Nystagmus

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. September 2015
Gesundpedia.deSymptome Nystagmus

Das menschliche Auge ist einzigartig. Ebenso kann auch die Sehkraft durch nichts auf der Welt ersetzt werden. Ein Verlust der Sehkraft erweist sich immer als äußerst tragisch. Für den Verlust der Sehkraft zeichnet sich nicht selten ein Nystagmus verantwortlich. Ein Nystagmus tritt in der Regel unerwartet in Erscheinung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nystagmus?

Das Zittern der Augen wird in der modernen Augenheilkunde als Nystagmus bezeichnet. Sowohl Kinder als auch Senioren können an einem Nystagmus erkranken. Damit ein Nystagmus zuverlässig behandelt werden kann, muss bereits relativ früh eine deutliche Abgrenzung zum Augenzucken getroffen werden.

Sofern ein Nystagmus in Erscheinung tritt, bewegen sich die Augen der betroffenen Patienten unwillkürlich von links nach rechts. Ein Nystagmus wird nicht immer als eine ernst zu nehmende Krankheit angesehen. So kann ein Nystagmus auch im alltäglichen Leben in Erscheinung treten. Diese Form des Augenzitterns wird als latenter Nystagmus bezeichnet. Bei einem latenten Nystagmus wird ein bewegtes Objekt nur für eine kurze Zeit fixiert.

Hieraus resultierend nehmen die Augen bereits nach einer kurzen Zeit wieder ihre Ausgangsstellung ein. Sofern ein Nystagmus auf einer krankhaften Veränderung im Erbgut basiert, spricht man von einem kongenitalen Nystagmus. Ein erworbenes Augenzittern wird als okularer Nystagmus bezeichnet. Für das Auftreten eines erworbenen Augenzitterns kommt in der Regel eine Grunderkrankung der Augen infrage.

Ursachen

Da ein Nystagmus die betroffenen Personen oftmals erheblich in ihrem alltäglichen Leben einschränkt, wird dem Bereich der Ursachenforschung besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Gemäß den Aussagen von erfahrenen Augenärzten wird beispielsweise ein kongenitaler Nystagmus in den meisten Fällen vererbt. Im Rahmen der Ursachenforschung wurden auch die Ursachen eines erworbenen Augenzitterns ermittelt.

Wie bereits erwähnt wurde, zeichnet sich eine Erkrankung der Augen für das Auftreten eines erworbenen Augenzitterns verantwortlich. So kann beispielsweise eine Trübung der Augenlinse das Auftreten eines Augenzitterns begünstigen.

Nicht selten tritt ein Nystagmus auch im Anschluss an eine Verletzung des Auges in Erscheinung. Die aus einer Verletzung resultierenden Narben können die Sehkraft der betroffenen Patienten erheblich beeinträchtigen. Bevor ein Nystagmus behandelt wird, widmen sich die Augenärzte der Erstellung einer detaillierten Diagnose.

Diagnose und Verlauf

Ein Nystagmus kann grundsätzlich nur von einem fachkundigen Augenarzt diagnostiziert werden. Im Rahmen der Untersuchung wird eine Frenzelbrille eingesetzt. Eine Frenzelbrille ermöglicht dem behandelnden Augenarzt eine vergrößerte Betrachtung der Augen. Nur so kann der behandelnde Augenarzt die oftmals schwachen Ausschläge der Augen wahrnehmen.

In Bezug auf die Erstellung einer Diagnose berücksichtigt der behandelnde Augenarzt unter anderem die Schlagfrequenz. So spricht man erst ab einer bestimmten Schlagfrequenz von einem Nystagmus. Darüber hinaus spielt auch die Schlagrichtung eine wesentliche Rolle. Da ein Nystagmus in den meisten Fällen erst im Rahmen einer Reizeinwirkung ausgelöst wird, kommt ein spezielles Untersuchungsverfahren zum Einsatz.

Eine thermische Prüfung hilft dem behandelnden Augenarzt dabei, einen Nystagmus auszulösen. Während einer thermischen Prüfung werden die Ohren der betroffenen Patienten sowohl mit warmen als auch mit kaltem Wasser ausgespült. Neben den bereits erwähnten Untersuchungsmethoden kommt auch eine spezielle Elektrookulografie zum Einsatz. Bei einer Elektrookulografie handelt es sich um ein medizinisches Verfahren, welches in der modernen Augenheilkunde auch als Augenbewegungsmessung bezeichnet wird.

Sofern eine Grunderkrankung der Augen als Auslöser infrage kommt, müssen gegebenenfalls weitere Untersuchungen in Angriff genommen werden. Nur im Anschluss an eine Durchführung von umfassenden Untersuchungen kann ein Nystagmus gezielt behandelt werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: H55 Nystagmus und sonstige abnorme Augenbewegungen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung

Mittlerweile kann ein Nystagmus relativ gut behandelt werden. Den Fokus der Behandlung legen die behandelnden Ärzte in erster Linie auf eine Verbesserung der Sehkraft. Damit eine Verbesserung der Sehkraft erzielt werden kann, müssen die betroffenen Patienten im Anschluss an die Erstellung einer aussagekräftigen Diagnose eine spezielle Brille tragen. Diese spezielle Brille zeichnet sich durch einen wesentlichen Bestandteil aus. So verfügt die Brille über Prismengläser. Auf Wunsch der betroffenen Patienten können die Prismengläser auch in eine bereits vorhandene Brille integriert werden.

Diese Form der Behandlung empfiehlt sich immer dann, wenn ein Nystagmus im Alltag auftritt und nicht auf eine Grunderkrankung der Augen zurückgeführt werden kann. Sollte ein Nystagmus jedoch angeboren sein, muss die Durchführung eines operativen Eingriffs in Erwägung gezogen werden. Im Rahmen eines operativen Eingriffs kann der behandelnde Arzt auch eine Fehlstellung des Kopfes ausgleichen, welche oftmals als das Resultat eines Augenzitterns in Erscheinung tritt.

Ein operativer Eingriff dient in erster Linie dazu, die Muskeln der Augen in eine normale Ausgangsposition zu bringen. Die oftmals verantwortlichen Grunderkrankungen werden in der Regel medikamentös behandelt. Nur so kann ein Nystagmus zuverlässig behandelt werden.

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