Intervallartige Zahnschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Juli 2017
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Jeder hat sie schon einmal gehabt und jeder kennt sie: Zahnschmerzen. Zahnschmerzen zählen zu den häufigsten Schmerzen. Vor allem intervallartige Zahnschmerzen müssen vom Zahnarzt behandelt werden. Denn auch wenn der Schmerz immer wieder nachlässt, kann sich dieser spontan verschlimmern, sodass ein Nachlassen der Intensität gar nicht mehr gegeben ist.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Intervallartige Zahnschmerzen?

Intervallartige Zahnschmerzen haben die unangenehme Angewohnheit, dass sie sich langsam in seiner Intensität steigern. Oftmals können die Schmerzen auch spontan und sehr stark auftreten. Vorwiegend handelt es sich jedoch um einen intervallartigen Zahnschmerz. Das bedeutet, dass der Schmerz kommt, wieder verschwindet, wieder auftritt, wieder nachlässt bzw. wieder verstärkt auftritt. Der Schmerz, welcher den Patienten zur Verzweiflung bringt, geht von den Nerven aus, welche sich in den Zähnen befinden.

Der Hauptnerv des Zahns ist auch gleichzeitig der fünfte Hirnnerv (der sogenannte Trigeminusnerv). Von jenem Nerv zweigen sich sogenannte Seitenäste ab, welche mit der Zahnversorgung beschäftigt sind. Tritt eine Entzündung, eine Verletzung oder ein Druck auf, können die Nerven gereizt werden: der Schmerz tritt auf. Viele Menschen klagen auch über schmerzempfindliche Zähne. Jedoch treten hier keine intervallartigen Zahnschmerzen auf; der Schmerz ist dann spürbar, wenn bestimmte Substanzen bzw. Umwelteinflüsse direkten Kontakt mit dem Zahn oder den Zähnen haben. Vor allem handelt es sich dabei um kalte oder warme Getränke wie Speisen bzw. Süßigkeiten.

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Vorwiegend handelt es sich bei intervallartigen Zahnschmerzen um Entzündungen des Zahnnervs. In einigen Fällen kann auch der Zahnhals entzündet sein. Liegen intervallartige Schmerzen vor, ist eine Entzündung des Zahnfleisches auszuschließen.

Weitere Ursachen, weshalb intervallartige Zahnschmerzen auftreten können, sind Parodontose oder Parodontitis, Verletzungen des Zahns bzw. Kiefers, Kieferzysten sowie auch Zahnkaries. In wenigen Fällen können auch andere Krankheiten (Kopfschmerzen, Mittelohrentzündung) intervallartige Zahnschmerzen auslösen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei intervallartigen Zahnschmerzen sollte stets ein Zahnarzt aufgesucht werden. Es kommt nur sehr selten zu Spontanheilungen. In den meisten Fällen liegen Erkrankungen vor, die behandelt werden müssen, da sie sich weiter ausbreiten. Werden die Intervalle zwischen den Schmerzschüben kürzer oder nehmen die Schmerzen an Intensität zu, so ist ein Arztbesuch schnellst möglich zu empfehlen. Zahnschmerzen gelten als die intensivsten, die Menschen erleben können. Sie führen zu Beeinträchtigungen der Konzentration, Störungen der Aufmerksamkeit und lösen Kopfschmerzen aus. Unbehandelt kann der Betroffene nur selten seine alltäglichen Pflichten weiterhin erfüllen.

Setzen die intervallartigen Zahnschmerzen nach der Durchführung von zahnärztlichen Korrekturen ein, ist ein weiterer Arztbesuch notwendig. Der Zahnersatz ist fehlerhaft eingesetzt worden und muss erneut angepasst werden. Treten weitere Beschwerden wie Probleme beim Schluckakt oder eine Ausbreitung des Schmerzerlebens in andere Bereiche des Kopfes auf, ist ein Arzt zu konsultieren.

Vor der Einnahme von Medikamenten zur Schmerzlinderung ist grundsätzlich die Rücksprache mit einem Arzt notwendig. Die Schmerztabletten lösen eine Vielzahl von Nebenwirkungen aus und führen zu einer Verminderung der eigenen Leistungsmöglichkeiten. Darüber hinaus besteht bei einer falschen Dosierung das Risiko einer Sucht. Bei einigen Menschen sind die intervallartigen Zahnschmerzen Vorboten einer Migräne. Der Betroffene sollte sich rechtzeitig mit einem Arzt in Verbindung setzen.

Diagnose und Verlauf

Liegen intervallartige Zahnschmerzen vor, sollten diese nicht ignoriert werden. Die Diagnose, weshalb der Zahn Schmerzen verursacht, kann der Zahnarzt stellen. Der Zahnarzt informiert sich zuerst bei seinem Patienten, welcher Zahn Probleme verursacht bzw. wie sich "der Schmerz anfühlt". Nach dem Gespräch untersucht der Mediziner den Zahn bzw. das Zahnfleisch. Bei jener Untersuchung verwendet er einen kleinen Spiegel bzw. kann den Mundraum mit weiteren Instrumenten untersuchen. Im Regelfall kann der Zahnarzt bereits hier erkennen, ob Verletzungen oder Entzündungen vorliegen.

In vielen Fällen wird eine Röntgenaufnahme veranlasst, damit der Zahnarzt einen "tieferen" Einblick in den Zahn und seine Struktur erhält. Nach der Behandlung (in vielen Fällen reicht eine Füllung bzw. eine Wurzelbehandlung), lassen die Schmerzen nach. Verzichtet der Patient auf eine Behandlung, kann der intervallartige Schmerz zu einer chronischen Belastung werden. Im Regelfall hält der Patient irgendwann den Schmerz nicht mehr aus und sucht den Zahnarzt auf. Tritt der Fall ein, dass der - über mehrere Tage anhaltende Dauerschmerz - nachlässt, beginnt der Zahn zu "faulen". Der Nerv stirbt ab; der Zahn muss im Normalfall entfernt werden. Des Weiteren tritt das Problem auf, dass der kaputte Zahn seine "Nachbarzähne" mit Karies infiziert, sodass weitere Probleme auftreten können.

Komplikationen

Bei intervallartigen Zahnschmerzen sollte ich der Patient auf jeden Fall an einen Zahnarzt wenden. Diese Schmerzen in den Zähnen werden durch einen Defekt ausgelöst. Es kann sich dabei zum Beispiel um eine Entzündung am Zahnfleisch, in der Zahnwurzel oder um ein Loch im Zahn handeln. In der Regel wird dieses Problem nicht verschwinden, wenn sich der Patient selbst nicht drum kümmert und einen Zahnarzt aufsucht. Die Schmerzen können hier nur stärker werden, da die Entzündung voranschreitet. Es kann auch vorkommen, dass sich die Zahnwurzel durch ein anfangs nur geringes Problem stark entzündet und dann vom Zahnarzt entfernt werden muss.

Solche Schmerzen treten oft direkt beim Essen und Trinken auf, sodass hier keine normale Zunahme der Nahrung mehr möglich ist. In diesem Fall ist unverzüglich ein Zahnarzt aufzusuchen. Dieser wird den Zahn röntgen und daran erkennen, woher genau die Schmerzen kommen. In vielen Fällen muss die Zahnwurzel entfernt werden. Diese Entfernung findet unter einer Narkose statt, sodass der Patient während dem Eingriff keine Schmerzen hat. Nach dem Eingriff treten die gewöhnlichen Schmerzen durch die Schwellung auf. Oft wird vom Zahnarzt auch ein Loch oder Karies entfernt, sodass der Betroffene wieder ohne Schmerzen Essen und Trinken kann. Bei einer Behandlung findet das Problem meist einen positiven Krankheitsverlauf.

Behandlung und Therapie

Die intervallartigen Zahnschmerzen können sehr wohl quälend sein. Im Endeffekt hilft nur die richtige Therapie, damit nicht nur der Schmerz beseitigt, sondern auch die Ursache und Entstehung der Schmerzen bekämpft werden können. In erster Linie gilt: Termin beim Zahnarzt ausmachen. Vor allem intervallartige Schmerzen sind ein Anzeichen, dass etwas "nicht stimmt". Und bevor der intervallartige Schmerz zu einem ständigen Schmerz mutiert, sollte eine notwendige Behandlung erfolgen.

Wer Angst vor der Behandlung hat, sollte sich darauf einstellen, dass - je früher er zum Zahnarzt geht, desto höher stehen die Chancen, dass die Behandlung keine Schmerzen verursacht. Vor allem arbeiten Zahnärzte heute schon mit sehr modernen Geräten und verfügen über die Möglichkeit der wirkungsvollen Lokalanästhesie; schmerzhafte Behandlungen gehören im Regelfall der Vergangenheit an.

Bei intervallartigen Zahnschmerzen, welche oftmals nicht länger als wenige Minute andauern, sind Schmerzmittel - im Regelfall - nicht erforderlich. Anders hingegen, wenn der Schmerz dauernd präsent ist. Hier helfen nur noch Schmerztabletten, wobei jene auch nur eine begrenzte Wirkungsdauer haben. Bei starken Zahnschmerzen ist es möglich, dass der Schmerz nur besänftigt wird; der Patient ist überhaupt nicht mehr schmerzfrei.

Nach der Diagnose entscheidet sich der Zahnarzt für die Behandlung. Vorwiegend wird der Zahn mit einer Füllung verschlossen; in einigen Fällen ist eine Wurzelbehandlung notwendig. Ist der Schaden irreparabel, muss der Zahn entfernt werden. Im Regelfall handelt es sich bei intervallartigen Schmerzen jedoch um Zahnnerventzündungen, sodass eine Wurzelbehandlung die erlösende Behandlung mit sich bringt.



Aussicht und Prognose

Bei intervallartigen Zahnschmerzen kommt es nur selten ohne eine medizinische Versorgung zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit. Mit einer Behandlung bestehen gute sowie dauerhafte Heilungschancen. Eine Entzündung führt zu einer Zunahme der Beschwerden. Die Zahnschmerzen treten wiederholt auf und bilden sich anschließend für kurze Zeit zurück. Dies trägt dazu bei, dass über längere Zeit kein Arzt aufgesucht wird. Im Zahnfleisch bildet sich meist kontinuierlich Eiter, der unentdeckt bleibt. Im Laufe der Zeit nehmen die Zahnschmerzen an Intensität zu und der Eiter tritt aus betroffenen Stellen aus. Sobald eine medikamentöse Behandlung stattfindet, reduzieren sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage. Eine vollständige Heilung tritt meist nach wenigen Wochen ein.

Verletzungen der Zähne oder Zahnverschiebungen lösen die Beschwerden in regelmäßigen Abständen aus. Dennoch kommt es ohne einen ärztlichen Eingriff zu keiner Spontanheilung. Werden Korrekturen vorgenommen, treten die Linderungen allmählich über mehrere Tage oder Wochen ein, bis sie verschwunden sind. Lösen psychische Themen die intervallartigen Zahnschmerzen aus, ist die Heilung individuell einzustufen. Bei Stress oder Aufgeregtheit kommt es meist innerhalb von Minuten nach der erfolgreichen Bewältigung des Ereignisses zu einer Linderung. Bei psychischen Erkrankungen oder psychosomatischen Störungen kann der Heilungsprozess über Jahre andauern, bis das Wohlbefinden eine stabile Besserung erfährt.

Vorbeugung

Zahnschmerzen können vorgebeugt werden. Regelmäßige zahnärztliche Kontrolltermine sowie eine umfassende Mundhygiene minimieren die Chance, dass Zahnschmerzen auftreten. Wer jedoch die Mundhygiene vernachlässigt bzw. seine kontrollärztlichen Zahnarzttermine aufschiebt oder nur den Zahnarzt kontaktiert, wenn er Schmerzen hat, muss immer damit rechnen, dass plötzlich Zahnschmerzen auftreten können.

Bücher über Zahnschmerzen

Quellen

  • Gängler P. et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme Verlag. 3. Auflage 2010
  • Reitemeier B.: Einführung in die Zahnmedizin. Thieme Verlag. 1. Auflage 2006
  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2009
  • Hellwege, K.D.: Die Praxis der zahnmedizinischen Prophylaxe, Georg Thieme Verlag, 6. Auflage, 2003
  • Kramer E. Prophylaxefibel, Grundlagen der Zahngesundheit; Deutscher Zahnärzte Verlag (2009)

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