Streckhemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr strecken)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
Gesundpedia.deSymptome Streckhemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr strecken)

Bei einer Streckhemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr strecken) wird der Gleitvorgang der Sehnen teilweise als schmerzhaft empfunden. Die Arbeit der Sehnen ist aufgrund verschiedener Faktoren eingeschränkt. Die Bewegungsfreiheit des Betroffenen wird reduziert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Streckhemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr strecken)?

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Eine Streckhemmung kann jeden Finger betreffen und je nach Hintergrund und Ausprägung als unterschiedlich intensiv empfunden werden. Meistens verläuft die Erkrankung sehr schmerzhaft, aber bei bestimmten Ursachen ist es ebenfalls möglich, dass die Streckhemmung keinerlei Schmerzen mit sich bringt. Die Hemmung der Finger basiert auf einer physischen Blockade des Vorgangs.

Es handelt sich nicht um eine bewusste Verhinderung der Streckung aufgrund von Schmerzen. In manchen Fällen verharrt der Finger in einer gebeugten Position, ohne dass der Betroffene ihn aus der Kraft dieses Fingers befreien kann, stattdessen muss mit einem anderen äußerlich nachgeholfen werden. Bei einer richtigen Diagnose und Behandlung bestehen gute Chancen auf Schmerzlinderung und erhöhter Bewegungsfreiheit.

Ursachen

Hinter einer Streckhemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr strecken) stecken in den meisten Fällen zwei unterschiedliche Ursachen. Bei der ersten handelt es sich um den Schnappfinger auch unter "Trigger-Finger" oder Beugesehnenscheideentzündung bekannt. Ausgelöst wird die Streckhemmung hier durch eine Entzündung des Sehnenscheidekanals. Diese liegt oft in der Hohlhand oder am Daumen und verursacht bei dem Versuch, den Finger zu strecken, Schmerzen.

Verursacht wird die Streckhemmung durch die Verdickung von Beuge- und Sehnenscheide. Die Beugesehne tritt unterhalb der Finger, in der Hohlhand, in die Sehnenscheide ein. Eine Entzündung an dem Punkt, wo die Beugesehnen in die Sehnenscheide eindringt, kann dazu führen, dass die Eintrittsstelle verengt wird. Liegt eine Verdickung der Beugesehne zu, so hat die Sehnenscheide nicht mehr genügend Platz und wird stattdessen eingeklemmt. Der Streckvorgang wird blockiert.

Eine zweite Ursache ist Morbus Dupuytren. Hier sind meistens der kleine oder der Ringfinger betroffen. Ausgelöst wird die Krankheit durch eine Erkrankung des Bindegewebes. Es entstehen knotenartige Verhärtungen des Bindegewebes, durch welche die Streckhemmung ausgelöst wird. Im Verlauf der Krankheit verfällt der Finger in eine unnatürliche Beugestellung, in welcher er sich der Handinnenfläche annähert. Der Finger kann zum einen kaum noch gestreckt werden und zum anderen ist er nicht mehr dazu fähig, Kraft zu entfalten. Die Veränderungen des Bindegewebes sind gutartig, können nach einer Entfernung jedoch erneut auftreten.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Für die Diagnose reicht bei einem Schnappfinger meistens eine körperliche Untersuchung aus, da die Symptome eindeutig sind. Dennoch kann ein Arzt zusätzlich eine Kernspin-Untersuchung anordnen. Die entstehenden MRT-Querschnitte ermöglichen ein genaues Bild über den Zustand von Beuge- und Sehnenscheide. Auch bei Morbus Dupuytren sind die Symptome wichtigstes Indiz für eine Diagnose. Zu diesen gehört zudem das plötzliche Schnappen des betroffenen Fingers ab einem gewissen Grad der Beugung oder Streckung. 4

Bei einer Tastuntersuchung werden knotenartige Veränderungen gespürt. Morbus Dupytren wird in mehrere Stadien unterteilt. In dem ersten Stadium äußert die Erkrankung sich beinahe nicht, die Bewegungsfreiheit ist voll erhalten, es sind jedoch Knoten ertastbar. In den folgenden fünf Stadien wird das Streckdefizt in Grad angegeben. Es reicht von 1-5 Grad im ersten Stadium bis zu 135 Grad im fünften. Das Streckdefizit ist das Ausmaß, indem die Position des Fingers von der Normalstellung abweicht. Mit der zunehmenden Fehlstellung entstehen durch die Beugung auch Hautfalten. Diese können sich bereits im dritten Stadium entzünden, weil der sich sammelnde Schweiß nicht mehr einwandfrei trocknen kann.

Behandlung und Therapie

Je nachdem welche Ursache vorliegt, wird ein unterschiedlicher Therapieansatz verwendet. Bei dem Schnappfinger wird zwischen operativen und nicht operativen Behandlungsmethoden unterschieden. Bei der nicht operativen muss explizit darauf geachtet werden, die Finger nicht übermäßig zu belasten. Zu belastenden Faktoren gehören handwerkliche Tätigkeiten, die Arbeit mit Schaufeln oder der Umgang mit Krücken.

Durch die Entzündung hat sich Wasser in den Beugesehnenscheiden angesammelt. Dieses sollte durch tägliche Massagen von der ersten Fingerkuppe bis zur Handinnenfläche reduziert werden. Zudem kann es helfen, den betroffenen Finger durch einen anderen in die Position der Überdehnung zu bringen. Gegen die Entzündung wird ein entzündungshemmendes Medikament verabreicht. Helfen die erwähnten Ansätze nicht, kann ein Cortisonhaltiges Präparat in die Nähe des Anfangs der Beugesehnenscheide injiziert werden. Diese Behandlung führt in 60-70 Prozent der Fälle zum Erfolg und kann auch mehrfach wiederholt werden.

Bei einer Operation wird die Beugesehnenscheide künstlich durch einen Schnitt geweitet. Sie kommt meistens erst in Frage, wenn der Schnappfinger bereits einige Monate existiert und auf eine nicht operative Behandlung nicht anspricht. Bei Morbus Dupuytren werden die Knoten des Bindegewebes operativ entfernt oder durch Strahlung reduziert. Eine weitere Möglichkeit, die Veränderungen aufzulösen, ist die Injektion einer bakteriellen Kollagenese. Salben, Krankengymnastik und Massagen helfen hier nicht. Ziel der Behandlung ist es, die Verdickungen zu entfernen.

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Vorbeugung

Um eine Streckhemmung der Finger (Finger lassen sich nicht mehr strecken) vorzubeugen sollte eine übermäßige Belastung der Finger vermieden werden. Zu dieser gehören bereits alltägliche Handlungsweisen, die oft nicht als starke Belastung wahrgenommen werden.

Die Vorbeugung von Morbus Dupuytren gestaltet sich schwierig, weil die speziellen Ursachen bisher noch nicht bekannt sind. Es wird ein Zusammenhang mit Wachstumshormonen vermutet, welcher sich präventiv jedoch nicht beeinflussen lässt.

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