Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. August 2015
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Unter einem Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom) wird eine Geschwulst bezeichnet. Diese bildet sich aus den sogenannten Lymphozyten - den Zellen des Immunsystems. Das Lymphom im Gehirn kommt relativ selten vor; nur höchstens 2 Prozent aller Gehirntumore sind Lymphome.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Lymphom im Gehirn (zerebrales Lymphom)?

Das zerebrale Lymphom wird in zwei Formen unterteilt. Im Regelfall tritt das Lymphom in den lymphatischen Organen auf. Lymphatische Organe sind unter anderem die Leber, die Lymphknoten oder auch die Milz. Auch die Schleimhäute des Darms sowie der Magen zählen zu den lymphatischen Organen. Das gebildete Lymphom kann abwandern und sich im Gehirn ansiedeln. Diese Form wird als sekundäres Hirnlymphon bezeichnet. Auch wenn das Gehirn selbst nicht zu den lymphatischen Geweben zählt, kann das Lymphom jedoch auch hier entstehen.

Bildet sich das Lymphom im Hirn, spricht der Mediziner von einem primären Hirnlymphon. Das primäre Hirnlymphon tritt relativ selten auf. Vorwiegend sind Menschen zwischen 50 und 70 Jahren betroffen. Häufig tritt das Hirnlymphom jedoch bei Personen auf, welche ein schwaches bzw. geschwächtes Immunsystem haben. Somit zählen Patienten, die eine Organtransplantation erhielten oder an AIDS erkrankt sind, zu den Risikogruppen. Des Weiteren sind Männer stärker gefährdet als Frauen.

Ursachen

Bislang ist nicht bekannt, weshalb das Lymphom im Gehirn auftritt. Es gibt nur vage Vermutungen, wie etwa, dass weiße Blutkörperchen entarten und somit die Geschwulst im Gehirn entsteht. Vorwiegend spielt auch eine Störung der Abwehrkräfte eine wesentliche Rolle. Besteht ein gesundes Immunsystem ist das Risiko gering, dass sich ein primäres Hirnlymphom bildet. Liegt jedoch eine Immunschwäche vor, steigt automatisch das Risiko, dass sich ein Lymphom bildet. Vorwiegend ist auch die Grunderkrankung entscheidet, ob sich ein Lymphom bildet. Personen, welche etwa an AIDS erkrankt sind, haben ein höheres Risiko, dass ein Lymphom entsteht. Je kürzer die Grunderkrankung besteht, desto geringer stehen die Chancen, dass ein Lymphom im Gehirn auftritt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Lymphoms im Gehirn (zerebrales Lymphom):

Die Symptome sind vielfältig. Im Endeffekt sind die Lage sowie die Größe des Lymphoms ausschlaggebend, welche Symptome und Beschwerden beim Patienten auftreten. Primär klagt der Patient über Kopfschmerzen, Übelkeit sowie Erbrechen. Das Lymphom kann mitunter auch Lähmungserscheinungen hervorrufen, welche sich jedoch nur auf eine Körperseite beziehen. Weitere Symptome sind mitunter auch Sehstörungen, da das Lymphom durchaus auch die Augen betreffen kann.

Rund 50 Prozent aller Patienten, welche ein Lymphom haben, klagen auch über Verwirrtheit, haben Gedächtnisstörungen und weisen auch neuropsychologische Symptome auf. Dazu zählt etwa die Persönlichkeitsveränderung des Patienten. In wenigen Fällen wurden auch epileptische Anfälle dokumentiert. Breitet sich das Lymphom auf die Hirnhäute aus, kann ein Stau in der Hirnwasserkammer - durch den Liquor - entstehen.

Charakteristisch ist das schnelle Wachstum des Lymphoms. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass - nach der Diagnose - sofort die Behandlung erfolgt. Grundsätzlich sorgt die Strahlentherapie für sehr gute Ergebnisse. Es ist aber möglich, dass - nach der Behandlung des Lymphoms - dieses kurze Zeit später wieder auftritt. Bei den unter 65-jährigen Patienten beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate knapp 70 Prozent. Tritt das Lymphom im Rahmen einer HIV-Infektion auf, bedeutet das gleichzeitig eine Verschlechterung der Prognose bzw. eine Überlebenszeit von rund drei Monate.

Diagnose

Vorwiegend werden moderne Schnittbildverfahren angewandt, damit der Mediziner die Diagnose stellen kann. Jene Schnittbildverfahren kommen auch bei anderen Gehirntumoren zur Anwendung. Vorwiegend werden bei dem Verfahren die Magnetresonanztomographie - das MRT - sowie die Computertomographie - das CT - genutzt. Durch ein verabreichtes Kontrastmittel erkennt der Mediziner das Lymphom im Gehirn.

Jedoch muss er - für die 100%-ige Sicherheit - das Gehirn selbst, während eines Eingriffs (Bohrlöcher), überprüfen. Somit kann er die Lage sowie die Größe des Lymphoms bestimmen. Ebenfalls werden immer wieder Liquorpunktionen sowie eine Untersuchung des Nervenwassers vorgenommen, damit der Mediziner die 100%-ige Gewissheit erlangt, dass ein Lymphom im Gehirn vorliegt.

Behandlung und Therapie

Die Therapie besteht in erster Linie aus einer Kombination zwischen einer Strahlen- bzw. Chemotherapie. Statistiken zeigen, dass dieses kombinierte Verfahren die besten Resultate liefert und den Kampf gegen das Lymphom verbessert. Wichtig ist, dass die Diagnose relativ schnell gestellt wird, um - so früh wie möglich - mit der Therapie und Behandlung zu beginnen. Vor allem deshalb, weil das Lymphom für sein schnelles Wachstum bekannt ist.

Bei der Chemotherapie verabreicht der Mediziner eine Kombination aus Methotrexat sowie Cytarabin. Des Weiteren injiziert der Mediziner ein Medikament in den Spinalkanal, welches dafür sorgt, dass sich das Lymphom nicht über das Hirnwasser ausbreiten kann. Patienten, welche eine derartige Behandlung erleben, leiden immer wieder unter belastenden Nebenwirkungen.

Die Bestrahlung selbst dauert zwischen vier und fünf Wochen; eine Operation wird nicht durchgeführt. Jedoch kann der Mediziner - zur Abklärung der Größe und Lage des Lymphoms - das Gehirn (mittels Bohrlöcher) untersuchen. Eine Operation wird deswegen nicht durchgeführt, da eine vollständige Entfernung unmöglich ist und die übriggebliebenen Reste wieder schnell nachwachsen würden.

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Vorbeugung

Da die Ursache für die Entstehung des Lymphoms im Gehirn nicht bekannt ist, gibt es auch keine Vorbeugung gegen die Entstehung des zerebralen Lymphoms. Wichtig ist, dass jedoch potentiell gefährliche Chemikalien sowie unnötige Strahlungen vermieden werden.

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