das an diesen Stellen geronnene Blut kann es zu einem Verschluss der betroffenen Venen kommen. Außerdem kommt es neben einer Entzündung der Gefäßwand zu Entzündungen im umliegenden Bindegewebe.

Ursachen

In den meisten Fällen ist die Ursache einer Venenentzündung nicht geklärt. Angenommen wird eine akut verlaufende Entzündung einer Venenwand. Ursachen dafür können chemische oder mechanische Reizungen sein.

Auch eine Einschwemmung von Keimen oder die Freisetzung entzündlicher Mediatoren aus einem möglichen Blutgerinnsel können bei einer Venenentzündung ursächlich sein.

Eine Venenentzündung kommt auch bedeutend häufiger vor als eine Entzündung der tiefer gelegenen Venen. Der Grund dafür konnte bisher nicht geklärt werden. Verschiedene Faktoren können für eine Venenentzündung mit ursächlich sein.

Diverse chronische Schäden an den Venenwänden (z.B. Krampfadern) oder verschiedene systemische oder entzündliche Erkrankungen (z.B. Krebs) können dies ebenso sein, wie Gerinnungsstörungen oder der übermäßige Konsum von Nikotin.

Symptome und Verlauf

Während einer Venenentzündung kommt es im Verlauf zu klassischen Zeichen einer Entzündung. Dazu gehören Schmerzen, die bei Berührung weiter zunehmen. Die typischen Schwellungen und Rötungen der betroffenen Stellen und umliegenden Areale sind bei einer Venenentzündung rein oberflächlich. Der venöse Abfluss wird nicht bedeutend gestört, da dieser weitestgehend über die Venen erfolgt, die tiefer liegen.

Problematisch ist jedoch, dass die Venenentzündung eine Ausweitung auf die tiefen Venen (Phlebothrombose) begünstigt, wenn gleichzeitig eine Insuffizienz (Einschränkung) der Perforansvenen vorliegt. Unter Umständen kann es, beispielsweise durch ungünstige hygienische Bedingungen, zu einer bakteriell bedingten Infektion in den betroffenen Venen kommen, wodurch im ungünstigsten Fall ein Abszess entstehen kann.

Diagnose

Zur Diagnose der Venenentzündung ist zunächst eine Befragung durch den Arzt nach der Krankengeschichte des Patienten wichtig. Der Arzt fragt den Patienten, ob er früher eine Venenentzündung hatte oder ob er an Krampfadern leidet. Weitere Fragen betreffen die Einnahme von bestimmten Medikamenten wie der Pille.

Es folgt die körperliche Untersuchung, im Rahmen dieser der Arzt die betroffene Gliedmaße sich ausführlich betrachtet. Dabei erkennt er eine oberflächliche Venenentzündung auf den ersten Blick. Die betroffene Vene ist rot und dick. Ein Abtasten dieses Bereichs bereitet dem Patienten Schmerzen.

Typische Anzeichen einer Venenentzündung sind gerötete Hautstellen und Schmerzen, die in der Regel bei Muskelentspannung auftreten. Die betroffene Vene ist überwärmt, geschwollen, verhärtet und bereitet bei Druck Schmerzen. Fieber und eine Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens treten in der Regel bei bakteriellen Entzündungen auf.

Die entzündete Vene untersucht der Arzt mit Ultraschall (Sonografie). Handelt es sich um eine Venenentzündung, ist die Gefäßwand dicker als üblich. Außerdem lässt sich mittels einer Dopplersonografie der Blutfluss innerhalb des Gefäßes farblich darstellen. Auf diese Weise kann der Arzt Störungen des Blutflusses, die zum Beispiel ein Blutgerinnsel verursacht, feststellen.

Weitere Untersuchungen sind notwendig, wenn der Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose besteht. Dazu zählen Blutuntersuchungen, bildgebende Darstellungen des Gefäßes mittels Computertomografie sowie Magnetresonanztomografie.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Venenentzündung kann konservativ oder operativ erfolgen. Da keine Gefahr eines postthrombischen Syndroms oder einer Lungenembolie bei einer Venenentzündung vorliegt, kann die Behandlung ambulant erfolgen. Sofern möglich, soll der Patient mobil bleiben. Kompressionsverbände mit Kurzzuggebinde unterstützen die Venendurchblutung, und damit den Abtransport der Entzündung.

Schmerzlinderung kann mit nichtsteroidalen Antirheumatika (zum Beispiel Paracetamol) erfolgen; äußerlich können Voltaren- und Heparinsalben angewendet werden. Bei bettlägerigen Patienten, bei denen die Vena saphea magna mit betroffen ist, kommt niedrig dosiertes Heparin in Frage.

Bei bakteriellen Infektionen wird ein geeignetes Antibiotikum angewandt. Wenn die Venenentzündung in tiefere Venensysteme übertritt, ist oft eine operative Entfernung erforderlich, da die Verlegung in tiefere Beinvenen häufig zum Teil schwere Komplikationen verursacht.

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Vorbeugung

Eine besonders wichtige prophylaktische Maßnahme zur Vermeidung von Venenentzündung ist regelmäßige Bewegung.

Besonders geeignet sind Wandern, Joggen, Spazierengehen und Schwimmen, da dadurch zum einen die arterielle Durchblutung in den Beinen gefördert, und zum anderen der Venenzustand intakt gehalten wird.

Bei Tätigkeiten, die mit längerem Stehen und Sitzen einhergehen, ist es wichtig, sich im Ausgleich ausreichend zu bewegen. Wichtig ist auch, besonders im fortgeschrittenen Alter, ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Dies verhindert mögliches übermäßiges Eindicken des Blutes.

Kaltwasseranwendungen und das sogenannte Wassertreten fördern ebenfalls die Beschleunigung des Blutflusses in den Venen. Auch in Fällen von Krankheiten, die mit Bettlägerigkeit einhergehen, sollten die Patienten möglichst frühzeitig mobilisiert werden, um nachfolgende Thrombosen zu vermeiden.

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