Lipome (Knubbel unter der Haut)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Juli 2017
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Bei einem Lipom handelt es sich um eine stark zentrierte Ansammlung von Unterhautfettgewebe, welches als Knötchen oder umgangssprachlich als Knubbel unter der Haut deutlich sichtbar hervor tritt. Lipome sind meist nur aus kosmetischer, nicht aus medizinischer zu behandeln; sie verursachen keine Beschwerden und sind nur sehr selten bösartig. Lipome treten überwiegend an Beinen, Armen und am Bauch auf und sind - so der Betroffene das möchte - mit einem einfachen Eingriff zu entfernen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Lipome (Knubbel unter der Haut)?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Lipome sind eine gutartige Wucherung von Fettgewebe unter der Haut. Die Knoten sind entweder weich oder elastisch und variieren in ihrer Größe stark. So können nicht sichtbare, etwa linsengroße Geschwulste ebenso auftreten wie deutlich sichtbare, tischtennisballgroße. Die Fettgeschwulste sind von einer unter dem Mikroskop sichtbaren dünnen Bindegewebsschicht umschlossen.

Die Geschwulste sind gutartig, nur in äußerst seltenen Fällen ist die Wucherung bösartig (Liposarkom). Am häufigsten bilden sich Lipome bei Menschen zwischen 20 und 25 Jahren; Lipome wachsen sehr langsam, verursachen keine Beschwerden und bedürfen keiner medizinischen Behandlung. Lediglich aus kosmetischer Sicht kann die operative Entfernung eines Lipoms angezeigt sein.

Ursachen

Bisher ist nicht bekannt, welche Ursachen bei der Entstehung von Lipomen eine Rolle spielen. Nach derzeitigem Forschungsstand scheint jedoch sicher zu sein, dass die Ursache in den Genen liegen, der Hang zum Ausbilden von Lipomen also vererbbar und daher nicht beeinflussbar ist.

Wann zum Arzt?

Lipome sind in den meisten Fällen nicht besorgniserregend. Ein Arzt muss aus medizinischen Gründen nur sehr selten aufgesucht werden. Sie gelten als ein kosmetischer Makel und können daher ohne eine medizinische Versorgung auskommen. Leidet der Betroffene unter den Lipomen, so dass sich bereits psychische Probleme einstellen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Zu den psychischen Problemen zählen ein starkes Rückzugsverhalten, Veränderungen der Persönlichkeit, Apathie oder Scham. Die emotionalen Leiden können im weiteren Verlauf depressive oder melancholische Züge annehmen. Aus diesem Grund sollte ein Arzt konsultiert werden, sobald der Betroffene eine deutliche Minderung seiner Lebensqualität wahrnimmt.

In vielen Fällen können die Lipome gut unter der Kleidung versteckt oder überschminkt werden. Treten dadurch weitere Hautveränderungen wie Juckreiz oder Rötungen auf, ist ein Arzt aufzusuchen. Es liegt eine allergische Reaktion gegenüber den Inhaltsstoffen der Produkte vor, die abgeklärt werden muss.

Nehmen die Lipome deutlich an Umfang zu, sollte ein Arzt konsultiert werden. Dieser findet die Ursache für die Ausbreitung heraus und leitet Gegenmaßnahmen ein. Sehr selten nehmen die Lipome einen bösartigen Verlauf. Halten daher die Wucherungen unter der Haut über eine längere Zeit an, kommt es zu auffälligen Veränderungen oder treten Schmerzen auf, sollten die Beschwerden von einem Arzt abgeklärt werden.

Diagnose und Verlauf

Lipome bilden sich nur langsam; sofern die Knoten nicht deutlich als Wucherung unter der Haut hervor treten, bemerken Betroffene die Entstehung nicht. Da sie meist an Oberarmen, Beinen und am Bauch auftreten und damit offensichtlich sind, verursachen sie auch keine psychischen Probleme.

Außerdem sind Lipome in der Regel nicht schmerzhaft. Sie verursachen nur dann Beschwerden, wenn sie - was nur sehr selten vorkommt - so ungünstig liegen oder so groß sind, dass sie einen Nerv einklemmen. Die Gutartigkeit von Lipomen erkennt der Betroffene vor allem daran, dass die Wucherung verschiebbar ist. Das erkennt der Betroffene, indem die Geschwulst mittels Fingerdruck hin und her bewegt wird - gelingt das, ist die Wucherung sehr wahrscheinlich gutartig.

Betroffene sollten Lipome dennoch abklären lassen. Ein Hautarzt kann mittels einer Ultraschalluntersuchung oder einer Punktion gesichert feststellen, ob ein Lipom gut- oder bösartig ist, außerdem kann er genaue Lage und Größe des Lipoms ausmachen. Im Übrigen sind Lipome - sofern sie nicht deutlich sichtbar sind - auch für Ärzte oft schwer zu erkennen. Das liegt daran, dass sich Lipome kaum vom übrigen Fettgewebe unterscheiden und damit nur sehr schwer auszumachen sind.

Komplikationen

In der Regel gelten Lipome als reines Fettgeschwulst und bezüglich ihres Krankheitswertes als unproblematisch. In seltenen Fällen steigt die Wachstumsrate des gutartigen Tumors massiv an und kann so Irritationen und Schwellungen im betroffenen Hautbereich provozieren. Abgesehen davon existieren in erster Linie nur ästhetische Gründe für eine Entfernung. Ernsthafte Komplikationen sind nach einem einfachen Eingriff nicht zu erwarten. Der Tumor verbirgt sich im Fettgewebe der Unterhaut und ist daher leicht zugänglich. Kontakt zu lebenswichtigen Blutgefäßen oder Organen bleibt während der Operation aus.

Direkte Folgen einer Entfernung sind kurzfristige Schwellungen aufgrund von Blutergüssen oder Wassereinlagerungen im betroffenen Bereich. Da ein Einschnitt je nach gegebener Größe zu einer tiefen Wunde führen kann, sind nachträgliche Wundschmerzen nicht zu vermeiden. Diese klingen nach kurzer Zeit wieder ab. In manchen Fällen bleiben allerdings wegen Beschädigung von lokalen Nervenbahnen leichte Taubheitsgefühle oder Missempfindungen an der Hautoberfläche zurück.

Das Risiko permanenter Gefühlsstörungen ist abhängig von der Lokalisation und Ausprägung des Tumors. Besonders im Gesichtsbereich laufen viele feine Nervenstränge zusammen, die bei chirurgischer Behandlung in Mitleidenschaft gezogen werden können. Ernsthafte Entzündungen sind nach einer Operation nicht zu erwarten, sofern eine gründliche Desinfektion und Wundpflege erfolgt. Gelingt der Ausschnitt des Lipoms nicht gründlich, besteht die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalles. Das Geschwulst wächst dann an der identischen Position nach.

Behandlung und Therapie

Eine medizinische Behandlung ist bei Lipomen meist nicht notwendig. Die Wucherungen sind in der Regel gutartig und verursachen keine Beschwerden. Nur wenn sie aufgrund ihrer Lage oder ihrer Größe einen Nerv einklemmen, können die damit einhergehenden Beeinträchtigungen zu massiven Schmerzen führen. Besteht der Verdacht, dass ein Lipom bösartig ist - etwa weil es nicht verschiebbar oder sehr hart ist - wird ein Hautarzt zunächst mittels eines kleinen Eingriff etwas Gewebe aus der Geschwulst entnehmen und genauer untersuchen. Das Gewebe wird hierfür unter dem Mikroskop betrachtet und in einem Labor zytologisch begutachtet. Wird die Bösartigkeit bestätigt, folgt zunächst eine komplette Entfernung des Gewebes und eine anschließende Krebsbehandlung.

Viele Betroffene leiden jedoch psychisch unter den Wucherungen - besonders dann, wenn die Geschwulste an deutlich sichtbaren Stellen wie Unterarme oder Gesicht auftreten, können sie eine immense Beeinträchtigung des psychischen Wohlbefindens mit sich bringen. In solchen Fällen ist eine Entfernung der Geschwulste angezeigt.

Der Hautarzt wird hierzu die Geschwulst aufschneiden und das Fettgewebe entnehmen. Ein solcher Eingriff wird unter lokaler Betäubung meist ambulant durch geführt und dauert nur wenige Minuten.

Je nach Größe des Lipoms wird die Wunde nach Entfernung genäht, nach ein paar Tagen wird der Faden entfernt. Komplikationen sind nicht zu erwarten - in der Regel heilen die Wunden gut ab.

Wie bei jeder Operation besteht natürlich die Gefahr der Infektion, was jedoch nur sehr selten auftritt. Ob Narben zurück bleiben, hängt in erster Linie von der anschließenden Wundheilung ab. Eine Entfernung eines Lipoms verhindert nicht die Neubildung eines solchen - oft bildet sich nach einer Zeit an der gleichen Stelle oder in unmittelbarer Umgebung ein neues Lipom (Rezidiv).



Aussicht und Prognose

Da Lipome gutartige Fettgeschwulste sind, müssen sie nicht zwingend behandelt beziehungsweise entfernt werden. Meist sind sie völlig harmlos und stellen lediglich ein kosmetisches Problem dar. Je nachdem wie groß das Lipom ist und an welcher Stelle am Körper es sitzt, kann es zu einer mechanischen Reizung führen. Lipome, die in der Nähe von Gelenken sitzen, können bei Bewegung stören und Schmerzen verursachen. In diesen Fällen ist ein operativer Eingriff sinnvoll.

Auch können Lipome auf Nerven und Blutgefäße drücken und so Kribbeln oder Gefühllosigkeit an der betroffenen Stelle auslösen. Hier ist eine Behandlung ebenfalls sinnvoll. Lipome grenzen sich meist deutlich vom übrigen Gewebe ab, weshalb sie leicht entfernt werden können. Die Prognose bei Lipomen ist also im Allgemeinen sehr gut. In sehr seltenen Fällen können sich aus diesen harmlosen Geschwulsten allerdings auch sogenannte Liposarkome bilden. Im Gegensatz zu Lipomen sind Liposarkome bösartige Tumore, die Metastasen bilden können. Hier ist eine Behandlung unbedingt erforderlich.

Vorbeugung

Über die Entstehung von Lipomen ist derzeit nur sehr wenig bekannt. Nach heutigem Stand der Forschung sind keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt. Eine gesunde Lebensweise mit Verzicht auf Nikotin und Alkohol sind aber in jedem Fall angezeigt, ebenso wie ausreichende Bewegung und eine ausgewogene Ernährung.

Bücher über Wucherungen

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Behlana kommentierte am 25.02.2016 um 20:57 Uhr

Seit 2 Tagen habe ich ein Lipom auf meinem Handrücken entdeckt. Es tut nicht weh, es ist ca. 2 cm rundum verschiebbar. Es sieht aus wie eine Linse. Erschrocken war ich aber doch, als ich das Gewächs sah. Ihr Artikel hat mir geholfen, nicht gleich in großen Weltschmerz zu verfallen; er - der Artikel - hat mich erst mal beruhigt. Allerdings werde ich die Sache aufmerksam beobachten.

Sunshine kommentierte am 07.10.2015 um 23:00 Uhr

Ich habe an beiden Oberschenkeln ziemlich viele kleine Lipome. Einen habe ich mir herausschneiden lassen müssen, da er auf einen Nerv drückte. Der Befund ergab Fettknoten. Unter der einen Po-Hälfte habe ich einen sehr langen, der nicht schmerzt. Beruhigt bin ich, als ich lass, dass es vererbbar ist, denn Mutter hat auch ganz viele.

Sven kommentierte am 17.09.2015 um 23:52 Uhr

Zu dem Beitrag vom 02.11.14:
Ich bin heute auf diese Seite gestoßen, weil ich an meinem Unterarm ein Lipom habe (nun schon seit ein paar Jahren), aber heute festgestellt habe, dass dieses um einiges größer und weicher wurde, weshalb ich mir sorgen mache und ihn mir morgen (falls ich einen Termin bekomme) von einem Hautarzt ansehen lasse.
Jedenfalls, wegen der Frage, ob Doreya das Lipom entfernen lassen soll:
Ich habe mir mal vor einigen Jahren zwei am Unterarm (weiter oben und Armrücken, sehr nah bei einander und weit von dem gerade angesprochenen entfernt) entfernen lassen. Dies war extrem unproblematisch und wie hier im Artikel beschrieben. Kurze Betäubung am Unterarm, jeweils ein kurzer kleiner Schnitt und nach 2-3 Minuten war es auch schon erledigt. Wurde dann genäht mit jeweils 2 Einstichen. Zurückgeblieben sind 4 Minipunkte und ein kleiner Schnitt als Narbe, jeweils. Ist aber an sich eh kaum zu sehen und bei mir noch weniger, da ich da eine normal-männliche Behaarung habe.
Für Alle die hier auf die Seite kommen und den Kommentar lesen sollten: eine Entfernung ist wirklich kinderleicht und unkompliziert. Ich denke, dass schlimmste wird die Spritze zur Betäubung sein.

Fatih kommentierte am 13.08.2015 um 16:46 Uhr

Ich habe an Bauch, Beinen und an meinen Händen Knubbel. Es juckt ganz stark. Ich war noch nicht beim Arzt, weil ich dachte, das geht weg. Aber schon seit 2 Monate ist nichts besser geworden. Es juckt einfach nur stärker.

gerrie0847 kommentierte am 30.07.2015 um 12:52 Uhr

Ich habe auch so ein Teil - im Bauchraum. 2,6 cm x 0,8 mm groß. Der Internist meint, ich sollte es mir entfernen lassen

Doreya kommentierte am 02.11.2014 um 18:15 Uhr

Ich habe ein Lipom am Unterarm. Habe das Geschwulst, in der Größe einer Nuss, erst vor 3 Tagen entdeckt. Da ich vor 25 Jahren ein Meningeom im Sehnervbereich hatte, bin ich verunsichert. Soll ich das Lipom entfernen lassen? Auch wenn ich gelesen habe, dass es an der selben Stelle erneut wachsen könnte.