Gutartige Brusttumoren

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. Juli 2017
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Viele Frauen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Knoten in der Brust, bei welchen es sich meistens um gutartige Brusttumoren handelt. Es können aber auch bösartige Tumore sein. Die Ursache für die Entstehung gutartiger Brusttumore konnte bis heute nicht allgemeingültig definiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind gutartige Brusttumoren?

Gutartige Brusttumoren können in jedem Alter einer Frau auftreten. Hormonelle Veränderungen werden als Auslöser der Knoten innerhalb der Brust angenommen. Besonders junge Frauen sind betroffen und sollten daher auf Veränderungen im Bereich der Brust achten.

In der Medizin werden die gutartigen Brusttumore in Fibroadenome, Lipome, Phylloidtumor, Intraduktales Papillom und Adenome unterschieden. In den meisten Fällen zeigen sich zunächst keine Symptome, bei gewissen Arten gutartiger Brusttumore kann es jedoch zu arttypischen Symptomen kommen. Diese entstehen häufig durch das Wachsen der jeweiligen Tumorart.

Ursachen

Obwohl die Medizin innerhalb der letzten Jahre ungeahnte Fortschritte machte, gibt es auch heute noch Erkrankungen, deren Ursache nicht allgemeingültig definiert werden kann. So verhält es sich mit gutartigen Brusttumoren. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, werden hormonelle Schwankungen im Laufe des Lebens einer Frau für die Entstehung gutartiger Brusttumore verantwortlich gemacht.

Besonders jüngere Frauen sind betroffen. Experten, welche sich mit der Entstehung dieser gutartigen Knoten befasst haben, gehen davon aus, dass es Dinge gibt, welche das Risiko der Entstehung einer derartigen Erkrankung senken. Zu diesen Dingen zählen eine Schwangerschaft sowie das darauf folgende Stillen. Ein wenig kontrovers steht dazu ihre Ansicht, dass auch die Einnahme der Antibabypille das Risiko an Brusttumoren zu erkranken senken würden.

Symptome und Verlauf

Was die Begleitsymptome der entstandenen gutartigen Brusttumoren angeht, sind diese und ihre Stärke in besonderem Maße von der Dauer des sich in der Brust befindenden Knotens abhängig. Jedoch gibt es zwischen den weiter oben erwähnten verschiedenen Arten gutartiger Tumore Unterschiede. Fibroadenome werden meist zufällig ertastet, wobei sehr schlanke Frauen leichter einen solchen -direkt unter der Haut sitzenden- Knoten ertasten können. Diese Tumorart verursacht in den meisten Fällen keine Symptome, wobei innerhalb einer Schwangerschaft Entzündungen und Schmerzen die Folge sein können.

Sie treten gehäuft in Lebensphasen auf, in denen es zu hormonellen Schwankungen kommt. Daher kommen sie überwiegend innerhalb der Pubertät, Schwangerschaft und in den Wechseljahren vor. Fibroadenome wachsen relativ langsam und können aufgrund ihrer Beschaffenheit gut vom umliegenden Gewebe abgegrenzt werden. Ihre Größe variiert zwischen wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern.

Da das Fibroadenom durch sein Heranwachsen das umliegende Gewebe stets mehr einengt, kann es zu Schmerzen im Bereich der Brust führen. Dies ist jedoch das einzige von Fibroadenomen hervorgerufene Symptom. Anders verhält es sich beim intraduktales Papillom. Hier kommt es typischerweise zu milchigem oder blutigem Ausfluss, der durch die Brustwarze austritt. Adenome der Brustwarze wachsen sehr schnell, auch hier kann es zu blutigem Ausfluss kommen.

Das Adenom der Brust wird mehrere Zentimeter groß. Das dazugehörende laktierende Adenom ist dafür bekannt, dass es bei ihm zu einer Sekretabsonderung kommt. Die anderen Brustadenome sind trocken. Phylloidtumore sehen blumenkohlartig aus. Sie wachsen äußerst schnell und können dabei die Brust durchdringen, doch auch sie sind gutartige Brusttumoren.

Diagnose

Viele Frauen bemerken die gutartigen Brusttumoren zufällig, beispielsweise unter der Dusche. Andere tasten bewusst ihre Brust ab, um Veränderungen ausschließen zu können. Durch Eigenuntersuchung kann jedoch lediglich eine Veränderung erfühlt werden, die Art des Knotens - ob gutartig oder bösartig - kann nicht ertastet werden. Ein Frauenarztbesuch wird somit unumgänglich.

Dieser ertastet den Knoten ebenso und stellt spezifische Fragen, um Rückschlüsse auf Veränderungen ziehen zu können. Da ein Gespräch meist nicht ausreicht, wird er eine Sonographie, Mammographie oder Galaktographie veranlassen. Sollten diese Untersuchungen nicht zu einer eindeutigen Diagnose führen, bietet sich die als Biopsie bekannte Gewebeentnahme an. In den meisten Fällen wird es sich um einen gutartigen Brusttumor handeln, da Brustkrebs weitaus seltener vorkommt.

Komplikationen

Erkrankungen der Brust lösen bei den meisten Erkrankten eine sofortige Angst und Panik aus. Eine Differenzierung der Folgen bei einer Gut- oder Bösartigkeit der Tumore kann häufig in den ersten Momenten oder auch über die gesamte Zeit der Erkrankung nicht vorgenommen werden. Die Diagnose bewirkt Verhaltensänderungen und kann zu psychischen Krankheiten führen. Depressionen, manische Verhaltenszüge, Antriebslosigkeit, Resignation und Stimmungsschwankungen sind mögliche Erscheinungen. Das Bewusstsein und die Wahrnehmung von körpereigenen Prozessen sind stark sensibilisiert, sodass auch psychosomatische Symptome oder Erkrankungen auftreten können.

Ein diffuses Schmerzerleben, erhöhte Wachsamkeit bei körperlichen Veränderungen, Selbstwertprobleme und Übersprungsreaktionen sind möglich. Die Diagnose eines Brusttumors kann zu einer Änderung des Sexualverhaltens führen. Ein verminderter wie auch ein gestiegener Sexualtrieb sind mögliche Entwicklungen. Dies kann partnerschaftliche Probleme auslösen oder bei wechselnden Partnern das Risiko für Geschlechtskrankheiten erhöhen. Unbehandelt können die gutartigen Brusttumore in einen bösartigen Verlauf übergehen. Eine Behandlung kann aufgrund von Scham oder religiösen Konflikten zu einer Beeinträchtigung der Behandlungsmöglichkeiten führen. Bei einer operativen Entfernung der Tumore können Risiken und Nebenwirkungen auftreten. Keime können die Narben infizieren oder das erkrankte Gewebe wurde nicht vollständig entfernt. Darüber hinaus kann es je nach Grunderkrankung zu einer Wiederkehr der Tumore kommen, auch wenn diese vollständig in einem operativen Eingriff entfernt wurden.

Behandlung und Therapie

In den meisten Fällen kommt es nach Diagnosestellung zur operativen Entfernung des gutartigen Brusttumors. Sollte es sich um einen kleinen Tumor handeln (wie bei Fibroadenomen), reichen regelmäßige Frauenarztbesuche aus. Phylloidtumore, die ebenfalls mittels einer Operation entfernt werden, können nach der Operation erneut auftreten.

Um einem erneuten Auftreten vorzubeugen, muss der Phylloidtumor während der Operation restlos entfernt werden. Dazu wird lediglich der Tumor beseitigt, das Entfernen der gesamten Brust ist eher selten. Gelegentlich befinden sich innerhalb der Achselhöhle vergrößerte Lymphknoten. Auch diese müssen restlos entfernt werden.



Vorbeugung

Derzeit gibt es keine allgemeingültigen Vorbeugungsmaßnahmen für gutartige Brusttumoren, die uneingeschränkt zu empfehlen sind. Es empfiehlt sich jedoch die Brust regelmäßig zu untersuchen. Veränderungen, die dabei ertastet werden, sollten bei einem Frauenarztbesuch genauer untersucht werden.

Ältere Frauen sollten ihren Frauenarzt in gewissen Abständen aufsuchen, um eine Mammographie vornehmen zu lassen. Sollte die Patientin bereits einen operativ entfernten gutartigen Brusttumor gehabt haben, ist ein regelmäßiger Besuch beim Frauenarzt anzuraten.

Bücher über gutartige Brusttumoren

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

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