Kieferklemme

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. Juli 2015
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Eine Kieferklemme verhindert, dass der Mund vollständig geöffnet werden kann. Es gibt viele Ursachen für dieses Krankheitsbild, sehr häufig sind Muskelkrämpfe für die Beschwerden verantwortlich. Durch Zusammenarbeit von Zahnärzten und Physiotherapeuten ist eine Kiefersperre gut zu behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kieferklemme?

Bei einer Kieferklemme kommt zu einer Störung der eigentlich gut eingespielten Zusammenarbeit von Kiefergelenk und Kaumuskulatur. Durch das Zusammenwirken von Kiefergelenk und Kaumuskulatur kann der Unterkiefer bewegt werden, was für die Funktion des Kiefers entscheidend ist. Ohne dieses Zusammenspiel wäre es unmöglich den Mund zu öffnen und zu schließen bzw. Kaubewegungen durchzuführen.

Bei einer Kieferklemme kann der Mund nicht mehr weit genug geöffnet werden, was die Aufnahme von Nahrung stark erschwert. Eine Kieferklemme kann nur auf einer Seite oder beidseitig auftreten; je nachdem spricht man von einer unilateralen oder bilateralen Kieferklemme.

Ursachen

Sehr häufig tritt eine Kieferklemme aufgrund eines Spasmus der Kaumuskulatur auf. Es gibt verschiedene Krankheiten, welche als Symptom einen Kaumuskelkrampf aufweisen. Dazu gehört etwa der Wundstarrkrampf bei dem die Kieferklemme eines der charakteristischen Symptome ist.

Auch in Folge von epileptischen Anfällen kann sich die Kaumuskulatur verkrampfen. Betroffene eines Parotistumor, also einer Gewebswucherung in der Nähe der Ohrspeicheldrüse, können unter Verkrampfungen der Kaumuskulatur leiden, die bis zur Kieferklemme führen können.

Bestimmte Amphetamine wie Ecstasy sind dafür bekannt Muskelkrämpfe auszulösen, davon kann auch die Kaumuskulatur betroffen sein. Im Rahmen von odontogenen Infektionen, also Infektionen welche durch eine gestörte bakterielle Flora im Mund verursacht werden, kann es zu einer Kieferklemme kommen.

Odontogene Infektionen können zur Bildung von Abszessen führen, das sind mit eitriger Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, welche zu Funktionsstörungen der Kieferbeweglichkeit führen können. Bildet sich nach kieferchirurgischen Eingriffen oder nach stumpfer Gewalteinwirkung ein Hämatom im Mundraum, kann auch dieses, je nach Ausbreitung, zu einer Kieferklemme führen. Bestimmte Verletzungen wie etwa eine Jochbeinfraktur können ebenso zu einem derartigen Beschwerdebild führen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose einer Kieferklemme erfolgt durch die Messung der Schneidekantendifferenz, also der maximalen Entfernung der Schneidekanten bei Öffnung des Mundes. Der behandelnde Arzt bestimmt nach der Feststellung der maximalen Schneidekantenentfernung den Schweregrad. Es gibt bei der Kieferklemme drei Schweregrade. Beim ersten Schweregrad liegt nur eine minimale Einschränkung der Mundöffnung vor, beim zweiten Schweregrad kann der Mund maximal einen Zentimeter weit geöffnet werden und beim dritten Grad ist die maximale Differenz der Schneidekanten nur ein Millimeter.

Da eine Kieferklemme ein Symptom einer zugrundeliegenden Krankheit ist, muss diese Krankheit für eine korrekte Diagnosestellung bestimmt werden. Der Zahnarzt untersucht den Mundraum des Patienten und erhebt eine Anamnese. Liegt eine Verletzung, wie etwa eine Jochbeinfraktur vor, wird eine Röntgenaufnahme des Kiefers angefertigt. Die meisten Kieferklemmen verschwinden, sobald die ursächliche Krankheit behandelt wird. In Ausnahmefällen kann auch nach Abklingen der Grunderkrankung eine leichte Einschränkung der Mundöffnung vorliegen. Allgemein ist eine Kieferklemme jedoch reversibel.

Behandlung und Therapie

Bei der Behandlung einer Kieferklemme wird die zugrundeliegende Erkrankung behandelt, welche die Kieferklemme als Symptom aufweist. Bei odontogenen Infektionen mit Abszessen wird der Abszess geöffnet, sodass der Eiter abfließen kann. Es kann zusätzlich mit Antibiotika behandelt werden. Nach Abheilen des Abszesses ist meist auch die Kieferklemme verschwunden. Sind Muskelkrämpfe die Ursache für die Kieferklemme ist häufig eine medikamentöse Behandlung sinnvoll, dabei verschreibt der Arzt so genannte Muskelrelaxantien.

Bei länger andauernden Beschwerden ist eine Physiotherapie sinnvoll. Dabei wird nicht nur mit dem Kiefer gearbeitet, sondern mit dem ganzen Körper, denn Fehlhaltungen oder Bewegungsstörungen anderer Körperregionen können zur Kieferklemme beitragen und müssen mitbehandelt werden. In der Physiotherapie werden zum Beispiel verschiedene Dehnübungen gemacht, die dann zu Hause wiederholt werden sollten. Wärmebehandlungen, etwa mit Rotlicht, sind ebenso erfolgversprechend.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung um eine Kieferklemme zu vermeiden ist eine allgemein gesunde Lebensführung. Ausgeglichene Menschen, die sich gesund ernähren und sich ausreichend bewegen, sind nachgewiesenermaßen stressresistenter, wodurch der Körper allgemein entspannter ist, davon sind auch Kaumuskulatur und Kiefergelenke betroffen.

Treten immer wieder Verspannungen und leichte Kieferklemmen auf, sollte auf weiche Nahrung geachtet werden. So sollte etwa darauf verzichtet werden von einem frischen Apfel abzubeißen. Besonders kieferschonend sind Suppen oder Nudelgerichte. Eine gute Zahnhygiene beugt Infektionen vor, welche zu Abszessen und Kieferklemmen führen können.

Das Kauen von Kaugummis sollte vermieden werden, da ständiges Kauen die Kiefermuskulatur anstrengt und zu Krämpfen führen kann. Darüber hinaus erhöht zuckerhaltiger Kaugummi das Kariesrisiko. Eine gute Körperhaltung ist ebenso wichtig um Kieferklemmen vorzubeugen. Dazu zählt auch eine gute Schlafhaltung. Sind bereits Probleme mit dem Kiefergelenk aufgetreten, empfiehlt sich die Rückenlage beim Schlafen, weil diese den Kiefer nicht einseitig belastet.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Uschi kommentierte am 14.09.2015 um 20:15 Uhr

Ich habe eine Behandlung beim Zahnarzt gehabt und musste den Mund lange auf lassen. Jetzt kann ich den Mund nicht mehr richtig aufmachen. Ich habe Spritzen in den Unterkiefer bekommen. Kann es daran liegen? Was soll ich machen? Mein Zahnarzt sagt, er kann mir nicht helfen.