Knoten unter der Zunge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 14. Juli 2017
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Bei einem Knoten unter der Zunge können unterschiedliche Erkrankungen für die Beschwerden verantwortlich sein. Dabei verlaufen die differenzierten Krankheiten auf eine unterschiedliche Art und Weise. Auch deswegen ist es wichtig, dass Betroffene bei einem bleibenden Knubbel ärztliche Hilfe konsultieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Knoten unter der Zunge?

Bei Knoten unter der Zunge sind vermehrt vor allem die Speicheldrüsen betroffen. Der menschliche Körper produziert jeden Tag etwa einen bis 1,5 Liter Speichel, um die aufgenommenen Speisen zu verdauen. Eine der größten Speicheldrüsen liegt dabei unter der Zunge. Hier wird ein breiter Anteil der Flüssigkeitsherstellung übernommen. Knubbel unter der Zunge können aufgrund unterschiedlicher Faktoren entstehen. Die meisten Ursachen stellen sich oft als harmlos heraus. Gleichzeitig kann jedoch auch die Existenz eines Tumors nicht ausgeschlossen werden. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene rechtzeitig nach der Entdeckung des Knotens einen Arzt aufsuchen.

Ursachen

Die Ursachen eines Knotens unter der Zunge sind vielfältig. Nicht selten handelt es sich dabei um eine Entzündung der Speicheldrüsen. Diese geht normalerweise mit weiteren Beschwerden wie bestehenden Schmerzen und Fieber einher. Dabei ist ein schwaches Immunsystem für die Erkrankung ausschlaggebend.

Die Entzündung wird von Viren oder Bakterien verursacht und entsteht dabei oftmals im Rahmen einer anderen Erkrankung. Gleichzeitig kann die Ursache ebenfalls bei einer mangelnden Mundhygiene liegen. Den Erregern gelingt es, in die betroffene Speicheldrüse einzudringen und dadurch den Infekt auszulösen. Begünstigt wird dieser Prozess durch eine verminderte Speichelproduktion, wie sie beispielsweise bei übermäßigem Alkoholkonsum entsteht.

Im Bereich der Speicheldrüsen lässt sich die Ursache eventuell bei einem Speichelstein finden. Auch hier liegt der Entstehungsgrund oft bei einer reduzierten Speichelherstellung. Eine weitere Ursache eines Knotens unter der Zunge könnte Mundkrebs sein. Im Rahmen dieser Erkrankung entstehen Schwellungen und Patienten empfinden ein Fremdkörpergefühl. Abhängig von Größe und Lage des Tumors können Schwierigkeiten beim Essen und Schlucken auftauchen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Wer einen Knoten unter seiner Zunge feststellt, der braucht nicht direkt in Panik zu verfallen. In der Regel handelt es sich um eine Entzündung der Speicheldrüsen. Diese tritt nicht selten in Verbindung mit Fieber und anhaltenden Schmerzen auf. Die Ursache liegt in vielen Fällen bei einem zu schwachen Immunsystem. Auch eine mangelnde Mundhygiene kann den Ausschlag für einen Knoten unter der Zunge geben. Trotzdem ist der Gang zum Arzt nicht direkt erforderlich. Betroffene sollten in so einem Fall einfach auf eine strenge Mundhygiene achten. Zudem können entzündungslindernde Stoffe, wie zum Beispiel Kamille, eingenommen werden.

Auf diese Weise wird die Entzündung effektiv gelindert und Schmerzen werden gehemmt. Wer jedoch auch nach vier bis sechs Tagen keine Besserung bemerkt, der sollte mit dem Knoten unter der Zunge einen Arzt aufsuchen. Nur dann können schwere Erkrankungen ausgeschlossen bzw. frühzeitig untersucht und behandelt werden. In seltenen Fällen entpuppt sich ein solcher Knoten als Tumor. Dieser muss im Ernstfall operativ entfernt und anschließend mit einer Strahlentherapie behandelt werden. Wer also einen Knoten unter der eigenen Zunge feststellt, sollte einen Arztbesuch nicht auf die lange Bank schieben. Bei akuten Schmerzen und keiner schnellen Besserung ist ein zeitnaher Arztbesuch unausweichlich.

Diagnose

Bei dem Auftreten eines Knotens unter der Zunge sollte die Ursache durch medizinisches Personal abgeklärt werden. Bei einem ausführlichen Gespräch schildert der Patient, seit wann der Knubbel besteht und ob weitere Beschwerden vorliegen. Eventuelle Schmerzen sollten erwähnt werden, diese liefern bereits Hinweise auf die mögliche Ursache. Die körperliche Untersuchung besteht anschließend oft aus dem Abtasten der betroffenen Region. Darüber hinaus kann ein Röntgenbild weiteren Aufschluss über den Knoten geben. Abhängig von dem konkreten Verdacht, wird eventuell auch eine Gewebeprobe entnommen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Arzt einen Tumor vermutet. Eine Laboruntersuchung der entnommenen Gewebeprobe hilft dabei, die Ursache zu ermitteln.

Der Verlauf eines Knotens unter der Zunge nimmt dabei sehr differenzierte Formen an. Ausschlaggebend ist letztendlich die vorliegende Ursache. Während Entzündungen und Speichelsteine oft als schmerzhaft wahrgenommen werden, lassen sich diese normalerweise gut behandeln. Nach einer erfolgreichen Therapie bleiben keine Einschränkungen zurück. Es muss jedoch unter Umständen damit gerechnet werden, dass die Beschwerden erneut auftreten. Konnte ein Tumor diagnostiziert werden, hängt die Prognose vor allem von dem Zeitpunkt ab, an dem sie erstellt wurde. Allgemein betrachtet liegt die Überlebenschance von Patienten bei 50 bis 60 Prozent der Betroffenen bei ungefähr fünf Jahren nach Erstellung der Diagnose.

Komplikationen

Die Ursache und Herkunft bei einem Knoten unter der Zunge ist bei der Behandlung unbedingt festzustellen, nur so können die passenden Maßnahmen ergriffen werden. Eine Speicheldrüsenentzündung kann aufgrund der Schwellung und der wandernden Bakterien starke Schmerzen hervorrufen, welche die Nahrungsaufnahme und das Schlucken extrem erschweren. Wird bei einem Knoten unter der Zunge eine bösartige Wucherung oder ein Krebstumor festgestellt, ist eine sofortige Behandlung unbedingt notwendig um weitere Komplikationen weitestgehend einzudämmen.

Zu Beginn leidet der Betroffene an kleineren Verletzungen oder belegten Flecken oder eben Knoten unter der Zunge. Begleitet wird der Zungenkrebs meist von Schluckbeschwerden, Schmerzen in Zunge und/ oder Hals und es fällt ein vermehrter Speichelfluss auf. Wird der Tumor zu spät erkannt oder gar unbehandelt gelassen, wird auf lange Zeit gesehen ein lebensbedrohlicher Zustand des Patienten erreicht. Der Krebs wächst ungehindert weiter und befällt umherliegendes Gewebe. Ist der Krebs erst einmal so weit fortgeschritten, dass der Rachen befallen ist, wird nicht nur die Nahrungsaufnahme verhindert und es treten Sprechstörungen auf, auch die Atmung des Betroffenen ist irgendwann nicht mehr möglich und der Erstickungstod droht. Auch die Bewegung der Zunge ist bei fortgeschrittener Erkrankung mehr oder minder, je nach Lage des Tumors eingeschränkt, und muss dringend operativ behandelt werden.

Behandlung und Therapie

Damit der Knoten unter der Zunge fachgemäß behandelt werden kann, ist es sehr wichtig, dass die richtige Ursache festgestellt wurde. Nur so können passende Maßnahmen eingeleitet werden, die dafür sorgen, dass die Beschwerden verschwinden. Liegt eine Speicheldrüsenentzündung vor, muss zudem die Ursache herausgefunden werden, welche den Infekt zu verantworten hat.

Haben Bakterien oder Viren den Knoten entstehen lassen, verschreiben die meisten Ärzte zunächst Antibiotika und schmerzhemmende Medikamente. Außerdem wirkt sich eine strenge Mundhygiene positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Manchen Patienten wird darüber hinaus empfohlen, in Maßen zuckerfreie Kaugummi oder Bonbons zu konsumieren. Diese regen die Speichelproduktion an.

Speichelsteine stellen nicht nur ein individuelles Problem dar, gleichzeitig können sie für eine Entzündung der Speicheldrüsen zur Verantwortung gezogen werden. Wenn dies der Fall ist, muss zunächst der Stein selbst therapiert werden. Bei kleineren Steinen, welche den Speichel am Abfluss hindern, helfen oftmals bereits Massagen.

Sitzt der Stein jedoch im hinteren Bereich der Speicheldrüse oder weist er eine bestimmte Größe auf, so ist es möglich, ihn durch Ultraschall zu zertrümmern und die Teile mithilfe des Speichelflusses nach außen zu befördern.

Im Rahmen dieser Therapie wird die Speichelproduktion zum Beispiel durch saure Säfte angeregt. Konnten die Maßnahmen keinen Erfolg erzielen, ist ein chirurgischer Einsatz notwendig. Ein Tumor wird, wenn die Möglichkeiten gegeben sind, zunächst operiert und anschließend durch eine Strahlentherapie behandelt.



Aussicht und Prognose

Ein Knoten unter der Zunge wird in den meisten Fällen durch eine bakterielle Infektion ausgelöst. Eine genaue Prognose und Aussicht in diesem Zusammenhang zu stellen ist sehr schwer, da der Krankheitsverlauf bei einer Nichtbehandlung deutlich schwerer und komplizierter verläuft. Entscheidet sich die betroffene Person jedoch für eine Behandlung des bestehenden Knotens unter der Zunge, dann ist mit einer schnellen und vollständigen Heilung zu rechnen. Wird auf eine strenge Mundhygiene geachtet, dann ist schon nach wenigen Werktagen mit einer deutlichen Besserung zu rechnen. Die Schwellung unter der Zunge wird abklingen, sodass auch gleichzeitig die Schmerzen deutlich abnehmen.

Wenn die betroffene Person jedoch auf eine Behandlung durch einen Arzt verzichtet, dann ist mit einer deutlich negativeren Aussicht und Prognose zu rechnen. Aus dem Knoten unter der Zunge kann sich sehr schnell eine offene Wunde entwickeln, sodass es sogar im schlimmsten Fall zu einer Entzündung kommen kann. Viren und Bakterien nisten sich in dieser offenen Wunde ein und es kann zur Bildung von Eiter kommen. Somit gilt: Wer bei einem Knoten unter der Zunge auf eine Behandlung durch einen Arzt verzichtet, der muss mit erheblichen Komplikationen rechnen. Wer auf eine Behandlung zurückgreift, der kann definitiv mit einem angenehmeren Krankheitsverlauf rechnen.

Vorbeugung

Knoten unter der Zunge lassen sich begrenzt vorbeugen. Die Prophylaxe kann durch eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme erfolgen. Diese sorgt für eine optimale Speichelproduktion. Krankheiten wie Gicht oder Diabetes können die Entstehung von Speichelsteinen begünstigen. Gleichzeitig wächst somit die Wahrscheinlichkeit für eine Entzündung der Speicheldrüsen. Um das Risiko zu reduzieren ist es wichtig, dass die grundlegenden Erkrankungen therapiert werden.

Bücher über Mundhygiene

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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