Herzstolpern durch Stress

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. März 2017
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Bei Herzstolpern durch Stress handelt es sich um eine typische Stressreaktion. Die psychische und physische Erregung, die mit dem Gefühl von Stress einhergeht, wird im zentralen Nervensystem ausgelöst. In der Folge davon wird die Balance zwischen den vegetativ gesteuerten Prozessen des menschlichen Organismus gestört. Dadurch zeigen sich diverse körperliche Symptome, zum Beispiel stressbedingtes Herzstolpern. Grundsätzlich handelt es sich um Extrasystolen des Herzens, also zusätzliche Herzschläge. Diese werden als Herzstolpern wahrgenommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Herzstolpern durch Stress?

Die körperliche Reaktion auf äußeren oder inneren bzw. emotionalen Stress wird vom überwiegenden Teil der Menschen als unangenehm empfunden. Insbesondere stressbedingte Symptome wie Herzstolpern beunruhigen viele Menschen noch zusätzlich und verstärken den empfundenen Stress unter Umständen sogar. Dadurch entsteht ein gefährlicher Kreislauf, bei dem sich einige Personen in Angstzustände hineinsteigern.

Oftmals ist in solchen Fällen das Herz-Kreislauf-System betroffen. Aus diesem Grund ist Herzstolpern ein typisches und häufig vorkommendes Symptom durch Stressauslöser. Denn in der Folge der Stresssituation schüttet das Gehirn den Botenstoff Adrenalin aus. Durch das Adrenalin wird das sogenannte sympathische Nervensystem aktiviert, was eine direkte Wirkung auf das Herz hat. Adrenalin führt zu einer Steigerung der Herzfrequenz. Zudem wird die elektrische Weitergabe von Reizen am Herz erhöht. Die Erregungsschwelle wird niedriger, während ein neues Aktionspotenzial geschaffen wird.

Insgesamt erhöht sich also die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Extrasystolen. Diese werden auch als Herzstolpern wahrgenommen. Extrasystolen sind nicht Bestandteil des gewöhnlichen Herzrhythmus. Stattdessen werden sie von den betroffenen Personen als zusätzliche Schläge empfunden. Grundsätzlich handelt es sich um unbedenkliche Herzschläge, die auch beim gesunden Menschen auftreten. Jedoch neigen Menschen, die anfälliger für Stress sind, stärker zu Herzstolpern als andere. Jedoch zeigen sich auch individuelle Unterschiede, denn jede Person zeigt andere Reaktionen auf Stress.

Ursachen

Herzstolpern, das im Zusammenhang mit Stress auftritt, ist in der Regel an ein äußeres Ereignis gekoppelt. Eine bestimmte Situation ist für die betroffene Person mit Stress verbunden und löst in der Folge Störungen des Herzrhythmus und Herzstolpern aus. Unter Umständen ist die Stressreaktion jedoch nicht an einem Ereignis in der äußeren Umwelt festzumachen, sondern auf einen inneren Erregungszustand zurückzuführen. Dabei handelt es sich beispielsweise um eine unangenehme Erinnerung oder Gedanken an ein bevorstehendes Ereignis, welches bei der Person Stress verursacht.

Im überwiegenden Teil der Fälle sind die Extrasystolen bzw. das Herzstolpern eine Folge von Aufregung. Möglich ist sowohl positive Aufregung als auch negativer Stress. Hier stellt das Herzstolpern in erster Linie eine physiologische Reaktion auf Stress dar. Dies gilt zumindest dann, wenn die Extrasystolen vereinzelt auftreten und keine sonstigen Symptome mit dem Herzstolpern verbunden sind.

In der Regel tritt Herzstolpern durch verschiedene Arten von Stress auf. Zum einen stellt emotionaler Stress eine potenzielle Ursache dar. Dieser Stress umfasst negative sowie positive Empfindungen. Das Gefühl des Verliebtseins beispielsweise verursacht im Körper Stress und führt unter Umständen zu Herzstolpern. Auch hier ist Adrenalin für die Extrasystolen verantwortlich. Denn eine erhöhte Konzentration von Adrenalin im Blut beeinflusst das Herz-Kreislauf-System unmittelbar.

Darüber hinaus ist auch psychischer Stress eine Ursache für Herzstolpern. Diese Art von Stress wird in der Regel im autonomen Nervensystem bzw. im Sympathikus ausgelöst. Das autonome Nervensystem arbeitet üblicherweise unabhängig und ist für die Steuerung von Körperfunktionen zuständig. Wenn das Stress verursachende Ereignis steuerbar ist, geht die betroffene Person davon aus, Kontrolle über den Auslöser zu haben. Die physische Reaktion auf den Stress normalisiert sich dann in der Regel nach relativ kurzer Zeit wieder. So ist es zum Beispiel möglich, dass Herzstolpern durch Stress in einer Situation lediglich kurz bemerkt wird. Jedoch normalisiert sich der Herzschlag rasch wieder.

Anders verhält es sich, wenn Personen über einen längeren Zeitraum äußerem oder innerem Stress ausgesetzt sind. In solchen Fällen verlieren sowohl der Organismus als auch die Psyche der betroffenen Person ihre Schutz- und Widerstandsfunktion gegen den Stress. Dies stellt ein ernsthaftes Problem dar, denn Körper und Seele werden durch den dauerhaften Stress enormen Belastungen ausgesetzt, die viele Menschen mit der Zeit krank machen. In der heutigen Zeit sind zahlreiche Krankheiten stressbedingt, sowohl körperliche als auch psychische Erkrankungen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Viele Menschen kennen das gelegentliche Herzstolpern durch Stress. Während einige Menschen es sehr selten bis gar nicht erleben, kommt es bei anderen immer wieder durch den gleichen Stressfaktor oder schon bei geringer seelischer Belastung auf. Es ist zunächst nicht schädlich und liegt schlichtweg daran, dass jeder Mensch seelischen Stress anders aufnimmt, verarbeitet und vor allem bewältigt.

Allerdings kann Herzstolpern durch Stress schnell mit ernsthaften Herzproblemen verwechselt werden - vor allem dann, wenn es ein Betroffener bereits von sich kennt und es deswegen nicht ernst nimmt. Betroffene von Herzstolpern durch Stress müssen deswegen sehr darauf achten, ob sich das Herzstolpern verändert. Wird es häufiger, ist es schmerzhaft oder geht es mit neuen körperlichen Symptomen wie Schwindel oder Schweißausbrüchen einher, dann ist es ein Grund den Arzt aufzusuchen.

Tritt ein Herzstolpern durch Stress dagegen erstmalig auf, sollte ebenfalls ein Arzttermin vereinbart werden, denn es ist möglich, dass es eine körperliche Ursache gibt. Eine ärztliche Abklärung empfiehlt sich auch dann, wenn der Betroffene bei Auftreten von Herzstolpern durch Stress unter psychischen Angstzuständen leidet. Den Herzschlag spürt man normalerweise nicht - und wenn doch, kann das sehr beängstigend wirken. Durch ein an sich harmloses Herzstolpern durch Stress kann somit ein ernst zu nehmender Angstzustand beim Patienten entstehen, der wiederum die körperlichen Symptome verschlimmern kann.

Diagnose und Verlauf

Tritt Herzstolpern durch Stress häufiger auf und besorgt die betroffene Person, empfiehlt sich die Konsultation eines Arztes. In der Regel ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Gegebenenfalls überweist er den Patienten an einen Kardiologen. Mittels verschiedener kardiologischer Untersuchungen lässt sich feststellen, ob das Herzstolpern unbedenklich ist oder eine ernsthafte Störung zu Grunde liegt. Zur Diagnose werden zum Beispiel EKG-Untersuchungen durchgeführt, etwa unter körperlicher Belastung oder über einen längeren Zeitraum.

Behandlung und Therapie

Tritt das stressbedingte Herzstolpern zu oft auf, sind unter Umständen Therapiemaßnahmen erforderlich. Dabei stehen psychotherapeutische Behandlungen im Vordergrund. Auf diese Weise lernen Betroffene, besser mit Stresssituationen umzugehen. Auch bei dauerhaft hohem Stress helfen Entspannungstechniken und beruhigende Rituale, die in den Alltag integriert werden. Dadurch sinkt das Stressniveau für den Körper und das Herzstolpern lässt nach.

Unter Umständen ist eine medikamentöse Therapie erforderlich. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich aus dem gelegentlichen Herzstolpern eine ernsthafte Herzrhythmusstörung entwickelt. In diesem Fall ist die Behandlung durch einen Kardiologen dringend erforderlich, um die Wahrscheinlichkeit von bedrohlichen Komplikationen zu verringern und die Lebensqualität aufrecht zu erhalten.



Vorbeugung

Stressbedingtem Herzstolpern lässt sich nur insofern vorbeugen, wie auch dem zu Grunde liegenden Stress entgegengewirkt wird. Einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Stress leistet zum Beispiel körperliche Bewegung bzw. regelmäßiger Sport. Auf diese Weise werden auch psychische Belastungen abgebaut. Darüber hinaus existieren spezielle Kurse zum Erhalt der Herzgesundheit und der Vorbeugung entsprechender Erkrankungen und Beschwerden. Diese tragen auch dazu bei, dass stressbedingtes Herzstolpern seltener auftritt.

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