Halswirbelsäulenbruch

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juli 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Halswirbelsäulenbruch

Ein Halswirbelsäulenbruch stellt einen akuten Gefahrenzustand dar, der Lähmungen oder einen Kreislaufstillstand zur Folge haben kann. Eine umgehende Behandlung durch eine Operation und/oder Ruhigstellung kann eine Fraktur kurieren. Anschließende Rehabilitationsmaßnahmen vervollständigen die Behandlung eines Halswirbelsäulenbruchs.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Halswirbelsäulenbruch?

Ein Halswirbelsäulenbruch ist eine Fraktur im Bereich der Halswirbelsäule. Durch die Wirbelsäule eines Menschen laufen Nervenbahnen. Sie verbinden das Gehirn mit dem Körper und werden durch die Wirbelsäule geschützt. Insgesamt besteht die Wirbelsäule aus Kreuz- und Steißbein, Lendenwirbelsäule, Brustwirbelsäule sowie Halswirbelsäule.

Letztere macht den oberen Teil der Wirbelsäule aus und enthält sieben Halswirbel. Eine Fraktur im Bereich dieser sieben Wirbel kann auch angrenzende Strukturen verletzen. Die Umgangssprache bezeichnet einen Halswirbelsäulenbruch als Genickbruch.

Ursachen von Halswirbelsäulenbruch

Die Ursache eines Halswirbelsäulenbruchs ist äußere Gewalteinwirkung. Diese kann bei einem Verkehrsunfall auftreten, ebenso bei einigen Sportarten sowie bei Kopfsprüngen, bei denen der Betroffene mit einem Hindernis in Berührung kommt. Ältere Menschen sowie Kinder und Säuglinge sind besonders betroffen, da ihre Halsmuskulatur schwach ausgeprägt ist. Somit kann sie die Halswirbelsäule bei Gewalteinwirkung nicht ausreichend beschützen. Wird sie überstreckt oder überdehnt, kommt es leichter zu einer Fraktur.

Menschen, die an Osteoporose erkrankt sind, erleiden ebenfalls schneller eine Fraktur der Halswirbelsäule. Ihre Knochen sind poröser und brechen leichter. Bei Personen, die einer dieser Risikogruppen angehören, können bereits mildere Formen der äußeren Gewalteinwirkung als die oben geschilderten einen Halswirbelsäulenbruch auslösen. Dies können Stürze oder das unvorsichtige Handtieren eines Säuglings sein, der seinen Kopf noch nicht eigenständig halten kann.

Symptome und Verlauf von Halswirbelsäulenbruch

Typische Symptome eines Halswirbelsäulenbruchs:

Ein von einem Halswirbelsäulenbruch betroffener Mensch kann seinen Hals nicht oder nur unter starken Schmerzen bewegen. Mit dieser Bewegungseinschränkung gehen oft Blutergüsse im Bereich der Fraktur einher. Häufig steht der Kopf in einem unnatürlichen Winkel ab und der Betroffene hat das Gefühl, seinen Kopf nicht aufrecht halten zu können. Er leidet unter Schluckstörungen.

In schwerwiegenden Fällen schädigt der Unfall die Nervenbahnen. Zusätzlich können die Halswirbel sich bei starkem Druck verschieben. Dabei können Knochenfragmente sowie Blut in den Wirbelkanal geraten. Der Betroffene ist teilweise gelähmt oder querschnittsgelähmt. Bei Schädigungen der Nervenbahnen, die über dem vierten Halswirbel austreten, hat der Betroffene Atemprobleme. Verantwortlich ist die Verletzung der Nerven, die die Funktion des Zwerchfells steuern. Gravierende Halswirbelsäulenbrüche haben einen Atem- oder Kreislaufstillstand zur Folge.

Diagnose von Halswirbelsäulenbruch

Bei Verdacht auf einen Halswirbelsäulenbruch führt der Arzt zunächst eine vorsichtige manuelle Untersuchung der Halswirbelsäule durch. Er ertastet Schmerzpunkte und überprüft die Bewegungsfähigkeit der Gliedmaßen. Um das Ausmaß eventueller Nervenverletzungen ermitteln zu können, untersucht der Arzt die neurologischen Funktionen des Betroffenen. Um die Halswirbelsäule nicht zusätzlich zu belasten, sieht der Arzt von größeren Bewegungen des Halses und des Kopfes ab.

Nach der körperlichen Untersuchung lässt der Arzt in jedem Fall eine Röntgenuntersuchung durchführen, um eventuelle Wirbelbrüche zu diagnostizieren. Hierfür lässt er Röntgenbilder von der Seite und von vorne erstellen. Weitere Maßnahmen zu einer genaueren Diagnose liefern eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomografie (CT). Die MRT unterstützt bei einem Verdacht auf einen Halswirbelsäulenbruch vor allem die Feindiagnostik von Nervenausfällen sowie von Verletzungen der Bandscheiben und Bänder.

Behandlung von Halswirbelsäulenbruch

Bei der Behandlung werden stabile von instabilen Halswirbelsäulenbrüchen unterschieden. Eine Halskrause stellt eine stabile Fraktur für die Dauer von sechs Wochen ruhig. Begleitet wird die Ruhigstellung von einer Physiotherapie, damit Muskeln die Halswirbelsäule nach und nach stabilisieren. Die Physiotherapie trägt außerdem dazu bei, dass die Muskeln beweglich bleiben, und beugt dem sogenannten Immobilisationsschmerz vor.

Bei instabilen Halswirbelsäulenfrakturen handelt es sich um Verletzungen, bei denen die Halswirbel sich gegeneinander verschoben haben oder die Gefahr einer Verschiebung besteht. Der operative Eingriff ist die einzige Behandlungsmöglichkeit eines instabilen Bruches. Anschließend wird die Halswirbelsäule mittels einer Halskrause für sechs bis zwölf Wochen ruhiggestellt.

Hochinstabile Frakturen der Halswirbelsäule schließen Verdrehungen ein, die den hinteren Teil der Wirbelkörper beschädigt haben. Dieser Teil wird in einem operativen Eingriff zusätzlich stabilisiert. Hierzu bringt ein Chirurg Schrauben in intakte Strukturen ein. Er verbindet die Schrauben durch Metallstäbe, was die Halswirbelsäule im hinteren Bereich stützt.

An die akute Behandlung schließt sich nach einem Halswirbelsäulenbruch eine Rehabilitation an, die auf eine ganzheitliche Genesung des Betroffenen abzielt. Eine solche Rehabilitation beinhaltet vor allem Physiotherapie und zwischenzeitliche radiologische Kontrollen, die den Heilungsverlauf kontrollieren. Neben motorischem Training bei Nervenausfällen werden auch psychische Nachwirkungen behandelt. Ziel ist es, dem von einem Halswirbelsäulenbruch Betroffenen den Wiedereintritt in den Alltag zu ermöglichen.

Rezeptfreie Medikamente gegen Knochenbrüche


Vorbeugung von Halswirbelsäulenbruch

Da ein Halswirbelsäulenbruch die Ursache eines Unfalls ist, ist es nicht möglich, ihm vorzubeugen. Bei älteren Menschen und Menschen mit Osteoporose kann die Bewusstmachung der Verletzungsgefahr eine vorbeugende Maßnahme sein. Säuglinge sollten mit Vorsicht behandelt werden.

Ebenso zählt die angemessene Sicherung von Kindern im Pkw sowie auf dem Fahrrad zu vorbeugenden Maßnahmen. Bei Verdacht auf einen Halswirbelsäulenbruch kann Folgen, wie Lähmungen, durch das umgehende Aufsuchen eines Arztes vorgebeugt werden.

Bücher über Sportverletzungen und Erste Hilfe

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Halswirbelsäulenbruch?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?