Knacken im Ohr

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. September 2016
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Zuweilen tritt beim Essen, Kauen oder Schlucken ein Knacken im Ohr auf. Häufig ist es ein harmloses, aber unangenehmes und störendes Geräusch. In einigen Fällen kann es jedoch auf ernstere Ohrerkrankungen hindeuten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Knacken im Ohr?

Für die meisten Fälle von Knacken im Ohr ist das Trommelfell verantwortlich. Immer wenn ein Ungleichgewicht zwischen Innen- und Außendruck herrscht, bewegt sich das Trommelfell zum Druckausgleich und erzeugt dabei die Knackgeräusche. Dieser Druckausgleich wird über die sogenannte Eustachi-Röhre (Ohrtrompete) vermittelt.

Die Ohrtrompete stellt die Verbindung des Nasen-/Rachenraumes zum Mittelohr her. Ändern sich die äußeren Luftdruckverhältnisse, beispielsweise beim Landeflug eines Flugzeuges, öffnet sich die Tube zum Druckausgleich zwischen dem Außen- und Innenraum (Nasen-/Rachenraum und Mittelohr) und bringt damit das Trommelfell in Bewegung. Dabei entsteht dann das Knacken im Ohr.

Ursachen

Unter bestimmten Bedingungen ist das Knacken im Ohr also normal. Das ist immer dann der Fall, wenn sich schnell Druckunterschiede zwischen Innen- und Außenohr aufbauen. Wenn das Knacken jedoch dauerhaft auftritt, liegt meist eine Tubenventilationsstörung vor. Das ist eine Funktionsstörung der Eustachischen Röhre, wobei die regelrechte Be- und Entlüftung und die Reinigungsfähigkeit des Mittelohres beeinträchtigt sind.

Die Eustachi-Röhre hat nämlich neben ihrer Funktion, für einen Druckausgleich zu sorgen, auch noch die Aufgabe, ständig durch Sekretabsonderungen ihrer Schleimhaut das Mittelohr zu reinigen. Arbeitet sie nicht richtig, können als Folge Infektionen des Mittelohres auftreten. Die Ursachen für eine Tubenventilationsstörung sind vielfältig. So kann eine Infektion der Eustachi-Röhre die Konsistenz der Tubenschleimhäute so verändern, dass sie nicht mehr aneinander haften und somit zur schnelleren Öffnung der Tube führen. Die Folge ist ein ständiges Knacken im Ohr beim Kauen und Gähnen.

Auch Verspannungen im Nacken-, Mund- und Kieferbereich sowie Kiefergelenksproblematiken können die Funktion der Eustachi-Röhre beeinträchtigen. Des Weiteren führen eine gestörte Belüftung der Nasennebenhöhlen durch Allergien, Infektionen oder anatomischen Ursachen oft zu einer Tubenventilationsstörung.

Eine sehr häufige Ursache liegt in der Verengung des knöchernen oder knorpeligen Verlaufs der Eustachi-Röhre. Nicht zuletzt kann auch nach intensivem Abnehmen ein Knacken im Ohr auftreten, weil die Ostmann-Fettkörper, welche die Tube umgeben, dabei schrumpfen und somit gegebenenfalls zu einer nicht mehr richtig schließenden Tube (klaffende Tube) führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Tritt ein hartnäckiges Knacken im Ohr auf, sollte der Arzt aufgesucht werden, weil dieses Problem einerseits unangenehm ist und andererseits auch eine ernstere Ursache haben kann. Neben Tubenventilationsstörungen spielen in selteneren Fällen auch Innenohrödeme eine Rolle. Weiterhin kann die Funktion der Eustachi-Röhre auch im Rahmen einer allgemeinen Infektion gestört sein.

Wie bereits erwähnt, entwickelt sich als Folge einer Tubenventilationsstörung häufig auch eine Mittelohrentzündung mit Verminderung der Hörfähigkeit. So wird der Arzt zunächst in einem Arzt-Patientengespräch eine Anamnese der Krankengeschichte aufnehmen.

Um festzustellen, ob eventuell eine Verengung im Verlauf der Eustachischen Röhre vorliegt, wird er eine Tubenmanometrie nach Estève empfehlen. Andere Grunderkrankungen, die ein Knacken im Ohr verursachen können, müssen differenzialdiagnostisch nach entsprechenden Verdachtsdiagnosen abgeklärt werden.

Behandlung

Die Behandlung von Knacken im Ohr richtet sich nach ihren jeweiligen Ursachen. In vielen Fällen tritt dieses Knacken einmalig oder nur kurze Zeit auf, wenn ungewöhnliche Druckunterschiede zwischen Innen- und Außenohr aufgebaut werden. Dann hilft meist das Zuhalten von Mund und Nase mit einem gleichzeitigen Versuch, auszuatmen. Dabei wird der Druck im Nasen-/Rachenraum erhöht. Über die Bewegung des Trommelfells erfolgt dann ein Druckausgleich.

Schwieriger wird es, wenn eine andere Krankheit zugrunde liegt. Verengungen der Eustachischen Röhre können mit einer sogenannten Ballontuboplastie behandelt werden. Durch die Einführung eines Ballonkatheters durch die Nase wird die Eustachische Röhre erweitert. Diese Ballondilatation findet unter Narkose statt. Die Tubenfunktion verbessert sich danach deutlich. Komplikationen wurden bisher nicht beobachtet.

Versucht wird auch durch die direkte Verbindung zwischen Außen- und Mittelohr mittels eines Paukenröhrchens einen ständigen Druckausgleich zu erreichen. Damit kann das Knacken im Ohr zwar beseitigt werden, aber die wirklichen Ursachen des Problems bleiben bestehen. Das Infektionsrisiko wird im Gegenteil dabei noch erhöht.

Gewisse Verbesserungen bringen teilweise Nasensprays und Nasenduschen, obwohl das auch nicht für alle Patienten gilt. Bei Verspannungen helfen manchmal Gesichts- und Nackenmassagen. Auch intensives Lachen, Gähnen und Singen kann helfen, das Knacken im Ohr zu bekämpfen.



Vorbeugung

Es gibt keine Empfehlungen zur Vorbeugung von Knacken im Ohr. Im weitesten Sinne kann die Vermeidung von Atemwegserkrankungen der oberen Atemwege Tubenventilationsstörungen verhindern. Dazu sollte das Immunsystem durch eine gesunde Lebensweise gestärkt werden. Anatomische Ursachen für das Knacken im Ohr, wie beispielsweise eine Verengung der Eustachi-Röhre, können durch diese Maßnahmen leider nicht beeinflusst werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Maxi kommentierte am 10.11.2014 um 20:08 Uhr

Ich habe seit ungefähr zwei Wochen Rauschen im Ohr. Es knackt und auch ein Stechen oder Klopfen kommt ab und an hinzu. Auf Grund des Problems mit den Ohren leide ich unter starken Kopfschmerzen. Wegen meines Berufs trage ich tagsüber einen Hörschutz und habe aufgrund dessen immer wieder "verstopfte" Ohren. Was kann ich tun?