Knoten unter der Zunge

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. April 2015
Gesundpedia.deSymptome Knoten unter der Zunge

Bei einem Knoten unter der Zunge können unterschiedliche Erkrankungen für die Beschwerden verantwortlich sein. Dabei verlaufen die differenzierten Krankheiten auf eine unterschiedliche Art und Weise. Auch deswegen ist es wichtig, dass Betroffene bei einem bleibenden Knubbel ärztliche Hilfe konsultieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Knoten unter der Zunge?

Bei Knoten unter der Zunge sind vermehrt vor allem die Speicheldrüsen betroffen. Der menschliche Körper produziert jeden Tag etwa einen bis 1,5 Liter Speichel, um die aufgenommenen Speisen zu verdauen. Eine der größten Speicheldrüsen liegt dabei unter der Zunge. Hier wird ein breiter Anteil der Flüssigkeitsherstellung übernommen. Knubbel unter der Zunge können aufgrund unterschiedlicher Faktoren entstehen. Die meisten Ursachen stellen sich oft als harmlos heraus. Gleichzeitig kann jedoch auch die Existenz eines Tumors nicht ausgeschlossen werden. Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene rechtzeitig nach der Entdeckung des Knotens einen Arzt aufsuchen.

Ursachen

Die Ursachen eines Knotens unter der Zunge sind vielfältig. Nicht selten handelt es sich dabei um eine Entzündung der Speicheldrüsen. Diese geht normalerweise mit weiteren Beschwerden wie bestehenden Schmerzen und Fieber einher. Dabei ist ein schwaches Immunsystem für die Erkrankung ausschlaggebend.

Die Entzündung wird von Viren oder Bakterien verursacht und entsteht dabei oftmals im Rahmen einer anderen Erkrankung. Gleichzeitig kann die Ursache ebenfalls bei einer mangelnden Mundhygiene liegen. Den Erregern gelingt es, in die betroffene Speicheldrüse einzudringen und dadurch den Infekt auszulösen. Begünstigt wird dieser Prozess durch eine verminderte Speichelproduktion, wie sie beispielsweise bei übermäßigem Alkoholkonsum entsteht.

Im Bereich der Speicheldrüsen lässt sich die Ursache eventuell bei einem Speichelstein finden. Auch hier liegt der Entstehungsgrund oft bei einer reduzierten Speichelherstellung. Eine weitere Ursache eines Knotens unter der Zunge könnte Mundkrebs sein. Im Rahmen dieser Erkrankung entstehen Schwellungen und Patienten empfinden ein Fremdkörpergefühl. Abhängig von Größe und Lage des Tumors können Schwierigkeiten beim Essen und Schlucken auftauchen.

Krankheiten mit Knoten unter der Zunge

Diagnose

Bei dem Auftreten eines Knotens unter der Zunge sollte die Ursache durch medizinisches Personal abgeklärt werden. Bei einem ausführlichen Gespräch schildert der Patient, seit wann der Knubbel besteht und ob weitere Beschwerden vorliegen. Eventuelle Schmerzen sollten erwähnt werden, diese liefern bereits Hinweise auf die mögliche Ursache. Die körperliche Untersuchung besteht anschließend oft aus dem Abtasten der betroffenen Region. Darüber hinaus kann ein Röntgenbild weiteren Aufschluss über den Knoten geben. Abhängig von dem konkreten Verdacht, wird eventuell auch eine Gewebeprobe entnommen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Arzt einen Tumor vermutet. Eine Laboruntersuchung der entnommenen Gewebeprobe hilft dabei, die Ursache zu ermitteln.

Der Verlauf eines Knotens unter der Zunge nimmt dabei sehr differenzierte Formen an. Ausschlaggebend ist letztendlich die vorliegende Ursache. Während Entzündungen und Speichelsteine oft als schmerzhaft wahrgenommen werden, lassen sich diese normalerweise gut behandeln. Nach einer erfolgreichen Therapie bleiben keine Einschränkungen zurück. Es muss jedoch unter Umständen damit gerechnet werden, dass die Beschwerden erneut auftreten. Konnte ein Tumor diagnostiziert werden, hängt die Prognose vor allem von dem Zeitpunkt ab, an dem sie erstellt wurde. Allgemein betrachtet liegt die Überlebenschance von Patienten bei 50 bis 60 Prozent der Betroffenen bei ungefähr fünf Jahren nach Erstellung der Diagnose.

Behandlung und Therapie

Damit der Knoten unter der Zunge fachgemäß behandelt werden kann, ist es sehr wichtig, dass die richtige Ursache festgestellt wurde. Nur so können passende Maßnahmen eingeleitet werden, die dafür sorgen, dass die Beschwerden verschwinden. Liegt eine Speicheldrüsenentzündung vor, muss zudem die Ursache herausgefunden werden, welche den Infekt zu verantworten hat.

Haben Bakterien oder Viren den Knoten entstehen lassen, verschreiben die meisten Ärzte zunächst Antibiotika und schmerzhemmende Medikamente. Außerdem wirkt sich eine strenge Mundhygiene positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Manchen Patienten wird darüber hinaus empfohlen, in Maßen zuckerfreie Kaugummi oder Bonbons zu konsumieren. Diese regen die Speichelproduktion an.

Speichelsteine stellen nicht nur ein individuelles Problem dar, gleichzeitig können sie für eine Entzündung der Speicheldrüsen zur Verantwortung gezogen werden. Wenn dies der Fall ist, muss zunächst der Stein selbst therapiert werden. Bei kleineren Steinen, welche den Speichel am Abfluss hindern, helfen oftmals bereits Massagen.

Sitzt der Stein jedoch im hinteren Bereich der Speicheldrüse oder weist er eine bestimmte Größe auf, so ist es möglich, ihn durch Ultraschall zu zertrümmern und die Teile mithilfe des Speichelflusses nach außen zu befördern.

Im Rahmen dieser Therapie wird die Speichelproduktion zum Beispiel durch saure Säfte angeregt. Konnten die Maßnahmen keinen Erfolg erzielen, ist ein chirurgischer Einsatz notwendig. Ein Tumor wird, wenn die Möglichkeiten gegeben sind, zunächst operiert und anschließend durch eine Strahlentherapie behandelt.

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Vorbeugung

Knoten unter der Zunge lassen sich begrenzt vorbeugen. Die Prophylaxe kann durch eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme erfolgen. Diese sorgt für eine optimale Speichelproduktion. Krankheiten wie Gicht oder Diabetes können die Entstehung von Speichelsteinen begünstigen. Gleichzeitig wächst somit die Wahrscheinlichkeit für eine Entzündung der Speicheldrüsen. Um das Risiko zu reduzieren ist es wichtig, dass die grundlegenden Erkrankungen therapiert werden.

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